Das Floriani Prinzip

Dieses Thema im Forum "Eigene Themen" wurde erstellt von bebob99, 2.März.2018.

  1. rbur

    rbur Moderator

    @sachsin, die oben haben auch einen Plan. Und der heißt eben Elektroautos.
    Leider weiß der gängige Facebook-Stammtischpolitiker nichts von regenerierbarer Energie, weiß nicht, dass Akkus recycled werden können und tut so, als ob Verbrennungsmotoren und Brennstoffzellen keine seltenen Erden brauchen und ohne die Ausbeutung von Billiglohnländern auskommen.
    Und findet genug Leute, die ihm das glauben.
    Und die rennen fröhlich der Atom- undKohlelobby hinterher, obwohl sie an anderer Stelle wieder auf die Lobby schimpfen.

    bebop99 hat die technischen Hintergründe ausführlich geschildert. Ist halt lang und deshalb anstrengend zu lesen. Ein Bildchen zu posten ist zugegebenermaßen einfacher.
     
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  2. visir

    visir Ist fast schon zuhause hier

    Man zahlt den Leuten, was sie "bringen", grob gesagt - einem, der mehr bringt, kann man auch mehr zahlen. Das basiert dann aber auf der Steigerung, nicht umgekehrt. Ich hab noch nie einen Gehaltsverhandlungstipp gelesen nach dem Muster "versprich dem Chef, dass du das in Zukunft reinbringst", sondern immer nur "zeig dem Chef, dass du dies und jenes bereits leistest und es daher wert bist".

    Teslas tanken ja gratis - Status Quo, um Deine Worte zu verwenden. Dein Einwand war dann "wie lange", und da der Kontext "niedrigere Betriebskosten" war, habe ich den Vergleich gebracht für den Fall, dass Teslas nicht mehr gratis tanken.

    Das haben wir immer schon so gemacht.
    Das haben wir noch nie so gemacht.
    Da könnt ja jeder kommen.

    Weißt Du, Dinge entwickeln sich weiter...
     
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  3. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    @rbur

    Das beantwortet nicht meine Frage.

    Der Druck zum Wachstum kommt aus dem, begründeten, „mehr verdienen wollen“....

    Und, eben, wenn die Branche, der Markt, die Volkswirtschaft wächst, gehen meine Gehaltserhöhungen nicht zu lasten anderer.

    Und @visir, mein Beispiel oben ist nicht konstruiert sondern betrieblicher Alltag, min. einmal im Jahr, nicht nur in kleinen Unternehmen, war im Konzern genauso.

    Und natürlich gibt es mehr Geld nur für erbrachte Leistung, nichts anderes habe ich geschrieben. Überdurchschnittlich mehr für überdurchschnittliche Leistungen, für alle anderen Inflationsausgleich oder Tariferhöhungen.


    CzG

    Dreas
     
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  4. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Geld ist ja nichts, was nur in begrenzten Mengen verfügbar wäre. Die Notenpressen werfen täglich Unmengen zusätzliches Geld aus. Preise steigen, Löhne steigen.
    Meine Mitarbeiterinnen dürfen gerne am Wachstum meiner Firma profitieren. Ich bezahle gerne Lohnerhöhungen, die über dem Inflationsausgleich liegen. Sie haben das Wachstum schließlich bewirkt.
     
  5. Long John Silver

    Long John Silver Ist fast schon zuhause hier

    Yikes! Die Küchenvolkswirtschaftler diskutieren makroökonomisches Wachstum anhand eines mikroökonomischen Betriebsbeispiels :D:D:D

    Dazu nur die zwei einzigen, als gesichert geltenden Erkenntnisse der Volkswirtschaftslehre ;):

    "In the long run, we are all dead."
    "Money does not matter."

    Beide Zitate von John Maynard Keynes


    Zum Floriani Prinzip und der daraus abgleitenden Frage nach Diesel-PKW:

    Wir müssen - ob es uns gefällt oder nicht - zur Kenntnis nehmen, dass "der Mensch" eine Spezies ist, deren Existenz auf diesem Planeten tiefe Spuren hinterlassen hat. Und diese Spuren werden mit zunehmender Population und zunehmendem Grad der Technisierung tiefer und schwieriger zu tilgen.

    Die Frage ist also nicht, wie man als Einzelner, als Kollektiv, als Gesellschaft, als Weltbevölkerung OHNE Fußabdruck leben kann.
    Die Frage ist vielmehr, wie man diesen Fußabdruck in Form und Tiefe gestaltet, soweit das möglich ist.

    Von den vielen vielen PKW-Pendlern zu erwarten, sie mögen doch bitte gefälligst auf ÖPNV umsteigen oder sonstwas machen, damit man bei der Fahrt (egal mit welchem Verkehrsmittel) zum Shopping weder Stau noch Enge noch Gestank erdulden muss, ist zynisch.
    Von "der Politik" (wir erinnern uns: bei allen möglichen Defiziten unseres Staatswesens sind immer noch WIR der Souverän) zu erwarten, dass sie gegen den, diametral zu den Lippenbekenntnissen ausgeprägten, Willen der Mehrheit etwas Dramatisches unternimmt, ist naiv.
    Das vorletzte Mal war es der Atomausstieg ... das letzte Mal, 2015, ein zutiefst humanitärer Akt, der einzige, der wirklich Alternativlos war ... die verschobene politische Tektonik können wir uns gerade "live" ansehen.

    Unter dem Strich ist es viel einfacher, etwas zu fordern, das andere einlösen müssen.
    Veränderung ist, bitte schön, immer die Veränderung von/durch Andere.
    Und zwar sofort, radikal und ohne unnötiges Gemaule - es geht ja schließlich um's Große Ganze!!!


    Ach ja: Ich fahre einen großen Diesel mit Euro 6, meine Frau einen kleineren mit Euro 5. Wenn ich zu sinnvollen Kosten die "blaue Plakette" nachrüsten kann, werde ich es tun. Wenn nicht, warte ich gelassen ab, was als nächstes passiert und die Karren abgeschrieben bzw. nicht mehr sinnvoll zu reparieren sind. Der Wertverlust ist also erst dann relevant, wenn ich die Autos verkaufen will. Solange sie fahren, habe ich keinen Grund dazu. Der Nutzwert sinkt nur minimal.

    Nebenbemerkung 1: Das ändert nichts an meiner Kritik an der Verkehrspolitik der Städte. München, Stuttgart, Hamburg, Berlin - ich hab sie alle durch. Am dreistesten finde ich Hamburg - Kreuzfahrer anlocken aber Dieselfahrverbote planen. Aber: andere Baustelle.

    Nebenbemerkung 2: Selbstverständlich müssen "wir" uns Gedanken machen, wie wir in Zukunft Mobilität, Wohnen, Arbeiten, Kultur gesellschaftlich und technologisch organisieren wollen. Nur dürfen wir uns nicht einbilden, dass es plötzlich die "Killer-App" geben wird, die das alles für uns regelt. Die App gibt's schon länger und heisst: Kopf einschalten und über den Tellerrand schauen. Dauert manchmal etwas länger als eine Werbepause und ist komplexer als ein Tweet. Ist aber der einzige, langsame und mühsame Weg, der uns ohne Diktatur, also in einer freiheitlich, demokratischen Gesellschaft zur Verfügung steht.

    LJS
     
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  6. rbur

    rbur Moderator

    Das ist kein Wachstum, sondern Inflation, wenn dem kein wirtschaftlicher Gegenwert entspricht. Ein Mittel des Staates, um zusätzliches Geld einzunehmen ohne die Steuern erhöhen zu müssen.

    Jedes Geld, das du zusätzlich einnimmst ist Geld das jemandem anderen fehlt.
    Es gibt kein Perpetuum Mobile, auch nicht auch nicht auf dem Finanzmarkt. Unser Wirtschaftssystem beruht aber dummerweise auf diesem Perpetuum Mobile. In Wirklichkeit wird aber immer dem System von außen Energie zugeführt. Früher waren es Kolonien, Sklaven, dann Südeuropa, dann Asien. Irgendwann sind alle Billiglohnländer durch.

