Neues Saxophon einstellen lassen?

Dieses Thema im Forum "Reparatur und Instandhaltung" wurde erstellt von Buschreiter, 12.September.2026 um 22:05 Uhr.

  1. Buschreiter

    Buschreiter Schaut nur mal vorbei

    Hallo zusammen, ich bin Newbie in Sachen Saxophon, spiele aber seit langer Zeit andere Instrumente. Von der Gitarre kenne ich es, dass ein Setup bei einem Gitarrenbauer nach Neukauf erst ein richtig gutes Instrument aus dem teuren Neuerwerb macht und siehe da…auch bei einem Sax ist das wohl nicht anders. Neues Yamaha 480 Altosax gekauft, gespielt, immer wieder Probleme bei Ansprache und den tiefen Tönen. Als Anfänger denkt man sich…joah, wird wohl an mir liegen…aber nix da! Das Teil zum Saxdoc gebracht, der hier und da eingestellt hat. Dann sollte ich einen Ton anspielen und habe ihm versehentlich fast das Toupet vom Kopf geblasen. Nun muss auch mein Saxophonlehrer nicht mehr alle Fenster schließen, die Töne entwickeln sich schon im Piano. Pianissimo übe ich noch. Es war ein geringes Invest mit unglaublichen Auswirkungen, hätte ich so nicht erwartet!
     
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  2. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ja, so ist das! Es ist aber manchmal schwierig zu vermitteln, dass neu noch lange nicht gut ist und der Einstellungszustand viel wichtiger als z.B. so Dinge wie Erstbesitz. Schön, wenn das mal so beschrieben wird! Viel Spaß mit dem Teil weiterhin!
     
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  3. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Mein erstes Saxophon, war nie wieder so gut eingestellt wie neu erworben. Allerdings auch bei einem Saxdoc gekauft.

    Gleiches gilt auch für meine Bassklarinette.

    Gruß,
    Otfried
     
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  4. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Das „Invest“ sollte eigentlich unnötig sein, wenn man bei einem Händler kauft, der die Bezeichnung Fachhändler verdient (und eine eigene Werkstatt betreibt, die Saxophone nicht nur neben allerlei Blech und Gitarren „auch“ repariert…)

    Da es sogar bei den Spezialisten erschreckende Qualitätsunterschiede beim Einstellen gibt, bleibt es leider schwierig…


    Der Unterschied zwischen einem Horn direkt aus dem Koffer, einem durchschnittlich vom Händler eingestellten und einem, das von einem wirklichen Könner bearbeitet wurde ist jeweils dramatisch.
     
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  5. Buschreiter

    Buschreiter Schaut nur mal vorbei

    Ich habe tatsächlich bei Thomann bestellt. Das Sax war keine „Gurke“ (hatte ich mal bei einer Gitarre, da erkenne ich das aber schnell), bedurfte aber eines Feintunings durch einen wirklich firmen Saxdoc. Das nächste Sax werde ich sicherlich bei ihm und vermutlich gebraucht kaufen. Reparaturen und Einstellung auch nur noch dort.
     
  6. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Dies ist der Grund, dass ich meine Blasinstrumente in der Regel entweder bei einem Saxdoc meines Vertrauens oder neu vor Ort im Fachhandel mit wirklicher Werkstatt gekauft habe.

    Thomann ist auch ein Fachhandel und in der Lage Saxofone bzw. Klarinetten vernünftig einzustellen.

    Im Sommer hatte ich vor Ort mit mehrtägiger Ankündigung dort ein CR Sopranino getestet. Raum und Instrument wurden wie vereinbart bereitgestellt. Auch die Rahmenbedingungen für den Test waren sehr gut. Daher war ich verwundert, dass das Instrument nicht "dicht" war. Da ich Sopranino spiele, kann ich dies beurteilen, zumal ich mit meinem Mundstück und Blatt gespielt habe.

    Mich würde sehr interessieren, was konkret am neuen Yamaha verändert wurde; denn Yamaha wie Yanagisawa werden vom Werk gut eingestellt ausgeliefert.

    Wieso hat dein Saxofonlehrer dies nicht festgestellt?
     
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  7. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich sehe es durch das Verschwinden des Einzelhandels nihilistisch gelassen. Ich erwarte nicht mehr, dass ein großes Musikhaus eine gute Einstellung hinbekommt, denn diese Erwartung kann aus meiner Erfahrung wohl (fast) nur enttäuscht werden. Ich erwarte ein intaktes Instrument ohne relevante Mängel zu einem guten Preis und würde die Ersparnis in die Handwerkszunft weiterleiten.

