Yanagisawa, Selmer, oder sogar Firebird?

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von PhiltheD, 18.Juni.2010.

  1. Toffi

    Toffi Ist fast schon zuhause hier

    Behauptung eines Kölner Fachhändlers bei einem Telefonat zwecks Beratung über ein Top-Saxophon:
    "An der Kölner Hochschule spielen die allermeisten Studenten lieber Serie II als Serie III, wegen des charaktervolleren Klangs."
    Im direkten Vergleich heute vormittag konnte ich das tatsächlich auch mal nachempfinden, fand das Serie II erheblich runder, und die (auch von mir) so hochgelobte Intonationsverbesserung beim Serie III war im heutigen Vergleich nicht vorhanden, ganz im Gegenteil.
    Bis dato hatte ich zwei Serie III Altos angespielt, die ich beide erste Sahne fand. Tja, so ist wiedereinmal festzustellen: nicht nur das Modell, auch das einzelne Exemplar, ist eine intensive Prüfung wert.

    Bestätigte sich für mich auch bzgl. des A-991, habe heute ein nettes Exemplar getestet, dann aber doch bei einem anderen Laden das Instrument geordert, das ich vor zwei Wochen dort gespielt hatte: ein rechter Klassenunterschied, und das bei ein und dem selben Modell, beide top verarbeitet, perfekte Intonation, aber offenbar nicht gleich perfekt eingestellt, was weiß ich, einfach phänomenal.

    Apropos: bei den Baris habe ich auch mal wieder den Materialvergleich gehabt, B-901 gegen B-991 und B-992. Ich habe nicht die Spur eines Unterschiedes ausmachen können, das B-901 war auch mit dem eigenen S-Bogen mindestens so genial und ausgewogen im Klang wie der "große" Bronzebruder.
    Ist mir auch bei Alto und Tenor in der Vergangenheit immer wieder so gegangen, so dass ich da eher an eine Gefühlssache denke, dunkler Lack gleich dunkler Klang, Silberfarbe gleich strahlender, mag oft zutreffen, konnte ich allerdings noch nie wirklich so erleben.

    Viele Grüße

    Christoph
     
  2. PhiltheD

    PhiltheD Nicht zu schüchtern zum Reden

    Wieder da!
    Vögel hab ich leider nicht spielen können ^^
    In der hand hatte ich Selmer SA 80 Serie II, Serie III und Reference. ein gebrauchtes Yamaha, Yanagisawa 991 und P. Mauriat. (sorry, dass ich zum yamaha und mauriat keine serienbezeichnung geben kann. die habe ich mir nicht gemerkt, da diese beiden gleich am anfang ausgeschieden sind.)

    Das mauriat - optisch ganz auf vintage getrimmt - ist bei mir sofort rausgeflogen, weil es nicht zu meinen händen passt. es war für mich sehr unbequem und umständlich chromatische läufe und einfache sequenzen zu spielen.

    das yamaha ist ausgeschieden weil es mich nicht in der mechanik überzeugt hat und wahrscheinlich auch, weil ich ein paar ganz böse vorurteile gegenüber yamaha habe (aber das soll jetzt nicht zur diskussion werden. jedem nach seinem geschmack) zudem kann ich nicht verstehen, wie sich die (vermeintlich großen) musikhäuser in köln es sich erlauben können, einem kunden ein nicht überholtes, gebrauchtes instrument zum anspielen in die hand zu drücken. ab tief cis abwärts hat da nichts mehr gedeckt... naja...

    Das serie III selmer hat mich vom klang her nicht ganz überzeugen können. subjektiv wurden da die hohen extremlagen sehr spitz im klang - verglichen mit dem yani 991.

    danach habe ich das reference 54 und das serie II gespielt. was mich bei dem reference ein bisschen gefuchst hat, aber sicher auch gewöhnungssache ist, war, dass die tief dis und tief cis klappen (also deren drücker - wie nennt man die?) für mich ungewohnt weit oben und klein waren. vom klang her aber fand ich es sehr überzeugend. ebenso vom rest der mechanik. da das serie II aber nicht dieses handform-spezifische manko der klappe hat, mich aber trotz klanglicher differenzen ebenso überzeugen konnte bleibt meine letzte auswahl bei:
    Yanagisawa 991
    Selmer SA 80 Serie II

    was ich jetzt noch gerne spielen würde ist das yani 992 wg. klangeigenschaften und ein selmer serie II der bird-reihe. wie sind bei yani 991/992 eure erfahrungen?

    glg
    Philipp
     
  3. Toffi

    Toffi Ist fast schon zuhause hier

    Yani 991/992: siehe mein voriges Posting :)
     
  4. saxfax

    saxfax Ist fast schon zuhause hier

    Nun sachmal, hat Du uns nicht monatelang das ausschließliche Weltklangloblied gesungen?? Und jetzt wieder Yani? Tz tz tz ;-)

    Gruß
    saxfax
     
  5. Toffi

    Toffi Ist fast schon zuhause hier

    nix ausschließlich ;-) - jaja, ich muss ja gestehen, dass bei allem Hammersound das langfristige Geläufigkeitsexperiment (und die nun doch bei manchen modernen Saxophonen wirklich nahezu perfekte Intonation) den Weg zum möglichst perfekten Yani wies...
    räusper - back to topic please :cool:
     
  6. PhiltheD

    PhiltheD Nicht zu schüchtern zum Reden

    Danke Christoph!
    da haben sich unsere postings und das "text-verfassen" leicht überschnitten ;)
    freut mich, dass wir bzgl. serie II und Serie III ungefähr auf einen nenner gekommen sind. vllt nur eine sache DIESES EINEN instruments, aber bei mir war der übergang cis1-d1 beim serie III sehr stark zu merken und mit einem unverhältnismäßigen druck-spiel-luft-gott-weiß-was-wiederstand verbunden. das serie II lief schön flüssig.

    noch eine sache. bei beiden bisher gespielten yanagisawa a-991 gab es bei dem a1, also a-oktavklappe, ein rauschen aus der umgebung der oktavklappe (subjektiv). das gabs bei den umliegenden tönen nicht. ist das eine frage der einstellung?

    lg
     
  7. saxology

    saxology Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Philipp,

    Google zufolge ist das seltene Firebird-Serie II nur beim Rockshop (Karlsruhe) und Musik Produktiv in Ibbenbüren vorrätig.
    Wenn du aus der Gegend von Münster kommst, lohnt sich der Weg nach zum Anspielen nach Ibbenbüren, zumal 3140 € kein schlechter Preis ist, und vielleicht lässt sich da noch dran drehen.

    Gruß
    saxology
     
  8. Toffi

    Toffi Ist fast schon zuhause hier

    Hi, Phil,

    ich vermute, ja. Das leichte Rauschen beim a-Oktavklappe kenne ich von meinem alten A-901, hatte es jetzt bei allen Tests besonders beachtet, es war bei beiden A-902 sowie bei beiden A-991 erfreulicherweise gar nicht zu hören, bei einem von zwei A-901 denn doch...
    Bei den Altos habe ich die Werkstattleute heute nicht behelligt, aber vielleicht erhellt folgende Sopran-Anekdote den Hintergrund:
    habe heute ein S-981 und ein S-901 probiert, beim 981 waren a und e (mit Oktavklappe) störrisch, e eigentlich noch schlimmer, richtig dumpf wurde das Instrument, a hat tatsächlich gerauscht. Also habe ich den Werkstattmeister gebeten, das Sax mal zu durchleuchten - er hat 5 Minuten rumgefriemelt, gab es mir mit rollenden Augen wieder "aber hallo, das hat sich gelohnt"...und es hatte sich gelohnt, plötzlich flutschte alles super.
    Nicht ganz so extrem war es dann beim 901, auch hier brachte er mir das Sax wieder mit den Worten "nicht ganz so viel, aber signifikant", und auch dieses Sax ging nach dem kleinen Nachstellen deutlich besser.
    Nun habe ich mir beim Händler, bei dem ich meine Bestellung dann letztlich abgab, deutlich auserbeten, dass ich ihn in ein paar Wochen zum genauen Justieren nochmal aufsuchen werde, denn wenn schon High-End-Sax, dann auch bestmögliche individuelle Betreuung.
    Die Aussage, die mir der Chef heute zu den notwendigen Justierungen bei den Test-Sopis machte, hat mich ehrlich gesagt stutzig gemacht (und wahrscheinlich den Ausschlag für den anderen Laden gegeben) - er meinte nämlich, dass unterschiedliche Spielertypen unterschiedliche Einstellungen bräuchten, also als ob mein eher sanfter Druck quasi Mitschuld an nicht perfekt deckenden Klappen hätte...also das konnte ich nun echt nicht nachvollziehen ;-).