    Natürlich kann eine einzelne Firma wachsen. Aber das dafür nötige Geld kommt aus einer anderen Firma. Und wenn ein ganzes Land wächst dann deshalb, weil ein anderes Land die Zeche zahlt.
     
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  7. abraxasbabu

    abraxasbabu Ist fast schon zuhause hier

    Sachbearbeiter bleibt immer Sachbearbeiter? Ich war in meinem Leben: Metzger LKW Fahrer Koch Industriekaufmann Baggerfahrer Fliesbandarbeiter Transportunternehmer Wirt von 2 Kneipen. Leiter einer Kantine jetzt Altenpleger und in der Ausbildung zum Demenzbegleter. Nebenberuflich noch Imker Hundetreiner halte Vorträge zum Arbeitsrecht und arbeite ehrenamtlich in meiner Gewerkschaft.
    Bin ja erst 63 mal sehen was noch kommt.
     
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  8. Ton Scott

    Ton Scott Freak

    Das sieht man ja deutlich, wie lernfähig Menschen sind (Frecking z.B.).
     
  9. Long John Silver

    Long John Silver Ist fast schon zuhause hier

    „I've been a puppet, a pauper, a pirate
    A poet, a pawn and a king
    I've been up and down and over and out
    And I know one thing
    Each time I find myself flat on my face
    I pick myself up and get back in the race“

    Aus „That‘s Life“ (Dean Kay, Kelly Gordon), populär durch Frank Sinatra
     
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  10. sachsin

    sachsin Ist fast schon zuhause hier

    @rbur
    Grundsätzlich gebe ich Dir in allen Punkten recht und auch die Diskussion finde ich recht spannend, die auf Grundlage eines ironischen Bildes reflexartig von @visir
    kommentiert wurde....

    Als Dokumentarin jahrelang in einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Carl-Zeiss-Jena beschäftigt, weiß ich um den Gehalt einer Information und deren nachfolgende Wirkungen.
    Auch ist mir bekannt, dass unser Planet in großem Maßstab gedacht dringend Hilfe braucht, - und diese Hilfe fängt mit kleinen Schritten an, z.B. mit einem Fahrverbot von Dieselfahrzeugen in besonders belasteten Innenstädten mit Feinstaub.
    Ich war vor etwa zwei Jahren im Sommer in Stuttgart, - die Augen haben getränt und die Luft unangenehm beim Atmen.

    Zur Diskussion hier ein Gedanke, weil Du schreibst, "die oben haben auch einen Plan. Und der heißt Elektroautos...." - das ist eine Alternative, auch wenn dann der Stromverbrauch steigt und gesichert sein muss. Zum Thema Stromverbrauch fällt mir der Schnellschuss unserer damaligen Bundesregierung ein (fußend auf dem Unklück in Fukushima) alle Atomkraftwerke in D vom Netz zu nehmen und wieder verstärkt auf Kohlkraftwerke zu setzen und die Forschung/Entwicklung erneuerbarer Energien voranzutreiben... Bis es aber diese "erneuerbaren Energien" effizient und nachhaltig dauerhaft der Witzschaft und Verbraucher zur Verfügung stehen, wird z.B. kräftig im benachbarten Frankreich Atomstrom in hohen Mengen eingekauft.
    Doch zurück zu den Elektroautos.... Bis diese flächendeckend den Autofahrer und damit Käufer erreichen, ist doch der Gedanke in den Städten die Öffentlichen Verkehrsmittel kostenfrei dem Bürger zur Nutzung zur überlassen ein alltagsbrauchbarer Gedanke. Doch was hören wir da von den öffentlichen Betreibern aus den Kommunen : Wir schaffen DAS nicht....
    Sollte da nicht die Politik .... ach, lassen wir das. Manchmal sagt ein Bild durchaus mehr als viele Worte ;)

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende :)

