Wenn der Theo mit dem JJ…

Dieses Thema im Forum "Mundstücke / Blätter" wurde erstellt von Silver, 22.Januar.2026.

  1. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Kam etwas spitz bei mir an... Wenn's nicht so gemeint war, um so besser. :pint:
     
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  2. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Von Theo Wanne ist es vermutlich eine Entscheidung für weniger finanzielles Risiko, statt weiterem Wachstum aus eigener Kraft jetzt einen großen Partner und ehemaligen (juristisch schlagkräftigen) Konkurrenten an Board zu ziehen, know-how gegen Anteile einzubringen und sich auf absehbare Zeit raus kaufen zu lassen.
    Für Babbitt ist es vermutlich eine seltene Chance, in Zeiten eines wirtschaftlich geführten Großkonzerns mit vielen angekauften Töchtern, dem es nicht besser gehen wird als dem Durchschnitt, noch einmal einen echten Qualitätssprung zu ermöglichen, den die Finanzabteilung auch mitträgt, aufgrund des werbewirksamen Namens von Theo.

    Erst mal Win-Win für beide. Ob es auch ein Gewinn für den Kunden wird, steht dann nochmal auf einem anderen Blatt. In der Tat erhöht der Schritt für mich eher die Wahrscheinlichkeit, von einem der beiden Anbieter tatsächlich in diesem Leben noch ein Mundstück zu erwerben!
     
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  3. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ähemm, Hüstel ... Großkonzern???


    Über die beiden Unternehmen:

    JJ Babbitt - 38 Mitarbeiter, 7,6 MioUSD Umsatz
    Theo Wanne - 7 Mitarbeiter, 1,9 MioUSD Umsatz

    Quelle: datanyze.com



    Win-Win ist es trotzdem für beide.

    Edith sagt: wenn Du es schon änderst, dann schreib's wenigstens so, dass man es auch versteht. Habich gemacht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23.Januar.2026
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  4. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    OK, auch hüstel, ich nehme es zurück. Angesichts der Markenfülle und des aus dem Bauch geschätzten weltweiten Marktvolumens hätte ich jetzt was anderes erwartet.
    Aber wie machen denn 38 Leute die ganzen Links und Meyers, die alleine Thomann verkauft?
    Waren die immer so klein? Ist es wirklich schon so weit und das der letzte Versuch? Oder sind das 38 Büroarbeitsplätze, die die Produktion aus China auf die richtigen Frachter verteilen? Oder doch alles automatisch?
    Bin gerade echt überrascht.
     
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  5. Aerophon

    Aerophon Ist fast schon zuhause hier

    Wer sagt denn, dass Babbitt Wanne übernimmt? Babbitt bringt Kautschuckrohlinge und die Designs mit. Wanne dagegen, macht fast die ganze Arbeit und trainiert sogar noch die Babbitt Mitarbeiter, weil sie keine Konsistenz in der Endfertigung und QC hinkriegen. Da ist recht offensichtlich, wo die Expertise liegt. Wenn man auf die Umsatz- und Mitarbeiterzahlen sieht, würde ich sagen, Babbitt ist grenzwertig rentabel. Am Ende übernimmt Wanne Babbitt, behält die Marken bei und erschliesst sich ein Mid-Prize Segment, wie er es mit seiner Essential Serie bereits angefangen hat. Ich will nur nicht glauben, dass die Preise stabil bleiben werden.
     
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  6. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Schätzen wir mal das durchschnittliche Mundstück auf 300 USD (HR ca. 150$ / Metall ca. 450$) Endverkaufspreis ohne Steuern. Typische Handelsspanne dürften ca 33% sein - ergibt 200$ Erlös pro Mundstück (arithmetisches Mittel aller Mundstücke und eine reine Annahme).

    Das sind 38.000 Mundstücke im Jahr.
    Also 3.100 im Monat oder 158 Stück am Tag.

    Für ein Werkstück dieser Komplexität (nämlich so gut wie keine) ist das der Output für drei bis fünf gut ausgestattete und ausgebildete Werker.
    Oder zwei, die eine CNC-Maschine bedienen können.


    Für 7,6 MioUSD Umsatz würde ich es im Sanierungsfall eher mit der Hälfte der Leute versuchen... 200k$ Umsatz pro Mitarbeiter ist ziemlich wenig (Theo macht 242k$ pro Mitarbeiter - auch nicht wirklich viel).
     
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  7. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich hätte Babbitt viel größer vermutet. Na gut, 38000 ist jetzt vielleicht nicht ganz wenig für so einen Spartenmarkt und dann ist man halt nicht größer. Der Annahme, dass Theo sein Knowledge von Babbit vergolden lässt lag die fälschliche Annahme meinerseits zu Grunde, dass Babbitt 100x größer ist. So ist natürlich alles eher etwas anders.
     
  8. Sebastian

    Sebastian Ist fast schon zuhause hier

    https://www.saxontheweb.net/posts/4813790/

    "I had the chance to play everything today at NAMM

    haven’t read the thread but I have to say they have done a wonderful job - they play like great links! I talked specifics and the facing one these are true to what you’d expect from a well set up vintage link

    they are not overly free blowing which I really enjoy and think is a very important in a good link (any pieces in general) Correct amount of resistance to shape a well balanced and full sound

    I was worrying that they would feel and respond like a Wanne piece (which is not for me) and they don’t

    I think this will be great for the sax community at large."
     
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  9. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Was ist mit dem manuellen Handfinish, dass J.J. Babbit angeblich durchführt?
     
