Ergonomie Vintage / Modern

Dieses Thema im Forum "Saxophone" wurde erstellt von Alexander, 7.Mai.2022.

  1. Alexander

    Alexander Ist fast schon zuhause hier

    Ich wurde ja mehr oder weniger auf alten Hörnern "sozialisiert". Orsi, Weltklang.... Tenor und Alt.
    Jetzt habe ich ja noch ein "modernes" Alt, Roy Benson, wohl eine exakte Yamaha Kopie. Eigentlich alles gut.
    Aber.... Die Ergonomie für den kleinen Kleinen Finger links ist meiner Meinung nach übel. Bei den "alten" muss ich deutlich weniger die Knochen verrenken. Wie geht das Euch?
     
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  2. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Für mich ist ein olles Buescher truetone von 1920 bequemer zu spielen als ein Yamaha yas62 oder selmer mk vii aus den 80igern. Zumindest was die Mechanik angeht. Für die korrekte Intonation muss ich auf dem TT mehr arbeiten.
     
  3. ilikestitt

    ilikestitt Ist fast schon zuhause hier

    Hängt für mich individuell vom Horn ab, es gibt neue und alte Kannen wo ich mich wohlfühle und welche wo ich mich nicht wohlfühle. Vermutlich hängt das auch stark mit der Handgrösse zusammen.
     
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  4. tomaso

    tomaso Strebt nach Höherem

    Dann wohl eher doch nicht.:-?
     
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  5. Alexander

    Alexander Ist fast schon zuhause hier

    Ich weiß nicht, welches Horn Dirko Juchem im Buch benutzt, aber auch das sieht exakt wie das Roy Benson aus. H und B finde ich schwierig. Bei den alten empfinde ich das wesentlich einfacher
     
  6. OnkelSax

    OnkelSax Ist fast schon zuhause hier

    Dirko spielt m.W. Jupiter.
     
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  7. tomaso

    tomaso Strebt nach Höherem

    Zumindest gab es auch eine Stick-signierte " Dirko Juchem"- Special Edition ..mein erster Sax :rolleyes:.

    PICT0372.JPG PICT0373.1.jpg
     
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  8. heinz

    heinz Kann einfach nicht wegbleiben

    umgekehrt.
     
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  9. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Früher gab es auch schnellere und weniger schnelle Hörner.
    Ich hatte von @Sandsax ein Transitional Conn Alto, das war unglaublich schnell.
    Bei 97% von, was ich gespielt hab, hatte ich nicht mehr Probleme als mit einem modernen (Selmer-) Alto, eher im Gegenteil.
    Die restlichen 3% waren annähernd für mich kaum (oder möglicherweise nur wenn ich längere Zeit ausschließlich mit diesem Saxophon verbracht hätte) zu spielen auf der alten Hupe.
    Ich hab aber auch kein Problem mit Inline, liegt vielleicht an meinen relativ kleinen Händen.
     
  10. Silver

    Silver Ist fast schon zuhause hier

    Ich glaube, das liegt nicht an der Handgrösse.
    Meine sind eher im Format „Klodeckel“ und das Transitional, das ich ja auch kenne, war auf jeden Fall schnell.

    Meiner Meinung nach liegt es vor allem am Design und nicht am Alter: Wie lang sind die Hebel und damit die Wege, die die Fingerspitze beim Öfnnen/Schließen gehen muss, wie schwer und/oder steif ist die bewegte Mechanik, wie sind die Federkräfte insbesondere wenn Kopplungen mit bedient werden (linke Hand!) und wie ist das Verhältnis von Tonlochrand / Polsterdicke / Polsterhärte was für das auf/zu Gefühl ausschlaggebend ist.

    Mein „schnellstes“ Horn ist mein 10M (inline).
    Mein bequemstes Horn mein Mark VI (offline).
    Das BA (inline), das ich von Dir gekauft habe, liegt dazwischen.
    Ein Keilwerth ToneKing von 1959 (inline) hat mir ein Überbein beschert.
    Ein Selmer Serie III erinnere ich als ähnlich zum MK VI, etwas weniger „akut“.
    Das Purple Logo, das Du mir abgekauft hast, war in jeder Hinsicht „neutral“.
    Ein Rampone R1, das ich gerade zur Ansicht hatte, fühlte sich dagegen eher behäbig an und hätte für mich leicht modifiziert werden müssen.
    Behäbig ist auch das Wort, das mir zu verschiedenen Mauriat, System 54 usw. einfällt, die ich ausprobiert habe.

