Sopransax - gerader vs. gekrümmter S-Bogen

Dieses Thema im Forum "Saxophone" wurde erstellt von AltoBari, 12.Dezember.2025.

  1. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Für klangliche Veränderungen ist es viel wirkungsvoller, Mundstück und Blatt zu variieren.
     
  2. AltoBari

    AltoBari Ist fast schon zuhause hier

    ... die Mischung machts und dazu noch die individuelle Spielweise eines jeden Musikers.

    In diesem Sinne... HappySaxing
     
  3. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich habe selber zwei Soprane über längere Zeit besessen und gespielt. Ein ganz gerades und ein ganz gebogenes. Das sind mal komplett verschiedene Tiere! Das gerade Horn ist viel effektiver, technisch überzeugend und klingt wie eine Über-Oboe. Das Curvy ist mechanisch etwas ruppig und gewöhnungsbedürftig, schwieriger zu intonieren, dafür klingt es satt und warm und damit für meine Ohren nach dem Instrument, das ich viel lieber spielen würde, wäre ich Sopranist. Vielleicht sollte ich erwähnen, das 60 Jahre zwischen den Baujahren sind! :rolleyes:

    Aber im Ernst und ganz ohne Äpfel und Birnen: Der Abstrahlwinkel hat ganz erhebliche Auswirkung auf den empfundenen Sound. Du kannst dir einen ganz guten Eindruck vermitteln, wenn du mit einem Mikrophon dass Sopran einmal am Trichter aufnimmst und einmal von vorne über den Klappen. Der Trichteranteil ist viel schärfer und bratziger. Je mehr du den nach unten auf den Boden richtest, desto softer wird das Horn wahrgenommen - es sei denn du spielst im Bad auf Fließenboden, dann sollten sie in etwa gleich klingen.
     
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  4. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Ist das Curvy das alte? Vielleicht ist der Altersunterschied (und damit die Technik) der eigentliche Grund. Ein sehr altes und ein modernes gerades werden auch unterschiedlich klingen (habe ich selbst auch schon gehabt oder gespielt).

    Empfundener Sound vom Spieler oder vom Zuhörer (aus etwas Entfernung)?
     
  5. Bb7

    Bb7 Ist fast schon zuhause hier

    Ich habe ein YSS 675 in gutem Zustand, aber nur mit dem gebogenen Hals. Ich spiele das Sax nicht mehr, aber habe es mal mit einem geraden Hals probiert....
    So einen Hals kann man ggf. ja kaufen. Mir ist das gerade Sopran aus ganz klassischen Gesichtspunkten viel lieber, gehört sich einfach so, aber ich konnte nun auch nicht mit dem probiertem geraden Hals eine wirkliche Änderung feststellen, die die Kosten von ca. 400 € gerechtfertigt hätten. Ich habe mir diese Option mit dem geraden Hals einfach offen gelassen,......
    aber ich werde eh kein guter Sopranspieler mehr :(
     
    Zuletzt bearbeitet: 16.Dezember.2025
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  6. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ja, absolut. Darauf wollte ich letztlich hinaus mit den Äpfeln und Birnen…

    Beides. Bei der Klarinette ja auch. Wenn du sie hebst und nach vorne spielst, entsteht durch den Becheranteil des Klangs eine andere Mischung mit anderer Projektion. Beim Spielen gegen eine Wand oder einen Spiegel merkt man das deutlich. Wenn man sie mehr auf den Boden richtet, hängt es stark vom Bodenbelag ab, wie es klingt. Bei Teppich anders als bei glatten Böden. Muskinstrumente „klingen“ normalerweise ohnehin erst nach etwas im Raumkontext. Instrumente die einen relevanten Teil nach unten abstrahlen sind aber meines Erachtens noch mehr auf diesen Kontext angewiesen. Ohne die reflektierenden Flächen ist das schnell sehr fern vom Ohr. Und der Abstrahlwinkel hat bei nach unten strahlenden Instrumenten einen großen Einfluss auf den Sound im Raum.
     
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  7. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Ja, schon.

    Aber dabei geht es nun um die Richtung des Schallbechers und nicht mehr um gerader Hals / krummer Hals. Danach sollte das Curvy trotz seiner Krümmungen ja direkter / weniger soft klingen.

    Ich hatte auch mal ein einteiliges "saxello-artiges" (semicurvo) von R&C. Das hatte den lieblichsten, weichsten und süßesten Ton überhaupt. Was aber verschiedene Gründe haben kann. Z.B. war es dick vergoldet und vom Hersteller speziell als "klassisches" Instrument gedacht.

    Für mich bleiben die Ergonomie und die mechanische Komplexität die entscheidenden Kriterien. Mit einem Curvy könnte ich gar nicht spielen.
     
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  8. Blofeld

    Blofeld Ist fast schon zuhause hier

    Ich kann nur mir einem Curvy spielen. Und die Moral von der Geschicht: Jeder Jeck ist anders!
     
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  9. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich glaube schon, dass die Bauform erheblichen Einfluss haben kann. Ich will aber darauf hinaus, dass allein die Abstrahlrichtung den Sound beeinflusst und es möglich ist, dass der gebogene Hals schon deshalb anders klingt.
     
  10. ppue

    ppue Mod Experte

    Das Curvy bläst doch mehr in den Teppich als eine gerade Variante, oder mache ich da einen Denkfehler?
    Wenn ich soliere, spiele ich meinen Einteiler schon mal komplett waagerecht. Macht optisch was her und klingt natürlich auch fetter. So in der Bechetschen Art:

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    Beim gebogenen Bogen müsste man den Kopf da noch einmal mehr verbiegen (-:
     
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  11. AltoBari

    AltoBari Ist fast schon zuhause hier

    Ich denke mit Curvy ist nicht der S-Bogen gemeint, sondern die Bauart des Sopransaxophons = Optik wie Altsax...nur kleiner.
     
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  12. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ein richtiges Curvy hat (so wie ich den Begriff kenne und hier meinte) die komplette Saxophonform und der Becher zielt nach oben/vorne.
    Das war sozusagen ein Seitenaspekt zwecks Soundunterschied auf dem Boden vieler Variablen.

    Eigentlich geht es im Thread aber um den geraden oder gebogenen Bogen alleine. Und da ist es so, wie du sagst: das Sopran feuert mit dem gebogenen noch mehr in den Perser und klingt alleine dadurch weniger hell, unabhängig von eventuellen Soundänderungen durch den Bogen.
     
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  13. ppue

    ppue Mod Experte

    Ah, ich bin immer etwas überfordert mit den neuamerikanischen Begriffen. Danke für die Klärung.
     
  14. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Warum neu. Einfach nur amerikanisch.
     
  15. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Also zum Thema, was der gerade oder der gekröpfte Hals (es ist ja nun mal auf keinen Fall ein "Bogen") am Sopran macht ...

    Mir ist ein Brancher "J17" Metallmundstück für's Sopran zugelaufen - eigentlich, weil ich für ein Lawton 6 Star B zu knickerig war... das Brancher hat eine ähnliche Bullet-Kammer und gefällt mir ziemlich gut. Wie an anderer Stelle geschrieben stellt mich die Klarinette vor die Frage, wie ich mit dem Sopran klingen möchte und ich festige da gerade meine neu entwickelten Ideen. Aber ich schweife ab...

    Jedenfalls habe ich den gekröpften und den geraden Hals mit dem Brancher und auch mit meinem bisherigen PhilTone Sapphire sowie mit LaVoz M, Marca American Vintage 2,5 und Alexander DC 2,5 durcheinandergewürfelt. Ich erspare mir und anderen irgendwelche Aufnahmen.

    Unter dem Strich ist alleine die Änderung der Blätter stärker hörbar, als die Änderung des Halses. Beim Wechsel der Mundstücke sowieso.
    Dennoch bleibt der Gesamteindruck beim gekröpften Hals immer etwas weicher und breiter, als beim geraden.

    Das kommt mir beim Brancher entgegen weil das Ding schon ganz ordentlich zur Sache geht.
    Interessanterweise sprechen beim Brancher auch die Töne der rechten Hand (F - C) mit dem gekröpften Hals besser an.
    Das PhilTone wird mit dem LaVoz und dem geraden Hals dagegen schon fast holzig im Klang, was eine hübsche Variante ist, wenn es mal nicht so laut sein darf.
     
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  16. Perlvatt

    Perlvatt Kann einfach nicht wegbleiben

    Natürlich spiele ich mit einem gebogenen Hals etwas mehr nach unten als mit dem geraden.
    Ich halte das allerdings für nicht wirklich relevant. Beim Spielen bewege ich mich doch die ganze Zeit und beim Zuhörer kommen jede Menge Reflexionen an. Ich bezweifele daher, ob im Publikum die Unterschiede hörbar sind.
     
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  17. Bb7

    Bb7 Ist fast schon zuhause hier

    Da hast du sicherlich recht.....das hört niemand aus dem Publikum. Aber es hängt ja auch sehr viel davon ab, wie man sich selbst mit dem Instrument und dem Klang fühlt, auch wenn es niemand hört :):)
    Und das eigene zufrieden sein färbt dann auch womöglich auf besseres/passenderes Spiel ab und das hört der Zuhörer dann doch vielleicht bisschen. Nur ein bisschen, weil er hat ja keinen Vergleich. Ich als Spieler habe aber den Vergleich.
    Und deswegen sind so Kleinigkeiten manchmal wichtig.
     
  18. AltoBari

    AltoBari Ist fast schon zuhause hier

    Mein persönliches Fazit bislang: die Haltung mit dem gekrümmten Bogen ist auf Dauer etwas bequemer, klanglich gefällt mir der gerade Bogen besser...unterstreicht den "Charakter" des Soprans besser...zumindest mein subjektiver Eindruck.

    Werde je nach Lust und Laune beide spielen.
     
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