Saxmasters

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von Ernesto, 21.März.2024.

  1. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Genau - die erste Sax-Schule, die ich mir ganz am Anfang selbst gekauft habe, einfach um irgendwas zu haben, hat kein einziges Kinderlied drin, sondern v.a. am Anfang einfache Stücke vom Autor selbst geschrieben.
    Von Juchem hatte bzw. habe ich auch was und hab auch keinen Krebs davon bekommen.

    Ich hab mit 44 angefangen und meine erste Lehrerin war noch Studentin, sie hatte also wohl noch wenig Vorerfahrung mit erwachsenen Schülern - und aufeinander einzugehen hilft natürlich. Also dass ich respektiere, dass am Sax sie die "Chefin" ist, und dass sie darauf eingeht, was mich musikalisch interessiert und welche Vorerfahrung ich habe. Ist doch bei einem Erwachsenen mit Jahrzehnten "Musikgeschichte" anders als bei einem Kind.
     
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  2. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Du mich verstanden hast.
    Modulation für sich ist ja nicht schlecht.
    Insofern kritisiere ich an der Jazz-Methode nicht herum.
    Für viele meiner SchülerInnen ist sie halt aus verschiedenen Gründen schwer verstehbar.
    Abgesehen davon, dass Juchem no nie eine Alternative war und ich viel mische - den Dapper beispielsweise finde ich da um einiges zielführender.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7.Februar.2026
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  3. quax

    quax Gehört zum Inventar

    Was genau ist an Kinderliedern für Anfänger jetzt so schrecklich? Frage für einen Freund.
     
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  4. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Mach Kinder- oder Volkslieder draus.
    Ich glaube die Kinderlieder sind halt was zum Einhaken und drauf rumhüpfen.
    Egal, geschenkt.
     
  5. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Was passiert, wenn jemand - so wie ich - die meisten Kinderlieder gar nicht kennt?
    Ich hab sie trotzdem gespielt halt nach Gehör, nicht nach Erinnerung.

    Und: sind nicht 80-90% der Popmusik auf (eigentlich unter) dem Niveau von Kinderliedern, wenn man die Arrangements und die Studioarbeit abzieht? Wenn man die „Melodie“ aufschreibt, und die Worte weglässt gibt es … Tonwiederholungen.

    Wer beim Bergführer am Weg rumnörgelt, hat vielleicht das Ziel nicht verstanden.
     
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  6. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Oder hat andere Ziele als der Bergführer...oder ist diesen Weg bei anderer Gelegenheit schon mal gegangen, und fand den damals schon nicht so toll... Oder will gar keine Bergwanderung sondern eher ein Segelwochenende am Mittelmeer.
    Solche Vergleiche sind keine.
    Jemand, dessen Herz für klassik schlägt, für so jemanden gibt es sicher andere Lehrpläne als für jemanden, der swing und blues liebt und spielen will, und umgekehrt. Wenn ein Lehrer aber nur Juchem kennt, nur danach unterrichten kann oder will, dann mag das bei Kindern vielleicht passen, für Erwachsene wahrscheinlich nicht.
    Ich habe bspw meinem Trompetenlehrer von Anfang an klar gemacht, dass gerade zum Einstieg mein Wunsch nicht ist möglichst viele Liedchen spielen zu können, sondern Tonbildung, Tonumfang und Rhythmik. Ich muss keine Noten mehr lesen lernen, kenne Vorzeichen, kann Dur von Moll unterscheiden sowie einen 3/4 von 2/4, 4/4 oder 6/8. Kurz, er muss/soll den Schwerpunkt auf das Instrument und dessen Handhabung legen und nicht auf das Musik machen. Bisher klappt das (und ja, wir spielen durchaus auch mal Stücke. Meist suche ich die aber selbst aus mit Kriterien drin, bei denen ich nicht klar komme). Daher habe ich mir seinerzeit auch eine reine Technikschule gekauft (und ja, manchmal verfluche ich die Entscheidung.... Bis er was auflegt, und ich das dann so runterspielen kann). Als Jugendlicher damals auf der Klarinette kam mein damaliger Lehrer auch mit einer eher konservativen Schule (W. Schneider) um die Ecke. Damals fand ich das echt Sch.., immer dieses Etüdenzeugs und Fingerübungen, heute sage ich "hätte ich damals mal... ". Mir ist heute nämlich klar, wenn ich mir die Technik am Instrument möglichst schnell und effizient draufschaffe, dann kann ich schneller das Zeug spielen, was ich spielen will.
     
