TEST Notenerkennungsprogramme

Dieses Thema im Forum "Tool / Zubehör" wurde erstellt von stefalt, 21.März.2017.

  1. stefalt

    stefalt Strebt nach Höherem

    Hallo Allerseits,
    wie im Thread Welchen Flachbettscanner zum Scannen von Noten versprochen

    habe ich versucht/bzw. versuche noch einen Test von Notenscan-Software zu machen. Alles hier ist dabei meine persönliche Ansicht und ein Bericht über meine Erfahrungen. Ich habe zu keinem der Hersteller/Verkäufer wie auch immer geartete Verbindungen. Um die Ergebnisse nachvollziehbar zu machen habe ich versucht alles so gut und objektiv wie möglich zu beschreiben und zu dokumentieren. Dennoch wird das Ganze auch meine subjektiven Eindrücke beinhalten.

    Da die Sache aufwändiger ist, als ich ursprünglich dachte, erlaube ich mir, das in einigen einzelnen Posts auf zu splitten, die ich in den kommenden Tagen (ich hoffe nicht Wochen) so nach und nach einstellen werde. Ich hoffe das ist ok.

    1. Verwendetes Notenmaterial

    Ich habe versucht möglichst unterschiedliche und hoffentlich praxisrelevante Notenbeispiele auszuwählen. Da diese Noten jeweils einem Copyright unterliegen kann ich Sie hier aber leider nicht einstellen. Meine Suche im Internet nach geeigneten freien Noten habe ich aber nach knapp 2 Stunden wieder abgebrochen, da ich zu wenig aus meiner Sicht geeignetes Material gefunden habe, das tatsächlich völlig frei ist. Ich habe aber versucht das Material so auszuwählen, dass es nicht zu exotisch ist. Ich hoffe die meisten kennen es oder können es irgendwo einsehen, wenn Sie möchten.

    Wenn hier jemand etwas von jeglichen Copyrights freies kennt und in Ergänzung einbezogen haben möchte, darf er dies gerne posten. Je nach Umfang/Aufwand der damit verbunden ist, werde ich es dann ggf. berücksichtigen. Ich möchte mir aber vorbehalten dies frei und ohne den Zwang einer Begründung zu entscheiden. Seid also im Falle des Falles bitte nicht beleidigt.

    Meine Wahl fiel auf:

    a) Pink Panther, aus der „Saxophon spielen mein schönstes Hobby“ von Dirko Juchem Band 1 für Alto
    (mittelkomplexes Stück mit nur einer Stimme, klarer Notensatz)

    b) Belden Avenue von Greg Fishmann (aus Jazz Phrasing for Sax, Vol. 1)
    (mittelkomplexes Stück mit nur einer Stimme, etwas mehr Artikulationszeichen als a), moderner Notensatz)

    c) Guy Lacour Etüde No. 13 aus “50 études faciles et progessives”
    (älteres Notenbild mit wenig contrast im Druck, Zahlreiche Artikulationszeichen und Bildebögen, Triolen etc.)

    d) Duettino, aus der Das Saxophonbuch (Eb-Alt) von Klaus Dapper
    (klarer Notensatz mit zwei einfachen Stimmen (keine Akkorde) aber einigen Artikulationszeichen)

    e) Moon River, aus Schott Saxophone Lounge: Jazz Ballads (Bb-Tenor) und zwar habe ich hier die Klavierbegleitung genutzt
    (komplexe Noten mit 3 Stimmen (Sax mit verkleinerten Noten) und zwei Klavierstimmen mit Akkorden bzw. 2 Stimmen in einer Notenzeile)

    Bei mehrseiten Arrangements habe ich dabei nur die 1. Seite verwendet.

    Damit sollte aus meiner Sicht von leicht und einfach bis recht komplex (aus Sicht der Software) alles abgedeckt sein. Klar könnte, man jetzt Systeme mit noch mehr Stimmen testen, ich denke aber, dass das fürs Saxophon (mit Ausnahme evtl. von Quartetten) nicht so viel mehr Nutzen bringt.

