Sommerlochthread: Würdet Ihr heutzutage wirklich nochmal mit dem Saxophon beginnen?

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von altblase, 26.Juni.2026.

  1. ppue

    ppue Mod Experte

    Quisquis arma fabricat scire debet haec arma aut homines necare aut nihil plus quam ferrum vetustum fieri.

    Utrumque contra sum.
     
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  2. Woliko

    Woliko Strebt nach Höherem

    Gegen das alte Eisen habe ich nichts, wenn ich dafür in Frieden leben kann.
     
  3. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    Um mal wieder zum Thema zurückzukommen...
    So eine Geiranger Friedel als erstes Instrument wäre auch eine Überlegung .
     
  4. khayman

    khayman Ist fast schon zuhause hier

    Ich hätte bei meinem Posting, dass ich ein Frauen-Saxophon-Forum ins Leben rufe, einen Smiley hinzufügen sollen.

    Obwohl ich im "echten Leben" schnell auf 180 bin und dem HB Männchen locker das Wasser reichen kann, so gelassen kann ich Forenbeiträge an mir vorbeiziehen lassen, manches nervt vielleicht ein wenig, viel mehr aber auch nicht.

    Wow, ich bin echt beeindruckt und ein wenig neidisch :)
     
  5. khayman

    khayman Ist fast schon zuhause hier

    Oh doch, bei uns (ich singe im katholischen Kirchenchor) wird geklatscht und manchmal auch nach Zugabe verlangt.
     
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  6. altblase

    altblase Strebt nach Höherem

    Interessante Diskussion in punkto Gesellschaft/Publikum.

    Ich komme für mich zu dem Schluss, dass mich am meisten mein Spielen im stillen Kämmerlein, gut geleitete Proben und ertragreiche Workshops bereichern.

    Spielen für das Publikum draußen, außerhalb der Blas-Blase?

    Musik soll den Menschen Emotionen übermitteln und sie selbst in Stimmung bringen. Aber, mir erscheint es immer sinnbefreiter, Menschen, die ich meistens nicht kenne und etliche mir möglicherweise auch nicht sympathisch wären, wenn ich sie kennen würde, überhaupt in Stimmung bringen zu wollen, bzw. sie musikalisch zu bespaßen etc.:cool:
     
  7. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Angesichts der hier thematisierten Motivation für oder wider ein bestimmtes Instrument, der Zusammenhänge mit Geschlecht, Körperbau und Testosteronspiegel, der Gesellschaftskritik, der sich wandelnden Rolle der Familie und des Instrumentalunterrichts im modernen „Bürgertum“, der Gedanken zu Nachwuchs und zu guter Letzt zum Preis und den Kosten des Erlernens eines Instruments könnten wir auch in die andere Richtung schwenken und darüber reden, was uns das Instrument, das wir willentlich oder wider Willen gelernt haben, eigentlich zurückgibt.

    Bei manchen lese ich heraus, dass ihnen das Instrument ganz alleine sehr viel gibt, bei anderen, dass ihnen vor allem das Publikum was gibt, bei den nächsten, dass ihnen das Instrument wenig gibt und das Publikum weniger als es sollte und bei wenigen, dass so wenig zurückkommt, dass sich das Unterfangen eigentlich nicht gelohnt hat. Was Musik „leisten“ soll und kann, ist offensichtlich ganz unterschiedlich.

    Bei mir ist es so, dass es mir auch ziemlich viel gibt, egal welches meiner Instrumente und sowohl das Musizieren alleine als auch mit anderen als auch das Publikum. Es wäre romantisch verklärt, zu behaupten, Musik wäre das Wichtigste - faktisch war immer anderes wichtiger und ich lebe nicht von der Musik. Aber Musik und Musizieren ist mein Anker und war es seit der Kindheit. Da bei uns, im Gegensatz zu @ppue, zu Hause nicht musiziert wurde (es wurde schon gute Musik gehört), glaube ich schon, dass das ein tieferes Bedürfnis ist, das nicht erst durch die mögliche Förderung eingepflanzt wurde. Ich glaube ich kann schon sagen, dass es ein inneres Bedürfnis von mir ist, zu musizieren. Ich kann daher überlegen, ob sich eine Instrumentenanschaffung gelohnt hat, ob die Baugröße oder das Instrument das richtige war etc., aber ich kann mir nicht vorstellen zu hinterfragen, ob etwas anderes sinnvoller gewesen wäre als zu musizieren. Eher andersrum.
     
