Rauschen von Spucke bzw. Speichel bei Kunsstoffblättern

Dieses Thema im Forum "Mundstücke / Blätter" wurde erstellt von DerSascha, 6.Juni.2024 um 19:12 Uhr.

  1. DerSascha

    DerSascha Nicht zu schüchtern zum Reden

    Hallo miteinander, vielleicht hat jemand einen guten Rat dazu.

    Spiele seit Jahren immer wieder gerne mit Kunststoff Blättern (meist Legere und Forestone), hauptsächlich bei traditioneller Blasmusik und Marschieren. Finds etwas hygienischer wenn man mal ein Bier und eine Zigarette zwischendurch hat. Auch der Klang ist bei einigen dieser Blätter nach meinen Vorstellungen, kombiniert mit einem Jody Jazz DV7 Metallmundstück und einen Keilwert Toneking Tenor Sax.

    Nuuuur wenn ich leise Solos oder Begleitung spiele (z.B. Jazz oder Balladen) rauschen diese Blätter doch deutlich mehr als meine traditionellen La Voz. Ich müsste alle Minuten oder öfter "absaugen" was natürlich vom Stück her meist nicht geht und auch nicht gut klingt...

    Was habt ihr da für Erfahrungen, vielleicht einen Rat parat? Vielleicht sabbere ich auch zu viel und sollte vorher trocken Brot oder Haferflocken essen? :)))

    Schöne Grüße aus Niederbayern und vielen Dank, Sascha
     
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  2. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Rauschen kann ja davon kommen, dass ein Blatt zu hart ist. Diesen Effekt habe ich aber bei Kunststoff nicht, vermutlich weil die Blätter so glatt sind.

    Ich merke aber auch, dass der "Speichelfluss" bei meinen Légères stärker ist als bei Holz. Vermutlich weil Holzblätter mehr Feuchtigkeit in sich aufsaugen, die bei Kunststoff dann weiter fließt. Ich leide also auch etwas unter "rinnenden" Kunststoffblättern. Bei der Klarinette erhöht das wieder das Risiko, dass sich Wasserblasen an den obersten Tonlöchern bilden und diese Töne dann ausfallen. Sehr schlecht! Ist bei tieferen Saxophonen zum Glück kein Problem, weil die Löcher größer sind.

    Allerdings ist da auch nicht jedes Blatt-Exemplar gleich "flussbefördernd".

    Die einzige Abhilfe ist, dass ich bei jeder kurzen Pause (dezent) absauge und in längeren Pausen sogar den Korpus durchwische (bei der Klarinette).

    Wenig trinken hilft natürlich auch.
     
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  3. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Ich spiele die Legere auch. Lass mal Bier und Kippen oder Essen vorm spielen weg und trinke nur Wasser. Dann ist das Problem der Speichelförderung weg und nichts rauscht mehr
     
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  4. Sax Ralf

    Sax Ralf Kann einfach nicht wegbleiben

    Moin, moin Sascha

    Ich komme auch aus der Blasmusik und habe lange Zeit Forestone, erst die Standart später die Black Bamboo gespielt.
    Nach dem ich von Expression RvB Mundstücken zu Selmer Concept gewechselt bin kam ich mit den Firestone Blattstärken nicht mehr klar und habe bei Legere Signature eine passende "Zwischenstärke" gefunden.

    Ich spiele mittlerweile eigentlich fast ausschließlich Klassik und da wird es oft richtig leise und ich habe diese Probleme noch nicht gehabt.
    Bei den Forstone in Verbindung mit den RvB Mundstücken (Alt und Tenor) hatte ich zwar ein ganz leichtes Geräusch beim Anblasen aber kein Rauschen wie Du es beschreibst.
    Als sehr vielseitige Mundstücke habe ich sie in der Blasmusik immer sehr geschätzt, von Butter weich bis Rockröhre ist da alles drin.
    Bei der Klassik kommen die etwas weniger offnen Concept Mundstücke eben ohne dieses leicht deutliche Anblasen daher und deshalb auch der Wechsel.

    Ich würde Dein Jody Mundstück jetzt auch als eher offen einordnen kann mir aber nicht vorstellen das daher das Rauschen kommt, denn dann würde es bei den La Voz Blättern ja auch rauschen.

    Übrigens habe ich noch nie irgendwelchen Hemmungen mit Tabakwaren, Speisen und Getränken beim spielen gehabt, und da hat es eigentlich auch nur selten mal gerauscht. Einmal abwischen gut war.

