Spielen Profis noch Vintage-Saxophone?

Dieses Thema im Forum "Saxophone" wurde erstellt von Steven.Tailor, 10.April.2026 um 21:41 Uhr.

  1. Tom.66

    Tom.66 Ist fast schon zuhause hier

    Danke @Juju, das habe ich auch schon öfter erwähnt. Als ich von 6M zu 26M gewechselt habe, war das eine sehr große Erleichterung. Die Ergonomie ist up to date. Daher frage ich mich, warum das 6M derart gesucht ist, und in Attendorn bei MRO 26M und auch 28M darauf warten, gespielt zu werden.
    Gerade das 28M hat eine Mechanik, die ihresgleichen sucht, bei einem „moderneren“ Sound. Wer die Gelegenheit hat, sollte dieses Sax einmal anspielen. Ich werde meins nicht mehr hergeben.
     
  2. Paco_de_Lucia

    Paco_de_Lucia Ist fast schon zuhause hier

    Was stört Dich - und offenbar viele - so daran?
    Die haben sich zu dieser Zeit (1920er Jahre) auch was bei dacht, mein Conn sind die alle in Reihe, das geht toll,
    ob ich nun vom C# aufs Bb springe - oder wie ich, den Finger aufs Bb schnell über B(H) vorschiebe -
    oder, wie bei modernen Tischen, da runterrutsche, ich merk da keinen Unterschied,
    einzig die C#-Ab-Kopplung fehlt manchmal in klass. Stücken, das kann aber kompensieren, in dem ich schon eine kleine Ecke C# vorgreife,
    bei der Klarinette gibts viel gemeinere Sachen....
    [manche haben sich diese Kopplung nachinstalliert, geht auch einfach]
    ...und siehs so - die Mühe lohnt sich, sich daran zu gewöhnen, die Dinger klingen doch toll.
    gute Erfolge
    Paco
     
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  3. Tom.66

    Tom.66 Ist fast schon zuhause hier

    Es geht um den Winkel des Pinky table zu den restlichen Klappen der linken Hand. Wenn du große Hände hast, ist es fast unmöglich das gescheit dran zu kommen. Bei dem 26M stehen die im gleichen Winkel wie alle anderen Klappen. Bei einem 6M ist der Tisch um einige Grad nach links gedreht. Es ist natürlich ein großer Vorteil, dass C#, B und Bb in einer Reihe liegen. Der Sprung von Bb nach C# oder B ist damit ein Kinderspiel.
     

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  4. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Mich störte ein taubeneigroßes Ganglion („Überbein“) am linken Handgelenk, das nach Auskunft des operierenden Orthopäden - Vater einer saxophonspielenden Tochter - höchstwahrscheinlich ursächlich mit dem etwas ungünstigen Winkel bei der Betätigung insbesondere des tief-C# zusammenhing.

    In einem etwas anderen Winkel und mit weniger unterschiedlichen Tasterkräften wäre die Anordnung wie beim Conn absolut genial.

    Die haben das sehr aufwändig beim 30M (1935-1943) gelöst, wie @Juju schon schrieb.
    Nur - 1935 kam Selmer mit der vergleichsweise viel einfacheren Balanced Action-Idee.
    Was sich durchgesetzt hat, wissen wir.
     
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  5. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Das hörte, las und sah ich schon mehrfach.

    Leider sind die Biester so rar, dass ich noch nicht mal eins zum anfassen, geschweige denn eins mit vielversprechender Substanz zum Kaufen gefunden habe.
    Im Vergleich dazu sind die überschlägig 80.000 5-digit BA, S(B)A und MK VI, (davon ca. 50% Alto und 30% Tenor) ja eine regelrechte Flut.

    Irgendwann stand mal eins „unvollendet“ zum selber Überholen in Kleinanzeigen.de - warum nur?
    (Spoiler: weil man wahrscheinlich einige fehlende aber essenzielle Teile mit Versuch und Irrtum nachbauen müsste…)
     
  6. Paco_de_Lucia

    Paco_de_Lucia Ist fast schon zuhause hier

    Das wusste ich nicht, das ist schade, weil auch diese alten Teile sich gut bedienen lassen.
    Immerhin wurde das Glazunov-Konzert auch auf solchen Mechaniken Uraufgeführt - in dem Fall ein Cigar-Cutter. Aber der hat auch diesen "älteren" Kluster.
    Ich fragte nur, weil offenbar vielen diese "alte" Anordnung gegenüber den neuen Tischen, zu schaffen macht. Und das würde ich gern verstehen....
    Beides hat Vor-und Nachteile. Hab grad mal checked - verminderte - Db-Bb - ist wieder dringend zu üben ;-)

    Dann gute Erfolge weiterhin
     
  7. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Bzgl. der Ergonomie kommen wir damit zur Ausgangsfrage zurück: wenn das alles sooo schwierig ist, warum tut man sich das an? Tun sich Profimusiker das an? Ev. Profimusiker in welchem Bereich?

    Ich bin kein Profimusiker. Ich habe jahrelang div Vintages gespielt, davor Klarinette mit deutscher Griffweise. Ein zufällig erworbenes Yamaha Tenor ist mein erstes modernes Saxophon. Ja, es hat ein paar Funktionen, die sind.... spielerleichternd. Andere Dinge, wie der verdrehte Korpus, sind für mich eher nicht so toll.
    Mich nervt mein Lehrer im Unterricht ständig damit, dass ich bestimmte Griffe auf dem yamaha anders greifen kann, um mir die Arbeit zu erleichtern. Bisher ist das für mich keine Erleichterung bzw komme ich ohne diese genauso zum Ziel. Selbst auf meinem Guenot, bei dem ich richtig zwischen gis und fis umgreifen muss, ist das Gewohnheit. Und genau darin sehe ich die Ursache der Diskussion. Man lernt auf dem einen, wechselt dann auf das andere, und dann ist das Neue nicht so wie das vorherige.
     
  8. cwegy

    cwegy Ist fast schon zuhause hier

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass Berufsmusiker ihre Instrumente anpassen lassen, damit sie für sie passen.
     
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  9. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Also so ein Selmer ab BA ist überhaupt nicht „schwierig“.
    Ein Conn 6M/10M ist, mit der einen Ausnahme Pinky-Cluster, auch nicht „schwierig“.

    Man tut sich das an, weil man - tatsächlich oder gefühlt - etwas zurückbekommt, das ein nagelneues YYS nicht anbietet (und was bei der durchschnittlichen Taiwanware nur im Werbesprech stattfindet).

    Das kann im Klang sein, in der Mechanik, die besonders flüssig läuft oder in der Optik (und wenn’s nur abgerockt aussieht und man so tun kann, als hätte man sich die Patina selber erspielt).

    Ausserdem bekommt man so manches alte Profi-Horn zum Schnäppchenpreis. Als Profi wollen die 10k fürs Supreme erst mal verdient werden…
     
  10. mato

    mato Strebt nach Höherem

    Zur Ausgangsfrage: Beim Tenor sehe ich hauptsächlich immer noch Mark 6. Beim Alto scheint es etwas bunter zuzugehen. Als Vintage ist da das Conn 6m häufig zu sehen.
     
  11. cwegy

    cwegy Ist fast schon zuhause hier

    Ist denn „das“ Mark VI überhaupt ein Vintagesaxophon?
     
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  12. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Das mit dem "schwieriger" ging nicht unbedingt in deine Richtung.
    Hier ist aber häufig der Disput, dass die alten Mechaniken dies nicht können, das nicht können, falsch herum drehen und damit die hebel ungünstig sind, etc etc. Und letztlich, dass der verdrehte Korpus das Allheilmittel war, da damit ja viel mehr Platz für die moderne Hebelage geschaffen wurde. Hatten wir, gefühlt, hundert mal.
    Du argumentierst mit dem Selmer BA bzw 6M/10M. Da hat man m.W., und ich habe weder das eine noch das andere, schon aufgeräumt. Ich spiele noch ne Generation davor, also new wonder 1 und 2, buescher truetone, rene guenot. Kohlert 57 und Keilwerth Newking ist bei mir schon modern.
    Trotzdem, so wirklich vermissen tue ich auch bei den Alten nichts. Von der Handhaltung liegen mir die sogar besser, von der Hebelage ist für mich selbst das truetone ergonomischer als meine Klarinette.
    Jetzt beobachte ich mich: es stehen bei mir immer 2 bis 3 Tenor griffbereit im Ständer. Welches nehme ich, wenn ich mal spontan zu ner CD oder Platte mitspiele? Conn nw1, buffet sda oder yamaha yts62? 70% conn, 25% BC und 5%Yamaha.
    Beim Alto ist das ähnlich, wobei es da noch mehr auf die Musikrichtung ankommt, ob es buescher/guenot, oder kohlert/keilwerth oder gar conn wird.
    Bisher habe ich bei fast keinem irgend etwas vermisst, mich nicht umstellen können, mir gewünscht ein modernes Instrument zu haben (ok, beim guenot wäre der fis/gis-Wechsel nett, geht auch ohne; mit dem Akustik Tenor komme ich gar nicht klar. Da sind meine Hände nicht für gemacht. Mein Evette Sopran bräuchte eine oktavklappenautomatik.. geht ohne, ist aber strange).
    Daher eher die Frage, sind es wirklich objektive Vorteile, die ein modernes Instrument hat/hätte, auf die ev ein Profi auch angewiesen ist (z. B. hoch fis), oder ist es reine Gewohnheit? Stimmung verstehe ich, Blaswiderstand auch, Position der Aufhängung und der Daumenauflage/haken auch gebongt,...
    Ich bin mit meinem Conn nix langsamer als mein Profilehrer auf seinem mk6. Ich muss manchmal mehr arbeiten, ja.
     
  13. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Nein
     
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  14. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    In meinem Umfeld der ambitionierten Amateure und Semiprofis sowie Profis spielt kaum jemand was anderes als Mark VI, seltener Super Balanced, noch seltener Balanced.
    Höchstens als Backup mal moderner. Ganz selten sieht man mal ein Martin.
    Ohne das zu bewerten, es ist halt so.
     
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  15. mato

    mato Strebt nach Höherem

    Die Frage habe ich damit nicht beantwortet. Nur meine Beobachtung mitgeteilt, dass viele Profis als Tenor dieses Selmer spielen und keine älteren Modelle.
    Gibt es eigentlich Profis, die ältere deutsche Saxophone wie Hüller, Hohner oder auch Weltklang spielen?
     
  16. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Ich kenne keinen. Nicht einmal einen, der ein modernes deutsches Saxophon spielt.
    Früher musste die Günter Norisband/Bigband der Bundeswehr Keilwerth spielen. Heute ist m.W. nur noch einheitliche Optik vorgegeben.
     
  17. Onkel D

    Onkel D Ist fast schon zuhause hier

    In meiner Ausgangsfrage meinte ich mit alt oder Vintage die Saxophone vor Mark VI. Das sind die, die ich kaum mal von Profis auf der Bühne gespielt sehe.

    Ich habe mir schlicht die Frage gestellt, warum im "Das ist mein Saxophon"-Thread hauptsächlich Instrumente gezeigt werden, die ich nie auf Konzerten sehe. Und meine Vermutung war, dass das mit den alten Instrumenten eher ein Liebhaber-Ding ist als ein Spieler-Ding.
     
    Bereckis und cwegy gefällt das.
  18. Witte

    Witte Ist fast schon zuhause hier

    Iss wahrscheinlich Beides...;) Gerade beim Bari im Jazzbereich finde Ick zumindest viele auf Conn 12m.., oder New Wonder II..., klar auch Mk VI...

    Michael Willbur iss ja auch so nen Conn Typ...;)

     
  19. Witte

    Witte Ist fast schon zuhause hier

    Nicht nur Berufsmusiker...;) Mein Bari, und mein Alt sind ja auch bei Mir gelandet, da Ick mich in den Sound verliebt hab... Alte Conn Mechaniken liegen bei Mir gut in den Fingern, der Rest wird angepasst..., beim 12M die Palmkeys mit Kork an meine Hand angepasst, die Daumenauflage seitlich aufkorken lassen, und was Kork an den Daumenhalter... Bei meinem New Wonder II Alt hat mein Saxdoc die Palmkeys lediglich etwas biegen müssen..., perfekt...;)

    Lohnt sich übrigens total...!
     
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  20. cwegy

    cwegy Ist fast schon zuhause hier

    Ah ok, durch dieses „immer noch“ habe ich es in den falschen Hals bekommen.
     
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