Blues-Improvisation für Anfänger

Dieses Thema im Forum "Improvisation - Harmonielehre" wurde erstellt von Floyd123, 15.Dezember.2014.

  1. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    Ich finde es gut das ihr euren Konflikt respektvoll klärt..

    Das schaffen hier leider nicht alle.
     
  2. bthebob

    bthebob Strebt nach Höherem

    @übematerial
    Hab in meinem "Archiv" gestern zum Thema Blues noch ein Heft gefunden.
    Vor langer Zeit gekauft, nie wirklich benutzt.

    Inhalt:
    100 kurze Blues Riffs
    Querbeet durch viele Tonarten
    ohne viel Theorie

    Titel:
    100 Ultimate Blues Riffs for Eb Alto Saxophone

    by Andrew D. Gordon

    Published by
    A.D.G. Produktions

    Werde das Heft heute zum Anspielen mal mitnehmen in den Proberaum.

    Weil, ....
    noch mal zum Thema: "mit Theorie oder aus'm Bauch heraus" spielen / improvisieren.

    Ich brauche schriftliches Übematerial, egal ob Riffs, Licks, Melodien oder
    von notierte Impros.

    Das steht dann auch vor mir auf'm Notenständer.
    Aber immer mit dem Ziel, das Ganze irgendwann auswendig spielen zu können.

    Und das kann dauern.
    Auch schon mal mehrere Monate.

    Irgendwann aber bin ich dann mit diesem Notenmaterial
    auf meiner Art vertraut und fühl' mich "zu Hause".

    VG
     
  3. Acolonia

    Acolonia Ist fast schon zuhause hier

    professionelle Musikakkademiker werden unter Umständen hochwissenschaftlich beweisen können, dass das gar kein Blues ist. Aber ich finde ihn schön, und auch das Nachtröten "nach Gehör" und ohne Noten klappt schon ganz gut.
     
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  4. OnkelSax

    OnkelSax Ist fast schon zuhause hier

    Greife das Thema noch mal auf. Wenn ich nen 12-taktigen Blues habe mit Aufbau D7-D7-D7-D7-G7-G7-D7-D7-A7-G7-D7-D7 würde doch das Tonmaterial der D-Moll Pentatonik ausreichen, oder? Also: D-F-G-(Gis)-A-C - was sagen die Experten?
     
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  5. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Definiere "ausreichen".
    Aber - ja, klar.
    Du spielst halt dann ein paar coole Töne nicht, bzw. reibt es sich dann halt manchmal, wenn Du nur auf und ab dudelst.
    Wenn Du es unter Kontrolle hast kannst Du aber genauso gut zusätzlich die Changes ausspielen.
    Ebenso möglich ist, die D-Blues mit der H-Blues zu mischen.
    Manche sagen "Swing- oder Countryscale dazu, manche einfach Pentatonik b3.
    Also von D aus D-E-F-Fis-A-H. Klingt dann ein wenig weniger "down home" und etwas "heller", weil mehr konsonante Töne dabei sind.

    Sage ich als "Nicht-Experte", wenn das gestattet ist.
     
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  6. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Kannste so machen. Isses halt …

    Meint noch ein Nicht-Experte.

    Google mal „Bluestonleiter“ - da sind wenigstens noch ein paar Blue Notes drin (b3, b5).
    Aber eigentlich dürfte man die Stufen schon bedienen, wo sie vorkommen. Sind ja nur drei…
     
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  7. Werner

    Werner Strebt nach Höherem

    mmh, ich denke, das Ausspielen der Changes geht eher in Richtung Swing, das spielen einer Skala (ob jetzt Dur- oder Mollbluesskala) über alle drei Akkorde geht eher in Richtung dieses "lastenden" Bluesfeelings. So die Richtung, es klingt zwar bei jedem Akkord ein bischen anders, tatsächlich ist es (also quasi damit das Leben) doch immer gleich, bzw My baby left me. Ich denke die Mischung machts.
    Das reine Ausspielen der drei Akkorde bringt für mich persönlich nicht so viel, eben weil es nur drei sind. Das ist schnell ausgelutscht. Bei einem Stück mit vielen Akkorden, zB. All the things you are braucht man "nur" den Akkorden folgen, und es klingt leidlich. Bei einem drei Akkorde Blues braucht es schon melodische Kraft, um gut zu klingen.
    Meint ein Blues-Azubi:)
     
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  8. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Hatte ich mir auch mal zu Thema gemacht....und ein einfaches Blues-Schema angegangen.

