Großes Wandstimmgerät

Dieses Thema im Forum "Saxophon spielen" wurde erstellt von JTM, 17.September.2026 um 13:17 Uhr.

  1. JTM

    JTM Strebt nach Höherem

    Habe ein riesiges Wandstimmgerät aus einer Tonstudio Auflösung bekommen. Ich übe gerne nicht nur nach Gehör (sehr sehr wichtig) sondern grade bei Tonleitern und anderem nach Stimmgerät zur Kontrolle. ( Tonleiter spielen mit geschlossenen Augen und bei einem beliebigen Ton anhalten und Augen auf zur Kontrolle) dazu ist das bei dieser Größe (fast DIN A3) echt grandios.
    Übt sonst wer von euch bestimmte Übungen auch mit Stimmgerät,ich mach das seit 40 Jahren regelmäßig und es hat mir grade in den ganz tiefen und ganz hohen Lagen sehr geholfen das für mich richtige Pitchcenter zu finden.
    Kennt jemand solche riesigen Stimmgeräte
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  2. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich habe mal mit der Anschaffung eines Korg Rackgerätes geliebäugelt, in Zeiten als ich noch gelegentlich auf lauten Bühnen war, wo ich mich schlecht hörte. Am Ende wurde es dann so ein kleines helles Korg-Pitchblack, das ich variabel einschleifen kann (hängt bei meinem Proberaummixer vor dem Looper permanent an einem Aux Send, sodass ich darüber alle Instrumente stimmen und wahlweise eines “Live” lassen kann). Ich finde das extrem praktisch.

    Intonation üben kann ich damit aber kocht sinnvoll, bestenfalls schneller erkennen, warum es sch… klingt. Intonation mache ich nur mit auditivem Feedback zur Drohne.
     
  3. ppue

    ppue Mod Experte

    Ich finde, na gut, eher auf dem Alt, die ganz hohen Töne zu tief, wenn ich sie richtig intoniere. Ein paar Cent höher lässt sie erstrahlen. Machen Opernsänger übrigens auch.

    Ich kenne Profis, die auch oben genau in tune spielen, ich mag es nicht hören. Wer sich für subjektives Tonhöhenempfinden interessiert, der googel mal nach Mel.
     
  4. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

    Hm, das höre ich jetzt zum ersten mal... was sind denn ein paar Cent?
    2, oder eher gegen 10, 20?
    Ich stelle einfach bei meinen gelegentlichen Kontrollen fest, dass ich obern herum immer zu hoch bin nach Stimmgerät, empfinde es aber nicht so. Hab warscheinlich schlechte Ohren...
     
  5. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Im Ensemble klingen viele Akkorde grauenhaft, wenn jeder genau nach Stimmgerät intoniert.

    Ich benutze das Stimmgerät nur ab und zu zur Kontrolle, d.h. ich möchte durchaus in der Lage sein, jeden Ton entsprechend zu intonieren.

    Aber ansonsten vertraue ich eher meinen Ohren, zumindest solange es altersbedingt noch geht.

    Gruß,
    Otfried
     
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  6. ppue

    ppue Mod Experte

    Das hat wiederum mit der nicht reinen Stimmung gut klingender Akkorde zu tun und ist ein anderes Phänomen.

    Das dürfen meiner Meinung nach 10-20 Cent sein. Das sind ein Zehntel bis Zwanzigstel von einem Halbton und gar nicht so viel. Über Bläser finde ich nichts, aber beim Klavierstimmen ist es beschrieben (KI-generiert):


    Die höchsten Töne am Klavier werden etwas höher gestimmt. Ein Klavier wird in der Praxis niemals streng mathematisch gleichschwebend gestimmt. [1, 2, 3]
    Dieses Phänomen nennt man Stimmspreizung (engl. stretched tuning). Dabei werden die Töne im Diskant (den Höhen) progressiv immer höher und die Töne im Bass progressiv etwas tiefer gestimmt. Am obersten Ende der Tastatur kann die Abweichung nach oben hin bis zu 30 Cent (fast ein Drittel eines Halbtons) betragen. [1, 2, 3, 4]
    Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe:

    1. Die physikalische Ursache: Inharmonizität
    Eine reale Klaviersaite besteht aus massivem Stahl. Da sie eine gewisse Eigendicke und Steifigkeit besitzt, schwingt sie nicht wie eine theoretisch „ideale“, unendlich dünne Saite. [1, 2]
    • Wenn man eine Klaviersaite anschlägt, erzeugt sie neben dem Grundton auch Obertöne (Partialtöne).
    • Durch die Steifigkeit des Materials schwingen diese Obertöne höher (schärfer) als es die reine mathematische Physik vorgibt.
    • Wenn ein tieferer Ton angeschlagen wird, klingen seine Obertöne also bereits etwas zu hoch. Stimmt man nun den hohen Ton exakt nach der mathematischen Frequenz, kommt es zu einer hässlichen Reibung (Schwebung) zwischen dem hohen Grundton und dem Oberton des tiefen Tons. Um das auszugleichen und ein harmonisches Gesamtbild zu erzeugen, „zieht“ der Klavierstimmer die hohen Töne bewusst mit nach oben. [1, 2, 3, 4, 5]