    Aus diesem Grund bevorzuge ich den Gebrauchtkauf, der mir ermöglicht, noch mehr Ersparnisse an einen echten Saxdoc weiterzugeben und am Ende für maximal das gleiche Geld das doppelt so gute Horn zu haben.
     
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  8. JTM

    JTM Strebt nach Höherem

    Wenn du Glück hast. Wenn du Pech hast ist das Horn eine Gurke,was man aber erst nach der Generalüberholung feststellen kann.
     
  9. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ich weiß, dass du ein Thomann-Fan bist aber im Bereich Holzblasinstrumente sind die einfach nur Kistenschieber. Kein Fachhandel und schon gar keine kompetente Werkstatt, die auch nur mittelmäßiges Setup schafft.

    Ich nicht.

    Das YSS82ZRUL, das ich von Thomann zum Probieren hatte war fast so verheerend schlecht eingestellt wie das Rampone Tenor vor ein paar Jahren.

    Bei Yanagisawa geht es ganz gut (obwohl ich da auch bei meinen ein paar Kleinigkeiten nacharbeiten musste), Yamaha ist ab Fabrik immer noch besser, als Selmer aber ohne komplettes Setup (Dichtigkeit prüfen, gesetzte Korke und Filze Regulieren und Federkräfte anpassen) geht es eigentlich nicht.
     
  10. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Bei völlig runtergerockten Teilen besteht das Risiko. Wenn sie nicht komplett dahin sind, oder vor dem Verlauf noch mal eingestellt wurden, bekommt man schon einen Eindruck, ob da was zu erwarten ist oder nicht. Meine gebrauchten Hörner waren mit wenigen Ausnahmen eigentlich ziemlich gut eingestellt. Und trotzdem kann der gute Saxdoc dann noch mal was draufsetzen.

    Ich habe ein Horn, das habe ich „generalüberholt“ gekauft, weil ich dieses unbedingt wollte. Nach einer Generalüberholung (ohne Anführungszeichen) geht es ziemlich ab, vorher war das ein Gambe. Lieber hätte ich es natürlich runtergerockt gekauft.
     
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  11. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Dass Thomann bei Holzblasinstrumenten nur Kistenschieber ist, ist deine Aussage.

    Mein angekündigter Sopranino-Test vor Ort hatte mich jedenfalls enttäuscht.

    Allerdings hatte ich dies dort nicht bemängelt, weil ich es nicht kaufen wollte.

    Wie gut ihre Werkstatt für Holzblasinstrumente tatsächlich ist, kann ich nicht beurteilen.

    Meine letzten Saxofone habe ich in Brilon (Music World) und Gütersloh (FMB) gekauft. Beides etwa eine Stunde Autofahrt von mir entfernt.

    Wenn Music World Ware liefern kann, kaufe ich eher online dort statt bei Thomann.
     
  12. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ein kleiner Nachtrag zu den großen Musikhändlern. Wenn die Kampfreise anbieten und anbieten müssen, wie soll denn eine vernünftige Einstellung finanziert werden. Es ist letztlich ein Outsourcing, sofern die Leute es auch nutzen und den Saxdoc genug mit Arbeit versorgen.
     
  13. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Die Preise gibt inzwischen Thomann europaweit vor. Nicht nur beim Gebläse.
    Das heißt aber noch lange nicht, dass man damit nichts verdienen kann. Im Gegenteil.
    Thomann ist dabei keineswegs der billigste Anbieter. Das scheint nur so.
    Es gibt halt viel Lagerbestand und eine problemlose Rückgabe im Versandhandel (und das ist eingepreist).

    Echte Fachhändler mit Werkstatt legen beim Thomann-Preis ganz entspannt ein kompetentes Setup drauf und kommen nur dann ins Schwimmen, wenn sie sich eine exklusive Innenstadtlage leisten wollen oder an einem einzigen Saxophon alle Löhne für einen Monat verdienen müssen, weil sie halt nur das eine verkaufen können.

    Stimmt. Ich erinnere mich. War etwa heute Mittag… ;)

    Ich kann es für zwei Instrumente aus nächster Nähe und etwa fünf weitere aus meiner BigBand (wo ich für alle Reeds Durchsichten mache) beurteilen und bei jedem Neukauf dort - z.B. wenn ein bestimmtes Modell anderweitig überhaupt nicht verfügbar wäre - ein komplettes Setup einplanen.
    Ich kann das zum Glück inzwischen selber.
    Jeder andere sollte ca. 100-300€ und den Terminvorlauf einplanen, bevor die Hupe ordentlich spielt.
     
  14. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Ich hatte 3 YTS 82z von Thomann zur Ansicht, alle waren problemlos spielbar.
    Dass der Thomann bei den einzuplanenden Rücknahmen nicht jedesmal vor dem Versand ein perfektes Setup macht oder machen kann, ist sicher jedem klar.
    Die Kleinigkeiten, die Dich oder mich stören fallen dem durchschnittlichen Spieler nicht auf, und ich denke auch nicht (mal abgesehen vom Versand, der sowieso ein Wahnsinn für jedes Instrument ist) dass der durchschnittliche Laden, der Hörner verkauft, nein, nicht mal viele Bläserspezialläden, die Zeit in ein Horn investieren kann, die notwendig wäre. Dazu ist der Preisdruck zu hoch, bzw. das Spezialpersonal nicht verfüg- oder bezahlbar.
    Das halte ich den Läden nicht vor, man sollte es halt einfach wissen.

    Ich hatte bzw. habe eine Buffett Klari, auf der ich 8 Jahre gespielt hab, wirklich viele Gigs, bevor ich sie von einem echten Meister (der die Klaris für die Philharmoniker ausstimmt) generalüberholen ließ. Ich konnte vorher auch problemlos drauf spielen, aber danach hatte ich ein um 2 Klassen besseres Instrument, in jeder Hinsicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15.September.2026 um 19:04 Uhr
  15. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Ich glaube, das macht den Unterschied.
    Wir beide - Du noch viel mehr, als ich - können über kleine bis mittlere Ungenauigkeiten und sogar Lecks drüberspielen, ohne einen Gig abbrechen zu müssen.

    Und trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) wissen wir, was für einen Unterschied ein OK-Setup im Vergleich zu einem Sehr Gut-Setup machen kann. Von den magischen Fähigkeiten mancher Repair Guys will ich gar nicht reden.


    Der Unternehmensberater in mir würde im Fall Thomann die Frage beleuchten, was weniger problematisch ist:
    Ein mäßiges Setup mit hohen Retourenquoten oder ein besseres bis gutes Setup und dafür weniger Retouren.
    Ich hätte eine ziemlich klare Theorie, wenn es nur um Holz ginge.
    Da Thomann vermutlich 10x soviel Keys und 100x soviel Gitarren verkauft, könnte das Ergebnis in der Gesamtheit anders aussehen.
     
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  16. Shorty

    Shorty Ist fast schon zuhause hier

    sehe ich auch so - wenn man es kann, selber machen

    die aktuelle Überholung von mir ist ein Alto Mark 6 / bei so einem Kauf weis ich, es läuft auf ne komplette Zerlegung raus.
    Die Kanne wurde von einem Instrumentenbaumeister durchgesehen, und für dicht und gut intonierend bewertet.

    Es deckte kein Polster (war mir egal, wird ja je komplett restauriert), eine Undichtigkeit wurde von innen mit Pattex zugepampt.
    Korpus und Knie waren auch mit Pattex verklebt. Also, alles wird komplett auseinander gebaut.

    Positiv: keine Dellen, die Kamine wurden noch nie bearbeitet. Es ist ein sehr schönes Instrument. Der Aufwand hat sich gelohnt.

    Polster müssen so lange unterlegt werden, bis die decken. Und dann werden die z.B. mit Schellack eingebracht. Ziel ist es,
    das das Polster ohne Druck nur mit Eigengewicht deckt.
    Und nach dem ersten Testen, am nächsten Tag wird wieder nachgestellt. Ist ja logisch das sich Leder bei der ersten Berührung mit Feuchtigkeit leicht verzieht.

    Der Prozess mag bei Selmer ausgeprägter sein als bei anderen Marken, kann mir aber keiner erzählen das andere Hörner nicht
    auch nachgestellt werden müssen. Und zwar mehrfach bis alles stabil läuft.

    Eventuell muss ein neues Horn auch komplett zerlegt werden, um gescheit an den Polstern arbeiten zu können. War bei meinem Sopranneukauf so.