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  8. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Wenn man zuerst das ganze Publikum kennenlernen wollte, um zu entscheiden, ob man für die Leute spielen wollte, gäbe es kein einziges Konzert. Ist das nicht etwas - weil mir gerade kein besserer Begriff einfällt - überzogen?

    Wie gesagt, zu spielen begonnen habe ich für mich selbst - ein mögliches Publikum war kein Kriterium. Je besser ich spielen kann, desto mehr interessiert mich auch, vor Leuten zu spielen, um ihnen (in welcher Weise auch immer) eine Freude zu machen. Auch, wenn ich nicht von allen im Publikum weiß, ob es ihnen gefällt oder ob sie mir sympathisch wären.

    Naturgemäß ist einem nicht jeder Mensch auf Anhieb oder auf Dauer sympathisch - das ist ja auch nichts statisches, in Stein gemeißeltes. Mit manchem muss man erst "warm werden", und mancher geht einem erst mit der Zeit auf den Keks, und alle anderen Varianten. Und manchmal spielt die Sympathie oder die "gemeinsame Wellenlänge" nicht einmal die entscheidende Rolle. Das kenne ich sogar beim Tanzen: da gibt es eine (in der Salsa-Szene, wo man mit "allen" tanzt), mit der ich tanze, dass die Fetzen fliegen, aber um miteinander zu reden fehlt uns irgendwie die Grundlage.
    Und gerade beim Publikum spielt eigentlich wenig Rolle, ob ich mit jedem im Publikum (auf Anhieb) eine tiefe Freundschaft schließen würde. Die Leute sind da, um Musik zu hören, oder nehmen die Musik zumindest in kauf, je nach Situation. Die Musik ist das, worum es da geht, und die kann, muss aber nicht die tiefste Bedeutung haben. Vielleicht holt man ja auch einen Griesgram, der einem so nicht sympatisch wäre, mit der Musik aus seinem emotionalen Keller (was sowohl mit leichter Muse als auch mit anspruchsvollem Programm passieren kann), und auf einmal wird der Mensch umgänglich.
     
  9. JTM

    JTM Ist fast schon zuhause hier

    Ich gehe immer davon aus, das Publikum, was bei einem Auftritt da bleibt, Gefallen an meinem Tun hat. Sonst würden sie sicherlich gehen.
    Jeden einzelnen persönlich mögen will und muss ich beileibe nicht . Wenn das ein Kriterium für mich wäre, dürfte ich auch nicht hier im Forum sein
     
  10. ppue

    ppue Mod Experte

    Die Beziehung vom Künstler zum Publikum ist die eine Sache, eine andere Seite ist mir fast wichtiger: Das gemeinschaftliche und kreative Schaffen, die Sprache, die wir innerhalb von Band und Orchester erfinden und ausstellen, Austausch und Kommunikation in der Gruppe und über die Blase hinaus, in der wir alle uns irgendwo bewegen.

    Das ist die Kraft von Kultur.

    Beispiel: Mit 13 war ich ein schüchterner Junge mit recht mittelmäßigen Erfolgen auf dem Gymnasium und das gutbürgerliche Umfeld taten das Übrige, dass meine Blase klar definiert und abgesteckt war. Ja, man könnte fast sagen, ich war doch einigermaßen blasiert (-:

    So schaute ich auf andere Jugendliche von Real- und Hauptschule von oben herab, empfand mich als klüger und wertiger als andere Menschen. Diese gar nicht bewusste Einstellung änderte sich innerhalb von drei, vier Jahren von Grund auf, alleine durch das Musizieren. Mit 18 spielte ich in so gut wie allen Bands, die es in Leverkusen gab, querbeet, von Rock bis Free Jazz.

    Mit Ach und Krach ließ ich das verhasste Gymnasium hinter mir und widmete mich ganz der Musik. Nein, nicht ganz, denn ein anderer Teil in mir war stark politisch engagiert. Mein Auskommen hatte ich durch den Musikunterricht, den ich gab und so fügte sich alles zusammen. Die Menschen, die mich umgaben, kamen aus allen Schichten, waren hochgebildet oder auch arme Schlucker, Drogenabhängige und Erleuchtete.

    Das, was uns verband, waren Kultur und Politik, meist in Kombination.
     
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  11. Kohlertfan

    Kohlertfan Strebt nach Höherem

    Nun die Zeiten ändern sich. Momentan mache ich kaum noch Musik, mangels Gelegenheiten. Hier in der großen Kleinstadt wo ich jetzt lebe hat es sich etabliert, dass im Sommer an jedem Wochenende Musiker oder Bands spielen auf Hutgagen Basis. Alles Rock Cover Songs, mehr oder weniger gekonnt. Manchmal sind auch kleine Perlen dabei.
    Aber I can't get no Satisfaction im Covern von alten Rock Nummern. Zumal mi hier aus meiner Jugendzeit noch immer der Ruf Jazzer zu sein anhängt. Das bekommst du nie mehr los!
    Aus der damaligen Erkenntnis heraus, dass ich als mittelmässiger Ingenieur eher davon leben kann, denn als mittelmässiger Musiker, habe ich damals mein Studium dann abgeschlossen und arbeite bis heute.
    Aber Musik hat mich immer begleitet, sei es nach dem Studium im ersten Job in Berlin beim Jammen mit Kreuzbergs angesagten Punkmusikern, oder später mal in Shanghai mit buntgewürfelten Band aus Expats und Chinesen in diversen Clubs, oder später in Dänemark die Zeit mit Alex Riehl, der viel mit Dexter Gordon und anderen Cracks in Kopenhagen gespielt hat, Musik war immer dabei und wichtig und hat Spaß gemacht. Diese Erinnerungen möchte ich nicht missen!
     
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  12. Onkel D

    Onkel D Ist fast schon zuhause hier

    Hier in Bayern beginnt das Sommerloch ja gerade erst, deshalb jetzt auch noch mein Senf...

    Mit 5 mit Geige angefangen, bis heute das Instrument, auf dem ich am wenigsten nachdenken muss.

    Sax dann mit 14 oder so. Tenor, wegen des warmen und bluesigen Sounds. Nach zwei Jahren mit Unterricht aufgehört, der Lehrer hielt mich für faul, ich hielt ihn für unfähig, mir Feeling zu vermitteln. Nach dem Abi dann auf Alt gewechselt, wegen Charlie Parker und David Sanborn und dem Wunsch nach modernem, fetzigen Klang.

    Mit Ende zwanzig nach Umzug das Sax in die Ecke gestellt. Vor 1,5 Jahren wieder angefangen, inkl. Unterricht. Zunächst auf dem Tenor, wegen des warmen und bluesigen Sounds. :smile:Inzwischen ist noch ein Sopran dazu gekommen und ich spiele seit einiger Zeit doch wieder hauptsächlich auf dem guten alten Alt, weil es mehr fetzt. Man soll mir ja nicht vorwerfen können, dass ich lernfähig sei. :-?:smile2:

    Mir macht das alles Spaß und ich würde es wieder genauso machen. Allerdings würde ich mehr üben und konsequenter dabei bleiben und mir Bands mit professionellerer Einstellung und bessere Sänger suchen. :smil3dbd4e29bbcc7::smile2::pint:
     
    Zuletzt bearbeitet: 22.Juli.2026
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  13. Calymne

