Blätterfrage

Dieses Thema im Forum "Mundstücke / Blätter" wurde erstellt von vmaxmgn, 3.Juli.2019.

  1. Atkins

    Atkins Ist fast schon zuhause hier

    Ein gut eingestellter Hobel, in diesem Fall das teure Reedgeek, ( denke schon, dass es da günstigere Alternativen gibt) macht eine Holzoberfläche unvergleichlich glatter als Schmirgelpapier.
     
  2. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Einer meiner Tricks, die ich schon ewig anwende...und dadurch die Lebenserwartung seiner Lieblingsblätter nochmal etwas verlängern kann.

    Ein stark bespieltes Blatt verformt sich naturgemäß und verkrümmt sich mit der Zeit entsprechend der Bahnkurve des Mundstücks.

    Die innere Spannkraft der Fasern wird schlechter, der Ton vermatschter....und irgenwann ist Schluss.

    Die üblich empfohlene Lagerung , eingespannt auf einer planen Fläche (Glas, Reedquards) ist schon mal gut, aber aus meiner Sicht noch nicht das Optimale.

    Ich spanne das noch leicht feuchte Blatt auch im absolut planen Reedquard ein, unterlege aber am Blattende zusätzlich noch etwas um eine leichte Keilwirkung zu erreichen, bzw. bei der Lagerung mit vollständiger Austrocknung eine Gegenspannung aufzubauen, die die Blattspitze...bzw. den vorderen Bereich des Blattes wieder einigermassen entkrümmt.

    Meistens schiebe ich dazu einfach ein Büroklammer oder besser einen Plastikstreifen von einem Schnellhefter (doppelt genommen) unter das Blattende...und je nachdem wie weit man diese Verkeilung drunter schiebt, desto grösser oder schwächer wird die Gegenspannung im vorderen Bereich des Blattes.

    Sicherlich kommen da jetzt gleich wieder Gegenargumente und wenn und aber.....aber ich mach eben schon immer und lange Dinge, die für mich speziell einfach gut funktionieren....und nur das ist das Entscheidende.

    Wenn man sich auch etwas intensiver mit der Blattbearbeitung befasst, kann man sich auch wunderbar aus ausrangierten Tenorblättern noch bestens funtionierende Alto-Blätter basteln.

    Kostet natürlich Zeit und macht auch etwas Aufwand.....aber wenn man nun mal bekloppt ist, macht das Ergebnis sogar auch noch Spass.

    Gr Wuffy
     
    Zuletzt bearbeitet: 5.Juli.2019
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  3. Atkins

    Atkins Ist fast schon zuhause hier

    Ja, das kenne ich auch, und wenn es mal schnell gehen muss, weil das Blatt aktuell etwas schlapp macht, womöglich bei einem Auftritt ( worst case, ist ja eher unwahrscheinlich bei bisschen Vorbereitung) kann man auch kurz eine Scheckkarte oder Ähnliches zwischen Blatt und Mundstück schieben und die Krümmung damit etwas positiv beeinflussen. Das klappt, ist aber eher als Notlösung zu sehen.
     
  4. saxhornet

    saxhornet Experte

    Wenn das Mundstück beim Tisch konkav ist, sollte das nicht so ein Problem sein. Wenn aber der Tisch plan ist, ist der Reedgeek wirklich eine Hilfe.
     
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  5. ToMu

    ToMu Strebt nach Höherem

    durchaus interessant:
    in der regel sind die drehstähleROHLINGE im 90 grad winkel. wenn ich diesen winkel verlasse werde ich natürlich "schärfer"
     
  6. saxhornet

    saxhornet Experte

    Ja, Gegenargumente kommen. Ich habe das mal aus Neugier gemacht mit einigen Blättern, nachdem du davon erzählt hast und es genauso gemacht wie Du hier dargestellt hast. Alle Blätter, mit denen ich das gemacht habe, waren danach deutlich schlechter als vorher bis hin zu nicht mehr spielbar. Was eigentlich auch klar ist, denn wenn ein Blatt sich bereits in die eine Richtung etwas verzogen hat und ich lagere es jetzt so, daß es in die andere Richtung verbogen wird, verlängert und verbessert es nicht die Flexibilität des Blattes, sondern beschleunigt das "Ausleiern" der Fasern, das Schwingungsverhalten kann sich so verschlechtern. Aber auch bei neuen Blättern waren die Ergebnisse eher negativ, ich habe von diesen Blättern nachher alle entsorgen müssen, viel schneller als sonst. HInzu kommt, daß man im Einspielprozess oft sogar will, daß sich das Blatt etwas mehr an die Bahn anpasst, wenn man nicht schon mit einem viel zu leichtem Blatt an den Start geht.
     
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  7. xcielo

    xcielo Gehört zum Inventar

    Claro ;-)

    Ich habe festgestellt, dass die Methode ganz gut funktioniert, aber nur für eine gewisse Spielzeit, und diese verringert sich rapide mit dem Alter der Blätter, so dass für mich, und ich betone für mich, sich das nicht durchgesetzt hat.

    Gruß,
    Otfried
     
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  8. Sebastian

    Sebastian Ist fast schon zuhause hier

    Korinthe: Es ist ja nicht meine Übersicht; Es ist die von Vandoren, zu der Rigotti eigene Elemente hinzugefügt hat.
    Zu der Frage findet sich hier was: https://10mfan.com/reeds/ und https://10mfan.com/tenor-saxophone-mouthpieces/ (dort ganz unten)
    Es kommt verkomplizierend hinzu, dass die hell/dunkel-Frage nicht nur vom Blattprofil, sondern auch von der Stärke abhängt. Auf meinem 5er Meyer klingt ein 2er Vandoren classic für mich heller als ein 3er Java (weil es zu leicht ist).
     
  9. Nemesis

    Nemesis Ist fast schon zuhause hier

    Eine höchst angenehme Art von Beklopptheit! :joyful::thumbsup:

    LG Nem
     
  10. Atkins

    Atkins Ist fast schon zuhause hier

    Iwie ja auch lustig....der Eine (Wuffy) macht etwas mit den Blättern, was ihm total gut gefällt und sein sound gehört ja hier mit zum Feinsten und jemand anders sagt, (seinen sound kenne ich nicht) dass das alles völliger Unsinn ist und die Blätter danach alle schrottreif sind.
    Das muss man erstmal verstehen oder auch nicht. Keine Ahnung, was da nun annähernd richtig ist. Aus eigener Erfahrung mache ich es ja ähnlich wie Wuffy, aber nur selten.
     
  11. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Die Blätter sterben nach der Bearbeitung schneller, das empfinde nicht nur ich genauso.

    Many former students referred to Allard as a "reed wizard"; he seemed able to make virtually any reed better with a few well-placed strokes of the reed knife. One student fondly recalls, "He'd be talking to me, telling me Toscanini stories, and the shavings would be flying. He'd give me back the reed and whatever reed it was would instantly be magic; it would just play."150

    One student indicated that the reeds Allard worked on would often not last very long.

    I realized that he learned to do this for situations that demanded immediate attention. He'd be in the orchestra, and he needed something that worked right then and there. He developed the craft of fixing the reed right then for the immediacy of the situation.151

    http://www.joeallard.org/pedagogy.html

    Und jeder hat andere Vorstellungen und andere Erwartungen, wie es zu klingen hat, das sollte man auch nicht vergessen :)
     
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  12. Atkins

    Atkins Ist fast schon zuhause hier

    Ja, sie "sterben" schneller, aber tun es noch ne Weile ganz gut, so meine bescheidene Erfahrung.
     
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  13. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Der Eine ist Amateur, der Andere ist Profi....

    CzG

    Dreas
     
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  14. Atkins

    Atkins Ist fast schon zuhause hier

    Aha....und was sagt mir das??? angebliche Profimeinungen gehen mir ziemlich oft auf den Keks :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 5.Juli.2019
  15. vmaxmgn

    vmaxmgn Ist fast schon zuhause hier

    @Atkins ...sitzt du schon wieder vor einer Flasche Wein? ;) Ich habe mein Cutter verkauft, da er mir überhaupt nichts gebracht hat. Das Herz eines Blattes sitzt ja nicht umsonst da wo es sitzt. Und wenn man ein Zehntel weg schneidet, dann hört sich das Blatt anders an. Meinen Reedg. habe ich noch, aber es ist wie mit allem, man muss auch damit umgehen können.
     
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  16. Atkins

    Atkins Ist fast schon zuhause hier

    Was ist das denn für ne Antwort? Ist ja gut, wenn du deinen Cutter verkauft hast,wenn du ihn nicht benötigst. Ich benutze meinen gelegentlich ganz gerne. Und ja, natürlich ist es wie mit allem...ist hinlänglich bekannt :)
    Ein etwas älteres Blatt kann durch 1 10tel mm durchaus noch gut klingen...so jedenfalls meine Erfahrungen, die ich nicht verallgemeinere, aber für mich schon stimmig sind.
    Ist mir ziemlich egal, was für eine Meinung ein angeblicher Profi dazu hat.....der hat sicherlich ganz andere Voraussetzungen als ich.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5.Juli.2019
  17. ppue

    ppue Experte

    Ich habe mein Schweizer Taschenmesser.

    Wenn ein Blatt zu unflexibel (zu schwer spielbar) ist, wird es mit senkrecht stehender Klinge auf einem planen Untergrund abgeschabt. Nicht am Herz, sondern im vorderen Bereich und an den Seiten. Ich kontrolliere nach jedem Schaben die Spielbarkeit und halte das Blatt ohne Ligatur nur mit dem rechten Daumen am Mundstück. Die Töne der linken Hand reichen mir zur Kontrolle. Jedes mal wieder die Ligatur anzubringen würde mich nerven.

    Ich kann dann mit der flachen Klinge das Blatt von der Unterseite etwas quetschen und glätten. Es spielt dann sehr charming los, aber der Flirt hält nicht lange an. Mein Blatt ist gut, wenn es mir anfangs etwas zu schwer ist, ansonsten hält die Freundschaft nicht lange.
     
  18. Huuuup

    Huuuup Ist fast schon zuhause hier

    Klasse,ich lach mich schlapp was hier für ein Blätteraufwand betrieben wird. Schaben,feilen,sägen voodoo und was weiß weis ich noh.
    Ich schnall meine Blätter drauf und spiel einfach. Die meisten funktionieren. Und die paar die es nicht tun kommen in die Schublade für irgendwann mal
     
  19. ToMu

    ToMu Strebt nach Höherem

    wichtig ist und bleibt, dass sich leute, die sich mit blattbearbeitung NICHT beschäftigen viel dazu schreiben.
    Das ist salz in der suppe.
     
  20. Bambusbläser

    Bambusbläser Ist fast schon zuhause hier

    Statt Scheckkarte geht auch ein altes breiteres Blatt dazwischen zu schieben( zB. Bari bei Tenor-MP ). Hat den Vorteil, dass das schlappe Blatt nicht punktuell sondern kontinuierlich gebogen wird.
     
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