    2. Getestete Software

    Folgende Software habe ich in meinen Test mit einbezogen (mein verwendetes Notensatzprogramm war jeweils Forte Premium 7, also nicht die ganz aktuelle Version des Programms):

    i) NotateMe (App für Smartphone (Android, gibt es aber auch für iOS) hier habe ich die Kostenlose Version verwendet. Diese generiert jeweils aus einem Foto eine MusicXML Datei die ich dann in einem Notensatzprogramm weiterverwenden kann. Diese habe ich dann in Forte Premium 7 importiert.

    ii) ForteScan Modul 2, das Scanmodul aus Forte Premium 7.

    iii) CapellaScan (als Testversion), auch hier habe ich MusicXML erzeugt und das dann in Forte Premium 7 importiert.

    iv) SharpEye (als Testversion), auch hier habe ich MusicXML erzeugt und das dann in Forte Premium 7 importiert.


    3. Verwendete Hardware

    Ich habe das Ganze auf einem PC mit Windows 10 getestet bzw. mit einem Android-Smartphone im Falle der App. Als Scanner habe ich einem 3 in 1 von HP verwendet (HP Officejet J5785 All in One).

    4. Einscannen der Noten

    Um eine gute Vergleichbarkeit der Programme zu ermöglichen (ich wollte ja nicht Scanner testen) habe ich mich entschlossen die Noten vorab einzuscannen und zwar immer mit derselben Einstellung. Der Notenerkennungssoftware wurden dann die jeweils selben Dateien als Bilder zu Verfügung gestellt.

    Alles was ich in den Anleitungen der Software gefunden habe geht von idealen Ergebnissen bei 200-300 dpi aus. Ich habe daher mit der maximalen sinnvollen Auflösung von 300dpi gescannt. Ich habe dabei die Scan-Funktion Zeichnung an Tiff verwendet. In den Einstellungen habe ich:

    · mit höherer Bittiefe scannen,

    · Kratzer entfernen und

    · Scharfzeichnen

    ausgewählt. Den Schwellenwert (zwischen Schwarz und Weiss) habe ich automatisch erkennen lassen. Das funktionierte soweit ganz gut.

    [​IMG]

    Die Noten der Etüde No. 13 (oben c)) ließen sich so jedoch nicht scannen. Sie waren im Ergebnis so blass, das praktisch nichts zu lesen war. Hier habe ich dann mit einer Manuellen Anpassung des Schwellenwerts so lange herumprobiert bis sie einigermaßen zu erkennen waren. Trotzdem sind einzelne Notenlinien teils noch recht dünn und damit fast unterbrochen.

    Mit der App habe ich direkt aus dem jeweiligen Heft die Seite fotografiert.


    Und jetzt, wo es endlich so richtig spannend wird …

    …Fortsetzung folgt.
     

    Anhänge:

  2. Roland

    Roland Strebt nach Höherem

    [​IMG]

    Aber super, vielen Dank für die Mühe, das Ergebnis täte mich auch interessieren. :)

    Liebe Grüße
    Roland
     
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  3. a.g.

    a.g. Ist fast schon zuhause hier

    Wouh!
    Ganz schöner Aufwand. Bin gespannt was da raus kommt. Das Problem der oft schlechten Erkennung nervt mich auch immer wieder. Die Ursache ist bei mir aber meist offensichtlich, die minderwertige Erkennungsvorlage. Das sind dann meist PDFs die zwar auf den ersten Blick nicht schlecht sind, beim vergrößert betrachten dann aber doch erhebliche Mängel im Druckbild aufweisen.

    Freue mich auf die Ergebnisse und Erkenntnisse. Schon hier einen herzlichen Dank. :)

    Herzliche Grüße

    Andreas
     
  4. ppue

    ppue Experte

    Hi @stefalt,

    wenn du das schaffst, wäre es interessant, die jeweilige Zeit, die du brauchst, um die Noten zu korrigieren, mit in den Test einzubeziehen. Wäre vielleicht aber ein zweiter Schritt nach dem ersten, nämlich dem Notenerkennen überhaupt.
     