    Viele Grüße

    Christoph

    P.S.: jau, das mit dem seltsamen Blaswiderstand beim cis des Serie III empfand ich heute auch, war so der totale Widerspruch zu der früheren Erfahrung, wo ich gerade bei diesem cis dachte "wow, allein dafür hat sich die Modell-Neuentwicklung gelohnt" - schon wieder: Einstellungssache...
     
  9. Brille

    Brille Ist fast schon zuhause hier

    Hiermit weise ich auf die begrenzte Halbwertszeit von definitiven Aussagen hin. Bin schon überrascht, Toffi!
     
  10. clari_sax

    clari_sax Ist fast schon zuhause hier

    Ich blase mein T-991 jetzt seit etwas mehr als einem Jahr (nach 25 Jahren as SelmerSAII), und mein S-880 seit 15 Jahren (nach fünf Jahren ss SAII). Und für beide Saxophonarten kommt mir Selmer nie wieder ins Haus ...! ;-)

    Heute habe ich allerdings bei einem Kieler-Woche-Auftritt mal wieder meine alte Selmer 10S II Klarinette gespielt, und die hat mir dann auf einmal wieder unglaublich gefallen im Vergleich zu meiner Buffet Crampon R13 Prestige. Tja ...

    LG - Chris
     
  11. Toffi

    Toffi Ist fast schon zuhause hier

    Na, das freut mich ;-)
     
  12. hanjo

    hanjo Ist fast schon zuhause hier

    hallo christoph,

    da bin ich aber erleichtert.

    ich kann mich noch erinnern, daß du, nach überholung von deinem tenor, mit diesem nicht unzufrieden warst.

    ich hatte damals auch "dein" tenor gespielt. frisch vom fachmann eingestellt.

    im vergleich zum 2089 empfand ich das teil als ein relikt längst vergangener zeiten, dachte aber, wenn ein fachmann wie du das sagt, ist das auf jeden fall zu beachten und schob meine bewertung des teils, auf mein nicht vorhandenes können zurück.

    gruß
    hanjo
     
  13. Brille

    Brille Ist fast schon zuhause hier

    Nujoh, Christophs Einschätzung deckz sich mit meiner :) :)
    Klanglich, etc. sind die Weltklinger prima. Aber dennoch geht es besser, besonders was die Ergonomie angeht. Da könnte man ändern lassen, was man will.

    Extremste Beispiele sind für mich die Sopransaxe, die an sich sgt. sind, aber ergonomisch... Tsss

    Übrigens hat gestern der Mensch neben mir ;-) mal wieder tierisch über sein Selmer geschimpft bzgl. Intonation.

    Da war ich doch gaaanz entspannt.............

    B.
     
  14. PhiltheD

    PhiltheD Nicht zu schüchtern zum Reden

    Auf der Französischen Selmer-Seite wird ersichtlich, dass die Serie II Firebirdies gar keinen dunkleren, sondern einen eher helleren Goldlack haben, als die Standart-Saxe der 2010er-Reihe. Lediglich die Reference-Altos, die eh schon andere Lackeigenschaften haben sind noch dunkler.
    Ergo haben die Verantwortlichen auf der deutschsprachigen Seite ein bisschen mit Photobearbeitungstechnik nachgeholfen, um die Optik zu verfeinern.
    Sollte das tatsächlich so sein wäre es wirklich kein schöner zug. Momentan bin ich auf der Suche nach ein paar privaten Aufnahmen und Photos des Firebird, die nicht im Studio aufgenommen wurden, da ich gerne wissen möchte, wie die dunklen Perlmutteinlagen auf "normalem" Goldlack wirken.

    Und wenn ich das erledigt habe, werde ich mir das Yani A991 und Selmer Serie II zum eingehenden testen nach Hause holen.

    LG
     
  15. PhiltheD

    PhiltheD Nicht zu schüchtern zum Reden

    Neuigkeiten:

    "Das Selmer SA 80 Serie II "Firebird" ist definitiv nicht mehr lieferbar"... Waren die Worte des Selmer-Vertreters.