  10. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ohne manuelles Handfinish müsste ein Werker täglich mindestens das zehnfache schaffen.
     
  11. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Die Handfinisher werden von ICE gerade nach Hause geleitet...
     
  12. Onkel D

    Onkel D Ist fast schon zuhause hier

    Verfügbar sind die neuen Modelle noch nicht, oder? Gibt es schon Modellnamen und Beschreibungen?
     
  13. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

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  14. altoSaxo

    altoSaxo Strebt nach Höherem

    Vor Jahren habe ich ein Otto Link ToneEdge gekauft. Vorführmodell und eine neues Exemplar spielten sich identisch. Im letzten Jahr habe ich ein Meyer probiert, dass klang für mich sehr dumpf, eine Gurke und anders als das Meyer meines ehem. Lehrers, auf dem ich mal spielen durfte.

    Wenn ein Händler z. B. zwei Exemplare eines MPC bestellt und eines davon ist eine Gurke, ist die Ausfallquote, wenn ich es so nennen darf, 50%. Wenn jetzt das gute Exemplar verkauft wird und der Händler es durch ein neues ersetzt, kommt zu 50% wieder eine Gurke dazu. Irgendwann sammeln sich die Gurken an und beim Händler liegen möglicherweise 9 Gurken und ein gutes. Dann sind aber nicht nur 10% der produzierten Mundstücke brauchbar, die nicht brauchbaren haben sich nur beim Händler angehäuft.

    Das soll nur ein Rechenbeispiel sein und ändert nichts am Optimierungspotenzial beim Herstellungsprozess bei JJ Babbitt (3 Doppelkonsonanten - faszinierender Name), aber dass bisher nur 10% der Produktion brauchbar wären, muss die Aussage im Werbetext auch nicht bedeuten.
     
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  15. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich denke es gibt genug Schüler, die bereit sind für den richtigen Namen die Gurke zu kaufen, wenn ihnen jemand ein schön leichtes Blatt dazu gibt. Ob 50% oder 90%, man kann es aktuell nicht empfehlen.
    Ich hätte als Schüler lange Zeit nicht im Kämmerchen im Laden beurteilen können, ob ich mit einem Mundstück klarkomme. Finde das immer noch schwierig und einen langwierigen Prozess, auch wenn ich heute Gurken zielsicher erkenne.
     
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  16. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Da sehe eher den Kritikpunkt. Wer nicht weiß, liegt der Fehler beim ungeübten Spieler oder dem setup, verdächtigt eher seine mangelnde Kompetenz. Das mpc kommt ja von einem namhaften hersteller, wird von bekannten Spielern benutzt....
    Was mich so richtig ärgert ist, die Dinger kosten doch ein paar Euro. Ich erwarte eigentlich schon bei ein 50€ mundstück, dass es vernünftig spielbar ist. Da kann ich ev noch akzeptieren, dass man mal eines erwischt, was nicht sooo toll ist. Bei Mundstücken, die aber deutlich über 200€ kosten, erwarte ich eine gleichbleibend gute Qualität. Ein toller Name allein ist für'n Anton.
     
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  17. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ich befürchte, dieses Rechenbeispiel stellt auf objektive "Fehler" ab - aber darum geht es überhaupt nicht.

    Praktisch jeder geübte bis professionelle Spieler, mit dem ich darüber gesprochen habe, kann von solchen Auswahlaktionen bei Links und Meyers berichten (teilweise von verschiedenen Händlern zusammengesammelt).
    Meine eigenen Erfahrungen lasse ich mal aussen vor, ich bin nicht der Massstab (Dreifachkonsonant).

    Und dabei geht es nicht um "Gurke" oder nicht, da geht es um bestimmte Eigenschaften, die einfach unterschiedlich sind, wenn man mehrere nominell gleiche Produkte miteinander vergleicht.

    Ausserdem dürfte die überwiegende Mehrzahl der - wir haben's oben grob überschlagen - 30-40.000 Mundstücke im Jahr von Leuten gekauft werden, denen jemand gesagt hat, das wäre toll und für die ist es dann auch toll, weil sie es nicht besser wissen oder können.
    Und die deshalb auch echte Fehler nicht erkennen und es auf die Blätter, die Blattschraube, den Lehrer, das Wetter (gelegentlich auf das eigene Unvermögen) schieben, wenn die Dinger nicht spielen.
     
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  18. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Ein Kollege hat für einen Altschüler einmal ein Meyer gekauft. Von 5 Stück 6ern waren 4 schief.
    Abgesehen davon, dass alle unterschiedlich offen waren (was im Rahmen ja ok ist).
     
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  19. altoSaxo

    altoSaxo Strebt nach Höherem

    Schon richtig. Das ist mir auch aus dem Forum bekannt, aber ich wollte beim zitierten "brauchbar" in Zusammenhang mit einer Verbesserung des Produktionsprozesses auf den von von mir beschriebenen Aspekt hinaus. Und bei großer Fertigungstoleranz ist auch die Wahrscheinlichkeit für echte Gurken größer.
     
  20. rumigdirk

    rumigdirk Kann einfach nicht wegbleiben

    Mein Vater soll mal zu meiner Mutter gesagt haben: "Pariser Schuhe und Odenwälder Füß' passen halt nicht zusammen." Verhält es sich nicht vielleicht mit Saxophonmundstücken und den dafür vorgesehenen Aufnahmeöffnungen in unseren Gesichtern ähnlich? Ist halt einjede:r anders...
     
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