Mikrofon DSLR für Aufnahmen Konzert etc.

Dieses Thema im Forum "Home- und Live-Recording, Tontechnik" wurde erstellt von Gerrie, 31.März.2024.

  1. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    Hallo,

    Ich wollte die Aufnahme Qualität der Spiegelreflexkamera verbessern.

    Für die Nikon D300S habe ich mir dieses Mikrofon gekauft: Sennheiser MKE 200.

    https://www.sennheiser.com/de-de/catalog/products/mikrofon/mke-200/mke-200-508897

    Normale Aufnahme mit Umgebungsgeräusche in der Wohnung ( Gespräche, Radio etc. ) waren o.k.

    Am Konzert hab ich das Mikrofon und die Kamera ca. 30 m vom Orchester ( 11 Saxophone und Schlagzeug) entfernt aufgebaut.

    Der Ton hat überschlagen und "kratzig " geklungen.

    Verwendet zufällig jemand ein Mikrofon aus dem Zubehör an einer Spiegelreflexkamera und hat bessere Erfahrungen?

    Vielleicht habe ich mir auch das falsche Mikrofon ausgesucht .

    Grüße Gerrie
     
  2. scenarnick

    scenarnick Administrator

    Das klingt nach übersteuert. Hattest Du eine manuelle Pegelkontrolle gemacht? Oder Pegel-Automatik? 30m Abstand nimmt natürlich auch ne Menge Raumanteil mit. Kannst Du vielleicht einen kurzen Schnipsel hier einstellen, damit man das besser beurteilen kann? Kurz = 10 Sekunden oder so, damit auch noch kein Problem mit Copyright.
     
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  3. bthebob

    bthebob Ist fast schon zuhause hier

    @Gerrie
    Ich bin kein professioneller Tonmann,
    kann aber aus jahrelanger "Bebachtung" meiner TV - Kollegen sagen.

    Nie im Leben würden die sich mit ihrem Mic. so weit weg stellen, .... 30m !

    Selbst wenn die Tonqualität nur -Reportage Niveau- haben soll.

    So dicht wie möglich ran an's Orchester und mit langer -Tonangel-
    von oben den Ton -geangelt-

    VG
     
  4. Moni64

    Moni64 Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Gerrie,
    ich denke, mit der Supernieren-Charakteristik (siehe Datenblatt) hast Du es (viel) zu gut gemeint - zusätzlich zu den 30 m Distanz zur Quelle.
    Supernieren grenzen den Schall, der von der Seite kommt, ein (wie die Nieren), sind aber zusätzlich empfindlich zum Schall direkt von hinten.
    Ich würde max. Nieren-Charakteristik wählen und dann - wie schon @bthebob schrieb - nahe ran an die Klangquelle.
     
  5. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    O.k.

    Kann ich machen. Schneide mal ein Stück raus.

    Muss evtl noch ergänzen, es war in der Kirche auf der Empore.
    Den Platz habe ich gewählt, weil es da nicht im Weg stand, und der Bildausschnitt optimal war.

    Die Distanz kann natürlich schon der Killer sein.

    Danke Euch für den Input.

    Grüße Gerrie
     
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  6. scenarnick

    scenarnick Administrator

    Aus ähnlicher Position habe ich mit einem Zoom H1N ganz gute Aufnahmen gemacht - allerdings ging es da um Chor und Orchester (geistliche Konzerte) und die Menge Raumklang war gewollt. Bin auf die Aufnahme gespannt.
     
  7. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    Hallo,

    Ich habe das Video als MP3 konvertiert.
    Der Ton ist gleich schlecht geblieben.:D

    Ich hatte niedrige, mittlere und hohe Empfindlichkeit beim Mikrofon ( Kameraeinstellungen ) eingestellt. Ergebnis gefühlt gleich schlecht.

    Grüße Gerrie
     

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  8. scenarnick

    scenarnick Administrator

    Ich habe die Datei mal in Audacity importiert, um die Wellenform anzuschauen. Das ist komplett übersteuert.
    upload_2024-4-1_11-49-31.png

    Die Lautstärke ist oberhalb der Grenze dessen, was der Vorverstärker abkann. Du müsstest versuchen, den Pegel, den das Mikrofon liefert deutlich zu reduzieren. Die Aufnahme ist leider nicht mehr zu retten.
     
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  9. Dr-Dolbee

    Dr-Dolbee Ist fast schon zuhause hier

    Im Nachhinein kann man da wirklich nichts mehr retten.

    Die besten Ergebnisse (in Abwägung von Aufwand, Preis und Qualität) dürftest du mit einem externen Recorder wie einem ZOOM erzielen. Den kannst du dann auch an der für den Klang optimalen Stelle unabhängig von der Kamera positionieren und später im Videoschnitt übereinanderlegen. Die neueren Geräte arbeiten auch mit 32 BIT, da kann der Wandler gar nicht mehr übersteuern. Dafür gibt es die bisherigen Modelle gerade zum Spottpreis. Ich habe mir auch vor kurzem einen H6 gekauft.

    Zur Sicherheit würde ich auch noch eine Tonaufnahme mit dem Handy mitlaufen lassen. Ob man die dann später nutzen muss / will ist dann ja eine andere Sache.

    Dein Sennheiser ist grundsätzlich nicht schlecht aber für den Einsatzzweck nicht optimal. Eher wenn du Ereignisse in der Nähe filmen willst.
    Generell musst du aber beim Pegel aufpassen dass du den vorher richtig einstellst. Grundsätzlich muss man da einen optimalen Kompromiss zwischen zu laut und zu leise finden. Zu laut führt zu Verzerrungen. Zu leise kann zu rauschen führen wenn man die Aufnahme im Nachhinein lauter macht. Im Idealfall würde man das Orchester darum bitten die lauteste Stelle zu spielen und diese zum Einpegeln nutzen. Das dürfte vermutlich aber meist nicht machbar sein :)
     
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  10. neubi100

    neubi100 Kann einfach nicht wegbleiben

    Dem und den Vorrednern ist nichts hinzuzufügen, außer meiner persönlichen Empfehlung, nichts unterhalb des Zoom H4n zu kaufen. Da gibt es nämlich XLR-Buchsen, an die man "normale" Mikrophone problemlos anschließen kann.

    Wenn es Stereo sein muss, z.B. das preiswerte Superlux E523/D Stereo-Kondensatormikrofon – Musikhaus Thomann, welches Batterie-Betrieb ermöglicht, was wiederum die Akkus des Recorders schont. Habe ich wöchentlich im Einsatz. Natürlich gibt es noch weitaus bessere, professionellere und teurere Alternativen.

    Ich muss mit meinem H2n immer irgendwie auf die blöde Miniklinke adaptieren, was ordentlich Nerv-Potential hat...

    Wenn es bei der Lösung mit DSLR und dem Sennheiser bleiben soll und sich der Pegel nicht anpassen lässt - was mich aber wundern würde -, brauchst Du ein Dämpfungsglied. Sowas kenne ich aber wiederum nur mit XLR-Anschluss (JTS MA-123 – Musikhaus Thomann). Wie es dann aber mit der Plug in-Power aussieht, weiß ich nicht.

    Viele Grüße,
    Thomas
     
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  11. Dr-Dolbee

    Dr-Dolbee Ist fast schon zuhause hier

    Absolut! Dann hat man viele zusätzliche Freiheiten was die Mikrofonierung angeht und kann sich im Nachhinein in aller Ruhe die beste Spur raussuchen oder eine Mischung aus mehreren Spuren erstellen.
    Ganz häufig gibt es den H5 für einen ganz kleinen Aufpreis zum H4. Da muss man einfach mal Angebote checken.
     
  12. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    Hallo,

    Danke für Euer Interesse und die tollen Infos.

    Das man die Aufnahmen nicht mehr retten kann habe ich gedacht. Geht eher darum das nächste Mal erfolgreicher zu sein. :D

    Die DSLR ist eben vorhanden. Die Idee war, diese mit einem Mikrofon so auszustatten das ich mal ein paar Aufnahmen machen kann.
    Evtl. Den Teilnehmern was zum Geburtstag oder Weihnachten schenken können.
    Oder für das Archiv.

    Einstellen kann ich aber nur die drei Stufen. Was aber offensichtlich nicht ausreicht.

    So wie ich das verstanden habe macht es mehr Sinn in einen Zoom H4 oder in der Richtung zu investieren.
    Das Sennheiser konnte ich noch zurückgeben.

    Dann geht es in die nächste Runde. :)

    Vielen Dank

    Grüße Gerrie
     
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  13. Moni64

    Moni64 Ist fast schon zuhause hier

  14. Gisheber

    Gisheber Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Gerrie,
    an der Kamera hast du scheins schon alle Audio-Settings getestet, trotzdem ist noch übersteuert und deshalb wird's wohl an der Pegel-Kompatibilität liegen.

    Die beiden Artikel (s.u.) beschreiben die 4 unterschiedlichen Pegel welche im im Audio-Bereich verwendet werden.

    Dieser daraus entnommene Abschnitt beschreibt, was bei dir möglicherweise zum Übersteuern geführt hat. Das verwendete Mikrofon ist auf einen höheren Pegel-Bereich ausgelegt als der Kamera-Eingang, welcher vermutlich einen niedrigen Pegel erwartet worauf auch die originalen Nikon-Mics abgestimmt sind.
    "Routing signal the other way, from a +4 dBu output to a -10 dBV input, can overload the inputs on consumer gear. In this case, you’ll want to turn down the output of your +4 dBu gear." Von "+4" nach "-10 dBV" ist ein großer Unterschied.

    Kanns das sein?
    Gruß Klaus, auch aus dem Badischen.

    https://www.sweetwater.com/insync/understanding-signal-levels-audio-gear/
    https://www.blackghostaudio.com/blog/audio-signal-levels-explained-mic-instrument-line-and-speaker
     
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  15. DiMaDo

    DiMaDo Ist fast schon zuhause hier

    Ohne externen Recorder wie ein Zoom H1 oder H4 wird das nix. Die Kamera steuert in der Regel aus wie sie Lust hat...
    Und ein H1n kannst Du unauffällig ans Dirigentenpult klemmen und Du hast einen super Ton.
     
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  16. bthebob

    bthebob Ist fast schon zuhause hier

    Aber Obacht !
    Die Umstellung von automatischer Aussteuerung auf manueller A. ist
    irgendwo im Menü "versteckt"

    Ist jedenfalls bei meinem H2 so.

    Und wenn ich recht erinnere, (ist schon ein Jahr her)
    hatte ich Kopfhörer auf und immer ein wenig manuell gepegelt. (mit Blick auf Anzeige)

    Privatkonzert einer kleinen Jazzband mit
    Voc. Piano, Drums, Git. Bass, Trompete

    Mein Standpunkt:
    Mittig, ca. 3m vor Sängerin

    Das H2 angeschraubt auf einer alten Winkelschiene vom Fotoblitz.
    Ein Teil aus dem letzten Jahrhundert. :D

    Damit in der Hand gehalten, damit H2 erschütterungsfrei aufnimmt.


    Recording nicht durchlaufen lassen.
    Pro Titel ein Clip erstellen.

    Erleichtert ungemein die Post-Produktion.
    Die sollte man sich nicht ersparen.;)

    VG
     
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  17. neubi100

    neubi100 Kann einfach nicht wegbleiben

    Bezüglich H5: ich weiß nicht so recht...

    pro H5: Verwendung unterschiedlicher, jedoch proprietärer(!) Mikrofonkapseln möglich => Qualität/Nutzererfahrungen (für mich) jedoch unbekannt
    contra H5: nur 2,5V Plug in-Power => das reicht nicht für normale Kondensator-Mikrofone; damit relativiert sich der Nutzwert der XLR-Anschlüsse erheblich

    im Vergleich dazu H4n Pro (black): +24V und +48V Phantom-Spannung vorhanden => damit kann wirklich jedes Kondensator-Mikrofon betrieben werden; für die meisten XLR-Mikros gibt es viele Tests und Erfahrungsberichte; die Flexibilität ist ungleich größer

    Das eingebaute Stereo-Mikrofon des Recorders würde ich persönlich nur für Ambience (umgebende Geräuschkulisse, z.B. Applaus) nutzen. Für die eigentliche Musik/Performance lieber ein geeignetes externes Mikrofon, welches sich dann auch viel entspannter plazieren läßt.

    Ich tendiere daher klar zum H4n Pro - auch für mich selbst, um das H2n abzulösen.

    Die neuen 32 Bit-Geräte von Zoom ("essential"): sehr interessant, aber ich verstehe die Technik und die Höhe des Mehrwertes noch nicht so richtig. Erfahrungsberichte sind auch noch selten. Dagegen sind die Preise für die älteren Geräte derzeit attraktiv...

    Viele Grüße,
    Thomas
     
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  18. Dr-Dolbee

    Dr-Dolbee Ist fast schon zuhause hier

    Der H5 hat ganz normale 48V Phantomspannung. Die 2,5V Plug in Power bezieht sich darauf wenn man den H5 mit einem Netzteil statt Batterien betreiben möchte. Das dürfte beim H4 nicht anders sein.
    Das austauschbaren Kapseln finde ich persönlich uninteressant aber ich finde die Bedienung eleganter als beim H4.
     
  19. neubi100

    neubi100 Kann einfach nicht wegbleiben

    Stimmt, steht leider etwas unten in den Specs...

    Sorry.
     
  20. philipp_b

    philipp_b Ist fast schon zuhause hier

    Ich würde den Ton separat aufnehmen und ersetzen. Selbst wenn Du ein externes Mikrofon an die Audiobuchse anschließt - die Preamps in Kameras sind leider alle nicht gut.
    Das Werkzeug für beides unkompliziert in einem ist wohl ein modernes Smartphone.
     
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