Welches Sax hättet ihr gerne

Dieses Thema im Forum "Saxophone" wurde erstellt von JTM, 5.August.2026.

  1. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Nix geflunkert. Mein Keili hat jahrelang ergonomisch super gepasst,hat sehr gut intoniert und war tonlich in der Rock’n’Roll Band absolut auf der Höhe. Hätte ich nicht sehr günstig ein Dallhammer bekommen,würde ich es immer noch spielen.
     
  2. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Saxophonisten, die für ihre Musik perfekte Kontrolle, perfekte Intonation und homogenen Klang benötigen, wie zum Beispiel klassische Saxophonisten, spielen (so gut wie) nie alte Keilwerths, aus gutem Grund.

    Und wer etwas ergonomischeres als ein altes Keilwerth sucht, wird bei fast jedem modernen Sax im Handel und bei alten Saxen bei Selmer, Yamaha und Yanagisawa fündig.

    Keilwerths haben einen mächtigen Klang, der von Straight Ahead Jazz bis Rock’n’Roll und Funk die Fetzen fliegen lassen kann, und der für viele Sacophonisten so manche kleine Nachteile der Hörner 10fach wett machen kann. Mach das Horn nicht kleiner als es ist!
     
  3. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich befördere diese Diskussion wieder zurück aus dem Mundstückthread, wo sie noch weniger hinpasst.
    Das ist die interessante Frage, für die ich keine Antwort habe: Können Hörner, die „singen“ bauartbedingt keine homogenen Schienenflitzer sein und homogene Schienenflitzer nie in gleichem Maße „singen“?
    Denn ich denke schon, dass es immer wieder Ausnahmen gibt, die beides einigermaßen gut miteinander kombinieren.
    Wenn man der Ansicht ist, dass alle Hörner gleich gut oder schlecht klingen oder „singen“, dann müssen solche Überlegungen natürlich hirnrissig esoterisch erscheinen…
     
  4. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Natürlich klingen nicht alle Hörner gleich gut, und schon gar nicht bei jedem Spieler und jedem Setup

    Das ist aber für mich keine Frage von Schienenflitzerei, die es auf dem Saxophon m.E. aber eh nicht gibt.

    Gruß,
    Otfried
     
  5. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Naja, von einem Serie III zu einem Keyboard ist es nicht mehr weit. ;)
     
  6. Sebastian

    Sebastian Ist fast schon zuhause hier

    Das kann ich aus eigener langjähriger Erfahrung nicht bestätigen, aber vielleicht bin ich selbst seit jeher so instabil, dass mein SIII das "auch nicht mehr auf die Schiene bringt", oder es muss mal neu eingestellt werden, oder oder oder...
     
  7. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Das empfinde ich nicht so.

    Es gibt Saxophonspieler, die klingen auf jedem Instrument praktisch gleich, und nur bei verschiedenen Mundstücken marginal unterschiedlich.

    Es gibt Saxophonspieler, die bemühen für jede nuancierte Klangvorstellung ein anderes Horn, Mundstück und Blatt.

    Dann gibt es Saxophonspieler, die nehmen immer das gleiche Setup, können aber darauf je nach Situation völlig unterschiedlich klingen.

    In diesem weiten Universum bewegen wir uns, und jeder empfindet das anders

    Gruß,
    Otfried
     
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  8. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Das sehe ich nicht nur anders, ich glaube es mittlerweile nicht mehr.

    Ja, es gibt eine „Regression zum eigenen Sound“ mit verschiedenen Setups. Und ja, es gibt Spieler, die besonders unterschiedlich mit dem gleichen Setup nicht nur klingen, sondern auch brauchbar spielen können. In gewissem Umfang versuche ich das auch zu kultivieren.
    Ich glaube aber, dass es deutlich unterschiedlich klingende Hörner gibt und der gleiche Spieler wird auf ihnen unterschiedlich klingen.

    Ich habe tatsächlich mal vorübergehend geglaubt, dass das nicht so ist und es bei mir immer nur einbildung war, die auf einem unterschiedlichen Spielgefühl beruht. Ich habe meine Meinung da von Forenaussagen beeinflussen lassen, ganz besonders hier. Ich habe für bare Münze genommen was alle immer so sagen und mein Ohr angezweifelt.

    Bis @ppue die direkten Soundvergleiche angeregt hat und ich fröhlich Tonausschnitte verglichen habe, nur um zu hören was ich auch früher schon gehört habe. Unterschiedliche Hörner klingen unterschiedlich. Ich hätte glatt auf meine Ohren hören können. Ob die Unterschiede beim Endergebnis relevant sind, steht auf einem anderen Blatt. Bei mir sind sie es wohl allein durch das Feedback, das mir der Sound gibt.

    Vielleicht sollten wir das mit den Soundvergleichen wiederbeleben.
     
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  9. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    @giuseppe
    ändert man wirklich nix, gibt es auch Änderungen im Klang verschiedener Saxophone.

    M.E. liegen diese aber in einer ähnlichen Bandbreite, eie sie auch alleine über Ansatz und Tonbildung erzeugt werden kann.

    Von daher ist das für mich kein Widerspruch.

    Gruß,
    Otfried
     
    giuseppe gefällt das.
  10. ppue

    ppue Mod Experte

    Die Schwierigkeit solcher Aussagen liegt darin, dass die Stilistik eines Spielers den reinen Klang des Instrumentes völlig überdeckt. Der Hörer kann von einer Klangquelle nicht die Art der Phrasierung, des Vibratos, des Bendings, des Growlens, der Architektur, des Voicings und was auch immer, abziehen.

    Und selbst, wenn er es könnte, könnte er nicht sagen, welcher Sound nun besser ist. Für das merkwürdige Schnarren, das übrigbleibt, wenn man einem Ton alles nimmt, was ihn formt, hat der Hörer gar keine Qualitätskriterien.

    Oft gepostet, immer wieder beliebt:



    Ist der gut oder schlecht, der Klang? Da klingt ein echtes Saxophon. Ich sage immer, man könnte auch das Motörchen von einem Modellflugzeug nehmen. Das tut sich nichts in der Qualität. Die Qualität eines Tones entsteht zu 99% aus dessen Bearbeitung.

    Soundunterschiede von Saxophonen hört man am besten, wenn man gleiche Töne, gleich gespielt, aneinanderschneidet. Und natürlich sind fünf Topinstrumente schlechter zu unterscheiden als fünf Kannen völlig unterschiedlicher Qualität.
     
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  11. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    @ppue
    Ich bin da ja ganz bei Dir. Aber auch den reinen Klang betreffend hat der Spieler ja Möglichkeiten der Beeinflussung.
    Und meine These, dass diese Bandbreite in etwa der klanglichen Bandbreite ähnlich guter Saxophone entspricht halte ich da aufrecht.

    Im übrigen ist der reine Klang aber von allenfalls wissenschaftlichem Interesse.

    Sowohl dem Spieler als auch dem Zuhörer ist der ziemlich wumpe. Da kommt es doch tatsächlich auf das Gesamtbild an.

    Gruß,
    Otfried
     
  12. altoSaxo

    altoSaxo Strebt nach Höherem

    Unmittelbar nach einem Wechsel, sind die Unterschiede eines anderen Instruments wohl am größten. Interessant wäre eine Vergleichsaufnahme, nachdem du 6 bis 8 Wochen auf dem anderen Instrument gespielt hast und dein Ansatz sich so angepasst hast, dass der Sound so weit wie möglich deiner Vorstellung entspricht. Jedenfalls war das bei mir so, dass die Unterschiede dann deutlich kleiner werden und ein Lehrer* bestätigte dies bei einem Workshop.

    *Der Lehrer war allerdings Endorser für Saxophone. Einem Teilnehmer prophezeite er, wenn er von seinem Tenor zu einem bestimmten neuen Tenor wechseln würde, klänge er nach zwei Monaten wieder so wie vorher.
     
