Lohnt sich ein mittelpreisiges Saxophon?

Dieses Thema im Forum "Saxophone" wurde erstellt von Saxoryx, 28.Mai.2021.

  1. Saxoryx

    Saxoryx Strebt nach Höherem

    Ist es sinnvoll, ein Saxophon im mittleren Preisbereich zu kaufen? Reicht nicht ein Schülersaxophon, und wenn man dann ein Upgrade machen möchte, geht man gleich in den Pro-Bereich?



    Nach diesem Video habe ich gleich mit einem Intermediate-Sax angefangen, nämlich mit meinem Buffet 400 Alto, das ich immer noch liebe. Was Jim hier sagt, nämlich dass es „bold“ ist, kann ich nur bestätigen. Und ich habe es damals – obwohl es neu war – zu dem unglaublichen Preis von 650€ bekommen. Zu dem Preis habe ich es neu später nirgendwo mehr gesehen. Ich würde meins glaube ich nie verkaufen, aber wenn man ein gutes gebrauchtes irgendwo findet, ohne dass gleich eine GÜ fällig ist, würde ich das Horn durchaus empfehlen.

    Also für mich war es ein Schnäppchen. Ein Intermediate-Saxophon zu einem Preis, zu dem man noch nicht einmal die meisten Schülersaxophone bekommt. Jedenfalls kein gutes. Ich habe bis heute das Gefühl, das Horn ist unterbewertet. Da bekommt man sehr viel Sax für vergleichsweise wenig Geld.

    Aber auch da kommt es sicher auf jedes einzelne Instrument an. Mir kommt es so vor, als hätte ich ein sehr gutes erwischt. Die Federspannung war am Anfang für mich als Anfängerin etwas zu hoch, aber das wurde dann in Südafrika eingestellt, als ich kurz nach dem Kauf dort war und das Horn zum Saxdoc gebracht habe, und seither spielt es sich wie Butter.

    Das Conn-Selmer 380, das hier in dem Video als Alto gezeigt wird, würde mich als Tenor reizen. Immer, wenn ich es mit anderen Saxen zum Vergleich höre, gefällt mir der Sound des 380, auch hier als Alto, aber speziell als Tenor.

    Da Jim diese Saxophone nicht verkauft, spricht er natürlich auch nicht darüber, aber ich würde zu den Intermediate-Saxophonen gern noch diese hinzufügen:



    Ich habe es als BPL, also schwarz verschromt (https://www.hieber-lindberg.de/Expression-A-318-BPL-Altsaxophon-Messing-schwarz-384928.html). Das ist ein tolles Horn, kann ich nur sagen. :) Seit ich es habe, habe ich es fast ausschließlich gespielt. Für die Klassik habe ich jetzt mein Thomann rausgeholt, was natürlich auch in diese Kategorie fällt:

    Mark IV Alt ganz.png
    https://www.thomann.de/de/thomann_mk_iv_handmade_alto_sax.htm

    Für Klassik ein tolles Horn, aber eher „zart“ verglichen mit dem Expression oder gar dem Buffet, wo einen der Ton fast von selbst wegbläst. :) Mit dem Originalbogen hat das Thomann einen großen Blaswiderstand. Die Mechanik ist allerdings sehr leichtgängig und beispielsweise für Anfänger weit besser geeignet (von meinem persönlichen Eindruck her) als beispielsweise das Buffet.

    Mit einem S-Bogen von Yamaha, der super darauf passt, bläst sich auch das Thomann sehr frei und hat auch keinen so „zarten“ Klang mehr. Da fetzt es ziemlich. Deshalb nehme ich den für Klassik lieber nicht. :) Es ist also durchaus dazu in der Lage, sein eher sanftes Image zu ändern.

    Ich habe natürlich keinen Vergleich zu den sogenannten Schülersaxophonen, die ich nie geblasen habe (bis auf mein Jinbao Straight Alto, das auf seine Art auch toll ist, aber man merkt es vor allem an der Mechanik, dass es ein sehr billiges Saxophon ist. Obwohl es sich gut spielt und auch erstaunlich gut klingt), aber ich würde sagen, es lohnt sich, ein Intermediate-Saxophon zu spielen. Es ist nicht so teuer wie ein Profi-Saxophon, hat aber schon viele gute Eigenschaften, die man sonst eher an Pro-Saxophonen findet. Um zu beurteilen und zu wissen, was einem Intermediate-Saxophon im Vergleich zu einem Profi-Saxophon fehlt, fehlt mir die Expertise. Aber dazu können sicherlich andere hier etwas sagen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28.Mai.2021
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  2. Feuerstreuer

    Feuerstreuer Ist fast schon zuhause hier

    Ich habe das 400er in Baritonformat und kann deine Aussage übers Alto auch fürs Bari bestätigen.

    ich habe es hier aus dem Forum für etwas über 2k€ und noch nichts vergleichbares gefunden.

    die Thomann pro Bari sind gleich gebaut und wirken gleichwertig bis auf wenige Details in welchen sie verbessert wirken.

    liegen allerdings mit 800€ mehr als ein 400er auch etwas höher im
    Preis.

    ich würde einem Anfänger nie ein Anfängerinstrument empfehlen.
    Meine Tochter hat zum Einstieg auch einen ordentlichen eBass für Kinder bekommen und das hat sich richtig bezahlt gemacht. Sie hat damit einen guten Klang von Anfang an und das spielt sich schön. Der doppelte Preis rentiert sich beim Verkauf nochmal.

    beim say sicherlich ähnlich…

    noch schlimmer sind die Einsteiger Mundstücke- aber da will ich gar nicht mit anfangen …
     
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  3. Atkins

    Atkins Ist fast schon zuhause hier

     
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  4. Saxoryx

    Saxoryx Strebt nach Höherem

    @Feuerstreuer Da muss man glaube ich auch wirklich unterscheiden. Beim Buffet war zum Beispiel ein Mundstück dabei, das ich bis heute nie spiele, das hätten sie auch weglassen können. Ich habe dann gleich mit einem Expression 4* angefangen, und das war gut so. Also muss man auf den Preis nochmal 40€ draufschlagen, die ich damals für das Mundstück ausgegeben habe.
     
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  5. Saxoryx

    Saxoryx Strebt nach Höherem

    Außer durch Jims Video wurde ich zu diesem Thread auch durch die Diskussion in dem anderen Thread, wo es um das YAS 380 ging (von dem ich vorher noch nie gehört hatte, aber das sagt natürlich nichts aus), angeregt. Dabei ist mir aufgefallen, dass es hier meist um die teuren Saxophone geht oder um Vintage-Saxophone und bei der Kaufberatung und den Anfängerfragen um die sogenannten Anfängersaxophone wie Yamaha 280, Jupiter oder auch die billigeren Saxophone von Thomann.

    Aber was ist, wenn man sich ein teures Selmer oder Profi-Yamaha oder Profi-Yanagisawa oder ein Keilwerth Shadow nicht leisten kann (oder will) und auch kein absolutes Billiginstrument will? Aber eine moderne Applikatur, nicht Vintage. Und nach dem ersten Schock, dass ein Saxophon so teuer ist, durchaus dazu bereit ist, bis zu 2.000€ auszugeben? Neu. Dazu findet man oft sehr wenig und muss es sich an allen möglichen Ecken zusammensuchen.
     
  6. visir

    visir Strebt nach Höherem

    Ein klassisches "kommt darauf an".

    Ein (vernünftiges) "Anfängerinstrument" kostet doch deutlich mehr als ein absolutes Billiginstrument - ?

    Das hatten wir gerade wieder einmal in einem anderen Thema: "moderne Applikatur" gibts seit -zig Jahren.

    Als Einstieg würde ich persönlich nie neu kaufen, aber das bin halt ich.
    Ansonsten bekommst du, was du zahlst. Ein Mittleres wird besser sein als ein Einsteigersax, und ein Teures besser als ein Mittleres, aber wieviel jeweils bzw. ob einem der Unterschied das wert ist, muss man selbst entscheiden.

    Ich spiele seit Anfang auf einem Hohner President - ich würde sagen, dass das Mittelklasse ist. Mir war es am Anfang weder zuviel noch zuwenig, und so ist es auch jetzt noch. Wobei ich jetzt auch noch Größenordnungen vom "Profi" entfernt bin... Leute, die das Instrument studieren, haben natürlich noch einmal ganz andere Ansprüche.
     
