To swing or not to swing

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von JES, 25.November.2025.

  1. JES

    JES Gehört zum Inventar



    Ich wüßte gerne, wie ihr dieses Stück spielen würdet. Notiert ist es in geraden Achteln, ich tendiere aber diese geswingt zu spielen. Mmhhh. Was sagen die Experten???
     
  2. Soggi

    Soggi Ist fast schon zuhause hier

    Erster Gedanke... Ich würde auch shuffle spielen. Also eindeutig Swing.
    Lebt dieses Stück nicht auch von frei interpretierten achteln?

    Viele Grüße
     
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  3. Bb7

    Bb7 Ist fast schon zuhause hier

    Moin, ich bin mitnichten ein Experte, aber würde den song auf jeden Fall geswingt spielen. Klingt viel besser und eben beschwingter :)
     
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  4. saxdennis

    saxdennis Ist fast schon zuhause hier

    Swing für dieses Playback.

    Die Grace Jones Version verlangt eine andere Spielweise.





    Grüße
    Dennis
     
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  5. jimi

    jimi Ist fast schon zuhause hier

    I think it would be better changing a lot of the note values and played slightly behind the beat, but keeping the same tempo.
    just my 5 cents.

    Ich denke, es wäre besser, viele der Notenwerte zu ändern und leicht hinter dem Takt zu spielen, aber das gleiche Tempo beizubehalten.


    The polar opposite to grace jones


    Das genaue Gegenteil von Grace Jones
     
    Zuletzt bearbeitet: 25.November.2025
    Rick gefällt das.
  6. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Ich möchte nicht unbedingt die Notierung ändern. Das geht mir dann etwas zu weit, auch wenn ich dir zustimme. Es wäre besser.
    I don't want to change the notation. I think it's to far, nevertheless i agree with you. I would be better.

    Wenn ich der Graces Jones Version zuhöre, so wirklich gleich sind die Achtel auch nicht. Die klingen eher zufällig mal so, mal so.

    Wenn ich jetzt die freie Wahl hätte würde ich mir eine eigene Variante basteln. Habe ich nicht. Vorgabe ist das PA oben bzw. dann die Notierung dazu. Da tendiere ich überwiegend zu swing-Achteln, es gibt aber so 2 bis 3 Stellen, die ich straight einfacher schöner finde. Vermischen in einem Stück ist aber auch doof.

    Wen es interessiert, es gibt auch noch PAs im Bossa, auch nett.
     
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  7. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Das Playalong oben ist von DUX-Verlag Clarinetplus (geklaut). Ich hab das auch in meinem Soloprogramm.
    Die Achtel können ebenso gerade wie "geswungen" gespielt werden, oder auch gemischt (man höre auf den C-Dur-Expander).
    Es kommt auf das Backing an, aber ich würde das unterschreiben.
    Die Improvisation (Gitarre und Voice) in dieser schönen Version ist Swing, das Thema aber sehr frei.
     
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  8. Kohlertfan

    Kohlertfan Strebt nach Höherem

    Das Stück, ausser natürlich von Grace Jones ist in 4/4 notiert, sollte aber eher mit 6/8 feel gespielt werden. Dann swingt es von alleine.
     
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  9. scenarnick

    scenarnick Admin

    Das Piaf "Original" ist "erzählend". Ich würde das nicht notieren wollen. Irgendwas zwischen gerade und geswingt und was wir heute als "laid back" bezeichnen würden. Wobei in der Chanson Tradition eher die geraden Achtel zu finden sind. Die meisten "heutigen" Versionen des Stücks gehen in Richtung "Gypsy Swing" (darf man das noch so nennen?) und sind damit eher triolisch. Wie immer: Entscheidend ist, was die Band draus macht. Je schneller, desto geswingter empfinde ich das Stück. Wenn es langsam gespielt wird, würde ich eher gerade gehen, aber mit viel freiem Timing.
     
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  10. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Es gibt auch andere :)

     
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  11. scenarnick

    scenarnick Admin

    Ich sehe keinen Widerspruch ;)
     
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  12. jimi

    jimi Ist fast schon zuhause hier

    The French chanson and Non, Je ne regrette rien is rooted in the performance of Piaf and is marked by its raw, emotional honesty, conveying themes of love, loss, and sorrow. I think to pass it off as melody that can be just considered playing the eighth notes that can be played straight, swung, or a mix of both, is a bit of an insult to the genre. I can think of many other titles from Jacques Brel, Asnavour, that carry on the tradition of the French chanson and could be subject to the same fate because the of the quality of the melody
    Personally I think a bossa nova version of the material is something that you could call music for the elevator.


    Das französische Chanson, insbesondere „Non, Je ne regrette rien“, ist tief in Piafs Interpretation verwurzelt und zeichnet sich durch seine rohe, emotionale Ehrlichkeit aus, die Themen wie Liebe, Verlust und Trauer vermittelt. Es als bloße Melodie abzutun, die man einfach als das Spielen von Achtelnoten betrachten kann, die man gerade, swingend oder in einer Mischung aus beidem spielen kann, ist meiner Meinung nach eine Beleidigung für das Genre. Mir fallen viele weitere Titel von Jacques Brel und Asnavour ein, die die Tradition des französischen Chansons fortführen und aufgrund der Qualität ihrer Melodie dasselbe Schicksal erleiden könnten. Persönlich halte ich eine Bossa-Nova-Version des Materials für Fahrstuhlmusik.
     
