Warum werden keine "Vintage" Hörner mehr gebaut?

Dieses Thema im Forum "Saxophone" wurde erstellt von mcschmitz, 6.August.2019.

  1. mcschmitz

    mcschmitz Ist fast schon zuhause hier

    Ohne hier die Popcorn Umsätze in die Höhe treiben zu wollen mal eine ernst gemeinte Frage an die Fachleute:
    Mich wundert es, dass einerseits die alten Vintage Hörner heiß begehrt und hoch gehandelt werden, aber andererseits die Hersteller die entsprechenden Baureihen eingestellt haben und nicht wieder aufleben lassen.
    Wenn doch der Sound eines "S. Macke 6" oder eines "C. nackige Dame" oder eines "wasauchimmeresdanochsogibt" wahnsinnig gut und überragend ist, was treibt die Hersteller dieser Wunder Instrumente dazu, nur noch "neumodischen Kram" zu bauen, der dann (nach Meinung vieler Spieler) schlechter klingt.
    Der 1 zu 1 Nachbau von alten Erfolgsmodellen sollte doch heutzutage für die großen Marken kein Problem sein, und der Markt scheint ja auch zu existieren.
     
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  2. Sebastian

    Sebastian Kann einfach nicht wegbleiben

  3. Uholli

    Uholli Nicht zu schüchtern zum Reden

    Ja, aber nicht auf Deutsch.
     
  4. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Selmer hat‘s doch mit dem Ref. 54 (Mark VI) und Ref. 36 (SBA).probiert.....

    CzG

    Dreas
     
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  5. kokisax

    kokisax Strebt nach Höherem

    Und hat eigentlich Erfolg damit....
    Man könnte aber genauso fragen : Warum werden keine Oldtimer mehr gebaut?

    Erst im nachhinein stellt man fest, wie "begehrenswert" doch die alten Modelle waren und es wieder sind.....

    kokisax
     
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  6. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier

    Genau. Und Yamaha und Yanagisawa haben jahrelang ganz offen darum gewetteifert wer die genauere MK VI - Kopie baut.

    Alerdings brauchts für einen Nachbau ein Vorbild. Und da fangen die Probleme an.

    DAS MK VI gibts nämlich gar nicht. Es wurden ca. 20 Jahre lang Saxophone gebaut die alle MK VI hiessen. Und die sich durchaus voneinander unterschieden.

    Nein, nicht "Streuungen" weil handgedengelt sondern deutliche und gewollte Unterschiede in der Konstruktion. Da gabs (beim Tenor) soweit ich weiss über die Jahre unterschiedliche untere Bögen, andere Becherlängen, andere Masse bei den Tonlöchern der Seitenklappen, andere Ausführungen des S - Bogenzapfens, andere Positionen und Abmessungen der oberen Oktavlochhülse, unterschiedliche Mensuren des S - Bogens etc....

    So ein altes 55000er unterscheidet sich an einigen Stellen konstruktionsmässig deutlich von einem z.B. 220000er.

    Wirklich merkwürdig, dass die sich da auch klanglich unterschieden, näch? ;););)

    Wenn man sich da eins zum Nachbauen ausguckt, gibt es garantiert jede Menge "Kritiker" die dann schreien:"Das ist gar kein richtiger MK VI - Nachbau, ich muss das wissen denn ich hab selber eins und das ist anders und klingt auch anders".

    SlowJoe

    Edit:
    Und das sah bei anderen Marken nicht anders aus. Wenn ich mein 1935er Ladyface mit einem 1960er vergleiche gibts da auch gleich eine ganze Reihe von Unterschieden. Und alle heissen Conn Ladyface....
     
    Zuletzt bearbeitet: 6.August.2019
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  7. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Genau, welcher Porsche 911 ist der echte, wahre......

    Wird seit 1961 als 911 verkauft....

    CzG

    Dreas
     
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  8. Claus

    Claus Moderator


    Begehrt mag sein, aber warum? Es wird wohl kaum jemand behaupten, dass ein Oldtimer einem modernen PKW technisch überlegen wäre...

    Könnte das auch bei Saxophonen ähnlich sein?
     
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  9. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Mmmmhhh.....vielleicht.....aber die technische Komplexität eines Sax ist im Vergleich zum Auto sehr simpel.

    CzG

    Dreas
     
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  10. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier

    Technisch überlegen? Nein sicher nicht. Aber mal so einen alten E - Type Jaguar 12 - Zylinder fahren..... :rolleyes::rolleyes:

    Neeeeinnnn, nicht daran denken!!!! Meine Altersversorgung!!!!! :eek::eek::eek::eek:


    SlowJoe
     
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  11. kokisax

    kokisax Strebt nach Höherem

    Rein technisch (mechanisch) meistens nicht aber klangmäßig sind sie bestimmt überlegen !
    Oder anders formuliert : Viele Profis sind mit dem Sound so zufrieden, daß sie ein soclches Horn spielen wollen, und Nachteile (falls vorhanden) billigend in Kauf nehmen.

    kokisax
     
  12. Sebastian

    Sebastian Kann einfach nicht wegbleiben

    Was wiederum Geschmacksache ist. Ein Faktor dabei scheint mir, dass sich mit der Prominenz der Kombi "Mark VI + Otto Link" bzw. "Mark VI + Meyer" im Mainstream Jazz ein gewisses Klangideal (oder vielleicht sogar auch nur dieses Setup an sich) konventionalisiert hat. Die Profis von damals sollen reihenweise auf das Mark VI umgestiegen sein, weil die Mechanik so viel besser war und die Instrumente zugelich PREISGÜNSTIGER gewesen sein sollen als die amerikanischen - weniger, weil der Klang so viel besser gewesen wäre.
     
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  13. Long John Silver

    Long John Silver Ist fast schon zuhause hier

    Ein Freund von mir hat so einen. Auf A+ restauriert ... das IST seine Altersversorgung.
    Naja, ein Teil davon...

    LJS
     
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  14. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Das stimmt schlicht nicht.....

    CzG

    Dreas
     
  15. Long John Silver

    Long John Silver Ist fast schon zuhause hier

    Preisgünstiger ist eine alte Legende, die einfach nicht stimmt. Die Selmer waren in USA teurer als die Konkurrenz.

    Das schlagende Argument war wohl die “Balanced Action“ in Sachen Spielbarkeit.

    Der Sound hat sich über die Jahrzehnte bei Selmer immer wieder dem Zeitgeschmack angepasst (mit Hilfe einiger Saxofonisten, häufig Klassiker, vom Pariser Konservatorium).

    Ein Serie 3 hat mit einem VI außer der generellen Ergonomie nicht viel gemeinsam.

    Wer heute noch „Mk VI plus Link STM“ anstrebt, will meist gezielt nach 1958 - 1968 klingen.

    LJS
     
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  16. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Ja, so geil, wobei die Serie I mit 6 Zylindern eigentlich noch geiler ist.

    Jag z G

    Dreas
     
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  17. Sebastian

    Sebastian Kann einfach nicht wegbleiben

    Schien mir plausibel, so, wie z.B. die Martins und Super 20 mehr Blingbling an sich haben als so ein Mark VI. Wieder was gelernt.
     
  18. Long John Silver

    Long John Silver Ist fast schon zuhause hier

    Ja - die geilste Art, 20l/100km für 2 Personen und ein Overnightköfferchen zu verpulvern.

    Im Gegensatz zu alten Tröten nicht mehr zeitgemäß...

    LJS
     
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  19. Hewe

    Hewe Ist fast schon zuhause hier

    Auch lustig, einer redet vom Sax, einer antwortet vom Jaguar, und alle verstehen sich:). Ich denke, der Mensch funktioniert nicht immer, ja fast kaum, nur rational. Und hier spielen bei den Vintage die großen Vorbilder der Jazz-Geschichte eine Rolle, die Emotion, auch das aufgebaute Image des Instrumentes. Ich habe einmal ein sehr gutes Sax weggegeben, weil mir die Gravur nicht gefallen hat. Und wenn ich an meine Jugendzeit denke, als ich in Berlin meinen Führerschein gemacht habe, dann werde ich wehmütig und möchte mir wieder genau so ein Auto kaufen, das ich zu dem Zeitpunkt fuhr. Glücklicherweise war es kein E-Typ Jaguar, sondern nur ein Wartburg 353. Wenn einer mein annonciertes SA 80 II kaufen würde, könnte ich mir den Wartburg holen....:eek:;) Aber die heutigen Instrumente sind sicher nicht schlechter und das Image kommt in 20 Jahren. Und das fängt dann mit dem ungeliebten Mark VII an... Hewe
     
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  20. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Im Gegenteil. Kein modernes Auto ist so ökologisch wie ein Oldtimer.

    CzG

    Dreas
     
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