Berufsmusiker - hat das noch Zukunft? Kann man das heute jungen Menschen empfehlen?

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Gelöschtes Mitglied 5328, 15.März.2012.

  1. Gast

    Gast Guest

    @Fonkysax

    Ich glaube, da hast Du einen guten Punkt erwischt.....

    ""Im Zweifelsfalle kann man immer noch Strassenmusik machen""
    (Sinngemäss).....

    DAS ist etwas, was man mit den meisten anderen Berufen NICHT kann.
    ( Man Stelle sich mal einen Ingenieur vor, der auf der Strasse Technische Zeichnungen anbietet ).....

    Nur ist das ja wohl kaum DAS, was sich angehende Musiker unter einer ""Zukunft"" vorstellen.
    Mein Vater sagte immer : Wenn Du ein Instrument spielen kannst, wirst Du NIE verhungern.
    Er wollte zwar lieber dass ich Walzer und Tangos auf dem Akkordeon lerne....und ich war mit ihm IMMER im Clinch, meine Musik betreffend....dennoch hatte er in DIESEM Punkte Recht.

    @Rick

    BINGO !!

    Auch ich hatte andererseits heftige Diskussionen in Punkto Musik und Lebensplanung.......
    als ich vor nunmehr zwanzig Jahren meine Holde geheiratet habe, fragten meine Schwiegereltern sehr zweifelnd, ob man denn von Instrumentenbau und Musik leben könne.......
    tzeheeee.....damals hatten wir ne Luxuswohnung und ca 2500.- DM Einkommen im Monat..... WAS also sollte diese blöde Frage ?? >>>>> NIX als Vorurteile !!

    HEUTE sieht es jedoch schon etwas anders aus.....ich mache zwar nach wie vor Musik und schraube nach wie vor an Hupen herum.....aber ich MÖCHTE davon nicht mehr leben müssen.
    Ich KÖNNTE es wohl...aber ich WILL es halt nicht mehr....das ist mein ganz persönlicher Film.....und ich habe halt genug Alternativen in Petto.

    Den Bekannten von früher....die Industriedesigner oder Graphiker oder sonstwas gelernt / studiert haben.....denen geht es heute nicht viel besser als den Nutten am Hamburger Steindamm.....die tun ALLES für einen "Schuss" ( finanzen )
    .....die meisten haben zerrüttete Beziehungen, Schulden und
    auf die ein oder andere Art mit Suff, Drogen oder Pillen zu tun....um sich Launemässig über Wasser zu halten.


    Der "Film" vieler Alten Leute >>>> Ach hätte ich doch nur damals......aber ich hatte Schiss vor der eigenen Courage....und HEUTE bereue ich , es NICHT getan zu haben.....
    DER ist ein GAAAANZ klassischer Film vor allem von der ""funktionierenden" Kriegs / Nachkriegsgeneration....die ja wohl in den meisten Fällen unsere Eltern darstellen....
    DEN muss man nicht erben....IHRE WELT und Ihre Fehler brauchen WIR nicht zu kopieren....auch wenn SIE das gerne hätten....weil sie s eben nicht besser WISSEN.

    LG
    CBP
     
  2. Thomas

    Thomas Strebt nach Höherem

    ...so geht es eigentlich den meisten Arbeitnehmern heute, wenn man es genau nimmt. Übrigens auch vielen von den ach so freiheitsliebenden und nie verhungernden Musikern. Der eine oder andere wird halt von der Strassenmusik nicht seine Familie ernähren und seinen Kindern eine Perspektive bieten können .... und setzt sich als Nikolaus verkleidet auf den Weihnachtsmarkt und trötet dort, oder setzt sich mal ganz urig in einen der schönen Stadl und tutet da mit, oder fiedelt ganz zart bei Rieu mit oder unterrichtet tagein tagaus dieselben unbegabten, verwöhnten Gören... oder oder oder, sucht es euch aus, und denkt sich dann: "OK, für so einen Scheiss hab ich zwar nicht studiert, aber die Kiddies haben wieder was zu beissen"...wie wir anderen auch.... :lol:
     
  3. abraxasbabu

    abraxasbabu Ist fast schon zuhause hier

    Lohnarbeit ist absolute Unfreiheit. Jeh selbstbetimmter man arbeitet desto besser. Auch Berufsmusik ist am Ende Lohnarbeit. Und wer bezahlt bestimmt in der Regel was gespielt wird. Nur wenige werden wohl wirklich zu jeder Zeit machen können was siwe wollen und davon leben können.
     
  4. Gast

    Gast Guest

    Wenn du einen Arbeitgeber hast, also angestellt bist, dann ja. Bei Scheinselbständigkeit auch. Aber wenn ich ständig wechselnde Auftraggeber habe, bekomme ich keinen Lohn, sondern ausgehandelte Gagen, die sich zwar auch nach Angebot und Nachfrage richten, die ich aber durch mein Können und Wollen beeinflussen kann.

    Und wenn ich nach dem Gig im Auto oder im Hotelzimmer sitze, kann ich bei Bedarf sagen oder denken: Du kannst mich mal. Dich sehe ich so schnell nicht wieder. Das ist schon ein deutlicher Unterschied, und für mich einer der Hauptgründe gewesen, selbständiger Musiker zu werden.

    Stimmt. Aber das weiß ich in der Regel vorher, und lasse mich drauf ein - oder aber nicht.

    "Who pays the piper calls the tune." oder "Des Brot ich eß, des Lied ich sing." Ganz alte Wahrheiten, die aber m.E. nur scheinbar anrüchig sind.

    Wer Musiker in nichtsubventionierten Genres sein will, wird sich mit der notwendigen Gelassenheit darauf einlassen - und dafür sorgen, dass die Gegenseite die Grenzen kennt, die nicht überschritten werden.

    Z.B. habe ich mit meiner Tanzband über 25 Jahre lang (fast) jeden Scheiß gespielt, aber wir haben z.B. prinzipiell keine Lieder von Heino gespielt. Das war für uns einfach Ehrensache.

    Gruß, Herman

     
  5. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Ich weiss nicht genau, was Du damit sagen willst.

    Angestellte haben einen Chef, Selbstständige haben Kunden. Das läuft auf dasselbe hinaus. Nur muss man sich die Kunden auch noch selbst finden.

    Vollkommene "Freiheit" hat nur der finanziell Unabhängige (der also auf kein Einkommen angewiesen ist).

    Die Lehre daraus: das beste ist immer noch, reich zu heiraten ... Oder gleich eine Karriere im Bereich Hartz IV. Da kann man auch weniger verlieren ...
     
  6. abraxasbabu

    abraxasbabu Ist fast schon zuhause hier

    Ja wäre doch spannend darüber nachzudenken ob es auch anders geht. Das System ist ja nicht Gottgegeben.
     
  7. fonkysax

    fonkysax Kann einfach nicht wegbleiben

    da würde der deutschen Mentalität aber viel abverlangt!!! Es ist doch viel bequemer denken zu lassen, wie es so bezeichnend in der Werbung heißt: Wir denken nicht, wir googeln!!!
     
  8. Rick

    Rick Experte

    Hallo Herman!

    Du sprichst mir aus der Seele!

    Nach meiner Dienstzeit (Bundeswehr und Zivildienst) hatte ich eine starke Abneigung gegen Fremdbestimmung. Ich kann bis heute nicht verstehen, warum man sich von Chefs vorschreiben lässt, wann man beispielsweise Urlaub zu machen hat.
    Erinnert mich alles irgendwie an die Leibeigenschaft im Mittelalter, was ich so im Bekanntenkreis mitbekomme - für mich wäre so ein Ausgeliefertsein, das Angewiesensein auf die Gnade anderer Leute absolut nichts... :roll:

    Richtig, so ist es, das ist sehr wichtig.

    Ohne Respekt läuft für mich gar nichts - und zwar auf beiden Seiten.
    Interessanterweise verändert sich das mit der Höhe der Gage, habe ich festgestellt:
    Wenn ich für wenig Geld spiele, werde ich manchmal extrem herablassend behandelt, doch wenn mir jemand mehrere hundert Euro am Abend zahlt, behandelt er mich auch die ganze Zeit über mit deutlich höherer Wertschätzung.

    Es liegt also auch an mir, ob ich mich "verramsche" oder nicht unter Wert verkaufe, entsprechend gut geht es mir dabei.
    Ist aber vor allem eine Frage von Selbstbewusstsein und Auftreten - wer den Leuten allzusehr entgegen kommt, Unsicherheiten zeigt, wird gern auch untergepflügt und ausgenutzt.