    Etwas ratlose Grüße Ralf
     
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  5. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

    Wie klingt leise bei dir? Leise spielen aber mit viel Subtone erzeugt definitv mehr Rauschen, als wirklich leise ohne Subtone. Das könnte eine Erklärung sein. Die Blattstärke ist mir auch durch den Kopf. Wenn das Blatt tendenziell zu hart ist, neigt es zum Rauschen. Und Feuchtigkeit wird halt tatsächlich nicht absorbiert wie bei Holz.
    Ausserdem könnte es natürlich auch sein, dass bei dir Kunststoff deinen Mund zu mehr Speichelproduktion anreget als Holz es tut. Ich habe das bei mir auch beobachtet. Spielt man dann länger Kunststoff legt sich das dann- muss aber nicht.

    antonio
     
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  6. quax

    quax Gehört zum Inventar

    Wenn es mit Sabber rauscht, ohne dagegen nicht, sollte die Härtefrage geklärt sein.
     
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  7. Silver

    Silver Strebt nach Höherem

    Spuckespratzeln entsteht meistens, wenn das Blatt einen Tick zu leicht ist und der Spieler die relativ zu hohe Intonation auszugleichen versucht, also den Ansatz lockert (ohne das gezielt kontrollieren zu können).
    Lösung bei Rohrblättern: Mundstück einen kleinen Tick weiter nach außen bewegen. Bei Plaste: :-?

    luftrauschen kommt dagegen von zu harten Blättern.

    Verstärkt wird beides natürlich durch geförderten Speichelfluss:
     
  8. altblase

    altblase Strebt nach Höherem

    Rauschen und Sabbergeräusch sind zwei verschieden Paar Schuhe!:cool:
     
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  9. DerSascha

    DerSascha Nicht zu schüchtern zum Reden

    Danke für die vielen Antworten und Anregungen. Am Essen, Trinken oder Kippen lag es sicher nicht, ist ja eher die Ausnahme z.B. bei Festen.
    Daheim übe ich natürlich ohne all dem und hatte trotzdem das Rauschen. Habe aber nun scheinbar wirklich eine Lösung gefunden:

    In einem anderen Forum habe ich zu diesem Thema den etwas sonderbaren Vorschlag bekommen das Mundstück innen mit Korkfett zu behandeln.
    Hat mir eigentlich ziemlich widerstrebt, aber wollte ich dann doch nicht unversucht lassen. Und wirklich, ein deutlicher Unterschied, auch nach längerem
    Spiel (bewusst ohne absaugen) kaum Rauschen. Habs auch dreifach getestet (ohne Fett, mit Fett, und gleich gereinigt und nochmal ohne Fett), immer
    das gleiche Stück gespielt, konnte es kaum glauben. Es liegt also auch (neben dem wohle glatteren Kunststoffblatt) sehr am Mundstück, daran hätte ich
    eigentlich nicht so gedacht. Werde das Fett nun dünn auftragen und mal verfolgen wie sich das auf Dauer verhält. Spüle und das Mundstück aber nach jedem
    Spiel immer ab, das wird dann wohl nicht lange gut gehen. Ich werde mir daher ein Nano Mittel besorgen, wie es z.B. auf Autoscheiben verwendet wird.
    Einige Refacer werben auch damit, kann meinem Metallmundstück daher wohl auch nicht schaden. Werde ggf. gerne hier berichten, wenns euch interessiert.

    Gruß und Dank, Sascha
     
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  10. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

    Also das ist doch keine Lösung... :) Das muss auch ohne sowas gehen.
    Abgesehen davon bezweifle ich, dass das wirklich reproduzierbar was bringt. Warum auch?
    Da stimmt m.E. einfach das ganze Setup irgendwie nicht. Wie und warum kann man aber wohl aus der Ferne nicht beurteilen. Spiel doch einfach schlicht das was geht und lass den Kunststoff weg- jedenfalls auf diesem Mundstück. Mit einem andern geht es vielleicht ohne weitere Probleme-

    antonio
     
  11. ilikebrecker

    ilikebrecker Nicht zu schüchtern zum Reden

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  12. dikoki

    dikoki Kann einfach nicht wegbleiben

    Genau! Dein Profilbild zeigt, wie man es richtig macht;)
     
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  13. Silver

    Silver Strebt nach Höherem

    Abschnitt 2 betrifft zwar "nur" die Verarbeitung während der Trägeralkohol noch nicht verflogen ist - aber alles andere als empfehlenswert ist auch das kontinuierliche Lösen der Beschichtung durch Laugen (Speichel) oder Alkohol (im Bier) und die damit verbundene Aufnahme von Nanopartikeln in den Körper...
     
