Spielen Profis noch Vintage-Saxophone?

Dieses Thema im Forum "Saxophone" wurde erstellt von Steven.Tailor, 10.April.2026 um 21:41 Uhr.

  1. Roman_Albert

    Roman_Albert Ist fast schon zuhause hier

    Tivon Pennicott spielt verschiedene prä-MkVI Tenöre mit beidseitigen Becherlklappen.
    Er ist u. a. für Gregory Potter aktiv.
     
  2. Witte

    Witte Ist fast schon zuhause hier

    Das deckt auch meine Beobachtung...;) Sind ja zweifelsohne gute Instrumente... Als Hobbysaxophonist bin Ick eben bei Conn gelandet, da Ick viel Sound zum akzeptablen Preis bekam...;)
     
  3. slowjoe

    slowjoe Strebt nach Höherem

    Da wird Dir jeder was anderes erzählen....
    Geprägt durch eigene Vorlieben / Abneigungen.

    Beispiel: Das Conn 10M wurde bis in die 70er Jahre hinein gebaut.
    Gilt als Vintage....

    Das MK VI wurde bis in die 70er Jahre hinein gebaut.
    Gilt bei einigen nicht mehr als Vintage...


    SlowJoe
     
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  4. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Dabei heißt „Vintage“ doch eigentlich nur „Jahrgang“ … so gesehen ist ein Supreme von 2026 auch ein Vintage …:p

    Spass beiseite - diese Vintage-oder-nicht-Diskussion ist meiner Meinung nach völlig überflüssig.

    Wenn ein Modell einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat und nicht mehr hergestellt wird, ist es vintage genug für mein Verständnis.
    Der bleibende Eindruck materialisiert sich in der Häufigkeit, es im Einsatz zu erleben sowie der Bereitschaft, dafür mehr als den Buntmetallwert auszugeben.

    Wie immer im Leben geht sowas nicht ohne eine gehörige Portion Hype (für die Mark VI, die viele unserer Idole spielten und spielen) bzw. eine faktische Ignoranz für sehr gute aber weniger gehypte Modelle.

    Unter dem Strich dürfte an so einem Hype aber schon etwas dran sein.
    Die Wahl zwischen vier oder fünf Supreme und über die Jahre etwa 20 angespielte und besessene Mark VI hatte für mich einen eindeutigen Sieger: Ohne dieses Mark VI wäre ich bei meinem nicht-vintage-Eastman geblieben.

    Ohne das Überbein hätte ich mein 10M behalten … und wahrscheinlich auch ein, zwei andere alte Kannen, die nach der OP meinem „nie-wieder-Vintage“ Wahn zum Opfer gefallen waren.

    Dabei gebe ich unumwunden zu, dass ich in der sehr glücklichen Lage bin, solche Entscheidungen erst in zweiter oder dritter Linie vom verfügbaren Geld abhängig machen zu müssen.
     
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  5. Peterchen

    Peterchen Schaut nur mal vorbei

    Klanglich und ergonomisch habe ich noch nichts beflügelnderes in den Händen gehalten als ein Mk6, Selmer, BA oder SBA Tenor.
    Natürlich gibt es auch tolle amerikanische Vintage-Hörner ala King oder Conn u.a..

    Die junge Garde der Profis spielt durchaus Vintage-Saxophone. Zum Beispiel Nicole Glover, hier auf einem Conn (?) Tenor:


    oder einem Selmer BA oder SBA (kann ich aufrund der Bilder nicht unterscheiden) z.B. hier
     
    Zuletzt bearbeitet: 14.April.2026 um 23:06 Uhr
  6. slowjoe

    slowjoe Strebt nach Höherem


    Das ist ein "spätes" SBA...

    SlowJoe
     
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  7. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Vielleicht hat es auch nicht-musikalische Gründe.
    In seinem vintage steckt Herzblut drin. Wenn das verunfallt oder gar geklaut wird, ist so etwas schwer bis gar nicht ersetzbar. Ich kann nicht einfach in einen Laden fahren und mir mal eben Ersatz beschaffen. Ggf zahlt auch eine Versicherung nicht das, was das Instrument für den Spieler wert war.
    Nehme ich hingegen ein aktuelles Instrument, und das wird geklaut, kann ich viel leichter Ersatz finden. Im Extremfall lasse ich mir 10 gleiche schicken (übertrieben)....und wähle daraus aus.
     
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  8. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Wir könnten das aufgemachte Fass noch mit ein paar Pfund Pulver anreichern:

    „What makes a horn great?“ um den Titel von Rick Beato‘s Youtube-Reihe zu entlehnen.

    Oder anders, auf Deutsch gefragt:
    Warum lässt mich bisher jedes Supreme kalt und ich würde mich stattdessen immer für ein auch nur mittelgutes Mark VI entscheiden?

    Was macht ein altes, angeblich schwierig zu wartendes, nicht zu ersetzendes, vorgeblich unergonomisches Vintage so attraktiv, dass man ein modernes, schickes, einfach zu spielendes, superergonomisches YYS dafür im Laden stehen lässt?

    Ausblenden würde ich hier mal das Versprechen der diversen Handelsmarken, ein neues Horn mit Vintage-Charakter zu bauen. Das ist ein ganz anderes Thema (das aber nur zeigt, dass es schon irgendwie einen Unterschied macht, ob ich ein neues Supreme, 82Z, WO10 kaufe oder einen alten Haufen Messingblech).

    Das hat natürlich mehrere Dimensionen von Klang über Ergonomie bis Reparierbarkeit auf der einen Seite und von den Ansprüchen des Bedieners zwischen dem Late Bloomer mit dickem Geldbeutel und einem international aktivem Bühnenprofi.

    Let‘s talk…
     
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  9. Onkel D

    Onkel D Ist fast schon zuhause hier

    Nee, das interessiert mich gar nicht. Die Mark VI vs. Supreme Thematik ist mir wurscht. Aber meine Ausgangsfrage ist eh längst beantwortet. Insofern also gerne Bühne frei für andere Themen. :)
     
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  10. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Für mich ganz klar: Zu viel Gerümpel auf den neuen. Die Schlichtheit der alten Mechaniken gefällt mir aus vielen Gründen besser. Und dann gibt es natürlich Soundeigenschaften, die möglicherweise sogar teilweise damit zusammenhängen, dass die neuen Hörner so vollgepackt sind.
     
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  11. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    @giuseppe
    was haben denn neue Hörner so viel mehr als ein Mark VI? Verstehe das Argument nicht.

    Gruß,
    Otfried
     
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  12. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Wenn du das nicht weißt, kann dir das kein anderer beantworten. Es ist deine Entscheidung...

    Mein lieblingssaxophon in meiner "Flotte" ist mein Conn NW1 alto. Warum? Das hat mehrere Gründe.
    Es ist über einhundert Jahre alt. Finde ich toll.
    Es stimmt rel genau. Ich muss bzgl Intonation nicht viel tun.
    Für mich "passt" die Mechanik.
    Es macht intuitiv das, was ich will. Ähnlich Motorradfahren im flow. Ich muss/brauche/darf über nichts nachdenken, es passiert.
    Der Sound, den ich als Spieler wahrnehme, ist genau der, den ich erwarte, wenn ich jazz, blues, pop, rock oder latin spiele. So ein bischen dreckig, rotzig, rauchig.... mit einer eher breiten Abstrahlung. Mein truetone, etwa gleich alt, ist da genau anders. Klarer, strahlender Ton mit einer sehr fokussierten Abstrahlung. Das Conn ist Joe Cocker, das Buescher mehr Placido Domingo.

    Gibt es ein modernes Instrument, dass das auch kann? Sicherlich. Ich habe es bisher noch nicht gefunden.
    Suche ich danach? Nein, wozu? Und jetzt kommt das Argument, wo jedes moderne Instrument abk... Mein olles Conn hat 330€ inkl Versand, Zoll und Steuer gekostet. Dazu kam eine GÜ. Rechne ich den heutigen Preis sind das zusammen 1330€. Das Truetone war noch günstiger, das brauchte keine GÜ.
    Jetzt geh mal in einen Laden und versuch mal ein neues, modernes instrument zu kaufen für das Budget, dass diese klanglichen und spielerischen Eigenschaften hat. Bisher war ich erfolglos.
     
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  13. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Vielleicht ist das Argument auch nicht valide, aber so fühlt es sich für mich an. Kopplungen, Stellschräubchen, zusätzliche Klappen. Die Gewichtsunterschiede zwischen einem schönen Vintage und einem modernen Standardhorn sind beim Alt und Tenor laut @ppue's ungeeichter Liste meist zwischen 200 und 500g, beim Bari auch mal 1-2 kg (allerdings Tief A vs. Tief B).

    Ob es diese 300 g beim Tenor fett machen, kann ich nicht mal sicher sagen. Aber wenn ich ein 10M oder SBA in der Hand halte, fühlt sich das leicht und geschmeidig an, wie ein guter Turnschuh. Wenn ich ein modernes Selmer oder Yamaha in der Hand halte, fühlt es sich an, als wäre alles doppelt geschient, wie ein schwerer Wanderschuh. Ich weiß nicht, ob es nachvollziehbar ist.
     
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  14. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Dann nimm mal ein altes Buffet Crampon ab 18 20 bis SDA. Das fühlt sich subjektiv doppelt so schwer an wie ein NewWonder. Und die haben kein hoch-fis, keine Einstellschrauben oder sonstigen modernen Kram. Dagegen ist das yts 62 leicht (subjektiv).
     
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  15. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Vielleicht habe ich deshalb ein Faible für die zweistelligen Yamahas. Erinnern mich an Vintage-Selmers.
     
  16. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Ähnlich argumentiert mein Coach, der ein SBA und im Unterricht ein älteres Keilwerth Stencil spielt.

    Da diese weniger Masse haben, bevorzugt er diese.

    Allerdings wären die modernen Spitzeninstrumente für ihn präziser und homogener.

    Ich selber kann dies im eigenen Vergleich gut nachvollziehen.

    Ich mag beide Welten!

    Aktuell bevorzuge ich die Homogenität. Wie bei den Nord-Keyboards ist ein WO20 immer durch ein WO20 austauschbar.

    Bei meinem MK6 wäre dies nicht möglich, weil die MK6 alleine durch die GÜ unterschiedlicher Docs und dem Alterungsprozess immer sehr individuell sind.

    Ein WO20 oder auch ein Yamaha Custom kann ich blind kaufen. Beim Supreme muss in der Regel ein Doc nochmals vorher etwas ran. Ein MK6 ist immer anders.

    Aber am Ende bleibt immer das Können und die Musikalität des Spielers entscheidend.
     
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  17. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    @Sandsax, mich würde deine Meinung zu meinen gefühlten Unterschieden zwischen alt und neu interessieren, nachdem du nicht wie ich eine Hand voll in der Hand hattest, sondern vermutlich alle historisch bedeutsamen.
    Hoffe die Nötigung ist OK. :)
     
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