    Christine
     
  11. bluefrog

    bluefrog Ist fast schon zuhause hier

    Dazu aus Estland:
    http://www.zeit.de/mobilitaet/2018-02/kostenloser-nahverkehr-oepnv-tallinn-estland
     
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  12. sachsin

    sachsin Ist fast schon zuhause hier

    Danke @bluefrog für Deinen Link. DAS hatte ich vergessen in meinem Beitrag noch zu erwähnen, weil letztes Jahr auf unserer Rundreise durch das Balticum u.a. in Tallin selbst erlebt.
    Unsere Gastgeber dort hatten für uns Touristen extra Fahrscheine schon bereitgelegt, damit wir unser Auto (übrigens ein Diesel von Ford) stehen lassen.

    :)
     
  13. rbur

    rbur Moderator

    Da das keiner behauptet hat, braucht man hier auch nicht zu widersprechen.

    Ich hatte geschrieben, dass Sachbearbeiter eventuell auch zufrieden sind, Sachbearbeiter zu bleiben. Übrigens gibt es naturgemäß mehr Mitarbeiter als Führungskräfte. Die können nicht alle Karriere machen.

    http://www.badische-zeitung.de/wirt...mexport-nimmt-immer-weiter-zu--138774460.html
    stimmt. Ein Gedanke, der von der bevorstehenden Großen Koalition befürwortet wird. Die FDP ist aber dagegen.
    Das schaffen sie mit der derzeitigen Finanzierungsstruktur tatsächlich nicht. Dazu muss Steuergeld "von oben" kommen. Was dann natürlich wieder irgendwo anders fehlt. Zur Finanzierung kann man Steuern erhöhen, Leistungen anderswo kürzen oder die Notenpressen anwerfen. In jedem Fall zahlt das der Bürger und es geht lediglich um gerechte Verteilung.
     
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  14. Amadeus

    Amadeus Ist fast schon zuhause hier

    ...am Schluss des Artikels steht auch: "...Aber: "Das Ziel, Autofahrern öffentliche Verkehrsmittel schmackhaft zu machen, erreichen sie damit nicht", schränkt Cats ein. Die Zahl der Autofahrer, die wegen des kostenlosen Nahverkehrs umgestiegen sei, sei marginal. Es führen einfach mehr Menschen mit Bus und Tram, die vorher zu Fuß gegangen seien. Und im Hinblick auf die Diskussion in Deutschland fügt der Verkehrsforscher hinzu: "Einen wirklichen Effekt auf die Menge an Schadstoffen, die von Autos ausgestoßen werden, gibt es auch in Tallinn nicht."
     
  15. Nilu

    Nilu Ist fast schon zuhause hier

    Ich denke, dass es keine Killer-App gibt, die Mobilitätsproblme löst, aber bestimmt Killer-Gesetzesregelungen, die uns auf einen Lösungsweg führen. Auf die Einsicht vieler Menschen zu hoffen, ihr Verhalten freiwillig und vorausschreitend zu ändern, ist meiner Meinung nach vergebens. Man bleibt Individuum und schaut zunächst auf seine eigenen Bedürfnisse. Gilt auch für mich.

    Und selbst wenn man in "Vorleistung" tritt bleibt man im engen Kontakt mit dem Verkehrsproblemen (Stau, Lärm, Dreck) der anderen stecken.
    Für mich steht deshalb an, besonders in den Städten:

    Dem einem wird genommen, dem anderen wird gegeben. (Raum, Privillegien, Bequemlichkeit, Schnelligkeit, Vorfahrt, Abschottung,.....)

    Jahrzehnte lang wollte man alles zu gleich, um Niemandem auf die Füße zu treten, schon gar nicht dem Slogan "freie Fahrt für freie Bürger". Jetzt hängt man sich dicht gedrängt auf der Pelle und nervt sich gegenseitig. Wozu Freiheit, Selbstbestimmung und Infrastruktur so führen kann?

    Ich fahre häufig mit dem öffi. Bus in der Stadt und frage mich dann warum der Bus sich in den Stau des Individualverkehrs einreihen muss und ausgebremst wird. Er könnte doch seine eigene Straße besitzen, die nur er nutzt. Boah, was wären die Fahrgäste schnell von A nach B. gekommen. Mit diesem Bus würden viele fahren wollen, da er schneller ist, als das Auto.

    Gesetzte und Regelungen finde ich sehr wichtig und hilfreich, um die Mobilität wieder verträglicher und entspannter zu gestalten.

    50 km/h Innerorts ist ja auch gesetzlich geregelt.
    Was wäre wenn nicht? Hilfe!
     
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  16. rbur

    rbur Moderator

    Es gibt viele Städte, wo das so ist. Bei Straßenbahnen sowieso.
    Allerdings ist es eben ein Platzproblem, man kann nicht einfach überall die erste Häuserzeile abreißen oder die Bundesstraßen verbreitern, um zusätzliche Fahrspuren zu schaffen.
     
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  17. Long John Silver

    Long John Silver Ist fast schon zuhause hier

    Nur mal so am Rande:

    „Man kann nicht...“ gilt nicht!
    Man konnte in Kopenhagen und kann immer noch in Amsterdam - und da ist Platz nun wirklich Mangelware.

    „Man will nicht...“ trifft es trotz aller Bedenken (und der Notwendigkeit, Konzepte auch mal zu Ende zu denken) deutlich besser.
    Sind wir wieder beim Sankt Florian, der doch bitte des Nachbarn Haus anzünden möge.

    LJS
     
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  18. Nilu

    Nilu Ist fast schon zuhause hier

    Ja richtig, Frankfurt ist so eine Stadt, ohne Platz und Busfahrspuren.

    In Kathmandu hat die maoistische Stadtregierung die ersten Häuserzeilen abgerissen, um die Straßen zu erweitern und Bürgersteige anzulegen.
    Man könnte mal in Nepal auch mal etwas abschauen und vielleicht einen maoistischen Bürgermeister wählen anstatt Herrn SPD Feldmann. Halt zurück - der ist ja für Fahrpreissenkung, ist ja auch schon ganz schön revolutionär.
     
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  19. Badener

    Badener Ist fast schon zuhause hier

    Noch ein Aspekt: Die zerstörerische Kraft des Wirtschaftswachstums wurde bereits genannt. Dazu kommt das Wachstum der Zahl der Erdbewohner - wenn man in den letzten 70 Jahren die Halbierung der Schadstoffe pro Kopf erreicht hat, sich aber die Bevölkerungszahl noch mehr erhöht, wurde es eben doch noch schlimmer.
    Pessimistisch stimmt der Witz, der eigentlich keiner ist: Ein Planet fliegt nach 10000 Jahren mal wieder an der Erde vorbei und fragt sie: "Wie geht´s? - "Schlecht, ich habe Homo sapiens" . - Antwort: "Da brauchst du dir keine Sorgen zu machen, das geht schnell vorbei".....
     
  20. bebob99

    bebob99 Ist fast schon zuhause hier

    Das ist eine gute Beschreibung der derzeitigen Verhältnisse. Es enthält aber unausgesprochen mehrere "das ist eben so, da kann man nichts machen". Die Sichtweise ist völlig korrekt, solange ich genau diese Abhängigkeit betrachtet. Dieser Zustand ist aber nicht ein natürliches Ergebnis aus zwingender globaler Notwendigkeit, sondern ein metastabiler Zustand, der geeignet ist, das aktuelle System fest zu zementieren um denen an der Spitze der Pyramide den Himmel auf Erden zu bescheren. Ja, das ganze IST ein Pyramidenspiel.
    Erwartungen, ja. Berechtigt? Darüber würde es sich lohnen zu diskutieren.

    Gehen wir von einem paradiesischen Idealzustand aus, in dem jeder nach Belieben das verwirklichen kann, was er wirklich gerne möchte. Für ein angenehmes Leben sorgt [das Wunder aus dem Märchen]. Bezahlung für Arbeit ist unnötig, jeder macht was er für sinnvoll hält. In diesem paradiesischen Zustand
    • würdest Du Deinen aktuellen Job genau so machen wie jetzt auch?
    • würden Deine Mitarbeiter ihren Job genau so machen wie jetzt auch?
    • würde jeder von Euch etwas ganz anderes machen?
    Wenn "die besten Leute" nur bleiben, wenn Du ihnen permanent mehr zahlst als der Mitbewerb, dann vermute ich, dass es diesen Leuten an anderweitiger Motivation mangelt. Ich will mal nicht annehmen, dass die unter Mindestlohn geknechtet werden, also eher ein Problem mit der Identifizierung ihrer Tätigkeit, ein mangelnder Sinn in der Arbeit, der nur durch mehr Geld abgegolten werden kann oder ein anderer gefühlter Mangel der Wertschätzung. Natürlich gibt's statistisch einen kleinen Prozentsatz psychopathischer Narzisten, die rücksichtslos immer nach oben fallen. Die kannst und willst Du aber sowieso nicht halten. Wenn die Leute überqualifiziert sind, also besser als Du es benötigst, dann sind sie in einem anderen Job tatsächlich besser aufgehoben. Zusätzlich zu denen, die Deckungsbeitrag erwirtschaften gibt es auch solche die "das Werk am Laufen halten", aber selbst keinen monetären Nutzen vorweisen können: Buchhaltung, Infrastruktur, EDV, Sekretariat, ... "leisten" die weniger? 8 Stunden Arbeit am Tag ist für jeden Menschen in etwa gleich viel persönlicher Lebenszeit, die investiert wird. Warum wird das also unterschiedlich "Wert"geschätzt?

    Wir wären hier am Kapitel "Was bin ich wert, welchen Wert hat ein Menschenleben"? Ist es wirklich ein monetärer Faktor der sich an dem bemisst, was ich im Stande bin einem anderen Menschen zu meinem Nutzen "abzuknöpfen"? Momentan, im keynesianistischen Neoliberalismus ist es genau das. Der "Wert" eines Menschen und dessen monetärer Abgeltung wird ausschließlich nach dieser Meßzahl ermittelt. Deshalb und zwar ausschließlich deshalb verdienen Fonds Manager mehr als Kindergärtnerinnen.

    Wenn man das ändern möchte, muss man anfangen die richtigen Schritte zu setzen. Wenn man das wirklich möchte, kann man "die Wirtschaft" tatsächlich steuern. Man muss die Spielregeln so gestalten, dass eine Veränderung in die gewünschte Richtung irgendeinen erkennbaren Vorteil für die zu regelnden Systeme hat und das Beibehalten oder Ausbauen des unerwünschten Verhaltens einen erkennbaren Nachteil. Wenn Keynes Recht hat, wird sich das gesamte System weiterhin in Richtung Nutzenoptimierung bewegen, aber eben in eine andere Richtung.

    Selbstverständlich wird es Geschrei von denen geben, die etwas ändern müssen, die in der neuen Richtung Verlierer sind. Aber es wird ebenso viele, wenn nicht mehr Gewinner geben. Das ist unendlich schwer, weil die aktuellen System Gewinner genau die sind, die auch die Regeln bestimmen. Daran ändert auch eine Demokratie nichts. Die Wahlen sind größtenteils Theater, bei denen man unter verschiedenen Übeln wählen soll und nach denen die Gewählten sowieso wieder das machen was SIE wollen.

    Der "ich will mehr" Reflex ist stark. Da nehme ich mich gar nicht aus. Aber warum will ich "mehr"? Mehr wovon und was ist der erhoffte Nutzen daraus? Mehr Bequemlichkeit? Ja klar! Faulheit ist der natürliche Zustand ;-) Mehr Anerkennung? Ja klar! Mehr Freiheit, mein Leben ohne "Einmischung" durch andere zu gestalten? Natürlich! All das erhofft man sich durch "mehr Geld". Tatsächlich sind diese Dinge aber gar nicht direkt von Geld abhängig, sondern in erster Linie von der gesellschaftlichen Wertschätzung. Und an dieser mangelt es seit vielen Jahren sehr deutlich.
     
    zwar, Nudelregen und rbur gefällt das.
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