Musik ist Geometrie? Die Tonnetz-Methode

Dieses Thema im Forum "Improvisation - Harmonielehre" wurde erstellt von Saxoryx, 25.September.2022.

  1. giuseppe

    giuseppe Strebt nach Höherem

    Du gehörst zu den maximal 10%, die die Nachteile überwunden haben, die meines Erachtens für 90% ein echtes Hindernis darstellen. Es macht doch keinen Sinn, dass die Stammtonreihe C-Dur darstellt und nicht Gis-Dur. Völlig abiträr, vor allem für die Denke.

    Ich kenne einen Musikproduzenten, der sehr gut Gitarre aber weniger gut Klavier spielt. Wenn er im Studio etwas auf dem Keyboard einspielt, dann überwiegend weiß +/- X Halbtöne. Ich wette er ist nicht allein.

    Aber ich sehe es ein, dass ich damit keinen Blumentopf gewinnen werde.
     
  2. Roland

    Roland Strebt nach Höherem

    Keine Ahnung. Bin damit aufgewashcen und es war kein Problem für mich. Notation passte auf musik passte auf Klavier, ich hatte da keine kognitiven Interferenzen.

    Letztendlich ist das Rechtsverkehr auch.
    Oder Deutsch.
    Oder Currywurst.
    Das Ergebnis einer Entwicklung.
    Im Bereich Musik kann ich sowohl den arbiträren Charakter an sich wie auch die Kompatibilität zu unserer Musik in unserem Kulturraum erkennen.


    Unterricht und Üben kann da helfen.
    Ich müsste mir den Krempel auf der Gitarre heraussuchen. Und die ist vollkommen unlogisch gestimmt. Warum nicht c - fis - c' - fis' - c'' - fis''?
    Auf der Gitarre ist willkürliche Stimmung der Saiten plötzlich kein Problem. :)

    Wir sind geneigt, die Unlogik des uns bekannten Instuments zu akzeptieren. H-Dur auf dem Sax greift sich auch anders als C-Dur. Auf der Trompete auch.

    Du schreibst vermutlich mit einer Tastatur, die ursprünglich die Tasten so angeordnet hatte, damit man nicht schnell schreibt, weil sich sonst die Typenhebel verhaken (der ersten Modelle hatten da wohl eine merkwürdige Mechnik). Wäre die Tastatur logisch angeordnet, würden die häufigsten Buchstaben direkt in der Ruhestellung unter unseren Fingern liegen. Tun sie aber nicht. Damit vergleichen ist eine Klaviertastatur ein Ausbund an Logik und Stringenz.

    Bei mir jedenfalls nicht. :)
    Aber ich kann nur für mich sprechen.

    Grüße
    Roland
     
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  3. giuseppe

    giuseppe Strebt nach Höherem

    Wenn man blind spielt, ändert sich nix. Ich würde ein System bevorzugen, wo die Griffweise sich zwischen den Tonarten verschieben lässt, ähnlich dem Barre auf der Gitarre.
    P.S.: Die natürlich in Quarten gestimmt sein sollte… ;)
     
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  4. Werner

    Werner Strebt nach Höherem

    Naja, Ausnahmesituationen gibt es immer. Für Blinde machen wir dann einen winzigen Huppel auf den Tönen der C Ganztonskala.
    :D

    Was sie bei mir ist, und längere Zeit habe ich vor Jahren mit einer reinen Großterzstimmung gespielt.
     
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  5. giuseppe

    giuseppe Strebt nach Höherem

    Aber jetzt mal zurück zum Thema. Was haltet ihr von der chromatischen Uhr zur Veranschaulichung von Akkordfolgen und Leittonbewegungen?
     
  6. Werner

    Werner Strebt nach Höherem

    Wir sind doch mittendrinn. Visuelle Darstellung musikalischer Inhalte in systematischer Form.
    Systematisch derart, das gleiche musikalische Inhalte jeweils die gleiche visuelle Darstellung bekommen, wodurch sie unmittelbar erkennbar werden, ausserdem übergeornete Formen erkennbar werden.
    Es wurde moniert, das solche Netze intellektuell theoreitsch bleiben, ohne klangliche Umsetzung. Die kann man ganz leicht bekommen, mit Saiteninstrumenten, die eine regelmässige Stimmung aufweisen, also zB. die 4 unteren Saiten der Gitarre, quartgestimmt (oder eben gleich alle 6 Saiten in Quarten stimmen).
    Die regelmässigen Abstände sorgen dafür, das ein Intervall immer 1 bzw 2 eindeutige Bilder ergeben, also eine Quinte zB. ist immer eine Saite höher und 2 Bünde höher (oder 2 Saiten höher und 3 Bünde tiefer). Es ergeben sich Griffbilder, die verschoben werden können. Man braucht noch nicht mal wissen, wie die Namen der Töne sind, aber man erkennt unmittelbar - so man das System kennt - , das es eine Quinte ist. Und die kann man spielen und hören, also die Saiten anschlagen.
    Es gibt also ein Griffbild, welches visuell und auditiv (richtiges Wort dafür?) erkennbar ist. Eine unmittelbare Einheit.
    (Und dieses System ist systematischer aufgebaut als zB. ein Keyboard, bei dem zB. eine gr. Terz mal von nur weissen oder nur schwarzen Tasten gebildet wird, dann aber auch mal von Mischungen aus schwarzen und weissen Tasten etc.)
    Addiert man weitere Töne, ergeben sich Akkorde, Skalen, Melodien etc, und auch Stimmführungen der Akkorde zB. kann man verfolgen, sehen und hören.
    Im Zweifellsfall nehme ich mir also lieber eine Gitarre zur Hand, mit der ich sehe und höre, als ein rein visuelles Tonnetz, wie intelligent es auch gebaut ist.
     
    giuseppe gefällt das.
  7. Saxax

    Saxax Ist fast schon zuhause hier

    Wenn ich mir das hier alles so anschaue........

    ....... dann bleibe ich beim Tonlochnetz meines Horns und übe weiter nach Intervallvorstellungen zu improvisieren ;-)

    keep swingin'

    Euer Saxax
     
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