  14. Joachim 1967

    Joachim 1967 Schaut nur mal vorbei

    Also ich würde auch die Finger lassen von irgendwelchen Mitteln, wo die Gefahr besteht dass sich irgendwelche Stoffe durch den aggressiven Speichel auslösen und evtl. verschluckt werden können. Nun habe keine große Erfahrung, da ich erst seit einem Jahr spiele, hatte aber dieses Spuckbratzeln auch schon. Es ist verschwunden seit ich 2,5er Blätter spiele...Nun versuche ich mir vorzustellen was da passiert: Die Atemluft strömt durch das Mundstück und die enthaltene Luftfeuchtigkeit kondensiert im kühleren Mundstück. Aufgrund von langsamer Luftgeschwindigkeit (leise spielen) oder zu enger Bahnöffnung wird das Kondensat nicht durchgeblasen sondern setzt sich in den Randbereichen fest, die Luft strömt durch die Mitte. Dies sagt mir meine Erfahrung in der Pneumatik bzgl. Luftströmungen. Wie oben schon genannt, könnte ein härteres Blatt helfen, so war das zumindest bei mir. Ebenfalls ein Gedanke meinerseits: ich werde mal mit einem billigen Chinamundstück die Mitte des Tisches konkav ausschleifen damit das Blatt nur an den Randbereichen aufliegt. Die Folge daraus wäre, dass die Mitte mehr Luft durchlässt und die Tropfen weniger an den Oberflächen haften. Soweit mein Verständnis für dieses Problem.
    Ich spiele mein Keilwerth Toneking Tenorsaxophon mit Legere american cut abwechselnd mit Yamaha 7c und Rico Graftonite. Mit 2er Blättern hatte ich beim Yamaha (2mm Bahnöffnung) zuhause dieses Bratzeln. Beim Rico (Bahnöffnung 2,41mm)dagegen nicht. Aus dieser Erfahrung leite ich o.g. Erkenntnisse ab. Und wie schon gesagt: seit ich 2,5er Kunststoffblätter spiele, hatte ich dieses Bratzeln nicht mehr.
    Viele Grüße
    Joachim
     
  15. Sax Ralf

    Sax Ralf Kann einfach nicht wegbleiben

    Moin, moin

    Ich weiß ja nicht wie alt hier der Durchschnitt so ist, wenn ich so überlege worauf man mich so als Kind bedenkenlos herum kauen ließ und ich neige heute noch dazu beim Nachdenken Stifte in den Mund zu Stecken (speziell Bleistifte, aktuell grüne beim Noten schreiben) und ich lebe immer noch. Im Vergleich dazu scheint mir das was Sascha da macht recht harmlos zu sein und mal ehrlich, den Text auf ganz normaler Margarine finde ich aufregender.
    Ich kann mir auch nicht vorstellen wie da durch das Rauschen unterbunden wird, aber wenn es funktioniert ist doch gut!

    Viele Grüße Ralf, der Rotwein als Lösungsmittel dem Bier vorzieht, obwohl mit so einem schönen Steinhäger dazu! :D
     
    Zuletzt bearbeitet: 8.Juni.2024 um 13:11 Uhr
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  16. Silver

    Silver Strebt nach Höherem

    Diese Physik erschließt sich mir nicht… warum sollten dann weniger Tropfen an den Oberflächen haften?

    Der Tisch und das Blatt sollen möglichst dicht abschließen — die Diskussion, ob dazu ein planer oder ein längskonkaver Tisch besser ist und warum, sollten wir nicht aufkochen.
    Auf gar keinen Fall soll da aber Luft durch.

    Ansonsten ist die Wechselwirkung „etwas schwereres Blatt - Spuckespratzeln weg“ ziemlich eindeutig.

    Die Ursache ist, meiner bescheidenen und unmaßgeblichen Meinung nach, dass ein etwas härteres Blatt per se eine stabilere Luftsäule („Stütze“) und einen etwas festeren Ansatz erfordert.