    Umgekehrt ist allerdings Überheblichkeit und Sturheit kontraproduktiv; wer allzu frech auftritt, wird nicht mehr angerufen.

    Man muss sich also realistisch einzuschätzen lernen, genau wissen, was man kann, was man will, wer man ist, und sich dementsprechend verhalten. Höflichkeit hat ebenfalls noch keinem geschadet.
    Dann wird man auch nicht wie ein Lohnsklave oder eine Hure behandelt und bezahlt. ;-)


    Schöne Grüße,
    Rick
     
  9. saxhornet

    saxhornet Experte

    Ich finde das toll das hier so viele der Meinung sind, daß wenn es Jemand studieren will er das auch machen soll, da man ja lieben soll was man später als Arbeit macht.
    Allerdings möchte ich zum einen darauf hinweisen, daß der Beruf des Musikers nachher viel weniger mit Musik machen als "Bürokram" erledigen später zu tun hat. Angebote schreiben, Verträge erstellen, Buchhaltung, Marketing, Anschreiben, Werbematerial erstellen, Songs als Noten in den Rechner eingeben und arrangieren, mit Musikern und Agenturen oder Kunden telefonieren etc. etc. Ich hätte gerne deutlich mehr Zeit alle Instrumente ausreichend zu üben. Zum anderen daß es sinnlos ist etwas werden zu wollen, von dem später wahrscheinlich die meisten doch nicht leben können (geht den Juristen und anderen derzeit wohl auch so).

    Ich glaube auch die Fragestellung hier ist nicht optimal. Eine Frage wie: Kann man von Musik heute noch ausreichend leben? wäre sinnvoller, denke ich.
    Die Antwort von mir wäre dann: 1 von 100 Musikern kann davon wirklich gut leben. Der Rest überlebt nur oder hat einen zweiten Job.
    Vor ca. 20 Jahren hatte ich mal einen super Lehrer (Lehrer wie der sind leider meist sehr selten)der mir schon damals gesagt hat: Wenn Du Dich dafür entscheidest Musiker zu werden, tust Du das nicht aus Geldgründen, denn die Wahrscheinlichkeit damit viel Geld zu verdienen ist nahe null. Und er hat recht behalten (er ist heute ein hohes Tier an der Landesmusikakademie und macht selbst nur noch wenig Musik).
    Nun bin ich in der glücklichen Lage, daß ich "mehr" verdiene (viel ist es trotzdem nicht) als etliche andere Musiker die ich kenne und viele Kollegen stehen häufig finanziell ganz knapp am Rand vorm Absturz (und es gibt auch schwierige Monate mal bei mir).
    Rücklagen oder Altersabsicherung sind da gar nicht mehr möglich. Die Anzahl der Privatinsolvenzen bei Musikern und von Musiker mit grossen psychischen Problemen ist hoch. Die Lage auf dem Musikmarkt wird auch immer schwieriger. Insgesamt hat allerdings auch der Standort wo Ihr den Beruf ausübt einen großen Einfluss, es gibt Orte in Deutschland, wo man mit der richtigen Musik mehr verdienen kann als an anderen. In Berlin ist die Lage gerade eher schlecht. Wulff hat es gerade noch verschlimmert.
    Was mich dann ärgert sind zusätzlich Leute, die gerne Musiker sein wollen, auf Amateurniveau sind,davon nicht leben können (auch nicht in näherer Zukunft), sich das dann aber vom Staat als Hartz 4 finanzieren lassen, anstatt sich einen Job zu suchen wo sie eine reelle Chance haben und dann noch glauben, daß sie Berufsmusiker sind.
    Jeder der dieses Studium anfängt sollte sich bewusst sein daß nur die wenigsten damit wirklich Geld verdienen werden und die Wahrscheinlichkeit, daß sie als Alleinverdiener damit eine Familie ernähren können, nahe null ist.
    Ich beziehe mich allerdings auf ein Instrumentalstudium, nicht auf Schulmusiker.
     