    Mitschnitt sogar verwendbar...paar gelbe und rote drinne..was soll's ...Ohr und Bauch eben :)


    Gr Wuffy
     
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  9. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Nein, da habe ich mich vielleicht missverständlich ausgedrückt. Reines Ausspielen von Akkorden meinte ich nicht.

    Aber es klingt besser, wenn man den Akkordwechsel in Takt 5+6 hört - da reicht meist ein gezielter Ton in der Linie und es schadet nicht, die Takte 9+10 als eine 2-5 aufzufassen und ebenfalls mit ein paar Erkennungs-tönen zu bereichern.

    Sonst ist es halt nur der eintönige Brei aus Moll-Penta oder eben Blues-Scale über 12 Takte.
    Natürlich gibts Könner, die damit Hallen füllen…;)
     
  10. ppue

    ppue Mod Experte

    Unbestritten, aber: Das Urwesen des Blues ist genau andersherum: Die Akkorde wechseln und die Melodie bleibt die gleiche.

    Eine typische Gesangszeile aus einem c_Blues mag so gehen:

    upload_2026-1-21_12-56-26.png

    Über C7 hast du die flatted Fith und Mollterz als blue notes dabei.
    Über F7 ein b9 und b11 dabei.
    Über G7 eine b8 (?) und Bb als blue note.

    Das ist also schon recht komplex, was da abgeht und mit sehr, sehr viel Spannung verbunden. Eine Spannung, die du nicht erreichen wirst, wenn du brav die Akkorde bedienst.
    Das gilt natürlich in erster Linie für den frühen, ursprünglichen Blues (falls man reinen solchen definieren wöllte). Was Blues in Swing, Bebob und Cool Jazz bedeutet, folgt völlig anderen Kriterien.

    Blues ist somit zuallererst eine Frage des Stils und kann schon lange nicht mehr generell beantwortet werden.
     
  11. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Ja ich denke auch Pentatonik und Blues Scale sind für den Anfang ok, funktionieren aber nur mit den richtigen Spielregeln. Missachtet man die und reitet abendländisch eine Skala in 16. rauf, klingt es Sch…
    Es empfiehlt sich Bluessänger und Gitarristen zu kopieren, mitzuspielen. Frage-Frage-Antwort.

    In Richtung Jazz sind dann die nächsten Schritte:
    Akkorde und Skalen bedienen, dann II-Ver einbauen und ausspielen, dann verminderte Substitute und ihre Tonleitern, dann alterierte Dominanten und ihre Tonleitern. Etwa in dieser Reihenfolge. Am Ende spielst du dann vielleicht wieder Pentatonik, eventuell aber versehentlich die Fis-Pentatonik auf den C-Blues, weil b3, b5, b6, b7 und b9 drin sind und so schön klingen. :)
    Aber der Weg beginnt vorne. Immer nur das sagen, was man selber versteht…
     
    Rick gefällt das.
  12. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Der Anfänger (und oft nicht nur der) hat nach meiner Erfahrung Probleme, die gar nichts mit dem Material zu tun haben.
    Er tut sich schwer Formen zu erkennen und rhythmisch schlüssig die Töne zu verändern.
    Von dem was sonst noch zur Phrasierung dazugehört mal ganz zu schweigen.

    Klar kann man geile Solos ausschließlich mit der Bluesscale abliefern.
     