    Entgegen der allgemeinen Intuition erfordert leises Spiel mehr Stabilität in der Luftsäule. Es fließt weniger Luft und die meist auch noch langsamer — wie beim Fahrradfahren: schnell geradeaus kann jeder, langsam um die Kurve wird’s wackelig.
     
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  17. giuseppe

    giuseppe Strebt nach Höherem

    Ich glaube auch, dass die Wahl des Equipments und die Technik das Sprotzeln beeinflusst. Habe früher immer wieder mal gesprotzelt und jetzt bin ich fast schon trocken. :) Bei anstrengenden Gigs kann es aber passieren, wenn ich vom Ansatz schon kämpfe.

    Aber es kann schon auch sein, dass eine hydrophobe Beschichtung hilft, das Kondenswasser gleich ablaufen zu lassen. Und da sind Fette organischen Ursprungs vermutlich weniger ungesund als Nanobeschichtungen (auch wenn sie im Verlauf eklig werden und vermutlich das Sax mitsamt Klappen zumüllen).

    Ich habe früher übrigens auch lackierte Bleistifte gekaut und lebe noch. Die meisten Dinge bringen uns ja auch nicht um. Das Argument von der Sorte „früher - haben wir auch Kohle, Cyankali und Blei essen müssen und zum trinken gab es nur Schweröl“ hat mich aber vor allem bei meiner Großelterngeneration beeindruckt. Die hatten wirklich oft keine Wahl zwischen gesund oder potentiell ungesund. Seit den 50ern wurde diese Wahl bei uns immer mehr möglich und alles transparenter und trotzdem gab es ziemlich schädliche Fehltritte bei der Modernisierung, z.B. der Einsatz von Asbest, DDT, etc. Man lernt eben dazu. Und bei Nanokram wäre ich nach allem, was man bisher versteht, zurückhaltend mit dem in den Mund nehmen. Ich sag nur Mikro-/Nanoplastik und Carotisplaques, bei Interesse einfach googlen!
    Dann lieber Schweineschmalz, 2-täglich zu erneuern und nicht zuviel runterschlucken, sind gesättigte Fettsäuren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8.Juni.2024 um 16:31 Uhr
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  18. ilikestitt

    ilikestitt Strebt nach Höherem

    Das entspricht nicht so meiner Beobachtung. Das kann durchaus auch bei härteren Blättern auftreten und auch bei guten, erfahrenen Spielern.
    Ich habe mal gehört bestimmte Bafflearten sollen es begünstigen und wie du schon sagtest: Speichelfluss und der ist ja leider bei einigen Personen stärker als bei anderen.
     
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  19. ilikestitt

    ilikestitt Strebt nach Höherem

    Ich kenne keinen Refacer, der sowas empfiehlt und wenn er es täte würde ich ihn von der Liste streichen von den Personen, denen ich ein Mundstück anvertrauen würde.
    Aus gesundheitlichen Gründen ist von dem Zeug abzuraten. Solche Mittel wurden nie dafür konzipiert, daß Menschen mit ihrem Mund damit in Berührung kommen.
     
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  20. Silver

    Silver Strebt nach Höherem

    Auch ein härteres Blatt kann für den erfahrenen Spieler in einer bestimmten Situation einen Tick zu leicht sein.
    Erfahrene Spieler können damit meist souveräner umgehen.

    Man könnte das Thema noch eine Raste weiter fassen:

    Der Weg, den die Atemfeuchte in Mundstück und Horn nimmt, sagt — bei sonst gleichen Bedingungen, natürlich — eine Menge darüber aus, ob Luftsäule („Stütze“) und Ansatz zum Setup (Reed, MPC, Horn) passen.

    Ich kann es nicht in Ursache und Wirkung erklären, stelle aber fest, dass ein zu mir passendes Setup in einem Raum mit 17-24 Grad und 30-80% rel. Luftfeuchte (also in einer durchaus breiten Spanne) keine Probleme mit Kondensat macht — es sammelt sich im Knie und kann ausgekippt werden.
    Sobald das Horn undicht ist, das MPC/Reed oder meine Luftsäule nicht passt, fängt die Kanne an, aus allen möglichen Löchern zu sabbern.

    Wann es hoch-F, das A, das G# oder die rechte Hand sind, habe ich noch nicht raus.
    Wäre evtl. mal interessant aber ich habe wenig Antrieb einen Feldversuch mit Fehlern durchzuführen.

    Und — um auf das Thema des Freds zurückzukommen — es spratzelt auf dem Blatt.
     
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