"Backen aufblasen"

Dieses Thema im Forum "Anfänger Forum" wurde erstellt von Kadda152, 5.Oktober.2008.

  1. Gelöschtes Mitglied 172

    Gelöschtes Mitglied 172 Guest

    Einspruch. Es gibt Saxophonisten, die das auch ohne Aufplustern hinbekommen (z.B. Evan Parker)

    Zum 1. Posting gilt es allerdings zu sagen, dass es ein Unterschied ist, ob das Aufblasen aus, sagen wir mal, stilistischen Gründen passiert oder aus Schwäche. Generell würde ich dazu raten am Anfang zu versuchen, das Aufblasen zu vermeiden, so wie man auch die Finger nicht 10 cm von den Drückern abheben sollte. Dazu kann man sich ganz gut mal vor den Spiegel stellen. Wenn man am Anfang des Saxophonlernens schlechte Angewohnheiten vermeidet, dann spart man es sich, diese sich später mühsam abgewöhnen zu müssen.
     
  2. Gelöschtes Mitglied 172

    Gelöschtes Mitglied 172 Guest

    btw: einige Saxophonisten mussten den Ansatz auf Grund ihres maroden Gebisses in Folge von Drogenkonsum ändern
     
  3. Rick

    Rick Experte

    Ich selbst beherrsche die Zirkularatmung nicht, habe mich nie für diese Technik interessiert. Aber in einer bekannten TV-Doku macht Sonny Rollins mit ein paar französischen Sax-Studenten einen Workshop, da bringt er es ihnen genau so bei, auch sonst habe ich immer gehört, dass man mit den Wangen die Luft rausdrückt, während man gerade über die Nase wieder einatmet.
    Wie macht das denn Herr Parker? :-?

    Das ist absolut richtig - ich habe ebenfalls nichts anderes behauptet, sondern nur konkret Sax_Addict auf seine Frage bezüglich Herrn von Essen geantwortet. ;-)

    Natürlich kann man auch komplett MIT aufgeblasenen Wangen spielen, wie man ja bei den erwähnten "Four Brothers" (Stan Getz, Al Cohn, Zoot Sims...) noch sieht - wobei ich annehme, dass es sich bei diesen Herren einfach um einen gemeinsamen Insider-Gag handelte. :-D

    Es ist aber auch eine Angewohnheit, die entstehen kann, wenn man mit viel Kraftaufwand zu Gange ist, ich beobachte das jedenfalls sehr oft bei Saxern (inkl. mir selbst), wenn sie wirklich extrem laut spielen - dann nimmt man einfach die Wangen noch zur Hilfe, um die Luft ins Mundstück zu pressen.
    (Ich behaupte nicht, dass das sinnvoll ist - ich schildere nur meine Beobachtung.) :roll:


    Grüße,
    Rick
     
  4. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Moin,

    es gibt 2 Varianten der Zirkularatmung. Eine ist die mit den Wangen aufblasen, die braucht man immer dann, wenn der Luftstrom größer ist.

    Von der Flöte, bei der man ja die Wangen nicht aufblähen kann, kenne ich noch die Variante, lediglich mit Zungen und Gaumen ähnlich dem Piston einer Luftpumpe zu arbeiten.

    Das geht bei kleineren Luftströmen, also leiseren Tönen. Beim Sopran geht es naturgemäß am Besten.

    Gruß,
    xcielo
     
  5. Rick

    Rick Experte

    Ich habe jetzt mal aus Neugier (ist schon mal jemandem aufgefallen, dass ich fürchterlich neugierig bin?) :-D ein wenig gegoogelt und dieses Video von Herrn Parker gefunden:
    http://www.youtube.com/watch?v=cwnzVjq3_Jk

    Es ist zwar nicht gerade in überragender Bildqualität, aber wenn ich nicht völlig blind bin, arbeitet selbst er da ziemlich deutlich mit dem Aufblasen der Wangen (wenn auch zweifellos nicht so übertrieben wie Herr Cohn!).

    Und dann habe ich noch einen schönen Artikel über Zirkularatmung gefunden, der ebenfalls die von xcielo erwähnte Zungen-Variante erwähnt, allerdings wird sie hier eher für kurze, perkussive Effekte empfohlen:
    http://www.detididge.de/zirkular.html

    Es geht ums Didgeridoo - aber die Methodik ist prinzipiell gleich: "Die Zirkularatmung wird bei Blasinstrumenten (z. B. bei Rohrblattinstrumenten und dem Didgeridoo) eingesetzt". http://de.wikipedia.org/wiki/Zirkularatmung


    Schönen Gruß,
    Rick
     
  6. nanpan

    nanpan Ist fast schon zuhause hier

    Ich hab das gerade mal Anhand deiner Erklärung ausprobiert und es geht tatsächlich, aber wird das überhaupt oft bei Saxspielern genutzt?
     
  7. Ambrosia

    Ambrosia Ist fast schon zuhause hier

    So wie Rick es in den Erläuterungen gefunden hat, mache ich es auch und es funktioniert - beim Trompete spielen habe ich anfangs auch die Wangen aufgeblasen (nicht die Backen :-D ), doch mit einiger Übung gibt sich das.

    Sax spiele ich ja noch nicht so lange, doch mir kommt diese Atemtechnik dabei ziemlich zugute - Wangen aufblasen macht nur Kopfschmerzen und es wird einem schwindlig - außerdem platzen einem da die kleinen Gefäße - gar nicht gut.

    Ein Tipp noch: Diese Übungen machen und sich beim Spielen einfach vor einen Spiegel stellen und auf sich selbst achten und gleich korrigieren, das hilft! :-D

    lg,

    Ina

    PS: Du kannst auch vorher folgendes als Trockenübung machen:
    Sage oder zische eher S - K - P - T, dabei merkst du, wie die Zwerchfellatmung trainiert wird.
     
  8. tbeck

    tbeck Strebt nach Höherem

    [img align=left]http://growabrain.typepad.com/photos/uncategorized/dizzy.jpg[/img]

    Dizzy Gillespie

    :-D
    gruss
    tbeck01
     
  9. Ambrosia

    Ambrosia Ist fast schon zuhause hier

    Allmächtiger Gott! :-D Hahaha!

    Wie kriegt man denn sowas fertig? Da würde mir der Kopf platzen - zum Brüllen!

    :sensatio:

    Gruß,

    Ina
     
  10. ChristophBM

    ChristophBM Kann einfach nicht wegbleiben

    Wie immer gilt auch hier: wer heilt hat Recht. :-D

    Und es gibt immer mindestens einen hervorragenden Saxophonisten, der es anders macht als im Schulbuch verordnet. :)

    Allerdings sind die Unterschiede im Jazz und der Popularmusik deutlich größer als bei Klassikern - alldieweil Persönlichkeit im sound unverzichtbares Merkmal erstgenannter Genres ist.

    Gruß, Christoph
     
  11. TenSax

    TenSax Ist fast schon zuhause hier

    Un das ist auch gut so! Überlegt mal jeder würde klingen wie John Coltrane das wäre doch echt öde!

    Genau! Individualismus und auffallen ist gefragt, ansonsten gehste unter wie die Titanic.... Ein schönes Beispiel ist Lester Young, um aufzufallen hat er sich eine eigenartige Weise der Saxophonhaltung angeeignet.

    Gruß
    Ten.
     
  12. straightontheoffbeat

    straightontheoffbeat Ist fast schon zuhause hier

    Hallo zusammen,

    ich bewundere diejenigen unter uns, die die Zirkularatmung drauf haben - ganz egal ob mit oder ohne Plusterbacken. Ich spiele ohne aufgeblasene Backen, aber wer weiß, ob sich das nicht ändert, da ich seit einiger Zeit versuche, vom klassischen Ansatz auf den modernen zu wechseln... :-o
    @tbeck: Das Bild von Gillespie ist klasse. Aber solche Plusterbacken hatte auch nur er. Oder?

    Viele Grüße Straight
     
  13. Werner

    Werner Strebt nach Höherem

    hallo,

    ich habe jetzt nicht alles gelesen, vielleicht ist das auch schon klar, aber es geht nicht um die backen, sondern um das Anliegen der Lippen und des darüber und darunter liegenden Bereichs auf den Zähnen.
    Wenn man das beherrscht, und das ist eigentlich eher einfach, dann kann man, so man möchte, die Backen für Soundveränderung aufblasen.
    Bläst man den Vorderzähnebereich mit auf, bekommt man Probleme mit der Intonationskontrolle , Lautstärke etc, weil dieser Bereich dann wie ein Puffer wirkt, und man nur schwer kontrollieren kann, was in den Puffer und was ins Mundstück geht.

    fG
    Werner
     
  14. tbeck

    tbeck Strebt nach Höherem

    @straight: Mir ist kein anderer Musiker bekannt, bei dem sich die Wangen derartig extrem aufblasen. Ich habe mal gehört dass es bei ihm krankhaft war, aber nich schmerzhaft.

    Gerne erinnere ich mich daran zurück, dass ich einmal ein Live Konzert mit ihm erleben durfte, ein paar Worte mit ihm gewechselt habe und seitdem eine CD mit Autogramm besitze.

    gruss
    tbeck01
     
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