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  13. JES

    JES Gehört zum Inventar

    @jimi :thumbsup:

    Das ist ja letztlich der Hintergrund meiner Frage. Ich kenne die Version von Piaf. Die empfinde ich als sehr individuell. Heißt, die zu versuchen zu notieren nimmt dem Stück die Emotionen. Als Solist würde ich daher die Notierung nehmen und lediglich als "leadsheet" nutzen und kreativ davon abweichen.
    Das funktioniert nicht mehr, wenn man das zu zweit spielt (die Melodie), oder der Lehrer daneben steht und jede Abweichung skeptisch sieht.
    Gestern im Unterricht hatten wir 3 Versionen, diese hier, eine ähnliche, die war statt in Achteln in Vierteln notiert und diese noch teilweise punktiert, und eine Version als Bossa.
    Als Bossa kann man machen, hat aber eher nichts mehr mit einen Chanson zu tun, sondern mit seichter Unterhaltungsmukke.
    Die Version in Vierteln ist dann extrem gerade. Da kommt nicht so wirklich irgend ein Gefühl hoch. Das könnte dann beinahe deutsche marschmusik sein.
    Und eben die Version oben. Die finde ich auch nicht wirklich gut (das PA schon, die ausnotierung... Ok), nur war unser beider Ansatz sofort "swinging". Das steht halt nirgends als Kommentar. Wenn dann noch kreativer Einfluß dazu kommt ist das mit dem Zusammenspiel halt nicht mehr trivial. Ja, man müsste es eigentlich neu schreiben.

    That's ultimately the background to my question. I know Piaf's version. I find it very individual. That means trying to write it down takes away the emotion from the piece. As a soloist, I would therefore take the notation and use it only as a "lead sheet" and deviate from it creatively.
    That doesn't work when you're playing it as a duet (the melody) or when the teacher is standing next to you and views every deviation with skepticism.
    Yesterday in class we had three versions: this one, a similar one that was notated in quarter notes instead of eighth notes and was partially dotted, and a bossa version.
    You can do it as a bossa, but then it has nothing to do with a chanson anymore, but rather with light entertainment music.
    The version in quarters is then extremely straight. It doesn't really evoke any feeling. It could almost be German marching music.
    And then there's the version above. I don't really like it either (the PA is fine, the notation... OK), but our approach was immediately "swinging." However, that's not mentioned anywhere in the comments. When creative influence comes into play, the interplay is no longer trivial. Yes, it would actually have to be rewritten.
     
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  14. Blofeld

    Blofeld Ist fast schon zuhause hier

    Am besten wäre eigentlich sehr frei spielen, und alleine. Ein Duett, ob nun gerade oder geswingt, versteift die Sache immer ein wenig, das wirkt bei dieser simplen Melodie schnell schülerhaft. Ein freies Feeling könnte man natürlich auch ausnotieren, aber das dann zu zweit so zu spielen, dass es immer noch lässig klingt, ist nicht einfach.
     
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  15. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Vielleicht ist es auch hilfreich zu hören wie Otto Staniloi (der Klarinettist auf der Clarinetplus Aufnahme) das Stück interpretiert.
    Nämlich eigentlich gerade.
     

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  16. Blofeld

    Blofeld Ist fast schon zuhause hier

    Traun, das ist sauber gespielt, aber da schlafen einem halt die Füße ein. Die Melodie ist zu banal, um sie so zu interpretieren ( außer natürlich für Schulungszwecke).
     
  17. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Wenn Du mir dann sagst wie man es spielen soll damit es gut klingt, man es aufschreiben kann, und sich dann niemand aufregt dass die Noten nicht stimmen bin ich zufrieden.

    Wie schon oben von mir erwähnt: Das Play-Along ist eine auf youtube hochgeladene Version einer DUX-Ausgabe.

    Ich spiele es auch nicht so wie der Otto, ich brauche aber auch die Noten nicht :)

    Im Thread ging es aber eigentlich darum ob gerade oder nicht - und es geht beides, auch ein Mix davon.
     
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  18. jimi

    jimi Ist fast schon zuhause hier

    Takes me back to the 1940s and the big band era. I agree with @Blofeld a bit boring. Reason. Too straight. And all legato.


    Erinnert mich an die 40er Jahre und die Big-Band-Ära. Ich stimme @Blofeld zu, etwas langweilig. Vernünftig. Zu brav. zu viel legato.


    Also the 1040s vibrato doesn’t help


    Auch das Vibrato der 1040er-Serie hilft nicht
     
    Zuletzt bearbeitet: 27.November.2025
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  19. JES

    JES Gehört zum Inventar

    So habe ich das vor 40 Jahren auf der Klarinette auch gespielt. In einer Blaskapelle zum Tanz. Kann man machen, aber...
    Ich habe das Stück jetzt einfach ein paar mal durchgespielt. Meine Natur will einen Mix aus straight und swing, damit es für mich gut klingt.
    Grundsätzlich kann ich beides, die Noten brauche ich sowieso nicht, also kann ich mich nächste Woche an die Wünsche meines Lehrers spontan anpassen.
    Jedenfalls, danke für euer Feedback...
     
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  20. Blofeld

    Blofeld Ist fast schon zuhause hier

    @JES was die Ausgangsfrage angeht, würde ich eher swingmäßig fühlen. Aber deine scheint mir auf jeden Fall die richtige Herangehensweise. Ein paar mal durchhören, mitspielen, dann entwickelt sich ein Gefühl. Ich singe auch gerne solche Sachen mit oder versuche mir vorzustellen, wie beispielsweise Sinatra das machen würde. Der hatte ein ganz ausgeprägtes Gefühl für Timing, wodurch er auch einfache Melodien stark aufwerten konnte. Hier eine kleine Zäsur, dort ein vorgezogenes Achtel, beim zweiten Durchgang dann etwas mutiger und wieder etwas anders, und schon bekommt die Sache Swing und Charakter.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27.November.2025
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