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  7. Saxoryx

    Saxoryx Strebt nach Höherem

    Man kann ja nicht alle Varianten erwähnen. Sonst würden speziell meine Posts noch länger, als sie es ohnehin schon sind. :) Also ein Yamaha 280, Anfängerinstrument, kein Billiginstrument. Ein gutes, solides Instrument, das man auch sein ganzes Leben lang spielen kann, wie es ja einige hier tun. Aber warum gibt es dann mittelpreisige Instrument, wenn ein 280 oder Jupiter 700 doch auch ein Leben lang reicht? Warum sollte dann irgendjemand ein mittelpreisiges Instrument kaufen? Ist doch völlig unsinnig. Denn es gibt solide Instrumente, die unter dem mittleren Niveau liegen. Also weg mit den mittelpreisigen Instrumenten vom Markt, die will keiner und braucht keiner?

    Polemisch und nicht wahr, ich weiß. Aber wenn man anfängt zu spielen, will man oft etwas Neues und auch etwas Gutes, ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Als Anfänger kann ich gebrauchte Instrumente nicht einschätzen, also kaufe ich neu, mit Garantie. Das war auch meine eigene Entscheidung. Ich konnte ja noch nicht mal einen einzigen Ton spielen, wie hätte ich da beurteilen sollen, ob ein gebrauchtes Saxophon in Ordnung ist? Also habe ich nach einem preiswerten neuen Instrument gesucht. Und glücklicherweise durch die Unterstützung hier im Forum (denn allein hätte ich ja überhaupt nicht gewusst, was ich kaufen soll, so ohne jede Erfahrung) dann das Buffet 400 gefunden, das mich sofort begeistert hat, als es dann per Post hier in Namibia ankam.

    Der Schock, das selbst ein Anfängerinstrument wie das Yamaha 280 1000€ oder mehr kosten sollte, hat mich auch getroffen. Ich kam vom Singen (Instrument = eigene Stimme, also völlig kostenlos) und vom Trompetespielen. Da hätte ich niemals 1000€ für ein Instrument ausgegeben, das war schon sehr teuer. Beim Saxophon sollte es gleich noch viel mehr sein, das war schon eine Herausforderung, fand ich. Dass ein Saxophon wesentlich komplizierter zu bauen ist, war mir schon klar, aber ich wusste ja nicht, ob ich auf die Dauer spielen würde. So was weiß man ja am Anfang nie. Also will man so wenig Geld wie möglich auf den Tisch legen und dafür aber etwas möglichst Gutes (Neues) bekommen. Vor allem, wenn man wie ich hier in der Diaspora lebt und das Saxophon dann auch nicht so einfach wieder verkaufen kann. Wer kauft hier schon Saxophone? Und wenn ich es nach Europa hätte schicken müssen zu einem Käufer, hätte mich der Transport mehr gekostet, als mich das Sax ursprünglich gekostet hatte. Hätte sich also nicht gelohnt.

    Immer diese Totschlagargumente. :) Klar gibt es das schon lange. Also wird dieser Post jetzt doch so lang, dass ihn niemand mehr liest (weil das unzumutbar ist), weil ich jedes Detail aufschlüsseln muss. Okay. Aber Du weißt doch, worum es geht. Mein Amati-Tenor ist ca. 50 Jahre alt, nicht Vintage, aber auch nicht gerade neu, und es hat keine sehr ergonomische Applikatur (außer für große Männerhände). Die fällt auch unter "modern", klar. Aber das kann man keinem Anfänger zumuten. Der verrenkt sich sofort die Finger und hört gleich wieder mit dem Spielen auf, weil das viel zu anstrengend ist und Schmerzen verursacht.
    Vielleicht hätte ich besser schreiben sollen: ergonomische Applikatur, und da hat sich, seit die Asiaten (die alle kleinere Hände haben) so viele Hörner produzieren, meines Erachtens eine Menge getan. Das sind zwar alles Selmer-Klone, aber nicht umsonst wird das Yanagisawa für Leute mit kleinen Händen empfohlen. Und speziell bei einem schweren und unhandlichen Tenor ist man doch sehr für jedes bisschen mehr Ergonomie dankbar. Dass ein Mann mit großen Händen (und viel Kraft) das eventuell nicht so sieht, ist mir auch klar, aber das sind für mich die Ausnahmen, nach denen sich die Applikatur nicht richten sollte. Sie sollte sich nach dem Durchschnitt richten. Außerdem sind Leute, die schon lange spielen, vieles gewöhnt und merken das gar nicht mehr. Als Anfänger merkt man jede Kleinigkeit, die einen behindert. Weil man sich ja auch noch selbst behindert. :)

    Weil Du Dich auskennst, kannst Du Dir diesen Luxus leisten. Wenn man Anfänger ist und sich nicht auskennt, kommt einen das zum Schluss eventuell sehr teuer, wenn man ein gebrauchtes Instrument kauft, das nicht in Ordnung ist, sich nicht spielen lässt, eine teure GÜ braucht usw. Denn man kann auch nicht davon ausgehen, dass jeder einen Saxophonisten mitnehmen kann, dass er überhaupt jemanden kennt, der Saxophon spielt oder überhaupt Musik macht, um das zu beurteilen. Oder man lebt irgendwo in einem saxfernen Land wie ich und hat gar keine andere Wahl, als etwas, ohne es ausprobieren zu können, gleich zu kaufen und sich zuschicken zu lassen. Gebraucht zu kaufen kann ein großer Luxus sein, den nicht jeder hat, das darf man nie vergessen. Das hatten wir ja in dem anderen, in dem Dankbarkeitsthread. In Deutschland ist das alles so selbstverständlich, dass man diesen Luxus hat, viele verschiedene Arten von Luxus, die man gar nicht mehr als Luxus empfindet, aber man darf nicht glauben, dass das überall so ist. In Deutschland ist man gerade in dieser Beziehung extrem privilegiert.

    Und wie soll man das entscheiden, wenn man noch nicht spielen kann, keine Informationen hat und einem alle nur sagen: Das musst Du selbst entscheiden? Ja, klar muss ich das entscheiden, aber wie, wenn ich keine Ahnung habe und auch niemanden kenne, der mir hilft? Was wäre da Dein Rat? Und was genau ist der Unterschied, den ich da bezahlen soll oder auch nicht? Bringt der mir was? Welches Instrument aus dem Segment würdest Du empfehlen? Gibt es eins, das alles hat, was man sich wünscht? Was sind die Unterschiede?

    Das sind natürlich rhetorische Fragen. Musst Du nicht beantworten. Aber wenn Du das so wegwerfend hinwirfst, bist Du Dir dann der Tragweite Deiner Aussage bewusst?

    Und das hast Du ganz zufällig gebraucht gekauft, ohne einen Ton spielen zu können und ohne das Instrument beurteilen zu können? Oder hat es jemand für Dich gekauft? Das ist doch der Knackpunkt. Wenn Du sagst "Von Anfang an", dann muss das doch jemand entschieden haben, weil Du es noch nicht konntest, weil Du noch gar nicht spielen konntest. Hat Dir das jemand einfach so in die Hand gedrückt, und zufällig war es dann bis heute das ideale Instrument für Dich? Das ist natürlich Glückssache. So wie ich mit meinem Buffet und dann auch mit meinem Expression Tenor. Aber so viel Glück hat nicht jeder.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28.Mai.2021
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  8. jensimaniac

    jensimaniac Kann einfach nicht wegbleiben

    Früher im Musikverein hatte ich ein geliehenes Keilwerth aus den 60ern und war tieftraurig,weil es schon so alt war. Ich habe es gespielt,wenig gepflegt und im Prinzip war es mir egal. Heute wäre ich eher stolz auf das alte Sax.
    Es gab damaks keine Internetforen, wo man sich Infos und Inspiration einholen konnte.
    (Ich hatte vielleicht ein Schätzchen im Saxkoffer und wusste es nicht)

    Vor ein paar Monaten, als Wiedereinsteiger nach 25 Jahren, habe ich mit Vernunft ein SchülerSax Yamaha YTS280 gekauft. Und wäre ohne Inspiration/Verlockung durchs Internet bis an mein Lebensende
    glücklich damit gewesen. Im Prinzip hat es alles, was man/ich brauche und für mein musikalisches Niveau wird es wahrscheinlich ausreichen.

    Nun liest man sich in die Materie ein,weil man heute durchs Web viel leichter an Infos kommt,
    beschäftigt sich damit und irgendwie will man dann mehr. Die Hemmschwelle sinkt und schwupps kauft man sich ein "höheres" Instrument, obwohl man es niveautechnisch eigentlich nicht braucht.

    Moral von der Geschicht: Hätte ich gleich das höhere Sax gekauft, hätte ich das Geld für das Schülersax gespart.

    Weil ich aber auch gerne das kleinere Sax spiele, auch um das andere zu schonen, und weil ich vielleicht etwas exzentrisch (oder doof?) bin, habe ich innerhalb von 6 Monaten ein Digitalsax und 2 Tenorsaxe gekauft...
    Bin ich Krösus? Nein. Definitiv nicht.

    Was will ich sagen?
    Kauf ein höheres Instrument wenn du weißt,dass du langfristig spielen willst. Damit bist du flexibel ausgerüstet (und es streichelt auch etwas das Ego).
     
  9. visir

    visir Strebt nach Höherem

    Wer sagt, dass es jedem ein Leben lang reicht? Manchen reicht die Einsteigerklasse ein Leben lang, manchen die Mittelklasse, manche brauchen oder wollen die Top-Instrumente.
    Kommt eben darauf an.

    Das nächste "kommt darauf an": ich wusste als Anfänger noch nicht, ob ich dabei bleibe, also suchte ich einen Einstieg mit wenig finanziellem Risiko - ein gebrauchtes, das ich ggf. für ähnliches Geld wieder loswerden kann.

    Wie ich das Hohner gekauft habe, wusste ich, wie man Sax schreibt. Gut, ich hatte mich wohl gerade so viel erkundigt, dass es dicht sein muss, damit die tiefsten Töne kommen, denn ich ließ den Verkäufer das tief-B vorspielen. Ich hatte trotzdem ungeheures Glück - von dem ich weniger gebraucht hätte, wenn ich mich davor hier mehr erkundigt hätte, jemanden mitgenommen hätte... aber ich hätte das Instrument trotzdem nach denselben Kriterien ausgewählt.
    (beim zweiten Sax, ein Alt, erwischte ich eine Gurke...)

    Das ist jetzt natürlich eine (aus meiner Sicht) spezielle Situation (und irgendwo auch ein Luxusproblem - Du kannst Dir ein Sax leisten...). Hat aber nicht gar so viel mit der Mittelklasse zu tun. Denn letztlich tust Du mit diesem Thema das "richtige": Du erkundigst Dich unter Leuten, die sich auskennen (und andere wie ich geben auch ihren Senf dazu).

    Wie ich mich entschloss, ein Sax zu kaufen, wusste ich bezüglich Unterschied gerade einmal die Baugrößen. Ich ging davon aus, dass man auf allen Saxophonen Saxophon spielen kann. Unterschiede in der Applikatur oder andere? Wurden ja doch wohl alle so gebaut, dass man sie spielen kann.
    Und heute kenne ich sooo viele Unterschiede... aber alle Saxophone wurden dazu gebaut, gespielt zu werden.
    Jetzt kann ich natürlich Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um auf Anhieb das Sax zu finden, auf dem ich dann mein Leben lang spiele. Oder ich kauf einmal "irgendein" gebrauchtes (das natürlich technisch in Ordnung ist), das ich, wenn ich "klüger" bin, mit wenig Wertverlust wieder loswerde... Ja, ist für Dich nicht so leicht. Aber noch einmal: die Saxe wurden alle zum Spielen gebaut. Man kann, muss aber aus der Sax-Wahl keine Doktorarbeit machen.

    Die Situation ist nicht gegeben. Denn sobald ich einen Rat gebe, hat die betreffende Person schon wen, der ihr hilft.