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  13. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Wir müssen eigentlich nur die KI spielen lassen,und sie programmieren,immer gleich zu spielen,:duck:
     
    ppue gefällt das.
  14. Witte

    Witte Strebt nach Höherem

    Find Ick ziemlich treffend beschrieben...;)
     
  15. Witte

    Witte Strebt nach Höherem

    Wenn DU da mit Conn nen guten Vergleich haben willst, empfehle Ich bestenfalls mehrere zumindest gut eingestellte auszutesten... finde persönlich das nen 6M sich sehr deutlich von nem New Wonder II klanglich unterscheidet...;)
     
    Onkel D gefällt das.
  16. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Baffle, Plastikblätter, Holzblätter, harte und weiche, alles nur im restlichen 1%? Du überbewertest die Bedeutung der Artikulation.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19.August.2026 um 00:34 Uhr
  17. ppue

    ppue Mod Experte

    Es ging nicht ums Set Up, sondern um die Instrumente selber.
     
    giuseppe gefällt das.
  18. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Schon klar. Aber man könnte einen Motor nehmen und 99% ist die Verarbeitung dieses Sounds suggeriert meines Erachtens eine falsche Vorstellung.
     
  19. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    vielleicht liest du einfach nochmal den Thread Titel,um was es hier überhaupt gehen soll.
     
  20. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Das ist der springende Punkt. Für mich ist es überhaupt nicht wumpe und war es schon als Kind nicht. Und ich kenne schon einige Musiker, die unter Klang auch in erster Linie den Klang verstehen, wenn man darüber spricht.

    Ich habe eher das Gefühl, dass das was du schreibst eher die „offizielle Forumslesart“ ist, vielleicht auch die mehrheitliche Wahrnehmung (oder besser gesagt Nicht-Wahrnehmung).

    Danke für den wohlmeinenden Hinweis! Was mich bei unbegrenzten Mitteln interessieren könnte, habe ich vor 5 Seiten in Beitrag #12 geschrieben.

    Da eine Aufzählung von Trauminstrumenten irgendwann erschöpft ist, finde ich die Off-Topic-Frage „Warum ein bestimmtes Instrument?“ schon interessant.

    Aus dem Gesamtpaket bestehend aus Ansprache, Spielgefühl, Klang, Dynamik, Homogenität, Intonation, Ergonomie, Action, Wartungsaufwand, Aussehen, Ruf, Kultfaktor, Preis, etc. haben unterschiedliche Menschen ja ganz unterschiedliche Gründe, für ein bestimmtes Saxophon zu schwärmen.

    Für mich haben Klang, Spielgefühl, Dynamikpotenzial und was ich als Action bezeichne (wie knackig und schnell ist die Mechanik im Gegensatz zu Ergonomie, was für mich eher mit Komfort und dem Ort der Drücker zu tun hat) subjektiv einen viel höheren Stellenwert als Homogenität und Ergonomie. Intonation ist in gewissem Umfang kompromissfähig für mich, solange ich es spielerisch wuppen kann.

    Was mich zum eifrigen (und hoffentlich stets produktiven) Diskutieren bringt ist, wenn solche individuellen subjektiven Prioritäten als objektiv gültig dargestellt werden. Ganz konkret, wenn verallgemeinert wird, der Sound sei beim Trauminstrument eher zweitrangig, da die Menschen ihn in der Regel als solchen nicht wahrnehmen. Da kann ich für meine Wahrnehmung nur entschieden widersprechen. Das entspricht weder meiner Wahrnehmung, noch der etlicher guter Musiker, mit denen ich beim realen Musizieren zu tun habe mit denen ich immer wieder mal Instrumente tausche, höre und vergleiche.

    Ich glaube darüber hinaus, ohne jemand zu nahe treten zu wollen, dass in den Saxophonforen (nicht nur hier) eine deutlich ingenieurswissenschaftlich geprägte Denkweise vorherrscht, die Phänomene, die nicht alle gleich wahrnehmen schnell weg-„rationalisiert“ und in den Bereich des Esoterischen verbannt. Das finde ich grundsätzlich (vor allem außerhalb der Musik) nicht die schlechteste Herangehensweise.

    Was hier „gesetzt“ ist, steht aber oftmals in ziemlichem Kontrast zu den Wahrnehmungen und Ansichten, die ich im echten Musikerdasein nicht nur bei mir sondern auch bei anderen Musikern und Instrumentenbauern erlebe. Gebe das als Anregung zu bedenken. Und von mir aus kann das auch alles wech, wenn es der Nennung weiterer Trauminstrumente im Wege steht.
     
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