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  7. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    Ich finde Lehrer im Einzelunterricht, die ihre Nummer durchziehen ohnehin schwierig.
    Die Krönung sind dann Sätze, ich weiß was du brauchst, ich spiele ja schon sei bla Jahren.
    Aber offensichtlich ohne Konzept.
    Nicht das ich nichts gelernt hätte, nur ich hätte gerne erstmal die Grundlagen gelernt. Das Instrument kennen gelernt.
    Dann dabei Tonarten ..
    Ich war überfordert gleichzeitig Ton Note Takt und Artikulation zulernen.
    Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich nie irgendwelchen Musikunterricht...

    Jeder Mensch lernt anders. Im Gruppenunterricht ist es schwieriger. Aber ein guter Lehrer muss im Einzel Unterricht darauf eingehen.
     
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  8. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Na dann meinetwegen „Wer mit dem Segellehrer über die Knoten diskutiert…“ - das ist doch das Gleiche:

    Ich suche mir jemanden aus, der mich gegen Geld an ein bestimmtes Ziel (Gipfel, Segelschein, unfallfrei Last Christmas hupen) bringen soll und hinterfrage dann den Weg dorthin?
    Das sagt mehr über mich, als über den Sherpa.

    Wenn so einen Palstek schon kann (also so wirklich, ohne Nachdenken und das Ding sitzt bombensicher) dann mache ich ihn halt und zucke mit den Schultern - und der Segellehrer auch. Nächstes Thema.
    Vielleicht ist der ach so leichte Palstek aber auch doch nicht so leicht und ich bin doch nicht so großartig, wie ich geglaubt habe.
    Wer sich über die „unnötige“ Lerneinheit Palstek beschwert (kann doch jeder!), vergibt nicht nur die Chance auf eine Vertiefung der eigenen Fähigkeiten.

    Ja, es gibt eine Fantastilliarde denkbarer Gründe und Ausnahmefälle und wasweissich, warum so ein Lehrer doof ist.
    Da zeigen dann mindestens drei Finger auf einen selbst: Entweder war man selbst zu doof, sich den richtigen Lehrer zu suchen oder man ist einfach ein bockiger „Erwachsener“, der sich gerade wie ein pubertierender Pennäler benimmt.

    Wenn ich mir einen Lehrer ausgesucht habe - am besten mit Probestunde oder sowas - gehe ich mit dem (oder der) den Weg bis zum vereinbarten bzw. angebotenen Ziel.
     
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  9. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    Ich denke der Lehrer muss sich auch ein Bild machen wo die Stärken und Schwächen des Schülers liegen.
    Aber es sollte auch ein offener wertschatzender Austausch stattfinden.
    In beide Richtungen .
    Das müssen aber auch beide wollen und können .

    Leider ist es mit dem richtigen Lehrer aussuchen im ländlichen Raum schwierig.

    Ich habe jetzt zum Glück einen der schon gut passt ..
     
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  10. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Das ist meines Erachtens der entscheidende Punkt des Erwachsenenunterrichts. Ich definiere das Ziel entweder gemeinsam mit dem Lehrer oder ich kommuniziere es und er/sie sagt ok, nimmt den Schein, checkt meine Koordinaten (d.h. wo ich stehe) und sucht die beste Route für die Tour raus.

    Beim Kinderunterricht ist der Beginn der Grund des tiefen Tals und das potenzielle Ziel ist der Himmel und dann schauen wir mal.

    Bei mir ist es so (mit nur sporadischen Stunden), dass ich den Weg bis zum Ende der Stunde gehe und das Ziel nach Hause nehme und auf den Notenständer lege. Ich nehme also den Bergführer für mein Skill-Assessment in Anspruch und lasse mir die gewünschte Etappe dafür anpassen und genau erklären. Dann geh ich sie alleine. Und auf dem Gipfel oder im nächsten Tal treffe ich ihn wieder, aber in der Regel erst wenn ich die Route einigermaßen gemeistert habe. Dann kommt das Debriefing, was gut und was schlecht gelaufen ist.

    Für mich mit wenig Zeit und viel Erfahrung aus Kindheit und Jugend ein guter Weg, für die Lehrer ein flexibler Zusatzverdienst aber halt vor allem dann reizvoll, wenn es genug regelmäßige Schüler gibt.
     
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  11. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Ich habe mir besagte Seite mal angesehen, soweit man ohne Anmeldung kommt.
    Das ganze basiert auf den Büchern "Saxophon spielen - mein schönstes Hobby".
    Drei Gründe, die für mich gegen dieses Angebot sprechen
    1. Ich mag diese Lehrbücher nicht.
    2. Gerade am Anfang möchte ich einen Lehrer, der mir direktes Feedback gibt. Vllt würde ich so ein Konzept versuchen, wenn ich spielen kann und es nur um finetuning ginge, am Anfang wäre mir aber ein Lehrer mit mir im Raum, wenn es unbedingt sein muss auch eine onlinestunde per videokonferenz.
    3. Mich würde es stören, dass jede direkte Einflußnahme auf den Unterricht fehlt. Von beiden Seiten. Kommunikation über Kommentare oder Email wäre mir zu wenig.
    Heißt nicht, alles schlecht, für mich wäre es nichts.
     