    Da gibt es jetzt zwei Möglichkeiten:
    - Du liest dieses Forum einmal durch, dann kannst Du das alles beantworten
    - Du denkst Dir "jedes Sax ist ein Sax" und suchst Dir zweckmäßige Kriterien.
     
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  10. bebob99

    bebob99 Strebt nach Höherem

    Du spielst offenbar kein Cello und auch kein Klavier. Da fangen bei 5.000€ die ersten an, die man nicht sofort verheizen muss. Aber eigentlich kannst Du eher ab 15.000 rechnen. :rolleyes:

    Ein brauchbares Saxophon ist nicht wirklich "teuer" - wenn man das mit anderen Musikinstrumenten vergleicht. Da muss ich noch nicht einmal an "Harfe" denken oder "Fagott". Man kann selbst für eine Blockflöte richtig viel Geld ausgeben, ohne dass man in der "Oberliga" angekommen ist.

    Konzertgitarre "Ramirez Anniversary" jetzt auf unter 24.000€ runter gesetzt.
    Oscar Adler & Co. 6000 Oboe Soloist: 7.500€
    Besson Prestige Euphonium: 7.500€
    Eine gute Querflöte unter 4.000€?

    Und beim großen "T" werden nicht die Edelteile gehandelt.

    Klar gibt's alles auch in billig(er) und überall ist es die gleiche Diskussion: "Warum muss ich für eine blöde E-Gitarre 2.000€ ausgeben? Das ist nur ein Brett mit Bünden und Saiten drüber gespannt. Materialwert ~ 20€". Natürlich PLUS Verstärker.

    Dabei gibt's das IKEA Modell "Harley Benton E-Gitarrenbausatz" für sehr deutlich unter 100€.

    Billig musizieren geht eigentlich nur mit einer Kazoo. Da sind selbst die Edel Teile für 50€ zu haben.

    EINMAL ein anständiges Instrument angeschafft und man hat ein Leben lang Freude damit. Und vielleicht die nächste Generation auch noch. Andere leisten sie jedes Jahr ein neues EiFon, nur weil es in einer neuen, limitierten Farbe angeboten wird.

    Um DAS Geld bekommt man auch ein brauchbares Saxophon, von dem man viel länger was hat.
     
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  11. JES

    JES Strebt nach Höherem

    Was ist denn ein Anfängerinstrument bzw. wodurch zeichnet es sich aus, außer, dass es weniger kostet?
    Nehme ich mal als typischen Vertreter der Anfängerinstrumente, dann wäre aktuell das YAS/YTS 280 von Yamaha.
    Da sind alle Klappen dran, die ich auch am Profiteil finde.
    An der Verarbeitung konnte ich jedenfalls nichts finden, was irgendwie billig oder schlecht ist.
    Ergonomie ist eine persönliche Geschichte. Ich fand es nicht schlecht.
    Also, was ist es dann?
     
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  12. giuseppe

    giuseppe Ist fast schon zuhause hier

    Das Thema ist wirklich schwer zu überblicken und von Marke zu Marke auch unterschiedlich. Ich vermute mehr als alles andere, dass es eine Namensgebung ist, die rechtfertigt, auch teurere Instrumente im Sortiment zu haben. Wahrscheinlich steht am Anfang der Entwicklung eines Schülerinstruments die Preisvorgabe der Marketingabteilung und nicht andersrum. Natürlich wird es dann Unterschiede geben in Sachen Arbeitszeit, QC, Fertigungsort und vielleicht Material, damit die Rechnung wieder aufgeht. Nicht alles wirkt sich in gleichem Maße auf das Endprodukt aus.

    Ich habe 1990 eine Buffet RC, die als gehobenes Schülermodell günstiger angeboten wurde, neu gekauft. Die stolzen Großeltern hätten die Differenz zur vollen Prestige sicher gesponsert. Nicht wenig Geld für einen Eb-Heber und eine angeblich bessere Holzauswahl. Mein Lehrer hat quasi darauf bestanden, das Geld zu sparen, kannte die Dinger in und auswendig und sagte, dass sei alles Quatsch. Gerissen ist nichts, ich bin heute froh nicht so ne zusätzliche Klappe zu haben und es ist einfach ne schöne alte RC. Ist aber nur ein Beispiel. Ich weiß nicht, wie sich die Yamahas da zueinander verhalten.
     
