Probleme mit dem Blatt (Ton weg oder Quietschen) - wer weiß Rat?

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von igis, 11.März.2012.

  1. igis

    igis Schaut nur mal vorbei

    Ich brauche mal Eure Hilfe.
    Als Flötist (40 Jahre Spielpraxis) habe ich mir vor 3 Jahren noch ein Tenorsax zugelegt und übe darauf mehr oder weniger (eher weniger) regelmäßig - vielleicht 3 mal in der Woche eine halbe Stunde. Das läuft so ab:
    Ich spanne das (befeuchtete) Blatt (z.Zt. AW-Reeds 2,5) ein (MPC ist ein Jody Jazz ESP 6)und alles ist erst einmal gut: Ansprache und Ton sind o.k. Ich spiele jetzt ca. 20 Minuten und mache dann eine Pause von - sagen wir - 10 Minuten; wenn ich jetzt weiterspielen will, ist der Ton praktisch weg! Er kommt entweder überhaupt nicht mehr oder nur sehr stumpf - verbunden mit ständigem Quietschen! Dabei ist das Blatt doch noch feucht (und auch nicht gewellt).
    Ich habe auch mit Kunststoffblättern experimentiert (am besten gefällt mir "Legere") - da tritt dieses Phänomen (natürlich) nicht auf. Vom Sound können die aber doch nicht mit Holz mithalten.
    Wer kann mir einen Rat geben, wie man dieses Problem in den Griff kriegt?
    Danke für Eure Hilfe.
    Sigi
     
  2. saxme

    saxme Kann einfach nicht wegbleiben

    Hallo ich hatte das gleiche Problem gestern beim Vorspiel. Ich habe das Blatt dann nochmal abgemacht, angefeuchtet und wieder raufgespannt. Dann war alles ok. Hast du denn eine Kapsel drauf, während der Pause?

    LG saxme
     
  3. GelöschtesMitglied3606

    GelöschtesMitglied3606 Guest

    Nach 1o Min. ist das Blatt vllt. noch leicht feucht, bei mir eigentlich eher nicht. Mach es ab und noch mal nass, dann sollte es besser sein.
     
  4. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

    Da stellt sich die Frage ist das mit allen Blättern so? Wenn ja, dann bin ich im Moment auch etwas ratlos.
    Ich vermute aber, es ist bei einzelnen Exemplaren so. Es gibt machmal Blätter, die zicken einfach ziemlich und man findet nicht recht raus warum. Oft verziehen sie sich, entweder in der Querrichtung oder dann auch längs. Ich habe es schon erlebt, dass ein Blatt gut läuft und nach kurzer Zeit so gegen die Mundstücksbahn zu verbogen war, dass es einfach nicht mehr zu Spielen war in diesem Zustand. Oft ist es noch für kurze Zeit zu retten, indem man gegenbiegt. Also entweder im aufgespannten Zustand mit Messer oder Rand der Metallkapsel (sofern vorhanden) mit Gefühl zurückbiegen. Oder Blatt abnehmen und auf ebener Unterlage biegen. Meist spielen sie dann wieder, halten aber trotzdem die Form nicht. Dann ab in die Tonne.

    Solche Blätter sind aber eher die Ausnahme und ich meine es vorallem bei Marken gesehen zu haben, welche grundsätzlich über eher wenig Holz, also ziemlich mageren Schaft verfügen. Ich hatte mal eine Rico Genaration, da war das so, auch bei Gonzales habe ich es schon gesehen. Ob man aber wirklich auf dieser Basis Schlüsse ziehen kann -

    Wenn das Blatt in der Querrichtung verdreht ist, kann man meist nicht mehr viel machen. Ein "Drehversuch" schadet da auch nicht, weil es entweder dann geht oder sowieso in die Tonne wandert.

    antonio
     
  5. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Bei Holzblättern habe ich auch immer die Phobie, dass es zu sehr austrocknet. Deshalb feuchte ich es bei einer längeren Pause immer wieder zwischendurch an ("Ablutschen" des Mundstücks). Bzw bin ich mittlerweile auf Kunststoff umgestiegen. Es dauert eine Weile (Zeit und Geld), bis man das richtige Blatt gefunden hat. aber man kann sich doch sehr viel Stress dieser Art ersparen ...
     