  12. altoSaxo

    altoSaxo Strebt nach Höherem

    Das iat schade, dass du überfordert warst. Dennoch ist es sinnvoll von Anfang an musikalisch zu spielen inkl. korrektem Timing, Artikulation usw. Man nimmt dann bessser leichtere Stücke, als Abstriche bei der Ausführung zu machen. Es ist ein Trugschluss, dass es gut wäre, sich zunächst die technischen Grundlagen draufzuschaffen und anschließend erst zu beginnen, Stücke musikalisch zu spielen. Technik und Ausdruck, Artikulation, etc. entwickeln sich parallel.

    Guter Unterricht führt mit der Zeit dazu, dass man als Schüler immer unabhängiger vom Lehrer wird. Auch wenn man natürlich nie ausgelernt hat und Input vom Lehrer immer wieder nützlich sein kann. Da ist deine Vorgehensweise ein gutes Beispiel.
     
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  13. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Nein. Du verstehst nicht worauf ich hinaus will.
    Wenn ich segeln kann bspw auf einer jolle, und möchte dann auf eine segelyacht umsteigen, dann erwarte ich von einem Lehrer, dass er mir das beibringt, was an einer yacht anders ist als an einer jolle. Und nicht bei null anfängt. Wenn er dann Schüler ablehnt, bei denen sein "von null auf yachtsegeln" Konzept nicht passt...
    Du kannst m.W. auch Motorboot nehmen. Da muss ich die Segel nicht lernen, navigation dürfte auch gleich sein (ausser du änderst das Revier bspw von binnen auf see, oder von küstennah auf hochsee), Knoten und Betonnung auch, bei Licht wird es schon anders, und es kommt sicher der gesamte Antrieb dazu.
    Da erwarte ich dem Lehrer, dass er meine Vorkenntnisse berücksichtigt und nicht mehr starr den Lehrplan für SBF runternudelt. Wenn er umschüler von segel auf motor nicht akzeptiert...
     
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  14. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Es ist die Frage, was du unter Technik verstehst bzw was bei dir nicht zur Technik gehört.
    Für mich gehört bspw Ausdruck und Artikulation mit zur Technik.
     
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  15. Katzenmusiker

    Katzenmusiker Admin Mod

    @JES und @Silver, Ihr seid doch gar nicht so weit auseinander.
     
  16. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Wenn man seine eigene Lernbedürfnisse und Lernfähigkeiten, wo man hinwill so genau einschätzen und analysieren kann, ja dann braucht man wahrscheinlich wirklich keinen Lehrer.
    Bisher hatte ich gedacht dass das genau der Grund ist, zu einem Lehrer zu gehen.
    Vielleicht ist es aber auch schwierig sich einzugestehen, dass der eigene Horizont endlich ist.
     
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  17. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

    Nu lass sie doch. Endlich beharken sich die beiden wort- und vor allem meinungsgewaltigsten Kollegen einander, da grätschst du dazwischen.
     
  18. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Soll ich Dir den virtuellen Hut vorbeischicken, wenn es Dich schon so schön unterhält?

    Das mit der Wort- und vor allem mit der kompromisslosen Meinungsgewalt ist ja bei Hauptkommissar gaga nun auch nicht allzu lange her. ;)
     
  19. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Das mache ich prinzipiell ähnlich - ich hole mir ein paar Tage oder eine ganze Woche „Druckbetankung“ bei einem, der es wirklich kann und habe dann für die nächsten drei, sechs oder bis zu zwölf Monate „Futter“.

    Um beim Bergführer-Bild zu bleiben:
    Ich hole mir spezifische Hinweise für den Berg und was ich für eine Besteigung können sollte. Anschließend verlasse mich auf die Erfahrung des Bergführers, eine Route auszuarbeiten, die ich bewältigen kann, wenn ich mich richtig vorbereitet habe. Steigen kann ich dann alleine bzw. mit meiner eigenen Seilschaft.

    Soll ich die Metapher noch für den Segellehrer ausschmücken oder ist es auch so allen Mitlesern zugänglich? ;)
     
  20. khayman

    khayman Ist fast schon zuhause hier

    Ich denke, die meisten hatten es schon bei der ersten Erwähung eines Bergführers verstanden :cool:
     
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