Selmer Reference

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von hanjo, 18.Juni.2013.

  1. Rick

    Rick Experte

    Hallo Michael!

    Ja, klar. Ich wollte auf keinen Fall ausdrücken, dass NUR Anfänger ihr Heil in der Jagd nach dem "Heiligen Gral" suchen, ganz im Gegenteil machen es ihnen auch sehr viele Profis vor.
    Immerhin hat auf diese Weise die Branche Umsätze, ist doch auch schön.

    Ich habe für mich diese Suche aufgegeben und konzentriere mich lieber darauf, was ich aus meinem aktuellen Equipment herausholen kann.
    Und das ist immer noch eine Menge, langweilig wird mir dabei nicht so schnell! :-D

    Sowieso.
    Ich gönne es natürlich jedem, seinen Weg zu verfolgen.

    Aber ich persönlich bin der Ansicht, dass man es sich manchmal auch zu schwer oder zu leicht macht, wenn man gerne alles, was gerade nicht rund läuft, auf die Ausrüstung schiebt.

    Auf jeden Fall teile ich nicht die mechanistische Meinung, dass man mit Hilfe von Wissenschaft und Technik das Musizieren optimieren kann.
    Gerade Ernests "Seele" entzieht sich wohl diesem Bereich, das Künstlerische entsteht durch Gefühl, Kreativität, Fantasie und nicht zuletzt Spontanität des Spielers und lässt sich nicht perfekt berechnen.

    Deshalb benötigt man natürlich ein Mundstück, das einem liegt, ein Sax, das mechanisch in Ordnung ist und gut in die Hände passt, Blätter, die eine leichte Ansprache und angenehmes Spielgefühl ermöglichen.

    Doch die Maßstäbe sind bei jedem unterschiedlich, können auch von Tag zu Tag variieren - manchmal erscheint dieses Mundstück angenehmer und jenes Sax bequemer, dann wieder inspiriert einen etwas ganz Anderes.

    Im Endeffekt ist es für mich vorwiegend eine ENTSCHEIDUNGSFRAGE, welches Equipment ich dauerhaft spiele.

    Manche Menschen wechseln ja auch ständig ihre Lebenspartner auf der Suche nach der EINEN perfekten Person, die man sich schon immer erträumt hat... :roll:

    Genau! :)


    Schönen Gruß,
    Rick
     
  2. Bereckis

    Bereckis Ist fast schon zuhause hier

    Mein neues Selmer Reference 54 ist top eingestellt.

    Ich finde es ungewöhnlich, wenn ein neues Selmer bzw. ein anderes Markensaxophon komplett neu eingestellt werden muß.

    Vielleicht war es ein Montagsgerät?
     
  3. Mugger

    Mugger Guest

    Moin,

    ich halte Steven Howard nicht unbedingt für einen Dummschwätzer und erlaube mir, ihn zu zitieren:

    ...Feel is next, where it relates to the action or keywork.
    You have to be careful here because a very great deal is dependent on how the horn is set up. I don't think it's unfair of me to say that pretty much all new horns are dreadfully set up in terms of feel. Actions are set too high, springs are set too hard - and half an hour in the hands of someone who knows what they're doing can transform the action completely...

    http://www.shwoodwind.co.uk/Reviews/Pro_saxes.htm

    Liebe Grüße,
    Guenne
     
  4. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier

    Oha!!!

    :ironie:

    Mach Dich hier nicht unbeliebt!
    Hier im Forum herrscht die festzementierte Meinung dass Selmer Instrumente grundsätzlich schlecht eingestellt ausgeliefert werden.


    Sooo ungewöhnlich ist das nicht. Das gibts öfters. Und das liegt daran, dass ein beträchtlicher Teil der Funktionalität eines Saxes von Naturmaterialien abhängt Leder, Filz, Kork etc.
    Und die haben nun mal Streuungen und neigen dazu, nicht sehr langzeitstabil zu sein.

    So kann zum Beispiel die Filzplatte eines Polsters in einem Polstersatz geringfügig weicher sein als die anderen. Damit drückt sich der Tonlochrand an diesem Polster etwas leichter und schneller ein als an den anderen Polstern (da reicht ein Zehntel mm). Wenn diese Klappe dann mit anderen verkoppelt ist schliessen die Klappen dann nicht mehr synchron und die Tröte muss nachgestellt werden.