  6. Toffi

    Toffi Strebt nach Höherem

    Guten Abend,

    dieses (doofe) Phänomen erlebe ich derzeit leider auch bei meinen Bariton-Blättchen - ich spiele nun seit fast 25 Jahren Saxophon, vorwiegend Alto, dann Sopran, da hatte ich so einen Schiet noch nie und bin in letzter Zeit oft völlig genervt, dass meine Bari-Blättchen nach kurzen Spielpausen einfach "zumachen" bzw. quietschen, absolut grässlich...und ich habe eigentlich ganz gute Blättchen (Vandoren classic 4er) - (und nebenbei auch ein echt gutes Mundstück, daran kann es auch nicht liegen...).
    Nach langer Fehlersuche und Rumprobiererei bin ich momentan auf dem Stand der Erkenntnis, dass es (wie oben schonmal erwähnt) einfach Pech ist und dass es schlicht Mistblättchen sind, weil es in meinem Fall eben nicht bei allen Blättchen so ist - aber leider bei z.Zt. über 50 %, was bei 6,20 EUR pro Bari-Blättchen echt K**ke ist.
    Also, leider von keiner Seite nur viel Mitgefühl, aber auch die Einschätzung, dass das wohl mal vorkommt...

    Mitfühlende Grüße

    Christoph
     
  7. Saxorg

    Saxorg Ist fast schon zuhause hier

    Morgen Sigi,

    ich hatte das Problem auch. Bin dann auf RICO Plasticover umgestiegen und weg war’s.
    Aber folgende Idee:
    In der Pause das Blatt abnehmen, aber ja nicht trocken wischen. Vor dem nächsten Spielbeginn den MPC-Tisch trocken wischen und das Blatt unter fließendes Wasser halten, abtropfen lassen und aufbinden. Sollte eigentlich helfen.

    Viel Erfolg und schöne Woche wünscht Frank
     
  8. hundebub

    hundebub Schaut nur mal vorbei

    Hallo,

    hatte diese Problem mit dem quitschenden Ton (Ten. Sax)bei Einsatz
    in der Band, wo ich ständig das Instrument wechsele.


    Im Orchester trat dieses Problem seltener auf.

    Ein Wechsel zum Kunststoff Blatt (alle Sax+Klarinette)
    beseitigte dieses Manko.

    Denleicht veränderten Sound nehme ich gerne in Kauf,
    kann aber aus jeder Situation ohne Anfeuchten oder
    Anspielen des Instrumentes gleich sicher loslegen.

    Habe auch nicht lange suchen müssen nach dem passenden
    Kunststoff Blatt (Stärke, Fabrikat). Es hat sofort
    gepasst.

    Peter

     
  9. claptrane

    claptrane Strebt nach Höherem

  10. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Moin,

    zum Thema kann ich gerne meine persönliche Vorgehensweise
    einbringen.

    Das Blatt verliert ja im Laufe der Nutzung einen Teil seiner inneren Spannung, wölbt sich leicht in Richtung Mundstücksöffnung und macht dann immer mehr zu.

    Es gibt ja da Freaks, die schieben vor dem Blasen kurz das Blech der Schutzkapsel zwischen Blatt und Bahn um es wieder etwas zurück zu spannen.

    Meine Methode, die ich schon lange praktiziere ist, das Blatt bei der Lagerung in die Gegenrichtung leicht vorzuspannen.

    Schon ewige Zeiten habe ich solche Reedgards aus Alu, wo ich dann am Blattende einfach eine Büroklammer als Unterkeilung zwischen Blatt und Alu reinstecke oder auch Plastikstreifchen von alten Schnellheftern.