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  5. stefalt

    stefalt Strebt nach Höherem

    Ja..... bin vom Aufwand gerade etwas geplättet, von daher weiß ich noch nicht ob ich das als Kriterium hin bekomme. Erstmal wollte ich subjektiv etwas sagen und eine Art Statistik liefern, wie viele Zeichen von wie vielen richtig erkannt werden. Und wo welches Programm die Probleme hat. Die Scans sind soweit erledigt, die Auswertung braucht aber auch so schon recht lange.....

    LG StefAlt
     
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  6. Claus

    Claus Moderator

    Du bekommst ein Fleißkärtchen!

    Im Ernst: ich finde diesen Versuch der Objektivierung sehr verdienstvoll. Ich persönlich habe bislang noch nie (!) ein Ergebnis erzielt, dass ich als zufriedenstellend empfunden hätte. Vielleicht hilft mir dieser thread herauszufinden, ob es an meinem unzulänglichen Umgang mit den Scanprogrammen oder meiner zu hoch geschraubten Erwartung liegt.

    Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung.
     
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  7. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Man, Du hast den falschen SCANNER!!!!!

    CzG

    Dreas
     
  8. Quaxine

    Quaxine Ist fast schon zuhause hier

    @stefalt

    :sensatio: genau so ein Vegleich hat gefehlt.

    Von mir kriegst Du auch ein Fleißkärtchen - mit Sternchen ! :thumbsup:

    Wenn Du´s dann auch noch schaffst -> :grossdu:

    VG
    Quaxine
     
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  9. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Moin,

    hab mal eben Notate Me auf dem Android handy ausprobiert.
    Nachfolgend erst das zu Grunde liegende Foto, dann das, was die Software daraus gemacht hat. Ich habe es als XML-Datei exportiert und dann mit MuseScore zu einem Bild gemacht. Gar nicht mal so schlecht finde ich, aber die Fehler zu finden ist trotzdem mühsam.

    Foto__SometimesIFeel.gif NotateMe_SometimesIFeel.gif
     
  10. MrWoohoo

    MrWoohoo Ist fast schon zuhause hier

    ... wobei *sometimes i FELL like ...* von einem Korrekturmodul ausgebessert werden müßte. Daumen runter ;-)
     
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  11. jb_foto

    jb_foto Ist fast schon zuhause hier

    Hallo,
    haben eben mal einen Test mit Capella Scan 8 und der Vocal Stimme von Music gemacht.
    Das Resultat fand ich sehr dürftig. Die Noten lagen schon im PDF vor, sauberer Scan ohne große Flecken.
    Es wurden nur 2 von 4# erkannt, Tempoangabe wurde zu wirrem Text, etc.
    LG
    Jürgen
     
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  12. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    in der Tat, das geht ja gar nicht ;-)
     
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  13. bebob99

    bebob99 Strebt nach Höherem

    Seh ich richtig, da ist kein PhotoScore dabei? Dann fehlt aber was wichtiges. Wenn Du einen Scan bereit stellst, kann ich PhotoScore 8 drüber laufen lassen und ein PDF vom Ergebnis erzeugen. Einen MusicXML Export zu bewerten halte ich für nicht zielführend, weil da oft viel beim Export un d noch einmal was beim Import verloren geht. Die Unterstützing dafür ist in den meisten Programmen nur sehr rudimentär.
     
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  14. bebob99

    bebob99 Strebt nach Höherem

    PhotoScore liest auch in der neuesten Version jedes "cresc." konsequent als "Cresco". Da stimmt doch schon was am Prinzip nicht. Man sollte meinen, dass eine Software die extra für die Erkennung musikalischer Notation gemacht ist, die gängigen Bezeichnungen schon aufgrund der Wahrscheinlichkeit zuordnen müsste. "Cresco" ist ja nicht einmal ein Wort.
    :(
     
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  15. stefalt

    stefalt Strebt nach Höherem

    OK, nehme ich noch mit auf, als ultimate 6er Testversion.
     
