Sommerlochthread: Würdet Ihr heutzutage wirklich nochmal mit dem Saxophon beginnen?

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von altblase, 26.Juni.2026.

  1. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Jau. Ich gestehe, dass ich einen stolzen, eingeheirateten Familienzweig aus Lippe/Ostwestfalen habe, der mir ein wenig Einblick in Sprache und Kultur verschafft hat, sogar über Hörmänn hinaus. Ich finde es eine sympathische Ecke, würde mich nicht scheuen dort zu musizieren. :)
     
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  2. altblase

    altblase Strebt nach Höherem

    Üjĵuĵj
    Wie äußert ein Lipper seine Begeisterung? In dem er nichts sagt!:cool:
     
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  3. Calymne

    Calymne Ist fast schon zuhause hier

    :D:D es ist wirklich schön hier, auch wenn ich nicht von hier wech komme, sondern nur vor ca 10 Jahren zugezogen bin und somit nie wirklich integriert werden werde :cool:

    (Weil ich ziemlich sicher in keinen Schützenverein eintreten werde)
     
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  4. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Bei mir reicht in der Regel zum Eisbrechen, wenn ich den Leuten erzähle, das ich aus dem Süden komme und trotzdem den Teutoburger Wald und die ExternSTAINe richtig toll finde (ich hoffe die Betonung passt einigermaßen).

    Nur auf Pickert steh ich nicht so.
     
  5. korfi62

    korfi62 Kann einfach nicht wegbleiben

    Eine freiwillige Feuerwehr hilft aber bei ernst gemeinten Integrationsabsichten auch schon ein gutes Stück weiter...
    Nur, weniger Bier trinken die auch nicht...
     
  6. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Naja, die meisten Völkchen, die als besonders verschlossen und eigenwillig gelten, stellen sich mit etwas gutem Willen als sehr umgänglich bis herzlich heraus. Und umgekehrt.

    Die Sache mit der freiwilligen Feuerwehr hatte in meinem Fall im Speckgürtel der schönsten Stadt Deutschlands einen Haken:
    Es bestand sehr verhaltenes Interesse an zugezogenen Erwachsenen, die nicht schon seit Kindesbeinen den Schlauch halten können.
    Nicht mal für den Musikzug. Lieber unterbesetzt bei Onkel Willis 90. spielen, als mit einem Fremden.

    Für ihre "Swing BigBand" kamen sie dann aber wieder - diese drei Auftritte im Jahr wurden von Hired Guns und vier oder fünf eigenen Leuten gespielt.
    Wenn es um Wettbewerbe ging, waren diese Hired Guns gerne Profis aus einem Polizeiorchester... ;)
     
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  7. Calymne

    Calymne Ist fast schon zuhause hier

    :-D im Musikzug bin ich schon, inkl. Uniformvollausstattung.
    Allerdings von der Nachbarstadt, unser kleines Kaff hat keinen Musikzug.
    Werd mir das noch etwas angucken und dann ggf zum symphonischen Orchester wechseln, das hat die FW nämlich auch (und leider proben die am gleichen Tag, sonst wärs ja einfach beides zu machen)
     
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  8. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    Das ändert sich mit der Zeit.

    Im Fußball funktioniert das mittlerweile recht gut.

    In der Musik ist es mittlerweile in unserer Region gelebte Praxis Musiker aus verschiedenen Ortschaften zu akzeptieren.

    Sehr wenig, aber es gibt sogar bereits Fusionen. Vor Jahren noch unvorstellbar.

    Beim Fußball schon längst etabliert.

    Grüsse Gerrie
     
  9. altblase

    altblase Strebt nach Höherem

    Wie fortschrittlich im Jahre 2026!:cool:
     
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  10. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    Wenn ich @Silver ‘s Beitrag lese sind noch nicht alle so weit.