    Je nachdem wie tief man die Dinger reinsteckt, erfolgt eine leichte Verbiegung des Blattes und man kompensiert so die Verbiegung, die naturgemäß beim Spielen erfolgt.

    Ein Allerheilmittel ist das natürlich auch nicht, je nach Häufigkeit der Nutzung ist ein Blatt halt einfach mal fertig, aber mit meiner Methode halten mir die Lieblingsblätter einfach noch etliche Prozent länger.

    Schöne Grüsse

    Wuffy


    Ein Bildchen zum besseren Verständnis:



     
  11. igis

    igis Schaut nur mal vorbei

    Na, danke erstmal für Eure Teilnahme :)

    Muß ja wohl an dem jeweiligen Blatt liegen, denn mit Kunststoff habe ich diese Probleme nicht.

    In Spielpausen das Blatt immer vom MP entfernen, irgendwie behandeln und dann wieder draufschnallen ist natürlich auch keine wirkliche Lösung ...

    Schaun´ wir mal ... vielleicht fällt jemandem noch was Gutes dazu ein?
     
  12. Spartanary

    Spartanary Schaut nur mal vorbei

    Hallo igis,

    auch, wenn's jetzt schon fast ein Jahr her ist - vielleicht hilft es ja anderen googlern.

    Vom Prinzip her würde ich es, wie mein ehemaliger Musiklehrer, immer auf den Ansatz schieben. Es kann auch an der Kombination von Mundstück und Blättchen liegen, vom Prinzip her aber immer Ansatz. mit etwas Training bekommst du dann auf jedem Blättchen den richtigen Ton.

    Besonders schwierig ist natürlich der Umstieg von nem Bb-Instrument (Tenor) zu einem Eb-Instrument (Alto/ Bari).

    Ich schließe mich den Vorrednern an, Anfeuchten (mit Wasser, nicht mit Speichel) dürfte vorerst helfen.

    P.S.: Auch solltest du nicht zu oft die Blättchen wechseln.

    MfG, Spartanary :)
     
  13. cedartec

    cedartec Ist fast schon zuhause hier

    @igis
    War für mich zu Anfang ein Grund umzusteigen auf Fiberreeds mit denen ich mit meinem Vandoren V16 T6 MPC auch glücklich und zufrieden war. Ich hatte nach längerem Spielen das Problem, dass ich mir die weicher werdenden Holzblätter zu fest angepresst hatte mit meinen Lippen. Jetzt spiele ich ein etwas offeneres MPC und nicht mehr 2.5er Blätter sondern 2er und auf einmal macht auch Holz wieder Spass, aber am Meisten begeistern mich jetzt Forestone. Zu Anfang musste ich ja auch gleichzeitig auf Alles achten und da waren die Fibereeds als jetzt auch das Forestone angenehm, weil, einmal warm bleibt gleich und ich kann mich mehr auf das Spielen und den eigentlichen Ansatz konzentrieren. Bei mir liegt es meistens am Ansatz oder daran, das ich das Blatt nicht gut aufgelegt habe, selten am Blatt (aber das gibt es auch).

    Gruss ohne große Hilfe,
    gerhard
     
  14. bluefrog

    bluefrog Strebt nach Höherem

    Hallo,

    ich hatte vor Jahren auch das Problem mit Quietschen nach einem Mundstückwechsel von eng auf weiter. Ich habe viel mit verschiedenen Blättern und Blattstärken rumexperimentiert, was aber nichts gebracht hat. Erst als ich auf die Atmung und Stütze besser geachtet habe, verschwand das Quietschen für immer. Ich kann heute auch mit einem völlig trockenen Blatt nicht optimal, aber brauchbar spielen.

    LG, bluefrog
     
  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese deiner Erfahrung anzupassen und dich nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden