Welche gebrauchten Klarinettenmodelle für Saxophonisten?

Dieses Thema im Forum "Klarinette" wurde erstellt von Silver, 4.Oktober.2025.

  1. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ich kann gerade nicht in Ruhe alles hören.
    Die ersten Eindrücke von drei willkürlichen Stellen sind „ja, toll virtuos… aber was sagt es musikalisch?“
    Immerhin ist das die maximale Entfernung zu dubdidubdidub-Klängen aber auch, für mein Ohr, ziemlich weit von dem, was ich mit einem „Klassik-Ton“ verbinde.

    Wie schon erwähnt, kenne ich zu wenige Protagonisten, um etwas Sinnvolles zu sagen.
     
  2. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

    Ein Könner, keine Frage. Kenne ihn aber nur von Klezmer. Da gefällt er mir besser als Feidman.
    Spielt er wohl noch anderes? k.A....
     
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  3. gefiko

    gefiko Strebt nach Höherem

    Das ist für mich der „klassische“ Klarinettist unter den Jazzern:




    Neulich für mich entdeckt:




     
  4. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Mir sagt es, dass Du das, was Du zu sagen hast, auch auf einem Kamm oder einer Okarina blasen kannst - wenn Du es kannst.
     
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  5. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Nein, ich glaube im wesentlichen Klezmer, zumindest was ich kenne. Aber die Expressivität muss sich ja nicht nach Genres orientieren. Er hat mal ein paar Django-Sachen eingespielt, wenn ich mich nicht irre. Ist aber auch Klezmer.
    Er spielt meines Erachtens eine Oehler, oder?
     
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  6. gefiko

    gefiko Strebt nach Höherem

    Ja
     
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  7. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

    Er hatte wohl noch zu Coronazeiten- weiss ich nicht mehr genau, ein Online Seminar grösseren Umfangs zusammen mit einer klassischen Klarinettistin der Hochschule Zürich veranstaltet. Sie war quasi auch "nicht wissende Kursteilnehmerin" - war recht spannend das Ganze.
    Für mich teilweise ziemlich überfordernd :)
     
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  8. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Das ist jetzt aber eine Binsenweisheit, für die ich keinen Klarinettenvirtuosen brauche.

    Du hast gefragt, „bringt mich das näher an die Klarinette“ und ich habe geantwortet, dass ich nach drei willkürlichen Kurzausschnitten nicht sagen kann, ob es reine, bewundernswerte Akrobatik ist, oder musikalisch etwas zu sagen hat.

    Akrobatik interessiert mich nicht - also im Sinne von es selbst adaptieren zu wollen. Da werde ich auch in diesem Leben nicht mehr hinkommen.

    Interessanter sind die Ausdrucksmöglichkeiten, die mir als klangliche Orientierung zugänglich werden.
    Dazu brauche ich einen musikalischen Kontext, der länger als die paar Sekunden ist, die ich bisher hören konnte.
    Jetzt gerade sitze ich bei der Autowerkstatt und werde, während ich auf meinen Ölwechsel warte, mit französischem Radiopop beschallt…


    Ich habe eine relativ gefestigte Vorstellung davon, was ich auf dem Tenor machen können will und was meine Vorbilder sind.
    Auf dem Sopran ist es nicht mehr ganz so eindeutig weil sich da gerade Überschneidungen mit der Klarinette ergeben (die ich noch nicht umsetzen kann - aber auch da zeichnet sich eine Vorstellung vom eigenen Sound ab).

    Auf dem Alto habe ich dagegen keine eigene Stimme und spiele damit fast ausschließlich BigBand-Charts herunter wenn ich auf einer Alto- Position aushelfe - obwohl es doch einige Altostimmen gibt, die ich wirklich toll finde.
     
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  9. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Das ist interessant, denn bei mir ist es ganz anders. Tenor ist eigentlich mein Hauptinstrument (bzw. war es das lange neben der Klarinette, auch wenn ich in meinem aktuellen musikalischen Lebensabschnitt beide Instrumente eher selten spiele und eher auf dem Bari in Bands mithupe oder aushelfe).
    Und trotzdem ist Tenor das einzige meiner Instrumente, bei dem ich mit der Soundvorstellung immer noch irgendwie ein unbeschriebenes Blatt oder ein Fähnlein im Wind bin. Ich weiß, wie ich eigentlich auf der Klarinette klingen will, ich weiß es ziemlich genau beim Bari. Ich weiß es eigentlich sogar für Bassklarinette, Altsax und für Flöte, obwohl ich auf diesen Instrumenten wenig oder nichts kann.

    Aber beim Tenor liebe ich die Bandbreite. Mir gefallen Sounds von Pres über Dexter bis Brecker, von Giuffre bis King Curtis. Ich mag mehr Klänge als ich erzeugen kann und kann mich nicht entscheiden. Deswegen bleib ich einfach irgendwo im freien Raum und spiele halt so wie es rauskommt, ohne konkretes Ideal. Das hat mich schon oft selber genervt, aber jetzt denke ich nicht mehr wirklich drüber nach.

    Mich würde interessieren, ob sowohl dein neues altes französisches Blechhorn als auch dein neues altes französisches Holzhorn dein Soundideal beeinflussen werden, ob das Klarinettenspiel dein Tenorkonzept beeinflussen wird.
     
  10. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Das sind ja gleich drei Wünsche auf einmal… (Werbung wirkt :( )

    Das Mark VI ist so ein Horn, das hat mir Antworten auf Fragen gegeben, die ich vorher nicht beantworten konnte und ehrlicherweise auch auf Fragen, die ich gar nicht präzise hätte formulieren können. Es hat mich gewissermaßen zu einem Zeitpunkt gefunden, an dem ich in meiner Entwicklung so weit war, überhaupt etwas damit anfangen zu können.
    Insofern hat es nicht mein Soundideal beeinflusst sondern mir geholfen, vorher diffuse Bereiche dieses Ideals zu konkretisieren.
    Es hat schon einen Grund, warum ich bei diesem sauteuren Ding nicht Nein sagen konnte, obwohl ich mir kurz vorher erst das sehr gute Eastman gekauft hatte.

    Die Serie 9 hat in ganz anderer Weise zu mir gesprochen. Der Ahnungslose hat ein paar Töne gehupt und irgendetwas hat mich mehr angesprochen, als alle zum Vergleich verfügbaren Alternativen. Das kann sich im Laufe der Zeit ändern und es wird eine noch ältere Wurzel oder eine moderne RC oder wasweissich. Was in Sachen Soundideal draus wird, muss sich entwickeln. Eine Wechselwirkung mit dem Tenor sehe ich überhaupt nicht (außer, dass ich beginne, manche Stücke eher von der Klarinette her zu denken, ohne genau zu wissen, warum).

    Wo es mich gerade heftig würfelt ist das Spannungsfeld Sopransax - Klarinette.
    Das Sopran war bisher eine eigenständige Stimme neben dem Tenor und durfte - außer vielleicht Tenor Madness - alles auf seine eigene Weise anbieten. Als ergänzende oder alternative Version mit anderen Facetten was Phrasierung und Spielweise angeht.
    Da gibt es jetzt plötzlich Überschneidungen mit der Klarinette, deren Ausgang für mich nicht absehbar ist.
     
  11. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ja, die mag ich auch und noch viele mehr.
    Trotzdem kommt dann doch immer mein eigener Gesamtklang dabei heraus, der durch zunehmende technische Fertigkeiten quasi aus dem Marmorblock herausgemeißelt wird.
    Von dieser Platform kann ich mich dann in verschiedene Richtungen lehnen und mein eigenes Spiel mehr oder weniger überzeugend einfärben.

    Nosce Te Ipsum.
     
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  12. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Ich höre den Carter gerne, weil er mit meinen Klarinetten"vorurteilen" aufräumt.
    Und ich glaube auch dass es sehr schwer ist, die Klarinette auf dieses Level zu heben.

    Für mich
    ist die Klarinette neben ihren grifftechnischen Gemeinheiten das Instrument, das am leichtesten zu spielen ist.
    Weil der Rahmen dessen, was ich für mich akzeptiere, recht eng gesteckt ist. Wenn ich ein spielbares Blatt habe, ich es technisch bewältigen kann, klinge ich anständig.
    Am Sopran geht es mir genauso. Am Alt schon weniger, am Tenor gar nicht.
    Das überrascht mich täglich neu.
     
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  13. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Klingt plausibel Vielleicht ist es auch das, was mir die Selbstfindung am Tenor erschwert.
     
  14. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Hinsichtlich der Bb-Klarinette gibt es relativ wenige Aufnahmen im weiten Bereich des Jazz, die mir wirklich gefallen.

    Da höre ich tendenziell lieber Saxofone.

    Beeindruckend finde ich aber:

    Anat Cohen:



    und Kinan Azmeh



    Den großartigen John Carter habe ich früher sehr viel gehört.

    Als Nichtklassiker bewundere ich die klassischen KlarinettistenInnen, habe aber nicht die Motivation sich in diese Richtung zu bewegen.
     
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  15. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    ehrlich gesagt ich finde es anstrengend
     
    JES gefällt das.
  16. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    Zum hervorgehobenen ... MUSST du dich den entscheiden ? Oder ist es nicht viel cooler sich nicht entscheiden zu mussen , sondern es in der minute in der man spielt es so zu tun wie man da gerade denkt ?
    Also ich finde dies Freiheit wundervoll- daher habe ich z.b drei altos mit völlig unteschidelichem set up ... Das amerikanische das mit breitem Sound daher kommt das yana das sehr Klar ist ohne im Ohr zubohren und das expression das klar und hell ist.
    bei bari bin ich das fester und liebe den cello artigen Sound meines BbB .
    Aber bei Sopran fummel ich noch rum, genauso wie bei der Klarinette, die ja bei mir noch ganicht die Möglichkeit hat eine eigenen Sound zu bekommen, weil ich ja mal so gerade 20 Std da drauf rum geatmet habe und noch mit der typischen Problemen kämpfe .... ( ich bekomme die Finger nicht dicht auf der klaritröte ) beim Sopran habe ich ein hilfreicheres Setup gefunden und molokos Kuschelgurt hilft natürlich beim Wohlfühlen :)
    Aber das wir bestimmt besser wenn ich meine neue Kalri bekomme ....:cool::rolleyes::rolleyes:
     
  17. gefiko

    gefiko Strebt nach Höherem

    Die Frage ist, was genau gefällt oder nicht.
    Geht es um Klang, um Stilistik oder Ästhetik?
     
  18. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Wenn du auf allen drei Setups so spielen kannst, wie du willst und den Sound erzeugst, der dir vorschwebt, spricht nichts dagegen.
    Ich muss auf dem Tenor auch nichts bestimmtes erreichen. Aber wie in allen Lebenslagen hilft es meistens schon, zu wissen, was man will. Ich bin mit meinem Tenorsound auch recht zufrieden, zumindest finde ich ihn viel besser, als manche in meinem Umfeld. Aber dieses Gefühl des angekommen seins, das ich zum Beispiel auf meinem viel „jüngeren“ Bari beim Spielen spüre, kommt nicht auf.
     
  19. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    Ok da verstehe ich was du meinst ....

    um das eigene Wohlfühlen.... und das mit dem Instrument eins sein und genauso zuspielen wie man es gerade will....
    nicht nach den Masstäben anderer

    understand my Avatar
     
  20. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Ich verstehe dich da gut. Mir geht es mit dem Alto so. Das macht einfach, was ich will. Das Tenor ist eher widerspenstig. Es klingt nicht schlecht, aber nicht immer so, wie ich will.
    Wenn ich zwischen Sopransax und -klarinette wählen darf gebe ich immer der Klari den Vorzug. Weicher im Klang, für mich beherrschbarer...
     
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