    Manche nie, manche noch später :D
     
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  11. Woliko

    Woliko Strebt nach Höherem

    Weil die Mitgliederzahl stetig sinkt und die Spielfähigkeit nur noch über Fusionen oder gegenseitige Unterstützung aus dem Nachbarverein gegeben ist
     
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  12. altblase

    altblase Strebt nach Höherem

    Da wäre ich sofort raus!:cool:
     
  13. ppue

    ppue Mod Experte

    Bedenklich, dass auch da das gemeinsame Musizieren, und ja auch die Weitergabe der Fähigkeiten eingeschränkt werden. Das bestärkt meinen Kulturpessimismus. Aber die Evolution ist auch immer für Überraschungen gut. Wo das eine abstirbt, wird Platz für Neues, in der Regel auch zeitgemäßere Kultur.
     
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  14. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Der ist auch immer eine Frage der Perspektive.
    Die Kids heute machen schon auch Musik, manchmal sogar gemeinsam (wenn auch nicht immer in einem Raum).

    Das was da entsteht ist für unsere Ohren manchmal schwer zu entschlüsseln oder basiert sehr stark auf dem textlichen Inhalt, der sich im Vergleich zu dem, was wir uns so unter „Liedtext“ vorstellen verhält wie ein Bebop x7#5#9 zum Durdreiklang in der Tanzmusik.

    Ich höre in letzter Zeit immer wieder ziemlich spannende Originalmusik aus der Abteilung Jazz zeitgenössischer Musiker, die jünger sind, als wir.
    Genauso, wie zu Zeiten von Trane ziemlich schlichte Popularmusik die Charts angeführt hat, ist es heute auch noch - und die Kulturwelt ist nicht untergegangen. Trotz der Anbiederungsversuche der „Fusion“ Bewegung.

    Das liesse sich beliebig auf jede darstellende oder bildende Kunst übertragen, die ein Ab-/Spiegel-/Zerrbild der Lebenswirklichkeit sein will.
    Der im Smartphone versinkende Mainstream-Mensch gehört da nun mal heute genauso dazu wie der Zeitgeist, seine vermeintlich fehlende Selbstwirksamkeit auf eher totalitäre Ideen zu projizieren.
     
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  15. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    Manchmal scheitert es an einem selbst...
    Will heißen das man seinen eigenen Anspruch vor sich selbst nicht befriedigt bekommt, selbst wenn andere zufrieden sind.
     
  16. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Den habe ich auch, aber anders.

    Bei mir ist es die Sorge, dass wir die Früchte der Einsicht, dass Kultur gesellschaftsrelevant und deshalb förderungswürdig ist, gerade mal wieder verheizen. Kultur ist auf der Rechnung mancher Ministeriums- oder Stadtverwalter ein reiner Ausgabenposten, der nur dann zu rechtfertigen ist, wenn eine unabhängige von Steuergeldern bezahlte Agentur fantasievoll vorrechnet, wieviel Anwälte, Ärzte, Promis, Google-, Tesla-, Apple- Mitarbeiter etc. dieser Standordfaktor letztlich in die Kommune bringen und welche Steuern dadurch reingespült werden könnten. Eine eigene Agenda, was man kulturell haben will, und fördern will, rückt vielerorts nicht unbedingt in den Hintergrund, gerät aber in einen Rechtfertigungsdruck, der die letzten Reste einer mal liebenswert utopisch gedachten Bedingungslosigkeit von Kunst wieder begräbt.

    Was den Nachwuchs betrifft, sehe ich es viel positiver als du. Deine Jugend war in den 70ern und ich denke das war für einen akustischen Musiker eine wildere und ergiebigere Zeit als bei mir knapp 20 Jahre später. Bei uns waren die Bedienung von E-Gitarre, Bass, Drums, analoger Drum Machine und Turntables die coolen Sachen, das musste man sich ein bisschen draufschaffen. Die Leute, die mit einem Jazz gespielt haben, waren 20 Jahre älter und hatten mal in Leverkusen Free Jazz gespielt. ;) Damit war bei 16jährigen kein Blumenstrauß zu gewinnen.
    Mit anderen Worten, deine „kulturelle Fallhöhe“ als kreativer Reed Man der 70er Jahre ist im Vergleich zu späteren Generationen vielleicht besonders hoch.