    Ein echter Fachhändler macht das. Was ich in den letzten Jahrzehnten von Musikhändlern/Meistern gesehen habe, deckt sich
    1:1 mit der Beobachtung von Silver. Mit Glück hat man einen echten Saxchecker, oder man kann es selber machen.
     

    Anhänge:

  17. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Das geht jetzt tief ins Getriebe… ich weiß nicht, was Du mit „Unterlegen“ meinst.

    Ziel ist es aber auf jeden Fall, dass das Polster im vollständig federbelasteten und gekoppelten Zustand mit dem geringstmöglichen Druck (d.h. die Federkraft wird gerade so überwunden) auf die Betätigung (i.d.R am Pearl) 360 Grad deckt und 100% exakt gleichzeitig koppelt.

    Wenn das Polster einfach nur durch das Eigengewicht aufliegt, wird die gesamte, durch Feder und Kopplung eingebrachte Kraft, ignoriert. Bis es dann dicht ist, dauert ewig und ist manchmal einfach nur Glückssache - und beim nächsten Polster potenziert sich jeder Fehler, wenn man nur isoliert einzelne Polster abdichtet.
     
  18. Earl Jay

    Earl Jay Ist fast schon zuhause hier

    Ich bitte eine kleine Anmerkung hierzu, weil man das ja immer wieder liest, zu entschuldigen:
    Auch wenn Deckung nur durch Eigengewicht suggeriert, dass das Polster folglich in jeder Situation perfekt decken wird, ist dem nicht zwangsläufig so.
    Was vergessen wird ist der Einfluss der Federkräfte, die ja genau dann nicht wirken, weil Feder ausgehangen.
    Wenn man ein Polster bei sämtlichen Mechanikteilen, die auf langem Gestänge sitzen (zB hoch-Fd, hoch-E, H, B) so einstellt, ist es höchstwahrscheinlich undicht sobald man die Feder einhängt, weil diese durch den Flex im Messing eine andere Lage der Klappendeckel erzwingt.
    Selbst bei Klappen mit kurzen Armen (linke und rechte Hand) kann das so sein, wenn die Mechanik axiales oder radiales Spiel hat (Mechanik auf Achse und oder Achse in Säulchen).
    Eine gute Einstellung muss zwingend mit eingehangenen Federn erfolgen, und die Klappen sollten dazu so bedient werden wie vorgesehen.

    edit: und da war @Silver schneller

    VG
    Jens
     
  19. Shorty

    Shorty Ist fast schon zuhause hier

    Du hast mich nicht richtig verstanden, weil ich es nicht richtig erklärt habe. Es geht nur darum, wie das Polster zum Decken gebracht wird. Nicht wie die Kopplungen eingestellt werden.
    Wenn man ein Polster nur mit Schellack/Heißkleber versucht deckend zu bringen - dann wird das sehr schwierig. Ein Polster wird an der richtigen Stelle zuerst unterlegt, bevor es eingeklebt wird. Das heißt du unterlegst, schaust nach wie gut es deckt, nimmst es raus, unterlegst und wiederholst den Prozess solange, das du nicht endlos Klebstoff reinpampen musst um das Polster in die richtige Position zu bringen. Da hat jeder seine eigene Methode, ich hab das von einem Könner aufgeschnappt. Und dann wird es mit Schellack
    eingeklebt, und muss nur noch ein wenig ausgerichtet werden. So funktioniert es bei mir am Besten. Mögen andere mit viel Klebstoff auch zum Ziel kommen. Egal wie, es muss nicht nur schließen, es muss auch decken. Und zwar jedes Polster.
    Und erst dann geht die Kanne richtig los. Unter Deckung verstehe ich nicht nur den Lichttest, sondern das gleichmäßge Aufliegen!!! Und das ist entscheidend für die Kopplung, die funktioniert sonst nicht.
     
  20. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Meine Erfahrungen bei den Fachhändlern vor Ort sind, dass die Instrumente entkorkt und bei Bedarf spielbar gemacht werden.

    Diese Prozedur dauert laut deren Aussagen bei Yanagisawa 30 Minuten und bei Selmer mehrere Stunden. Für Profis kommt noch ein Tuning dazu.

    Ich bin mir sicher, dass danach z.B. @tomaso oder @Toko noch individuell optimieren könnten.
     
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