    Nur die Yanagisawa Tenöre, die ich in der Hand hatte fühlten sich aus der Erinnerung (länger her) für meine Pfoten zu zierlich an.

    An den „old school“ Kleinfingertisch vom Conn und anderen kann/muss man sich gewöhnen und natürlich ist das alles immer auch eine Frage, wie die Hupe eingestellt ist.

    Irgendwie zusammengestümpert fühlt sich das schnellste Horn wie ein Klumpen Lehm an.
     
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  11. Alexander

    Alexander Ist fast schon zuhause hier

    Habe mir das nochmal angeschaut. Da ich nur mit den old school Kannen begonnen habe, halte ich die linke Hand im rechten Winkel zum Korpus. Bei dem modernen muss ich das Ding schräg von oben halten, sonst passen weder Oktavklappe noch Tisch. Bei meinen alten Tenören ist der Abstand G (linker Ringfinger) und H kleiner, als bei dem modernen Alt. Ist wohl ne Sache der ersten Schulung.
     
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  12. Feuerstreuer

    Feuerstreuer Ist fast schon zuhause hier

    Vielleicht etwas Offtopic:


    mein Buffet 400 (Bari) mit extrem weicher Mechanik ist nach 7 Jahren immer noch dicht und sauschnell - schneller als mein Toneking (Tenor)

    keine Ahnung wie das geht aber es läuft so super, vor allen in den Kopplungen. Selbst die Becherklappen, die echt extrem nachschwingen und rumwabbeln, laufen gut. Ich in große Fan.

    Wenn diese Mechanik noch stabiler wäre und fest schließen würde, wäre das Horn eine Rakete. Vielleicht sind die ThomannBariPro fester gebaut (sind ja fast baugleich)
     
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  13. Texteditor

    Texteditor Ist fast schon zuhause hier

    Es keine gute oder schlechte Ergonomie bei einem Saxophon. Es gibt immer nur eine gut oder schlecht zusammenpassende Kombi aus Spieler und Instrument.
    Was A grausam findet,findet B grandios.
    Wie auch bei Blättern,Mundstücken,Blattschrauben ,Saxophonen und sogar Lehrern.
    Was bei A passt,passt noch lange nicht bei B
     
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  14. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Das wird sicher für den Randbereich gelten. "Normale" Menschen werden mit "normalen" Saxophonen in einem weiten Bereich gut zurechtkommen. Ich bin von den körperlichen Proportionen ein sehr normaler Mensch, und ich hatte noch kein Sax in der Hand, bei dem ich auch nur irgendwie Schwierigkeiten mit der Ergonomie hatte. Abgesehen von einer etwas kantigen Drückergestaltung bei einem Buescher.
    Mein Erfahrungsbereich erstreckt sich von Gegenwart bis in die 1950er - also die wirklich alten Geräte kenne ich nicht, halte ich aber auch nicht mehr für annähernd normal.
     
  15. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Mit geht es eher umgekehrt. Ich bin die schrulligen Mechaniken der ollen Kannen von vor 1950/60 gewohnt. Eine moderne Mechanik fühlt sich für mich unbequem an und ich brauche da sehr lange mich zurecht zu finden. Und es gibt in beiden Generationen Modelle, die passen besser, andere nicht so, meistens in dem palm-keys, die nicht da sind, wo meine finger sie suchen, und der Tisch linker kleiner Finger.
     
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  16. RuhrpottSaxer

    RuhrpottSaxer Schaut öfter mal vorbei

    Zur Ergonomie habe ich mal eine Frage an die Erfahrenen hier: seit einigen Wochen habe ich immer wieder Schmerzen in der rechten Hand, zwischen den Grundgelenken von Zeige- und Mittelfinger. Häufig dann, wenn ich am Wochenende mal länger als eineinhalb Stunden geübt habe.

    Zuerst schrieb ich das dem Home Office und der Mausbenutzung zu. Doch jetzt habe ich hier darüber gelesen, dass es bei Inline-Bauweisen wie bei meinem Toneking Special gerne zu ähnlichen Problemen kommen kann.

    Gestern war es leider so schlimm, dass ich das Saxophon gar nicht anfassen konnte... Mein üblicher Spielumfang: viermal pro Woche, jeweils rund 60 bis 80 Minuten.