  10. onomatopoet

    onomatopoet Ist fast schon zuhause hier

    Die wenigsten Musiker (v.a. Saxophonisten) werden wohl nur vom Spielen "ihrer" Musik langfristig menschenwürdig leben können, ob studiert oder nicht, gilt es Kompromisse einzugehen, sei es dahingehend, zu unterrichten und/oder auch einmal weniger geliebte, aber deutlich besser dotierte Musik wie z.B. Tanzmucke zu machen.(Muss ja auch nicht unbedingt schädlich sein für eine umfassende musikalische Entwicklung).
    Hier im Ruhrgebiet gibt es derzeit gerade so einen "kleinen Fachkräftemangel", da durch das JEKI-Programm viele Kollegen, die sich nicht scheuen, 6er Gruppen auf teilweise unterirdischem Niveau (und zu traditionell "musikerfeindlichen" Zeiten, sprich am frühen Vormittag ;-))zu unterrichten, eine relativ stabile Absicherung (TVÖD-Anstellung für 1 Jahr, bzw. 30€/45 min-Stunde)erhalten können.
     
  11. saxhornet

    saxhornet Experte

    Eigentlich hielt ich es für selbstverständlich, daß allen klar ist, daß ein Musiker nebenbei unterrichten muss und Musikstile spielen darf, die nicht zu seinen bevorzugten gehören. Trotzdem reicht es bei den meisten finanziell hinten und vorne nicht. Und wenn dann noch was unvorhergesehenes passiert ist es eh eine Katastrophe, wie bei einem Kollegen der Borreliose bekommen hat und seit 1 Jahr nicht mehr spielen und unterrichten kann.
     
  12. onomatopoet

    onomatopoet Ist fast schon zuhause hier

    Eine Borreliose wird dich aber auch in anderen Jobs in der Existenz gefährden...

    Und wenn ich Tanzmusik mache und bei 7 - 10 Einsätzen im Monat jeweils 500 € bekomme, sollte man da mit etwas Haushalten auch ganz gut leben können.
     
  13. saxhornet

    saxhornet Experte

    Dann solltest Du Dich tierisch freuen daß Dir Jemand soviel für eine Tanzmucke zahlt. Hier in Berlin bekommst Du diese Gage nur sehr sehr sehr selten (eher typisch für Silvester oder Weihnachten). Ander Orte, andere Verdienstmöglichkeiten, leider wahr.
     
  14. Rick

    Rick Experte

    Hallo Saxhornet,

    so ist es, ist natürlich auch ein wichtiger Aspekt für angehende Berufsmusiker.

    Vor inzwischen 20 Jahren war es ja große Mode, nach Berlin zu gehen, ich kenne zahlreiche Musiker aus Frankfurt, Mannheim, Heidelberg, die richtig Exodus-mäßig dahin zogen.
    Nach den euphorischen Berichten über die vitale und vielfältige Szene dort, die sogar noch für Free Jazz und Avantgarde ein aufgeschlossenes Publikum bietet (wo gibt es sowas sonst in der Republik?), erreichten mich immer öfter Horrormeldungen aus Berlin über eine riesige Musikerschwemme, ungute Konkurrenz, Preisverfall... :-(

    Aber schon im Umland, Potsdam zum Beispiel, soll man besser bezahlt werden. Wer nur in der Hauptstadt hockt, hat wohl hingegen meistens gerade genug zum Leben.

    Hier in Hohenlohe, wo ich seit inzwischen 20 Jahren wohne, herrscht tiefste Provinz, selbst in der nächsten (Groß-)Stadt Heilbronn gibt es kaum eine nennenswerte freie Musikszene.
    Unter solchen Umständen kann man leicht zum "Lokalmatador" avancieren und sich die Jobs raussuchen.
    Schwierig wird es nur, wenn ich mal Ersatz für mich benötige - dafür muss ich schon 100 km weit suchen. :cool:

    So eine dichte und kreative Szene wie in Berlin ist toll für junge Musiker und Studenten, die da massenweise Anregungen bekommen und Erfahrung sammeln, sich von vielen Einflüssen inspirieren lassen können.
    Mit 20 Jahren hätte mich das sehr gereizt!
    Aber jetzt, mit Ende 40, genieße ich meine beschauliche Provinz.
    Großartig Werbung muss ich schon lange nicht mehr für mich machen, bin hier bekannt wie der sprichwörtliche "bunte Hund", Konkurrenz gibt es nicht.
    Beinahe langweilig! :-D