    2. Die psychoakustische Ursache: Das menschliche Gehör
    Das menschliche Gehör nimmt extrem hohe Töne tendenziell etwas tiefer wahr, als sie eigentlich sind. Selbst wenn ein Klavier physikalisch perfekt gleichschwebend gestimmt wäre, würde der Diskant für uns Menschen kraftlos, matt und zu tief klingen. Erst durch das leichte Höherstufen erstrahlen die Töne brillant, klar und subjektiv „richtig“. [1]
    Wie stark die Töne angehoben werden müssen, hängt stark vom Instrument ab. Je kürzer das Klavier oder der Flügel ist (z. B. bei kleinen Stutzflügeln oder Kompaktklavieren), desto dicker und steifer sind die Saiten relativ zu ihrer Länge und desto stärker muss die Stimmung gespreizt werden. [1, 2, 3]
    Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie ein Klavierbauer beim „Legen der Temperatur“ (der Grundstimmung in der Mittellage) vorgeht, oder interessieren Sie sich für den Unterschied zwischen der Stimmung und der Intonation (Bearbeitung der Hammerfilze)?
     
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  7. JTM

    JTM Strebt nach Höherem

    Die höchsten Töne am Klavier sind 7 Oktaven von den tiefsten Tönen weg,und ja die werden etwas höher gestimmt. Der Abstand beim Sax ist aber bei weitem nicht so groß,und 20 Cent wie du schreibst klingt in meinen Ohren gruselig zu hoch. 5cent ist ok
     
  8. ppue

    ppue Mod Experte

    Wie gesagt, beim Alto. Aber ich gebe zu, gemessen habe ich das noch nie. Ist vielleicht zu viel.
     
  9. scenarnick

    scenarnick Admin

    Bisher noch nicht - aber das ist klasse - würde ich gern mal im Proberaum aufhängen ;)
     
  10. JTM

    JTM Strebt nach Höherem

    Das ist doch das kleinste Problem. Komm vorbei und leihs dir für zwei Wochen aus
     
  11. scenarnick

    scenarnick Admin

    Neee, da bekäme ich Ärger mit dem Chef der BB ;) Sowas überlasse ich ihm :) Aber schade, dass das Gerät (Korg WDT-1) schon wieder eingestellt ist... Bei eBay sind die Preise dafür hoch
     
  12. JTM

    JTM Strebt nach Höherem

    Die haben sie nicht alle,ich hab’s über Kleinanzeigen für nen Hunni bekommen.
     
  13. Loppi

    Loppi Kann einfach nicht wegbleiben

    Ich frage mich, ob es nicht Stimmgeräte mit z.B airdrop-Funktion gibt?
    Mit einer App auf dem Tablett ginge das ja - wenn denn die Qualität der Stimm-App reicht … und die Anzeige könnte man dann z.B. auf einen 54“ Bildschirm droppen ;-)
     
  14. JTM

    JTM Strebt nach Höherem

    Da wäre halt der Aufwand ungleich größer,du brauchst zusätzlich einen Bildschirm im Proberaum. Das Korg stimmt laut Hersteller aus 0,1 Cent genau,für mich Laienhuper gut genug :rolleyes:
     
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  15. Wanze

    Wanze Strebt nach Höherem

    Recht hat er. Zuhause ist das ja ein nettes Gimmick, auch wenn meine Augen noch nicht so schlecht sind, dass ich die Größe bräuchte.
    Aber im Proberaum? Damit jeder möglichst laut spielt, damit das Gerät ihn hört? Damit in der Big Band jeder auf das Stimmgerät statt auf den Dirigenten schaut? Damit die bekannten Terzen in den Dur-Akkorden möglichst nach Stimmgerät und nicht nach Gehör gespielt werden? Und gestimmt wird im Ensemble nach Gehör!
     
  16. scenarnick

    scenarnick Admin

    Völlig - ich bin mir sicher, Du hast die leichte Ironie in meinem Beitrag verstanden ;)
     
  17. mcschmitz

    mcschmitz Strebt nach Höherem

    Dann braucht‘s allerdings kein Stimmgerät, und man kann gleich die App nutzen.
    Und bei Badarf (und schlechten Augen) das Tablet auf den Monitor spiegeln.
     
  18. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ich stimme manchmal mit dem Gerät ein und dann darf eh das Ohr ran. Ich finde aber unauffällige, für mich gut sichtbare und selektiv abnehmbare Stimmgeräte auf der Bühne extrem hilfreich, wenn man mal nix mehr hört, quasi als Orientierung im Nebel.
    Das sollte groß genug sein, dass man es gut sieht. Dieses Teil wirkt aber fast ein bisschen bedrohlich. Ein elektronischer schwarzer Folterknecht mit fiktiver Peitsche der ruft: „Intonier, du Sau!“
     
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  19. JTM

    JTM Strebt nach Höherem

    Und du hast gehorsamst zu folgen
     
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  20. Sandsax

    Sandsax Gehört zum Inventar

    Für unterwegs hält die schlimme neue Welt auch integrierte Lösungen bereit.
    Als Smartphone Nutzer sehe ich den Sinn spezieller Geräte wie Korg xyz, die einen bei schwächelnden Batterien auch schon mal gerne in die Irre führen, nicht mehr.
    Sogar ne Smartwatch kann helfen; hier eine angeblich auf Saxophone und deren Obertöne zugeschnittene App. (TunedSax)

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