    Bereckis und Rick gefällt das.
  13. OnkelSax

    OnkelSax Ist fast schon zuhause hier

    Danke schon mal für eure Antworten und Ideen. Ich werde wohl nie ein (bin ja schon deutlich Ü60) improvisieren lernen. Ich denke, für die 12 Takte, die in einem neuen Stück drin sind, wird!s reichen. Auch mit nur Blues Pentatonik und abgehörten Licks. Ich denke, desto öfter ich dann das Stück spiele, werde ich handlungssicherer und "einfallsreicher", zumal ich auch ganz gut auswendig spielen kann.
     
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  14. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    Am Ende wenn es dir gefällt und
    Du dabei zufrieden bist...
    Manchmal ist es auch eine gute Idee seine Grenzen zu akzeptieren.... Und die Komfortzone einfach neu definieren....
     
  15. Alex_Usarov

    Alex_Usarov Ist fast schon zuhause hier

    Servus.
    Du kannst ja im Ireal eine Akkordfolge basteln aus allen im Stück vorkommenen Akkorden. Jeder über vier Takte (eine Zeile). Und dann jeden Akkord auseinander nehmen. Man hört irgendwann, welche Töne außerhalb der Pentatonik wohl klingen, an welcher Stelle in welchem Fall.
    Und dann, wenn alles flüssig wird, einfach so eine Akkordfolge basteln, wie Du im ersten Beitrag skizziert hast.
    Eine spannende und spaßige Geschichte, würde ich mal sagen. Zugegeben Du hast nach so etwas nicht unmittelbar gefragt). Aber vielleicht bringt es was.
    Liebe Grüße, Alex.

    P.S. Ach ja, auf Akkorde bei einer langsameren Geschwindigkeit zu improvisieren ist eine Wohltat für die Sinne und Gelenke :)
     

    Anhänge:

  16. tehjay

    tehjay Kann einfach nicht wegbleiben

    ...meine 5 cents:
    wem es als Saxophonist schwer fällt mit "nur" der Pentatonik aussagekräftige Statements zu formulieren, kann sich ja Inspiration bei den Gitarreros holen und sich erst mal auf ein Lieblings-Lick konzentrieren. Der Fokus liegt dort halt etwas mehr auf dem einzelnen Klang und der Rhytmik. Nach ein paar Licks kommt dann schon das "Feeling"...


    Beispiel:
     
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  17. Bereckis

    Bereckis Gehört zum Inventar

    Bei Snidero habe ich gelesen, dass beim frühen Ellington die Blue-Notes eher unwichtig war. Kann mir einer dies bestätigen?
     
    giuseppe gefällt das.
  18. giuseppe

    giuseppe Gehört zum Inventar

    Interessante Frage. Da müsste man (ich zumindest) gezielt reinhören, würde aber auch aus dem Gefühl vermuten, dass da was dran ist, zumindest was „die“ Blue Note b5/#11 betrifft. Die frühen Ellington-Sachen haben sehr viel New Orleans/Chicago-Style in der Rhythmik und bei den Solisten. Da denke ich auch eher akkordbezogene Impro als an Blues Scale. Wobei die b3 auch im Durkontext schon sehr früh zu finden ist, bevorzugt gemeinsam mit der Durterz. Bei der Melodieführung in Ellington‘s Themen würde ich erwarten, auch b5 zu finden. (Ob das dann die Funktion einer „Blue Note“ hat, ist dann aber auch die Frage).
     
  19. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Gibt ja auch die von mir oben erwähnte "Swing Scale" - oder wie immer man das nennen will - eben die Bluesscale auf die parallele Moll, wo es dann nicht so finster und nach Baumwolle klingt.
     
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  20. Sebastian

    Sebastian Ist fast schon zuhause hier



    Der Lou mischt nach meinem Eindruck hier beide (bzw. mehrere) Ansätze: Spielt mal Blues-Skala über den I7-Akkord, mal nicht (gerade wenn er in den Takt hineinspielt, anstatt eine Phrase auf dem Akkord zu beginnen). Das macht es für meinen Geschmack interessanter.
     
    giuseppe gefällt das.
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