    Calymne Ist fast schon zuhause hier

    Meine paar Jahre Tastenunterricht geben mir auf jeden Fall Ruhe. Am Anfang war es so, dass ich nicht üben konnte, wenn ich von irgendwas abgelenkt war, das hat dann alles nicht funktioniert.
    Irgendwann kam der Punkt, wo es funktionierte.
    Es gibt zwei Stücke, die ich auswendig spielen kann und bei denen ich tatsächlich zur Ruhe kommen.
    Wenn mich irgendwas aufregt, setze ich mir die Kopfhörer auf, spiele diese in Dauerschleife und irgendwann merke ich, dass mein Kopf leer wird und ich werde ruhig.
    Das ist ein richtig tolles Gefühl und das sollte ich viel öfter machen.
    Hab ich beim Sax (bislang) so nicht. Aber da kann ich ja auch noch nix auswendig.
     
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  14. korfi62

    korfi62 Kann einfach nicht wegbleiben

    Ich muss mich noch mal melden:
    Ich spiele in erster Linie nur für mich.
    Mich erfreut der Klang meines Instruments und ich freue mich jeden Tag an kleinen Fortschritten (insbesondere im Ansatz) und bin traurig über Rückschritte (bekomme wirklich schlecht Luft aktuell).
    Habe seit 2 Monaten Anschluss an eine Saxophonrunde gefunden, die ein Mal die Woche unter Anleitung von einem (richtig guten) Lehrer übt (man merkt dem Mann an, dass er Spaß an Musik und Ahnung hat).
    Das macht mir extrem viel Spaß, in der Gruppe zu spielen (und mitzuhalten).
    Bin jede Woche hoch motiviert, neue Stücke einzuüben.
    Publikum interessiert mich noch nicht, aber ich freue mich, wenn es anderen gefällt. Habe jetzt auf zwei Geburtstagen in der Familie happy birthday und 2-3 andere Lieder gespielt.
     
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  15. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    :asshat:die härteste Probe von Musiker ist ein Auftritt in Ostwestfalen.
    wer da was Publikum zum Toben bringt schaft es überall :asshat:
     
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  16. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich empfehle irgendwas mit Herman the German und ein paar Arminia Fangesänge, dann geht das schon…
     
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  17. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    OWL ist mehr als Bielefeld :)
     
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  18. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Wohl wahr, aber ich dachte zu diesen Themen kann man da eine gewisse Einigkeit erzielen…
     
  19. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Hans-Dieter: „Jau.“ zum Wirt „Null Drei!“
    Gürgen: „Da sssachssse aba ma wass.“
    Hans-Dieter: „Dat sssach aba man auch!“
    Gürgen: „Un‘ sssonssso?“
    Hans-Dieter: „Jau.“

    Über dieses herzliche und zugewandte Gespräch in einer Dorfkneipe im Lippischen oder Ostwestfälischen sind zwei Stunden und drei Bier pro Person vergangen.
    Es ging dabei nicht um Fußball.
    Wer hier wech ist, weiß, es handelt sich um einen Schlürschluck bevor man sich wieder aufn Patt macht um noch n’bisken im Charten zu wallacken. Da muss der olle Pömpel inn Dutt.

    Echte Bielefelder, wie mein Vater selig, würden sich selbstverständlich dagegen verwahren, Lippisch zu sprechen.

    Noch‘n Döneken: Das ostwestfälische Gericht „Blind Huhn“ hat meist genau so viel Huhn als Zutat, wie in die Hamburgisch/Holsteinische „Ahlsuppe“ Aal gehört - kann, ist aber eher ungewöhnlich.
     
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  20. Calymne

    Calymne Ist fast schon zuhause hier

    Gut zu wissen. Bei unseren Thronständchen wird regelmäßig getobt .

    Ich würde es trotzdem eher auf den Alkoholkonsum (auch der Musiker - außer mir, ist manchmal ziemlich anstrengend) schieben
     
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