Tenor - Mundstück - weicher Ton

Dieses Thema im Forum "Saxophone" wurde erstellt von Bohemien, 8.Januar.2026 um 04:38 Uhr.

  1. Nemo

    Nemo Ist fast schon zuhause hier

    Ach - das war doch bestimmt Absicht... ;)
     
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  2. Blofeld

    Blofeld Ist fast schon zuhause hier

    @Bohemien kannst du bitte deine Fragestellung noch einmal präzisieren: du willst Subtone spielen, hast aber in deiner Auswahl zwei Mundstücke, die einen dunklen Ton produzieren. Das sind ja zweierlei Paar Schuhe. Oder bist du der Meinung, dass das eine mit dem anderen zusammenhängt? Ich keineswegs. Ich habe Baffle-Mundstücke, die ebenso geeignet für Subtone sind wie dunklere. Unter anderem auch ein BL 110/2. Das macht einen schönen Subtone ohne Problem. Nur klingt es eben heller. Von den dunkleren würden mir auch OL Klone einfallen. Aizen LS wurde erwähnt, geht sehr gut.
    Meiner Erfahrung nach sollte das Mundstück für die Subtone Eignung eher offen sein und das Blatt nicht zu leicht. Baffle oder nicht ist eigentlich egal.
     
  3. Bohemien

    Bohemien Schaut nur mal vorbei

    Danke für die Rückmeldung, ich versuche es gern noch einmal zu präzisieren.
    Mir geht es nicht primär um „Subtone als Technik“, sondern um einen bestimmten Klangcharakter:
    maximal warm, dunkel, mit hohem Luftanteil, also ein dauerhaft gehauchter, atmender Ton, wie man ihn aus Balladen-Kontexten bei Webster, Gonsalves oder frühen Getz kennt.
    Dass Subtone grundsätzlich mit sehr vielen Mundstücken möglich ist – auch mit fokussierteren oder baffle-stärkeren Designs – stelle ich nicht in Abrede. Ich kann selbst mit meinem Berg Larsen Subtone spielen. Der Punkt ist für mich aber ein anderer:
    Wie leicht entsteht er, und wie klingt er dabei?
    In meiner Erfahrung (und auch akustisch nachvollziehbar) beeinflussen Kammergröße, Baffle-Form und Luftführung sehr deutlich,
    wie früh der Ton fokussiert,
    wie dominant der Obertonanteil wird,
    und ob der Ton eher „zerfällt“ oder sich sofort kernig stabilisiert.
    Ein Mundstück kann also durchaus subtone-fähig sein, dabei aber heller, fokussierter oder kerniger klingen. Genau das ist z. B. bei vielen Baffle-Mundstücken der Fall – auch wenn der Subtone technisch problemlos funktioniert.
    Mein Ziel ist jedoch explizit nicht:
    Subtone auch spielen zu können, sondern:
    einen grundsätzlich weichen, dunklen, luftdurchsetzten Grundklang,
    bei dem Subtone eher der Normalzustand als ein Effekt ist.
    Deshalb schaue ich gezielt nach Mundstücken mit:
    sehr großer Kammer,
    sehr wenig bzw. keinem Baffle,
    eher moderater bis größerer Öffnung,
    weil diese Bauweise den Grundtonanteil begünstigt und das Klangbild dauerhaft „luftig“ hält – unabhängig davon, ob ich gerade bewusst Subtone spiele oder nicht.
    Dass man mit einem BL 110/2 oder 115/2 ebenfalls Subtone erzeugen kann, ist unbestritten – ich empfinde den resultierenden Klang dabei aber als klarer/heller, was schlicht nicht die Ästhetik ist, die ich suche.
    Kurz gesagt:
    Subtone-Eignung und dunkler, gehauchter Klang hängen für mich nicht zwingend technisch zusammen, wohl aber klanglich.
    Ich suche nicht das vielseitigste Mundstück, sondern dasjenige, das diese eine Klangidee maximal unterstützt.
     