    Vielleicht habt ihr einen Tipp durch ähnliche Erfahrungen...

    Viele Grüße,

    Tobias
     
  17. Silver

    Silver Ist fast schon zuhause hier

    @RuhrpottSaxer
    Weil ja jeder Jeck anners ist, habe ich mir das Keilwerth-Überbein am Handgelenk der linken Hand erspielt.
    Mein Conn spiele ich dagegen 7 Tage die Woche 1-2 Stunden im Schnitt ohne jedes orthopädische Problem.

    Es kommt unter anderem auch darauf an, wie man das jeweilige Horn hält.
    Zwischen senkrecht vor dem Bauch bis diagonal seitlich an der Hüfte gibt es ja allerlei Vorlieben.

    Ausgangspunkt bei den älteren Mechaniken (die meist Inline sind) ist der linke Daumen, der auf 12 - 14 Uhr zeigen sollte während die modernen für 13 - 15 Uhr ausgelegt sind. Handgelenke gerade oder nach innen gewinkelt und die Finger auf die Taster.
    Dann noch den rechten Daumen so hinlegen, dass die Fingerspitzen im „Bierflaschengriff“ auf den Tastern zu liegen kommen. Das kann schon mal ganz woanders sein, nicht am original Daumenhaken. Den kann man bei Bedarf ablöten, versetzen oder durch was Ergonomisches ersetzen lassen.

    Your mileage may vary.
     
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  18. Kristina Bossanova

    Kristina Bossanova Ist fast schon zuhause hier

    Ich spiel grad ein Martin Indiana was ich von meinem Saxophonbauer nachgeschmissen gekriegt habe, ich fand moderne Saxophone immer bequemer, am bequemsten fand ich mein BA. Beim Martin musste ich mir angewöhnen auf meinen rechten Daumen zu achten dass die Gelenke stabil bleiben und nicht durchgedrückt werden.

    Generell habe ich aber ein Problem mit meiner rechten Hand, die ist oft zu angespannt und selbst weg vom Saxophon habe ich die Tendenz die zur Faust zusammenzuballen wenn mich was stresst.

    Ich glaube die Hauptsache ist dass man drauf achtet nur die notwendige Grundspannung in den Händen zu haben, wenige Leute üben das oder reden drüber, ja und ich übe auch die Finger nah am Horn zu halten Coltrane hat das Archie Shepp auch empfohlen und er ist schon ein Prophet des Saxophons und der frühere Prophet Charlie Parker hat auch seine Finger nah am Horn gehabt.

    Klar es gibt auch Leute wie Charlie Rouse (und so weiter) die das nicht machen und trotzdem super spielen, ich glaube es ist aber trotzdem sinnvoll. Wenn man anfängt Schmerzen vom Spielen zu haben ist das häufiger ein Ergebnis von mangelner Achsamkeit beim Üben.

    Das ganze Konzept ist sich anzugewöhnen aufmerksam zu sein, eben über die Beschäftigung mit dem Körper, wenn man bei der Sache ist schwingt es angenehm und die Zuhörer bleiben auch bei der Sache.

    Aber ja manche Hörner sind bequemer als andere, die machen weniger Arbeit.
     
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  19. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Genausowenig wie der Tennisschläger für den Tennisarm kann, kann das Inline-Horn für Beschwerden.

    2 Möglichkeiten: Zum Arzt, behandeln lassen. Das wird die Beschwerden wegbringen, nicht aber das grundsätzliche Problem lösen, darüber nachdenken zu müssen, was denn die Beschwerden auslöst.
    Die Möglichkeit, darüber nachzudenken, ist die aufwändigere. Eventuell benötigt man dazu auch fachkundigen Rat (AlexandertrainerIn, Feldenkrais etc.) Das ist zugegebenermaßen langwierig und auch teurer.

    Cheers, Ton
     
  20. Kristina Bossanova

    Kristina Bossanova Ist fast schon zuhause hier

    Ich bin auch der Meinung, dass man sich selber helfen kann wenn man aufmerksam und geduldig ist, dass ist über das Saxophon spielen hinaus auch sehr nützlich. Vielleicht lernt man dann etwas was viel beeindruckender ist als irgendeine Etüde oder ein Lied.

    Außerdem ist das immer umsonst!
     
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