    Provinzielle Grüße,
    Rick
     
  15. Gelöschtes Mitglied 5328

    Gelöschtes Mitglied 5328 Guest

    Ah, Glückwunsch Rick, dann kannst Du ja "Monopolpreise" aufrufen :ironie:

    LG

    Dreas
     
  16. Rick

    Rick Experte

    Hallo Dreas,

    natürlich müssen auch in der Provinz die Veranstalter sehen, wo sie finanziell bleiben, man sollte es also nicht übertreiben mit den Preisen - aber nach allem, was ich aus Berlin höre, bekommt man hier für Auftritte schon locker das Doppelte bis Vierfache.
    Dafür sind hier die Mieten höher als in Ostberlin...

    Schönen Gruß,
    Rick
     
  17. Gelöschtes Mitglied 172

    Gelöschtes Mitglied 172 Guest

    Du kennst wohl nur Marzahn, von der Cindy?
     
  18. DirkThomsen

    DirkThomsen Ist fast schon zuhause hier

    Hi Matthias,
    das Preisniveau ist schon deutlich unterschiedlich, sowohl was die Gagen anbelangt, als auch in Bezug auf die Lebenshaltungskosten (Mieten/Restaurants/Dienstleistungen). Das beides ist eben durchaus korreliert.

    Viele Grüße, Dirk
     
  19. saxhornet

    saxhornet Experte

    @Rick
    Mann, da beneide ich Dich aber. Hier bist du einer unter so vielen. Du konkurrierst hier teilweise um die gleichen Jobs wie deine ehemaligen Dozenten. Irgendwann dachten mal alle, wow, in Berlin kann man so gut auftreten und dann kamen sie alle her aber was sie nicht wussten: für die meisten Auftritte in den Clubs etc. gab es gar kein Geld.
    Ich kenne Bands die Tingeln im Berliner Umland und bekommen für einen 4-5 h Gig pro Musiker 150 bis 200 Euro, nix da mit besser bezahlt im Umland und in Potsdam, leider.
    Ich kenne Kollegen die für weltbekannte Big Bands hier spielen und keine 200 Euro pro Abend bekommen. In einigen Varietes gibt es meist auch nicht mehr als 75 Euro am Abend.

    Die Mieten sind in Berlin mittlerweile explodiert und die meisten Musiker wohnen in WG's oder haben einen Partner, der noch ausreichend Geld zusätzlich nach Hause bringt.

    Seit der Aktion von Wulff trauen sich auch viele Firmen nicht mehr Veranstaltungen und Events zu organisieren, dadurch ist die Situation dieses Jahr gerade noch angespannter.

    Im Augenblick werden an den Unis lauter Leute ausgebildet, die auf dem Arbeitsmarkt nichts finden werden. Umschulung oder Hartz 4 ist bei denen vorprogrammiert oder die alten werden verdrängt und können nicht mehr davon leben.

    Die Musikschulen nehmen seit Jahren keine Lehrer (und teilweise Schüler) auf, etliche öffentliche Musikschulen stehen vor der Schliessung weil den Bezirken das Geld fehlt.
    An den Gymnasien findet teilweise Musik oder Kunst statt aber nicht mehr beides gleichzeitig.
    Und an privaten Musikschulen verdient man teilweise 13 Euro die Stunde.
    Nebenbei schliessen auch noch nach und nach die Clubs in der Stadt weil irgendwelche Zugezogenen ihre Ruhe haben wollen (obwohl die Clubs zuerst da waren) und klagen.
    Wenn es so weitergeht ist Berlin in ein paar Jahren ein Abklatsch von München, genauso tot und langweilig (wenn Du nicht zur Schicki Micki Abteilung gehörst). Sogar viele der guten Notenläden haben längst aufgegeben und dicht gemacht (in Berlin gab es mal bessere Notenläden als in New York und Boston). Also soll doch jeder selber entscheiden, ob Berlin derzeit der Ort für Musiker ist und sich ein Instrumentalstudium lohnt.
    Gruß
    Saxhornet

     
  20. cara

    cara Strebt nach Höherem

    Man kann Berlin auch verlassen.
    Niemand muss bleiben, wo er keine, wenig oder schlechtbezahlte Arbeit bekommt.

    Gruß Cara
     
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