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  4. Blofeld

    Blofeld Ist fast schon zuhause hier

    @Bohemien Danke für die Erläuterung. Dann bleibe ich bei der Empfehlung eher offener OL Klon, einigermaßen hartes Blatt. Der subtonigste Spieler, den ich überhaupt kenne, ist Stephen Riley. Er spielt angeblich ein OL 9* mit 5er Blättern. Ist natürlich ein Extrembeispiel, aber da hast du dann dunklen Subtone über den gesamten Tonumfang. OL 7* mit 3er Blatt reicht aber natürlich auch für uns Normalbürger.
     
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  5. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    Der könnte vermutlich auch Autoreifen aufblasen.
    Boa, das ist schon HD.

    Grüße Gerrie
     
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  6. Sebastian

    Sebastian Ist fast schon zuhause hier

    Das ist für mich auch subjektiv tatsächlich so, dass mein 7er Allen 10E im Subtone noch schmusiger klingt als mein 7* Chameleon (zumindest für mich hinter'm Sax - habe noch nie Feedback von Zuhörern darüber eingeholt).
     
  7. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Bei Webster ist es natürlich sehr viel Technik und auch sehr viel Webster. In diesem Video macht er mit dem Link, was er will. Mal subtönig, auch wenn laut und schnell, mal sehr direkt und nicht unbedingt dunkel und weich. Und klingt trotzdem nach Webster). Und ja, auch nach Link).
    Sehr ähnlich( oder ähnlich dunkel weich attraktiv) klingt für mich Zoot Sims. Er spielt aber definitiv ein anderes Mundstück.



    Wenn Du in der Nähe eines Misikhauses wohnst, verbringe dort doch paar Stündchen. Es kann sein, dass das Mundstück von Ben Webster in Kombination mit Dir und Deinem Setup was ganz anderes ergeben, als Du dir vorstellst und wünschst.


    L.G.
     
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  8. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Deren Gemeinsamkeit ist eine große Öffnung und ein sehr hartes Blatt.
    Ben Webster spielte ein OL ToneMaster etwa 10* mit einem Rico No. 4
    Stan Getz spielte ein OL ToneEdge etwa 9* mit einem Rico No. 4,5 oder LaVoz Hard, soweit ich mich erinnere.

    Gonsalves weiß ich nicht.
     
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  9. Nemo

    Nemo Ist fast schon zuhause hier

    Ich glaube, es war ein wenig weniger heftig: Metal Otto Link 9, Rico 3 1/2 Reeds

    LG
    nemo
     
  10. Rick

    Rick Experte

    Es ist IMMER die Technik.
    Mundstücke "klingen" nicht von selbst, es kommt immer darauf an, wer da wie rein pustet.
    Und welches Klangideal jemand verfolgt.
    Es kann sein, dass ungeübte Spielende das je nach Mundstück unterschiedlich wahrnehmen, aber spätestens nach ein paar Jahren intensiven Spielens nivellieren sich die Unterschiede.

    Abgesehen davon kann man sich mit einem bestimmten Mundstück wohler fühlen, aber das ist sehr individuell und lässt sich nicht verallgemeinern.
    Deshalb ist der objektiv beste Tipp:
    Ausprobieren.
     
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  11. Sebastian

    Sebastian Ist fast schon zuhause hier

    Nein, Getz spielte enge Öffnungen, um 6 herum, aber in der Tat mit harten Blättern.

    Ben Webster hat, wie so viele, zunächst auch ein relativ enges OL mit langer Bahnkurve gespielt, wie es in den 40ern halt Usus war, und später den Trend zu offeneren Facings mitgemacht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8.Januar.2026 um 17:08 Uhr
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  12. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Getz war nie mein Freund und daher ist die Erinnerung nur halb richtig. Again what learned.
     
