Be-bop: Welche Blätter sind am besten

Dieses Thema im Forum "Anfänger Forum" wurde erstellt von Hombresaxofón, 20.Juli.2012.

  1. Mugger

    Mugger Guest

    Servus,
    ja, mehr oder weniger.

    Grüßle

     
  2. Hombresaxofón

    Hombresaxofón Schaut öfter mal vorbei


    Es gibt keine Jazzblätter oder Blätter die für den Jazz gemacht worden sind. Das ist alles Marketing, hat aber mit der Realität gar nichts zu tun. Es gibt auch keinen Jazzsound. Im Jazz benutzen so viele Spieler unterschiedlichste Blätter mit vielen unterschiedlichen Sounds. Jazz ist eine Stilistik, kein Sound. Es geht darum was Du spielst, nicht wie Du klingst.[/quote]

    Bei mir funktioniert besser Rico als Vandoren, ganz eindeutig. Es gefällt mir jedenfalls besser.
     
  3. saxhornet

    saxhornet Experte

    Na ist doch super. Man sollte immer die Blätter benutzen die für einen selbst gut funktionieren. Aber es ändert nichts an der Tatsache, daß es keine Jazzblätter gibt, nur Blätter die für den einen oder anderen Spieler besser funktionieren.
    Bei mir hängt das z.B. vom Mundstück ab.
     
  4. Gast

    Gast Guest

    @ Saxhornet

    ""Bei mir hängt das z.B. vom Mundstück ab.""


    >>> Und bei MIR vom Blatt. ;-) ;-) ;-)
    Ich habe viele Blätter von völlig unterschiedlichen Herstellern .... suche mir immer DIE raus, die zu mir passen und meine momentane Spiel - Sound - Stilrichtung unterstützen ;-)


    LG

    CBP
     
  5. saxhornet

    saxhornet Experte

    Ich habe auch hunderte von Blättern rumzuliegen. Meine Schüler fragen mich schon immer ob ich die sammle und ob das normal ist.
    Aus einer guten Kombi von Mundstück und Blatt sollte man viele verschiedene Sounds rausbekommen.
    Es gibt Mundstücke in Verbindung mit dem Spieler die ihr Potential eher mit Blättern entfalten, die man vielleicht sonst mit seinem anderen Mundstück nicht gewohnt ist zu benutzen.
     
  6. Hombresaxofón

    Hombresaxofón Schaut öfter mal vorbei


    Ich muss eingestehen, dass der entscheidende Faktor das Mundstück ist. Rico funktioniert aber besser an meinem Jody Jazz. Kann mir auch nicht erklären. Bestimmt gibt es unterschiede auch zwischen den einzelnen Blättern ein und derselben Packung. Ich glaube, dass nicht alle 100% gleich sind.
     
  7. bluefrog

    bluefrog Strebt nach Höherem

    Es ist schon ganz schön vertrackt. Nachdem ich jetzt ein Vierteljahr fast nur Alto gespielt habe, sind die Tenorblätter auf einmal zu leicht. Ich musste ein halbe Stufe hochgehen. Dabei ist das Altomundstück laut Vergleichstabelle im Verhältnis enger, allerdings die Bahn im Verhältnis wiederum kürzer.

    Was die Blattstärken betrifft, herrscht Chaos. Selbst beim selben Hersteller sind Blätter gleicher nomineller Stärke aber unterschiedlicher Sorten nicht gleich. Bei unterschiedlichen Herstellern ist das noch schlimmer. Ich habe mir z.B. mal eine Packung Tenorblätter von Yanagisawa gekauft (3,5), die hart wie Bretter sind. Für mich unspielbar.
     
  8. Mugger

    Mugger Guest

    Guten Abend!

    Nach meiner bescheidenen Meinung nach ist es eher ein Indiz für einen gut funktionierenden Ansatz, wenn es mit weichen Blättern funktioniert. So nach dem Motto: So weich wie möglich, so hart wie nötig :)
    Manche geben sogar den Tip, ein paar Minuten mit viel zu weichen Blättern zu üben, weil man schneller merkt, wenn man zu viel am Blatt macht.
    Generell versuche ich an einer möglichst großen Flexibilität meinerseits zu arbeiten, da das Blattmaterial sich ja sowieso stark verändert (je nachdem wo man spielt, wie feucht das Blatt ist etc.)
    Ich halte auch nichts von Jazz-Klassik-Unterscheidungen, allerdings gibt es schon einen großen Unterschied im Verhalten von Blättern mit dicker oder dünner Spitze.
    Ich habe bis jetzt Blätter mit dünner Spitze und viel Widerstand bevorzugt (Vandoren Classic), allerdings funktionieren die zusammen mit meinen neuen Saxes nicht so gut. Das mag am unterschiedlichen Widerstand der Hörner (Reference 54 und Yanagisawa 992) liegen oder an sonst was, ich weiß es nicht.
    Ich habe mir nun für beide die Jazz/Pop-Bögen von Yanagisawa bestellt, vielleicht tut es dann wieder mit den Vandoren.

    Liebe Grüße

     
  9. Hombresaxofón

    Hombresaxofón Schaut öfter mal vorbei

    Wenn die Blätter zu weich sind, dauern bei mir gar nicht so lange. Habe einen korrosiven Biss. Mein Lehrer nennt mich die black mamba ;)

    Lg.
     
  10. saxhornet

    saxhornet Experte

    Mugger brauch ich es nicht zu erzählen aber manchmal ist es Einigen nicht klar:

    Meist werden keine 2 Blätter aus einer Box identisch sein, die Schwankungen können sehr klein oder sehr sehr gross sein.
    Manche sind leichter, manche schwerer, manche vom Sound anders (aus der gleichen Box).
    Da die Grössenangaben bei Firmen auch unter den verschiedenen Blattmodellen nicht das gleiche bedeuten muss man entweder entsprechende Vergleichstabellen nutzen oder es ausprobieren.
    Ist ein Blatt gleich am Anfang von der Stärke optimal wird es schnell zu leicht sein, also sollte es beim Einspielen noch ganz leicht härter sein denn Blätter werden mit der Zeit leichter.
    Wer viel hohe Lautstärken spielt nutzt Blätter schneller ab (sie werden schneller zu leicht).
    Grundsätzlich sollte beissen vermieden werden, das hat einen schlechten Einfluss auf den Sound (da meist das Blatt nicht frei schwingen kann).
    Der Raum in dem man spielt kann einen Einfluss auf die Blattwahl haben, es gibt Räume da klingt mein Lieblingsblatt von zu Hause nicht. Verallgemeinernd kann man folgendes in etwa sagen: bei halligen Räumen geht meist ein leicht leichteres Blatt der gleichen Blattstärke besser, bei trockenen Räumen eher ein leicht härteres Blatt der gleichen Blattstärke.
    Die richtige Blattstärke ist die, bei der man entspannt ohne beissen über eine längere Zeit bei trainiertem Ansatz ohne Ermüdungsanzeichen spielen kann. Dies hängt nicht nur vom Ansatz ab sondern auch von der Menge an Luft die man ins Horn bläst (obwohl mein Ansatz recht locker ist, blase ich schnell zu dünne Blätter am Mundstück zu, da ich mit viel Luft spiele).
     
  11. Hombresaxofón

    Hombresaxofón Schaut öfter mal vorbei

    @ saxhornet

    Was für ein umfassendes, ins Detail gehende Wissen. Ich danke dir. Das bestätigt doch mein Eindruck, demzufolge die Blätter launisch und wetterfühlig sind. Das kann Verwirrung stiften. So viele Faktoren fließen ja mit ein.

    Die wissenschaftlich veranlagten Deutschen haben dabei ihr Spaß :) Es ist ja super.

    Lg.
     
  12. bluefrog

    bluefrog Strebt nach Höherem

    Hallo,

    saxhornet schrieb:
    Ja, das ist die generelle Empfehlung und speziell für Anfänger richtig. Mein Punkt war eigentlich, dass sich der trainierte Ansatz auch ändern kann. Ich habe jahrelang auf dem Tenor dieselben Blätter und dasselbe Mundstück verwendet. Durch das Altospielen hat sich mein Ansatz vielleicht so verändert, dass mir jetzt diese Blätter als zu leicht erscheinen.

    Ich glaube allerdings eher, dass ich inzwischen eine etwas andere Klangvorstellung entwickelt habe. Das spielt auch eine Rolle. Ein anderes Beispiel: John Coltrane hat extrem harte Blätter zusammen mit extrem offenen Mundstücken verwendet, um seinen Sound zu realisieren. Im Endeffekt hilft eben auch nur Ausprobieren, bis man die optimalen Blätter gefunden hat.

    Einen schönen Sonntag
    bluefrog
     
  13. Mugger

    Mugger Guest

    Guten Morgen,

    die Blätter sind auch auf Seehöhe, Luftfeuchtigkeit empfindlich.
    Fast alle meiner Kollegen von der Klassikfraktion (Klarinette) sind auf Plastikblätter umgestiegen.
    Diese sollen z.B. auf Tourneen in Japan kalkulierbarer :) zu spielen sein.
    Grüßle
     
  14. Tröto

    Tröto Strebt nach Höherem

    Kleiner Widerspruch. Die Mundstücköffnung war eher moderat.

    In den Publikationen, die ich über Coltrane gelesen habe, wird jeweils seine andauernde Suche nach dem perfekten Mundstück beschrieben. Eine gewisse Experementierfreude soll zudem dazu geführt haben, dass er nicht nur ein Mundstück durch intensives Bearbeiten verhunzt hat.

    Dennoch wurde mehrfach unabhängig voneinander betont, dass Coltrane ein Blatt, Stärke 4, mit einem Otto Link in den Größen 5 oder 6 verwendet hat.
     
  15. Hombresaxofón

    Hombresaxofón Schaut öfter mal vorbei

    Oh Gott... Ich hoffe, ich werde nicht so besessen ;)

    Lg.

    Iván.
     
  16. Hombresaxofón

    Hombresaxofón Schaut öfter mal vorbei

    Ich verwende Jdoy Jazz 7 mit einer Stärke von 2,5. Ist das viel?
     
  17. Mugger

    Mugger Guest

    Der Strauss verzeiht keinen Kiekser, neverever.

    Grüßle
     
  18. Mugger

    Mugger Guest

    Servus,
    Trane wird auch seinen MPC-Guru gehabt haben :)
    Ernsthaft, bei der Anzahl und Komplexität der Einflussfaktoren, ergibt es da nicht mehr Sinn, den wichtigsten Parameter kennenzulernen?
    Nämlich sich selbst und seine Reaktion auf Störfaktoren wie schlechte Akustik, schlechtes Blatt, schleppender Bassist etc.?
    Es ist jedenfalls mein Ansatzpunkt.

    Grüßle von der Alm, die nur den Makel hat, dass Hansi H. aus Kitz hier mal ein Video gedreht hat :)

    Mugger
     
  19. Rick

    Rick Experte

    Hallo Mugger,

    absolute Zustimmung, das ist auch meine Strategie.

    Den Störfaktoren würde ich noch "laute Schlagzeuger" hinzufügen, die bestimmen nämlich bei unverstärkten Auftritten ebenfalls entscheidend den Klang des Saxofonisten! :-D

    Das ging übrigens auch Herrn Coltrane bei Elvin Jones so - man sollte sich das nicht als lauschig-gemütliches Kammermusik-Ambiente vorstellen, bei so einem gigantischen Drummer mithalten zu müssen...

    (Nein, das war keine Panne - Coltrane WOLLTE ausdrücklich, dass Elvin laut spielte!) ;-)


    Schöne Grüße,
    Rick
     
  20. saxhornet

    saxhornet Experte

    Das wird keiner ausser Du selber beantworten können.
    Wenn Du damit ohne beissen längere Zeit spielen kannst und ohne daß dein Ansatz schnell müde wird ist die Kombi ok für Dich.
     
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