Hallo zusammen ich darf in zwei Monaten bei einem kleinen Konzert an unserer Musikschule dabei sein, da werde ich bei vier Ensemble-Stücken mitspielen. Challenge accepted, ich freue mich riesig darauf und bin total motiviert. Ich "verstehe" meine Stimmen, d.h. ich kenne die Griffe und Rhythmen in der Theorie. Die Umsetzung auf dem Saxophon ist für mich aber richtig schwierig.... Einerseits wegen dem Tempo (8tels bei 136) und andererseits wegen den Rhythmen (Synkopen, Nachschläge, 'synkopische' Bindungen). Wie gesagt, bin ich total motiviert und würde am liebesten studenlang üben. Doch meine Ausdauer lässt das nicht zu, mein Ansatz beginnt schon nach 30 Minuten langsam schlapp zu machen :-/. Nun frage ich mich, ob es effiziente Möglichkeiten gibt, auch ohne Saxophon weiter zu kommen? Singen, Fingerübungen, Atemübungen? Lg
Hören. Wenn es bekannte Stücke sind... Im besten Fall gibt es dann auf YT o.ä. Videos mit den Stücken und Notierung dazu...
Ich habe tatsächlich mal vor Jahren wegen einer entfernt ähnlichen Situation einen Lehrer aufgesucht. Es ging um eine Jazzcombo, die einen Saxophonisten suchten und es gab 4 songs so als Einstimmung/Beispielsongs. Kann ja auch für Atmung und Ansatz bisschen hilfreich sein. Da ich theoretisch ein dickes Brett vor dem Kopf habe, sollte mir der Lehrer ein bisschen dabei auf die Sprünge helfen (bei mir war damals hauptsächlich impro und timing wichtig) und das hat er soweit auch getan. Ich glaube es waren nur 3 Std., in denen wir uns mit diesen songs beschäftigt haben und es gab mir für die Vorstellung bei der Combo ein ganz gutes Gefühl. Habe ich auch gut hinbekommen, nur die Band war ein flop....aber ein völliger. Lange Rede ,kurzer Sinn...bei den von dir genannten 4 Stücken musste ich daran denken. Aber vielleicht ist die Idee dahinter gar nicht so verkehrt, .....einen Lehrer aufsuchen, der dir da knowhow und Stütze geben kann. Muss nur noch der Lehrer gut sein, was nicht immer der Fall ist. Vielleicht könntest in dem Fall Empfehlungen bekommen. Jes hat aber mit seinen Tips auch vollkommen recht, das gehört auch dazu, aber ohne sich verrückt zu machen.
Wenn dein Ansatz so schnell schlapp macht, dann stimmt vielleicht etwas mit deinem Setup nicht. Wie lange spielst du denn schon Saxophon? Ich würde es mal mit leichteren Blättern probieren, und immer mal kurze Pausen machen, bevor dein Ansatz so ermüdet ist, dass gar nichts mehr geht.
Für den Rhythmus hilft es mir oft den zu singen. Und vor allem schwierige Stellen wirklich separat zu üben, erst langsam mit Metronom bis zum Original Tempo, aber auch mal wesentlich schneller. Und dann die Takte um die geprobte Stelle hinzunehmen.
Erste Frage: Gibt es Noten und habt Ihr Proben? Ich gehe mal davon aus. Dann zum Üben: Übe die Stücke langsam und in ganz kleinen Happen. Markiere Dir die schwierigen Passagen und übe diese einzeln immer wieder, zur Not Takt für Takt erst langsam, dann schneller. Wenn Dir Stellen rhythmisch oder von der Phrasierung unklar sind, nimm eine Probe auf und versuche, das zuhause nachzuvollziehen. Wenn Dein Ansatz schlapp macht, mach eine Pause. Du kannst es auch mal mit leichteren Blättern versuchen. So habe ich früher im Kirchenorchester die schwierigen Stücke geknackt.
Ja, ich habe seit ein paar Tagen ein .mp3 der Stücke. Ich werde mir diese auch regelmässig anhören, damit ich sie hoffentlich ins Ohr kriege. Ich bin bei einem Lehrer . Er hat mir die Stücke gegeben und wir werden auch im Kurs daran arbeiten. Jeder Lehrer hat so eine eigene Methode, denke ich. Und deshalb interessieren mich auch immer die Erfahrungen von anderen Leuten. Erst seit 4 Monaten... Sollte da mein Ansatz schon länger fit sein? Ich spiele mit 2.5. Ich habe auch schon andere ausprobiert: das 2-Blättchen kling "nicht gerade schön" (und das 3er ist zu anstrengend...). Ich habe mich schon gefragt, ob es Sinn macht zum Üben ein leichteres Blatt zu nehmen; oder ist dies schlussendlich kontraproduktiv?
Toll, dass du so motiviert bist. Es gab auch schon sehr gute Tipps zum Üben. Hast du schon Vorerfahrungen von anderen Instrumenten? Denn für vier Monate Spielzeit hast du ziemlich schwere Stücke bekommen. Synkopen und synkopenverwandte Rhythmen mache ich mit meinen Schülern so früh noch nicht.
Nimm ruhig ein leichteres Blatt. 2,5 ist gar nicht so leicht. Manche starten ihre Saxophonkarriere mit 1,5. Probiere es ruhig mal mit dem 2er, da solltest Du auch schon vernünftige Töne hinbekommen können. Die stärkeren Blätter können noch warten, Du verdirbst Dir da nichts, im Gegenteil. Dein Ansatz und Deine Lippenmuskulatur müssen noch wachsen.
Welches Mundstück spielst du denn (Marke, Modell und Öffnung) und welche Blattmarke/-modell? Davon hängt auch ab, welche Blattstärke gut funktioniert.
Es kommt immer auch auf die Mundstücköffung und die Blattmarke an, aber nach 4 Monaten würde ich nicht unbedingt 2,5er Blätter verwenden.
Es gibt auch die Zwischengröße 2.25, die ist etwas leichter als 2.5. Allerdings können die Stärken zwischen den Marken/Modellen variieren. Nach 4 Monaten hatte ich noch leichtere Blätter gespielt.
Ja, es gibt Noten. Ensemble-Proben werden wir nur drei haben. Aber auch in meinem wöchentlichen Saxophonkurs nehmen wir die Stücke durch. Die erste Ensemble-Probe ist in zwei Wochen. Ich weiss nicht ob es da schon etwas aufzunehmen gibt. Ich bin schon sehr gespannt, wie die anderen klar kommen... Ich habe kaum Vorerfahrungen (nur Blockflöte vor 30 Jahren ). Meine Kinder lernen aber schon seit längerem ein Instrument und haben auch Theoriekurse, da war ich oft beim Üben dabei . Deshalb kann ich diese Rhythmen auch fast problemlos "klatschen" . Ja, die Stücke sind schwer für mich.... Ich kam in diesen 4 Monaten schnell voran (durch fleissiges Üben ), deshalb pusht mich mein Lehrer gerne etwas. Vandoren Profile Alto Sax AP3, Vandoren blau 2.5. Solange der Ansatz da ist, funktioniert es eigentlich ganz gut. Bin zufrieden mit dem Ansprechen und dem Ton.
Die blauen Vandoren sind stärker als andere Blätter. Deswegen tippe ich darauf, dass sie dir ein Stück zu schwer sind. Du kannst mal D'addario Reserve Blätter in derselben Stärke (2,5) probieren.
Wenn du die Stücke grundsätzlich verstehst, würde ich A. Mir die für mich kritischen Passagen markieren, und die speziell üben..... langsam. Mit tiktak (metronom, App, etc). B. Mir über die ev Vorzeichen in den Stücken im klaren werden. Das sind so meine Fallen, dass ich anfange zu spielen und dann merke, hallo, da gibt es ja Vorzeichen. Besser vorher schauen, die Tonleitern dazu geübt zu haben und damit auch die Griffe (mache ich vor jedem neuen Stück mit anderer Tonart, einmal trocken die Leiter durchgreifen. Dauert keine Minute und kann man zwischen den Stücken unterbringen. Der Stockschwinger vorn schaut ja, ob alle bereit sind und wartet ggf.). Kombiniere ich gerne mit Longtones über die entsprechenden Leitern (zuhause) C. Ich würde dem Rat @Livia folgend das Blatt ändern. Wenn das nicht geht, warum auch immer, erst mal mit dem 2er auf Ausdauer gehen. Ich hätte an deiner Stelle vermutlich damit schon Probleme eine Übesequenz zu überstehen. Die Longtones ev am Schluß wiederholen, dann mit dem stärkeren Blatt. Dann kannst du in 4 Wochen immer noch schauen, wie weit du mit deinem 2,5er kommst. D. Nicht überfordern. Mehrere kürzere Übesequenzen sind bei mir effizienter als wenige lange. Zwischendurch höre ich die Stücke und lese die Noten bewußt mit. Singen ist bei mir eher nicht so toll E. Mut zur Lücke. Ich spiele nur das, bei dem ich absolut sicher bin. Ich finde es besser für das Ensembles, dass ev meine Stimme (sind ja wenn nur ein paar Noten, die ich aussetze) kurz aussetzt, als dass ich Mist spiele. Geht halt nur, wenn ich nicht gerade als einziger Lead spiele. Das würde ich bei deinen Bandproben auch üben, den bewußten Ausstieg und wie ich wieder reinkomme.. F. Da du ja einen Lehrer hast, besprich mit ihm deine Probleme. Er hat jahrelange Erfahrungen und bringt dich da durch. Also keine Panik . Mein erster Auftritt war mit 6 mit ner Blockflöte bei einem Weihnachtskonzert... es lief besser, als gedacht. Der Kopf ist noch dran. Adrenalin hilft.
@Mona ich bin in der gleichen Situation, wir spielen im März ein Konzert mit 450 Zuschauern und es sind schwere Stücke. Für das Konzert nehme ich ein Blatt, dass etwas leichter ist und ich mir so auch leichter tue. Für das Üben konzentriere ich mich auf die schwierigen Passagen und übe praktisch nur diese. Da spart Kraft und Zeit. Ein Fehler, den ich früher gemacht habe, die Stücke immer von vorne zu beginnen und dann immer an der gleichen Stelle hängen zu bleiben. Zusätzlich streicht mir meine Lehrerin die Passagen zusammen,( sofern es kein Solo ist). Schwierige Läufe reduziert sie mir auf die z.B. downbeats, so dass ich in Passagen mit 16tel Triolen nur die 1,2,3und die 4 spiele. Das hat mir mein Üben vereinfacht, effizienter gemacht und ich habe es dann meisten über diese Sicherheit geschafft, den Rest auch noch hinzuzufügen. Aber der Druck: OMG, das schaffe ich nie ohne Fehler, der war weg. Die meisten arrangements findet man bei youtube, wo ma die Geschwindigkeit anpassen kann und du die schwierigen Passagen in deiner Stimme mitspielen kannst. Viel Erfolg beim Üben und ein schönes Konzert!