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  13. Nemo

    Nemo Ist fast schon zuhause hier

    Wahrscheinlich haben die großen Junx auch mal dies und mal das gespielt. Hier heißt es Otto Link 8* .
     
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  14. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich glaub er war auch nicht ganz einfach. Aber Sax spielen konnte er schon. ;)

    Ich glaube, dass viele Mundstücke mit optimierten Bahnen etwas zu direkt ansprechen und ein höherer Widerstand automatisch mehr Luft rein bringt. Das kann man mit Öffnung und Blatthärte auch begünstigen. Baffle hat meines Erachtens nachrangig damit zu tun. Ein Rascher hat keinen Baffle und will nicht so recht subtonen. Es sägt auf seine dunkle Weise schon im pp.
    Dagegen kann ich auf jedem Link oder Klon ab 8 beim leise spielen eigentlich nur luftig subtonen, weil ich die Chops nicht habe. Vielleicht sind schlechte Links sogar besonders luftig, wenn man das will.
     
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  15. Sebastian

    Sebastian Ist fast schon zuhause hier

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  16. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Hat ja auch niemand bestritten.
    Ich teile nur nicht die allgemeine Huldigung und erlaube mir, sein Spiel nicht sonderlich zu mögen.

    Die Person als gewalttätigen Alkoholiker ohnehin nicht.
     
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  17. Hewe

    Hewe Strebt nach Höherem

    Ich spiele nach ähnlichen Kriterien, die @Bohemien sucht. Da bin ich bei Otto Link gelandet, das war mir aber etwas zu muffig. Das Otto link new vintage ist da das bessere (Vintage-Mundstücke nicht gerechnet, die stehen mir nicht zur Verfügung und sind recht teuer, kann man auch nicht zur Ansicht bestellen). Dann habe ich ein Lelandais gefunden. Das ist wohl ein ganz unbekanntes Mundstück für Tenor. Es hatte eine sehr kleine Öffnung, die ich etwas vergrößert habe. Baugleich soll ein Beaumont sein. Habe ich auch hier, aber auch mit zu kleiner Öffnung. Da der Erwerb diese beiden Mundstücke recht preiswert war (so um die 40,- Euro), habe ich da eben auch selbst dran gewerkelt. Das Lelandais ist nun mein meist gespieltes Mundstück, hat jetzt eine Öffnung von 2,38 mm und ist einem Otto Link ähnlich (große, runde Kammer, kein Baffle). Warum dann nicht gleich OL? Weil die Beschriftung mit jeder Benutzung weniger lesbar wird und es bald ein No-name-Mundstück ist. Bei Lelandais ist es zwar winzig, aber eingraviert. Freundliche Grüße von Hewe - Klangbeispiele in den Jazz-TOTMs
     
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  18. altblase

    altblase Strebt nach Höherem

    Würde ich auch nicht gerade wertschätzen! Traf das auch nicht für Ben Webster zu? Meine irgendwo mal eine Biographie gelesen zu haben, dass er Möbel zertrümmert hat, wenn er mal wütend war.:cool:
     
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  19. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

    Uns bleibt leider nichts anderes übrig als bei unseren Helden Mensch und Musiker getrennt zu betrachten, auch wenn klar ist, dass das letzten Endes nicht zu trennen ist. Charlie Parker, Chet Baker, Art Pepper u.v.a. waren in mitmenschlichen Belangen große Arschlöcher.

    PS: Wir sollten das nicht vertiefen, der TE mag es nicht, wenn wir abschweifen...
     
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  20. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ob es dem TE gefällt oder nicht:

    Ich mag auch die Musik von Stan Getz nicht besonders.
    Ein sehr guter Saxophonist, ohne jeden Zweifel - aber ich mag nicht, was er spielt.

    Die vielen "Helden" sind vor allem Menschen mit Fehlern, wie wir alle.
     
    cwegy gefällt das.
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