    Was ich jetzt bei der Jugend sehe ist im Rahmen der jeweiligen Mode (die einem nicht gefallen muss) ein sehr hohes technisches Niveau, bedingt durch die Verbreitung von Lehrinhalten im Internet. Wer malt, lernt schnell wo man Leinwände und Ölfarben oder geeignetes Papier und Aquarell auftreibt und wie man damit umgeht. Wer tanzt, hat in kürzester Zeit alle angesagten Moves aus der Tube gelernt. Wer Mangas zeichnen will, weiß ratzfatz alles über die besten Federn und Techniken, und wer Jazz-Sax lernen will, kommt plötzlich mit Breckerlicks um die Ecke (da habe ich gestaunt bei dem Bub am 2.Alto). Ich sehe die Jugend auf großen Flügeln fliegen. In der Musik ist es nicht die gleiche Liebe zu einem Solo, die uns 100 mal Zurückspulen und wieder mitspielen ließ. Sie sind viel effizienter. Aber der Antrieb, d.h. die seelischen Bedürfnisse, Sorgen, Ängste, der Weltschmerz, der Spaß, die Hingabe und die Größe der jungen wilden Liebe sind die gleichen geblieben - also werden sie dank besserer Technik an uns vorbeifliegen, dass wir nur so mit den Ohren schlackern. So seh ich das. :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 24.Juli.2026
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  17. Argonrockt

    Argonrockt Ist fast schon zuhause hier

    Ja ! - aber die motorisierte "2takt Zeit" zwischen 15-19 in reine "ÜbeZeit" tauschen...
     
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  18. altblase

    altblase Strebt nach Höherem

    Was Du alles so siehst!? Klingt nach Hochglanzbroschüre..:cool:
     
  19. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Achtung, Politik!

    Im Gegensatz zu den weltanschaulichen Grabenkämpfen, ob eine zauselige Buchhandlung in Leipzig zu links oder die Förderung von „Hochkultur“ in ohnehin solventen, bürgerlichen Milieus zu elitär sei, haben die Feinde der Freiheitlichkeit weltweit längst erkannt, dass es die Kultur ist, die eine Gesellschaft weltoffen oder völkisch-national werden lässt. Demokratisch mit allen quälenden Prozessen der politischen Willensbildung oder autoritär, wo „endlich mal einer sagt, wo‘s langgeht!“.

    Die Vordenker dieser Anti-Demokraten haben das messerscharf erkannt und ein kurzer Blick in das sehr konkrete Programm der aktuell umfragenstärksten Partei in Sachsen-Anhalt bestätigt ganz unverblümt, was kommen soll: Kultur, die genehm ist*. Und sonst nichts.

    „Sonst nichts“ bedeutet dabei nicht etwa nur den Entzug von Fördermitteln sondern das Entfernen der missliebigen Kulturaspekte aus Lehrplänen sowie die Schließung von Lehrstühlen oder sogar ganzer Studiengänge. Ebenfalls soll, so las ich, dieser unerwünschten Kultur jeder öffentliche Raum entzogen werden. Zum Beispiel dadurch, dass Veranstaltungen außerhalb privater Räume schlicht nicht genehmigt werden.
    Alles übrigens Ländersache…

    War da nicht schon mal was… so vor etwa 90 Jahren?



    * Man darf an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass auch das andere Ende des politischen Spektrums keinesfalls unproblematisch ist. Wie so oft werden allzu einfache Botschaften plakativ weitergeplappert, bis sie zu Parolen werden. Man muss kein Freund der aktuellen israelischen Regierung mit ihrer hyperaggressiven Territorialpolitik in drei Richtungen sein um sich von pauschal antisemitischem Geblöke fern halten zu können. Die Gemengelage ist wesentlich komplexer als „from the river to the sea“ und der 7. Oktober 2023 war ein terroristisches Massaker an friedlich feiernden Jugendlichen (eine Kulturveranstaltung, wenn man so will), kein „Befreiungskampf“, egal wie man sonst zum Thema steht.
     
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  20. quax

    quax Gehört zum Inventar

    !
     
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