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  16. stefalt

    stefalt Strebt nach Höherem

    TEIL 2:


    5. Der erste Eindruck

    Alle Programme haben Möglichkeiten das Ergebnis direkt im Programm zu korrigieren. Diese habe ich nicht wirklich genutzt, da es mir nur um die Erkennungsqualität ging. Daher nur ein kurzer erster Eindruck dazu.

    CapellaScan bietet die vermeintlich einfachsten Korrekturmöglichkeiten, da hier das (gescannte) Bild und das daraus ermittelte Ergebnis übereinander gelegt dargestellt werden. Die Korrekturfunktionen habe ich aber nicht wirklich genutzt, dazu kann ich nichts sagen.

    Bei SharpEye muss man die Noten zur Korrektur nebenhin legen, da das Bild sehr groß ist und in einem anderen Fenster als die erkannten Noten steht. Evtl. geht auch ein zweiter/größerer Bildschirm, bei meinem 21-Zöller ging es nicht.

    ForteScan ist trotz mehrfachem PC Neustart und Programm-Neustart ständig abgestürzt und fällt damit aus dem Rennen! Da das neuer aktuelle Forte 8 ohnehin auf SharpEye setzt, dürfte das zu verschmerzen sein.

    NotateMe für mich recht einfach und effizient. Man fotografiert die Noten und kann sie direkt als Midi-Klavierstimme abspielen. Das hat schon was. Der Music XML Export muss über die Cloud laufen oder man muss das Handy per Kabel mit dem PC verbinden, das ist aufwändig.

    Was mir sonst noch so subjektiv auffiel:

    NotateMe kommt am besten mit Überschriften etc. zurecht, die anderen Programme versuchen immer das irgendwie zuzuordnen, NotateMe beachtet das einfach nicht sondern orientiert sich nur an den Notenlinien. Allerdings erkennt NotateMe Systeme mit mehreren Stimmen nur in der Kaufversion. In meiner Light Version wird nur die erste Stimme gezeigt, der Rest bleibt leer. Um erkennen zu können ob auch doppelte Noten in einem System erfasst werden, habe ich also noch ein weiteres Stück erfasst.

    f) Wie schön dass Du geboren bist (Gesangsstimme mit 2 Stimmen (Refrain) im selben einzeiligen Notensystem)


    Auf bitte/anraten von @bebop99 kommt bei den Programmen dann noch

    v) PhotoScore Ultimate 6 (Testversion)

    dazu.


    ….. CLIFFHANGER … (Donnerstag geht es weiter, versprochen!)
     
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  17. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    @stefalt

    Eine Klasse Initiative! Das ist mal wirklich ein dickes Brett gebohrt!

    Sicher ein "Featured Thread" wert @matThiaS ....:)

    Das Ergebnis könnte dann auch gut in "Saxinfo" mit dann eigener Rubrik "Notationsprogramme", oder?

    CzG

    Dreas
     
    bluefrog gefällt das.
  18. stefalt

    stefalt Strebt nach Höherem

    Warten wir mal das Ergebnis ab. Ich schreibe das eh als Word und kopiere es rüber, also ein Text für die Saxinfo wäre - wenn es am Ende denn was taugt- kein Problem.

    LG StefAlt
     
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  19. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Ach ja.....

    und ich hoffe @Tumultus liest mit....;)

    CzG

    Dreas
     
    bluefrog gefällt das.
  20. stefalt

    stefalt Strebt nach Höherem

    Mir geht es halt um die Vergleichbarkeit. Capella und SharpEye machen soweit ich das verstehe kein direktes pdf. In der Praxis brauche ich das ja auch nicht. Wenn ich Noten erkenne, will ich sie bearbeiten können, sonst muss ich den Aufwand ja nicht betreiben. Ich will und kann mich jetzt auch nicht in alle Notensatzprogramme einarbeiten, für die das jeweilige ScanProgramm optimiert ist.

    Daher bleibe ich (vorerst) bei der XML-Strategie, welcher den für mich in der Praxis auftretenden Fall darstellt, will aber eine spätere Erweiterung nicht ausschließen.

    LG StefAlt
     
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