  13. JES

    JES Strebt nach Höherem

    Naja,
    Wenn wir hier beantworten sollen, ob sich der Einstieg mit einem Mittelklasseinstrument lohnt statt ein Einstiegsinstruments, dann sollten die Unterschiede schon bekannt sein.
    Yamaha habe ich nur als Beispiel genommen, da es hier sehr oft empfohlen wird.
     
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  14. Longtone

    Longtone Ist fast schon zuhause hier

    Es ist egal, welches Saxophon man kauft. Wenn man spielen will, spielen, spielen....
     
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  15. Wanze

    Wanze Strebt nach Höherem

    Lohnt sich ein mittelpreisiges Saxophon?
    Lohnt sich ein teures Saxophon?
    Lohnt es sich überhaupt, Saxophon zu spielen?
    In Zen-Koans gibt es als Antwort nicht nur ja und nein, sondern auch 'Mu':
    Also: Lohnt sich ein mittelpreisiges Saxophon? Mu !!

    Grüße,

    Wanze

    PS: Ich glaube ich muss mal wieder Douglas R.Hofstadter lesen. :cool: Da hat dann die Frage ja doch einen Sinn gehabt.
     
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  16. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    The answer, my friend, is blowin' in the wind :)
     
  17. Paco_de_Lucia

    Paco_de_Lucia Ist fast schon zuhause hier

    A cutoff for crazyness
     
  18. JES

    JES Strebt nach Höherem

    Für mich fängt die Kette hinten, und muss m. E. persönlich beantwortet werden.
    Für mich lohnt es sich Saxophon zu spielen, weil es mir Spaß macht. Weniger also lohnen im Sinne von Geld verdienen, als vielmehr eine gewisse Befriedigung.
    Der Preis, und damit komme ich für mich zu den ersten beiden Fragen, ist mir eher unwichtig. Solange der Spaßfaktor erfüllt ist. Das kann ein einfaches Saxophon sein wie ein Truetone, oder eben auch ein Superdynaction. Es muss mir den Spaß bringen, den ich brauche.
     
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  19. Atkins

    Atkins Ist fast schon zuhause hier

    Noch was zu teuren Instrumenten.... komme darauf wegen der Querflöte unter 4000 € ? , die bebob99 erwähnt hat.
    Ich bin mir nicht sicher, wie das bei Saxophonen ist, bei Gitarren weiss ich, dass dem nicht so ist, aber bei einer Querflöte weiss ich, dass eine sehr teure, z.B. in Vollsilber nicht zwingend eine gute Anschaffung für einen Anfänger ist. Diese Flöten sind oft "zickiger" und müssen erstmal gespielt werden können, was u.U. nicht so einfach ist. Ich selbst habe das einmal mit einer hochpreisigen Flöte erlebt....ich konnte wenig damit anfangen, ganz im Gegensatz zu dem Besitzer, einem Profi, der das Instrument schon etliche Jahre sein Eigen nennt und damit phantastisch gespielt und auch geklungen hat.
    Für einen Anfänger ist da z.B. die Yamaha 211 ein solides Instrument, das erstmal besser zum lernen und versuchen geeignet ist. ( Gibt`s auch zig Andere Firmen, Yamaha wird halt oft erwähnt)
    Bei Gitarren ist das nicht so: da spielt sich eine hochwertige Gitarre von Anfang an besser und ich wünsche jedem Anfänger, dass er zumindest ein vernünftiges Instrument zur Verfügung hat, sonst ist der Spass auch schnell mal vorbei.
    Wie sich das bei Saxophonen verhält, weiss ich gar nicht so genau. Also ich meine, ob teure Instrumente da auch gerne mal schwieriger zu handhaben sind und deswegen nicht unbedingt für einen Anfänger taugen.
     
    elgitano gefällt das.
  20. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Nein....warum sollte ein Yamaha 62 oder 82 oder ein Yanagisawa, Selmer SIII schwieriger zu spielen sein als ein Einstiegssaxophon?

    CzG

    Dreas
     
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