    Oder die Korkplättchen. Die werden zwar vor dem Einbau komprimiert, aber auch wenn sie alle von der gleichen Korkplatte stammen, ist die Härte und Materialbeschaffenheit der einzelnen Plättchen doch unterschiedlich. So kann es sein, dass sich im Laufe der unter Umständen monatelangen Lagerung des Instrumentes bis es dann in die Hände des Endkunden gelangt die Korken unterschiedlich stark dekomprimieren. Und dann stimmt die Einstellung halt nicht mehr genau.


    Das ist nix schlimmes und tritt bei allen Fabrikaten auf. Und jeder seriöse Handler wird sowas kostenlos bereinigen.


    SlowJoe




    Edith: Günne war schneller und sagts mit weniger gequassel.
     
  5. Claus

    Claus Moderator

    Weiß ich alles. Aber ich wollte das Saxophon spielen und keine langwierigen rechtlichen Auseinandersetzungen führen, während deren Dauer ich das Instrument nicht hätte nutzen oder reparieren lassen können.

     
  6. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier


    Jo, wenn Du da an einen Händler geraten bist, der seinen Garantiepflichten nur nachkommt wenn er den Rechtsstreit verloren hat dann ist das für Dich natürlich mehr als dumm gelaufen.

    Und da kann es schon sinnvoll sein die Kröte zu schlucken und das Instrument auf eigene Kosten einstellen zu lassen......


    SlowJoe
     
  7. Claus

    Claus Moderator



    Ich hatte das Instrument abgespielt; es klang super, lag super in der Hand. Lediglich die tiefen Töne ab D sprachen nicht perfekt an bzw. fingen bei pp an zu blubbern.

    Der Händler versicherte mir, das sei nur eine "Einstellungssache" - er würde das noch in Ordnung bringen und ich könne das Instrument ein paar Tage später abholen. Im Vertrauen darauf habe ich gekauft und bezahlt - und das hätte ich nicht tun sollen. Das Instrument sprach nach der angeblichen Nachbesserung nicht besser an als vorher.

    Die restlichen Einzelheiten tun nichts zur Sache.

    Mittlerweile funktioniert es so, wie es nach meiner Erwartung von Anfang an hätte funktionieren sollen - das war ja für mich mit ein Grund, weshalb ich ein vergleichsweise teures Instrument bei einem Fachhändler erstanden hatte.
     
  8. Bereckis

    Bereckis Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Claus,
    wie Steamer schon sagte, da hat der Händler versagt.
    Aber jetzt ist es ja in Ordnung.


    Hallo SlowJoe,
    dass es kleinere Deckungsfehler geben kann, ist mir schon klar. Aber bitte keine komplette Neueinstellung. Im Fall von Claus hat der Händler das Instrument vermutlich mit seinen Versuchen vermurkst.

    Gruß
    Michael
     
  9. Bereckis

    Bereckis Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Claus,
    wie Steamer schon sagte, da hat der Händler versagt.
    Aber jetzt ist es ja in Ordnung.


    Hallo SlowJoe,
    dass es kleinere Deckungsfehler geben kann, ist mir schon klar. Aber bitte keine komplette Neueinstellung. Im Fall von Claus hat der Händler das Instrument vermutlich mit seinen Versuchen vermurkst.

    Gruß
    Michael
     
  10. TheSteamer

    TheSteamer Ist fast schon zuhause hier

    @claus

    Vielen Dank für die Erläuterung, so wird ein Schuh draus,…DER Händler!

    @allg.

    In den 80 und 90er Jahren nahm ich an Werksbesichtigungen bei Selmer teil,
    alle Instrumente die ich anspielen durfte, waren dicht und tadellos!

    Nun nehmen die Instrumente einen langen Weg über Generalvertretung bis hin zu den
    einzelnen Händlern, und manche Saxophone liegen auch schon mal 1 bis 1,5 Jahre, ohne das sie `Clamps` haben oder gespielt werden.

    Das die schwächsten Glieder (keine Fachwerkstatt Holzblasinstrumentenbau)
    Schwächen im Service aufweisen, muss ich doch niemanden erzählen.

    Es gibt zwei Kategorien:

    http://www.henri-selmer.info/fachhaendler.html

    Ihr kommt von selbst drauf WO ihr hingehen müsst!

    Im November werden einige von euch den Toko kennen lernen,
    DAS ist ein Meister, viel Spass und Erkenntnis! ;-)

    Grüße the Steamer
     
  11. Shorty

    Shorty Ist fast schon zuhause hier

    letztendlich müsst ihr halt den für euch optimalen händler finden.

    und wenn man mal lehrgeld bezahlt habt, was solls. kommt vor. ist mir in nürnberg ja auch einmal passiert.

    heute weis ich, dass viele gar nicht wissen, wie ein super gut überholtes oder neu-eingestelltes horn losgeht.

    mir macht es auch nix aus, wenns am anfang etwas teurer ist bei einer sehr gut gemachten überholung. wenn das horn 15Jahre (ab und dann nachstellen) super spielt, fällt das nicht ins gewicht.

     
  12. hanjo

    hanjo Ist fast schon zuhause hier

    Guten Tag zusammen,

    bedanke mich für die guten Wünsche.

    Hallo Joe,

    so würde ich das nicht sehen.

    Das ist bereits mein zweites Reference. Beide waren, für mich, nicht
    optimal eingestellt. Ja, spielen konnte ich, nachdem mein Stammreparateur die dazwischen hatte, mit den Dingern schon. Es lag an, für mich, entscheidenden Kleinigkeiten, daß die Dinger nicht so liefen, wie ich es verlange.

    Nach dem Besuch beim Selmer Spezialisten, ging das Ding aber deutlich besser. Er meinte, es sei keine Schande, ein Instrument nicht richtig einstellen zu können, das könnten lange lange nicht alle.

    Gleiches gilt für meine sx90r. Erst die Nachbesserung beim Fachmann ließ die Dinger laufen. Und das kostet halt ne Mark und viel Zeit.

    Gruß
    Hanjo
     
  13. saxhornet

    saxhornet Experte

    Das ist mit eins der stärksten Probleme. Selbst wenn die ab Werk optimal eingestellt wären, ist die Chance hoch, daß durch den Versand sich etwas verändert, deswegen ist es eigentlich notwendig, daß jedes Horn vom Händler bzw. seiner Fachwerkstatt kontrolliert und nachjusitert wird.

    Lg Saxhornet
     
  14. saxhornet

    saxhornet Experte

    Ein typisches Problem bei vielen Hörnern (speziell vielen modernen) und nicht immer mit Nachjustierung zu beheben. Allerdings ist es auch eine Frage des Ansatzes und was Du gewöhnt bist. Wer von manch altem Horn kommt hat damit mehr Probleme als Spieler, die immer moderne Hörner hatten oder eher von der Klarinette kommen. Über das Thema habe mich ich gerade mit Kollegen und einem Händler lange unterhalten.

    Lg Saxhornet
     
  15. Gast

    Gast Guest

    so nebenbei :) hab ich auch noch etwas mit modellmotoren und engem spiel zu tun.

    aus meiner sicht (bitte=meine meinung) sind es wirklich nur kleinigkeiten, die aber ungemein viel bewirken in sachen mechanik und zusammenspiel.
    ich schließe nicht aus, dass meine betrachtungen nicht " geläufig" sind.

    ein eingespieltes sax ziehe ich zu jeder zeit einem sax vor, dass das prädikat trägt - wirklich nagelneu, eben ausgepackt.
    ...und die sekunden in denen es ab fabrik abgespielt wurde sind für mich lediglich eine funktionsprüfung.

    doch - so die frage - wo bekommt man eine neues aber eingespieltes horn her :) :hammer: :pint:

    wenn ihr es wollt können wir uns im SchrauKu 1 auch darüber unterhalten, voodoo werde ich sicher nicht präsentieren!

    hoffe, dass ich jetzt endlich den thread hinbekomme, war die woche gesundheitlich etwas platt lol.
    nähere infos dazu unter diárrhoia


    was'n glück, dass es das forum gibt und einen laptop im bett :p
     
  16. saxhornet

    saxhornet Experte

    Richtiger wäre: Nicht alle Saxophone bedienen die Parameter gleich. Ein Verallgemeinern, speziell bei den alten Hörnern ist nicht möglich, denn es gibt nicht immer das eindeutig typische Conn oder Selmer. Bei modernen Hörnern mag die Mechanik und Haptik innerhalb einer Serie gleich sein aber auch da gibt es Unterschiede im Sound und Spielgefühl (vor ein paar Wochen Test von 7 Altos Yamaha 280, alle eingestellt von einer guten Werkstatt).

    Ich kann mich auch noch gut an meine letzte Hörsession mit Robin (vor seinem Tod) beim Saxophonservice erinnern: 6 Tenöre, alle Mark VI, alle vor Ort von den Jungs gut justiert (wie immer). Klanglich und vom Spielgefühl und teilweise auch von der Haptik doch deutlich anders und unterschiedlich. Ein paar näher zusammen aber nichts wirklich gleich. Teilweise sogar riesige Unterschiede.

    Das nennt man Tips geben oder auch Erfahrungsaustausch. Den Bereich: "Kannste blind kaufen, alle gut, klingt alles gleich, immer gut wenn korrekt eingestellt", übernehmen ja schon andere hier.

    Da Parameter immer durch zusätzliche persönliche oder weitere andere Parameter beeinflusst werden, kann man diese bei einigen Dingen nicht allein für sich betrachten oder festlegen. Allein aber schon die Streuung und das was man persönlich bevorzugt macht die verallgemeinernde Festlegung von verallgemeinernden Parametern bezüglich einer Marke oder eines Modells in Bezug auf Klang und Spielgefühl unrealistisch. Das wäre so als wenn Du behautpen würdest mit deinen Mundstücken klingen alle Spieler gleich und Du würdest jedem Mundstück einen eindeutigen, nicht individuell veränderbaren Klang zuordnen und zusätzlich behaupten jeder fühlt sich mit dem Spielgefühl des Mundstücks gleich wohl.

    Eine Philosophie mit Lücken, die sicherlich manchmal stimmern mag aber als Grundsatz schon sehr verallgemeinernd ist.

    Aha und Du weisst im Gegensatz zu uns bescheid und hast den Durchblick?

    LG Saxhornet

     
  17. Claus

    Claus Moderator


    Ich bin weit davon entfernt, ein richtig guter Spieler zu sein. Aber dennoch war ziemlich klar, dass es nicht (jedenfalls nicht hauptsächlich) ein Problem meines Ansatzes war. Ich weiß, dass ich die tiefen Töne bei einem gut eingestellten Instrument stabil und auch pp spielen kann - dafür habe ich schon zu viele Hörner besessen oder angespielt.

    Dass es nach einer kompletten Zerlegung und Neuaufbau des Instruments jetzt wunderbar klappt mit der Ansprache, ist eigentlich der ultimative Nachweis, dass vorher etwas nicht optimal eingestellt war.

    Ob das letztlich an der Fabrik, am Händler oder an beiden lag, ist mir als Kunde relativ egal. Wenn ich rd. 5.000 Euro für ein neues Musikinstrument ausgebe, dann erwarte ich einfach, dass es auch einwandfrei funktioniert.
     
  18. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier


    Das ist beim MK VI völlig normal.
    Nein, nicht wegen "Fertigungsstreuungen" oder was hier sonst noch so alles an Begründungen aufgeführt wird. Saxophone unter dieser Bezeichnung wurden so etwa 20 Jahre lang gebaut. Und in dieser Zeit immer wieder verändert. Andere S - Bogen - Mensur, andere Mensur des unteren Bogens, andere Ausformung des Bechers, anderes Tonlochnetz und andere Ausführung der Mechanik. Dass die dann alle anders klingen und sich anders greifen und spielen ist doch völlig normal. Ein 200 00er MK VI ist ein ganz anderes Sax als ein 120 000er und das ist wieder anders als ein 80 000er.
    Heisst aber genau so MK VI.
    Wird hier leider immer wieder durcheinandergewürfelt......



    SlowJoe
     
  19. TheSteamer

    TheSteamer Ist fast schon zuhause hier

    Alles neu! :-(

    Das kann ein Indiz dafür sein, das die Klappen nicht eingestellt wurden, (bzw. Schellack erwärmt wurde um Polster nach zu justieren) sondern gebogen wurde. :roll:

    Wenn, dann müsste man jemand die Leviten lesen!

    Frage im Nov. mal Toko. ;-)

    Grüße the Steamer
     
  20. saxhornet

    saxhornet Experte

    Vollkommen richtig, ist aber nicht nur beim Mk VI so sondern auch bei anderen Modellen und Firmen.
    Mein Alto S 80 II auf dem ich lange gespielt habe und welches im Laufe der Zeit von zwei Werkstätten überholt und eingestellt wurde war nie auch nur annähernd so gut wie mein Mk VI Alto. Eine Kommilitonin hat an der Uni ein S 80 IIer gehabt das der Wahnsinn war, ein tolles Horn, meinem S 80 IIer gnadenlos überlegen und auch nicht schlechter als mein Mk VI (sämtliche Profs wollte es ihr abkaufen). Oder nehmen wir das S III Sopran wo sowohl an Oktavmechanik als auch am S-Bogen im Laufe der Zeit Dinge verändert wurden.
    Was Du beschreibst findet also durchaus auch heute noch statt, wenn auch meist in weniger drastischer Form als früher. Allerdings hat auch Steamer recht damit, als er mal sagte ein Großteil der Streuung bei modernen Hörnern kommt, wenn wir schlechte Einstellungen ausschliessen können, meist vom S-Bogen.

    LG Saxhornet
     
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