    Jetzt habe ich auch hier im Forum gehört, dass die neuen Saxophone nicht so der renner sein sollten. Wie kommt das? Wie ist das begründet?
    Mir geht es jetzt nur um das Serie II. Wenn ich es richtig beobachtet habe, hat das Serie II jetzt auch diese Mysteriöse cis-ausgleichsklappe?

    Gruß
    Philipp
     
  16. Thomas

    Thomas Ist fast schon zuhause hier

    als angehender Altsax-Käufer verfolge ich den Thread sehr interessiert.
    der ganze Firlefanz mit dunklen Griffauflagen, und Lack und Goldenen Ringen am Mundstück und so interessiert mich ja nicht besonders, aber zu einem Thema hierwürde ich doch nochmal nachfragen: Und zwar die Sache mit den Yani-Instrumenten. Da kommt immer mal wieder das THema "rauschendes A" hoch. Sind das EInzelfälle oder ist das eher ein modelltyisches Problem? Kennt sich da jemand aus?
    HIntergrund: Bei meiner Tenor-auswahl war auch ein T991 dabei. Das INstrument war mir sehr angenehm rundherum. Aber es ging wieder zurück, weil es beim a'' gerauscht hat wie ein WEasserfall, ich dachte, das Löchlein im S-Bogen ist ein wenig klein, oder die Klappenöffnung ein wenig gering, irgendsowas. Wenn das aber öfter auftritt, auch beim Alt, dann würd ich da gar nicht anfangen rumzuprobieren damit, so was kann ich echt nicht brauchen...
     
  17. Toffi

    Toffi Ist fast schon zuhause hier

    Hallo, Thomas,

    g'' und a'' sind ja bei allen Saxophonen wegen des Oktavklappenwechsels Töne, bei denen die Instrumentenbauer nach dem idealen Kompromiss suchen.
    Bei meinem alten A-901 war das a'' definitiv ein kleiner Rauschkandidat, bei den beiden A-901, die ich in den letzten Tagen getestet habe, auch, bei den A-991ern allerdings nicht. Ich habe keine Ahnung, ob das auch am S-Bogen liegen kann, beim Tenor jedenfalls habe ich öfter (auch bei anderen Modellen) das Gefühl gehabt, das Rauschen (oder Zischeln) kommt vom zu heftigen Luftdruck auf das Polster der beim a'' geöffneten S-Bogen-Oktavklappe. Dann kommt noch je nach Mundstück und Blättchen beim a'' eine eventuelle Neigung zum "Umkippen" nach unten.
    Ich denke, das sind Phänomene, die bei allen Modellreihen zumindest ganz minimal auftreten dürften, die zu den Dingen gehören, wo man sich auf das Instrument einspielen muss, ein Exemplar zu finden, bei dem es möglichst so minimal ist, dass man quasi von selbst dran gewöhnt wird, ist die Herausforderung.
    Bei dem A-991, das ich gekauft habe, war solch ein Rauschen überhaupt nicht wahrnehmbar, ich bin ja mal gespannt, ob das im Dauertest so bleibt (warte jeden Moment auf den freundlichen Herrn von DHL :-D).

    Viele Grüße

    Christoph
     
  18. claptrane

    claptrane Ist fast schon zuhause hier

    @ thomas, ich habe ein alto und ein tenor von yanagisawa. bei beiden rauscht das a wenn ich einfach nur so reinblase.
    es ist bei beiden instrumenten eine frage des ansatzes.
    wenn ich auf die richtige zungenstellung achte (die gleiche wie beim 2. oberton von d), dann rauscht auch nichts und intoniert perfekt.
    schuld daran ist aber der s-bogen, ich habe mal einen anderen probiert, da rauschte nichts egal mit welchem ansatz.
     
  19. Toffi

    Toffi Ist fast schon zuhause hier

    Ich hatte bei meinem A-901 einen Silberbogen von Karsten Gloger, mit diesem Bogen war das Rauschen etwas stärker als mit dem Serienbogen - aber wenn wir hier von Rauschen reden, muss man sich immer klar machen, dass das zumindest bei den Altos ein Mini-Phänomen ist.

    Viele Grüße

    Christoph
     
  20. Thomas

    Thomas Ist fast schon zuhause hier

    Danke Ihr Beiden...
     
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