Dom7alt

Dieses Thema im Forum "Improvisation - Harmonielehre" wurde erstellt von Silver, 25.Juli.2026.

  1. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Naja, die häufige Molldiminante X7b9b13 (oder HM5) hat ja schon ein paar gemeinsame Alterationen mit X7alt (und wird im alten Realbook oder bei Aebersold auch gerne vermischt).
    Und obwohl das alles stimmt, was du zur Musiktheorie in Moll schreibst und Amerika im übertragenen Sinne längst entdeckt ist (schon ein paar Jahre), würde ich die Unterrepräsentation von Moll-Verständnis bei meinen eigenen Fähigkeiten sofort unterschreiben. Ich habe so wenig Ahnung von diesem Universum, dass es mich selber immer wieder überrascht.

    Aber gerne zurück zu X7alt und dem Schlüssel zur Improvisation darüber…
     
  2. Werner

    Werner Strebt nach Höherem

    Zitat von Flori:
    das ursprüngliche Real-Book war eine "non-profit" - Initiative im Umfeld des Berklee College of Music, Boston Anfang der 70er - Jahre (Gary Burton u.a.), das von Studierenden erstellt wurde.
    Gerade die ersten Ausgaben enthalten leider viele Flüchtigkeitsfehler, die bei europäischen Jazz-Anfängern ernste Verständnisprobleme aufwerfen können.

    Es gibt verschiedene Geschichten zum Ursprung der realbooks. vielleicht stimmen die immer ein bischen. Die, die ich kenne, habe ich aus erster Hand von Sigi Busch, Kontrabassist und Jazzprofessor in Berlin, mittlerweile emeritiert.
    In den USA waren sog fakebooks üblich, das waren Stückesammlungen von Jazzstücken, die sich Jazzmusiker von Platten abgehört hatten. Sigi Busch war mal zu Besuch bei dem Bassisten Steve Swallow, der sich wohl ein recht umfangreiches fake book zusammengesammelt hatte. Steve war dann aus irgendwelchen Gründen mal abwesend, worauf sich Sigi sein fake book schnappte und im nächsten Kopierladen kopierte. Zurück in D verteilte Sigi dann die fake books (ironisch jetzt real books genannt). Sigi machte sich auch lustig über den Umstand, das die Fehler des real books im Weg über D dann zurück in die USA schwappten, und dann auch wieder zurück nach D.
     
    Silver und giuseppe gefällt das.
  3. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Das ist ziemlich wahrscheinlich. Allerdings dürften diese persönlichen Fakebooks erstens im Bassschlüssel und zweitens ganz sicher nicht so „leserlich“ gewesen sein, wie die Realbooks spätestens seit der zweiten oder dritten Ausgabe.
    Und die Mühe, den Kram auch noch zu transponieren macht sich ein US-Musiker nicht für ein Vergelts Gott. ;)
     
  4. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Da unterschreibe ich leider mit.
    Ich führe das aber genau darauf zurück, dass mir jahrelang Leute nicht richtig erklären konnten, was es mit „diesem Moll“ auf sich hat und mir schlicht die Airtime fehlt das Defizit nachzuholen.

    HM5 und X7alt haben ja beide das Dominantische im Blut - bei HM ist die 5. Stufe genauso die Dominante … nur bei der alterierten Skala eben mit kleiner und großer Terz aber ohne perfect Fifth und ab da wird es unübersichtlich…
    Da Capo al Coda.
     
  5. Werner

    Werner Strebt nach Höherem

    Na, ich kenne schon Bassisten, die auch im Violinschlüssel schreiben. Und die zweite oder dritte Ausgabe ist ja gerade nicht mehr der Ursprung. der real books. Mir erscheinen die Schriftweise und Layout der ersten / frühen real books doch recht einheitlich. Was für einen möglichen Ursprung durch eine einzelne Person spricht.
    Was meinst du damit? Die realbooks in Eb und Bb? Auch das kam logischerweise später. Das irgendwann Mechanismen des Vermarktens anfangen zu greifen, ist ja der normale Lauf der Dinge.
    -
    Wie auch immer
    gesegnete Nachtruhe ;)
     
    Silver gefällt das.
  6. Flori

    Flori Nicht zu schüchtern zum Reden

    Damit bezog ich mich auf mich selber. Ich hatte zu dieser Zeit (ca. 1976) noch nicht viel Ahnung und Erfahrung im Bereich Jazz, und musste mich auf die Angaben im Real-Book
    verlassen (das auch ich von Siggi Busch bekommen habe, über die Vermittlung durch einen Lehrer im Jazz-Seminar der Rheinischen Musikschule, Konservatorium der Stadt Köln, Theo Kierdorf, damals zuständig für Jazz-Improvisation, und auch mein Vermittler der "Alterierten Skala", für ihm MMA von der 7. Stufe).
    Theo`s Sichtweise der Anwendung der alterierten Skala lief hauptsächlich erst einmal auf das Arpeggieren in Terzen hinaus, Startton war jedoch aufwärts nicht der Grundton, sondern die 6. Stufe unterhalb des GT, also beispielsweise in G7: F - As - Ces - Es - G - B.
    Mit diesem "Trick" war auch das Vorhandensein der 7. Stufe "gerettet", die ja beim Start vom
    As aus (oder G als chromatischen Vorhalt zu As) dummerweise verloren geht.
    Trotzdem habe ich sehr mit dieser Skala gekämpft, da mir der Moll-Charakter irgendwie zu weich war (im Gegensatz zu doch recht "durigen" Dominantsept-Skala (mit oder ohne #11).
    Das George Russell Konzept kannte ich zu der Zeit noch gar nicht (zumindest von der Theorie her nicht, vom Hören bei Konzerten (z.B. Jan Garbarek) schon).
     
    Silver gefällt das.
  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese deiner Erfahrung anzupassen und dich nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden