Erfahrungen zu Meyer Alto made by Theo Wanne?

Dieses Thema im Forum "Mundstücke / Blätter" wurde erstellt von holgi1964, 22.Juli.2026.

  1. ppue

    ppue Mod Experte

    Ja, das Cafe ist das Ausgeglichenste und man merkt, dass du dich wohl fühlst da drauf.

    Nun kommt es ein wenig auf den Zweck an. Ich spiele in aller Regel unverstärkt und gerne mit unserem Orchester, über das ich auch gerne drüberblase. Ich brauche also Durchsetzungskraft, und die bringt das Tho Wanne mit. Dazu kommt, ich bekäme beim New York keine Höhen hinzugezaubert, könnte die Höhen beim Theo Wanne aber mühelos dämpfen.

    So bleibt das immer eine ganz individuelle Sache.
     
  2. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ich wundere mich, wie Du aus ein paar Tonschnipseln ableiten kannst, wie sich die Mundstücke in anderen Situationen verhalten.

    Die Anforderung, über 20 vor sich hin bratzende andere Instrumente drüber zu spielen, kenne ich sehr gut.
    Das Mundstück in meinem Fundus, mit dem das wegen „Schärfe“ gut ginge, wird ganz schnell unangenehm zu spielen, wenn ich es im Satz bändigen muss.

    Ein dem MPC Café vergleichbares Morgan (ebenfalls von Erik Greiffenhagen) lässt sich dagegen sehr gut klanglich und dynamisch formen.
    Wenn ich es pushe, hört mich jeder. Garantiert. Wenn nicht, brummle ich damit schön die Harmoniestimme, ohne aufzufallen.
     
  3. saxy-gunnar

    saxy-gunnar Schaut nur mal vorbei

    Naja, generell hat man ja zwei Parameter: Mehr Schärfe und/oder mehr Lautstärke

    Für mich ist das MPC 6er für Lead Alto in der Big Band die untere Grenze und dann muss man schon Gas geben, wenn das Blech richtig Stoff gibt.

    Da ist dann ne 7er oder 8er Bahn einfacher für die Lautstärke. Ich experimentiere auch für diesen Fall mit einem Vandoren V16 S+ 6 was etwas schärfer ist durch kleinere Kammer. Das würde ich dem Meyer TW klar vorziehen.

    Ich kenne genug Spieler die zwar gut zu hören sind aber klanglich (für mich) und intonationsmäßig eine Katastrophe…

    PS: Mein hohes E bei Hay Burner stimmt auf alles drei verglichenen Mundstücken eher bescheiden Liegt also an mir…
     
  4. ppue

    ppue Mod Experte

    Um mich durchzusetzen, brauche ich Höhen und hohe Mitten. Das liefert das erste Mundstück definitiv nicht.

    Ich wollte ja nur darstellen, dass verschiedene Spieler ganz verschiedene Ansprüche haben, insbesondere, wenn man einen Studiomusiker mit einem Bühnenkünstler vergleicht, der akustisch ein paar hundert Leute versorgen muss. Und da kann man die Mundstücke klanglich zumindest sortieren.

    Klanglich läge mir das Cafe wohl am nächsten, da es Potential in allen Frequenzbereichen mitbringt. Das heißt nicht, dass mir das Mundstück liegen würde, aber seine Anlage kann ich gerade aus Tonschnipseln besser heraushören, als aus längeren Passagen in verschiedenen Dateien.

    Es geht bei allen Mundstücken immer um Frequenzbereiche und deren Lautstärkeanteil. Das ist recht einfach einzuschätzen.
     
  5. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    So, wie es in dem Tonschnipsel in ein Mikro gespielt wurde.

    Ich will eigentlich nur vorsichtig andeuten, dass insbesondere die besseren Designs sehr wandlungsfähig sein können und ich zumindest von einem Tonschnipsel wie den vorliegenden nicht ableiten wollen würde, wie sich das Mauspiess in Grenzbereichen verhält.

    Aber vielleicht kannst Du das ja. ;)
     
  6. ppue

    ppue Mod Experte

    Na, das dumpfe Mundstück wird auch bei großer Lautstärke nicht seine physikalischen Eigenschaften um kehren. Ich kenne das zumindest von Mundstücken nicht.

    Mir geht es da immer um den Obertonanteil, schrieb ich ja schon. Einem dumpfen Klang kann ich nur mit Mühe Obertöne beibringen. Ein Mundstück, was schreit, kann ich zu einem guten Teil frequenzbändigen.
     
  7. saxy-gunnar

    saxy-gunnar Schaut nur mal vorbei

    Und hier noch ein paar Beobachtungen zum Thema wie gerade ist die Bahnauflage und wie gut funktioniert der Plopptest:

    Ich habe die drei diskutierten Mundstücke plus noch zwei weitere Meyers aus meiner Sammlung probiert. Um zu überprüfen wie gerade die Bahnauflage ist, habe ich das Mundstück auf mein Smartphone gelegt, zur visuellen Überprüfung gegen das Licht gehalten und getestet ob es auf dem Smartphone wackelt. Plopptest mit dem identischem Blatt aus den Spieltests.
    • Meyer 6 New York: Bahn ist konkav und Mundstück wackelt auch etwas seitlich. Plopptest relativ schlecht und das schlechteste im Plopptest.
    • Meyer 6 Theo Wanne: Bahn ist perfekt gerade. Plopptest gut.
    • Mouthpiece Cafe 6: Bahn ist perfekt gerade. Plopptest sehr gut.
    • Meyer 7 (vor TW, sehr viel gespielt): Bahn ist konkav und Mundstück wackelt minimal seitlich. Plopptest perfekt.
    • Meyer 8 (vor TW, viel gespielt): Bahn ist konkav, aber Mundstück wackelt nicht seitlich. Plopptest perfekt.
     
  8. ppue

    ppue Mod Experte

    Zum Testen von Tisch und Bahn, Mundstück leicht befeuchten und von unten unter eine Glasplatte drücken. An den dunklen Flächen liegt das Mundstück an. Beim Abrollen über die Rails sollten rechts und links gleichmäßig parallel Punkte nach oben wandern.
     
  9. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich sehe das wie @Silver: Eine Vorhersage zum Verhalten in der tatsächlichen Live-Situtation kann man aus dem trockenen Proberaum- oder Mikroklang nur annähern treffen, aber auch gewaltig daneben liegen. Natürlich ist ein Mundstück, dass im Übezimmer schon die Kreissäge auspackt, dass einem die Ohren klingeln, wahrscheinlich auch auf der lauten Bühne zu hören. Ob man ein Mundstück in großer Umgebungslautstärke gut hört, ist die eine Frage. Wie es sich dann anhört ist eine ganz andere Frage und das kann man meines Erachtens nur durch Testen rausbekommen.

    Ich hatte schon Mundstücke, die sich im Proberaum extrem fett anhören und in einer lauten akustischen Band gnadenlos verhungern, weil man sie zwar hört, aber nur schrill und dünn. Klar kann sich ein kreischendes Kleinkind gehör verschaffen, aber wenn man einen brüllenden Löwen oder Bären wollte, ist das eher enttäuschend. ;)

    Und mein bestes Tenor-Mundstück für laute Big-Bands ist für mich persönlich ein Philtone Sapphire, das eher für seinen ausgeglichenen balladigen Sound geschätzt wird. Gegen eine laute Band geht es aber ohne viel Anstrengung unerwartet laut und hat auch in der Lautstärke einen satten, klassischen Jazzton. Im Kämmerchen hätte ich das nicht vorhergesagt und würde es immer wieder aufs Neue falsch einschätzen.
     
    Sax a`la carte und Silver gefällt das.
  10. ppue

    ppue Mod Experte

    Balladig ist nun kein guter Begrif für einen Sound. Da kann ich nichts mit anfangen. Dass man ein lautes Mundstück leise spielen kann, ist mir bekannt. Aber auch bei einer nah aufgenommenen, leisen Aufnahme, kann ich in etwa abschätzen, wie sich das Mundstück in laut verhält, außer, du dämpfst das Blatt ab.

    Wie schon geschrieben, kann ich dumpfer spielen, Ich kann aber nur marginal die oberen Teiltöne stärker herauskitzeln. Obere Mitten gehen lassen sich noch einigermaßen besser mit einem extrem tiefen Pitchsenter darstellen. Das hilft mitunter, sich akustisch zu behaupten. Das Blatt schwingt dann sehr, sehr frei.

    Löwen- und Bärenklänge werden in aller Regel zu großen Teilen durch die Band verdeckt. Fett hilft dir in den meisten Bands nicht weiter, außer, du bist einfach laut.
     
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  11. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Vielleicht ist das der Punkt, das "einfach laut" sein. Es gibt Mundstücke, die sind nicht unbedingt viel lauter als andere, aber sehr projektionsstark durch bestimmte Frequenzen, die sie bedienen. Meistens hat das eine gewisse Schrillheit und Härte. Das funktioniert gut im Rock oder Funk. Wenn man im Jazz so projiziert, klingt es schnell weniger hübsch für meine Ohren, es klingt dann aufdringlich und anämisch. Ist natürlich Geschmacksache.

    Und dann gibt es Mundstücke, die projizieren sehr viel ausgeglichener. Vielleicht gehen sie einfach besonders laut mit dem gesamten Spektrum, oder es sind einfach freundlichere Frequenzen, die da die Arbeit machen. Es klingt dann eher kraftvoll und geht nicht unter. Ich kann es nicht beantworten woran es liegt, nur davon berichten. Und mein Sapphire ist halt so eines.

    Das mit dem "balladigen" kommt nicht von mir. Aber das Mundstück klingt voll, rund, ausgewogen und ohne besondere Spitzen oder Bratzigkeit. Ich bleibe dabei, man würde die Projektionsstärke im Wohnzimmer nicht vorhersagen - korrigiere, ich würde sie nicht vorhersagen. Ich kann da jedes Mundstück so laut spielen, dass es viel zu laut wird. Aber in großer Lautstärke ist es immer noch mal komplett anders. Ich will nicht unterstellen, dass du mit jahrzehntelanger Bühnenerfahrung und einem mächtigen Altosound das nicht Voraushören und beurteilen kannst. Nur ist es meines Erachtens mit den Höhen und Hochmitten alleine nicht getan mit der Vorhersage.
     
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