Die EU Kommission möchte Ihre Meinung einholen

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von bebob99, 28.Juli.2022.

  1. bebob99

    bebob99 Strebt nach Höherem

    Auch wenn so mancher das Gefühl haben mag "die da oben in Brüssel" bestimmen willkürlich über uns und denken sich immer neuen Schmarrn aus, nur um uns zu ärgern - es stimmt nicht.

    Tatsächlich wird man umfangreich und lange im Voraus über alle Ideen Informiert, die in der EU Verwaltung irgendwie geregelt werden sollen. In vielen Fällen kann jede/r EU Bürger/in Rückmeldung und Vorschläge einbringen, die bei der Ausarbeitung neuer Regelungen berücksichtigt werden sollen.

    Etwa wie zu diesem Vorschlag für eine Richtlinie zur

    Vergütung ausübender Künstler und Tonträgerhersteller aus Drittländern (außerhalb der EU) für die Wiedergabe ihrer Musikaufnahmen in der EU

    Falls also jemand von Euch dazu eine Meinung hat, oder glaubt, jemanden zu kennen, der dazu eine Meinung haben könnte - einfach über die Webseite der EU Kommission ein Statement abgeben.
     
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  2. Iwivera*

    Iwivera* Ist fast schon zuhause hier

    Ich habe manchmal den Verdacht, dass solche sog. Konsultationen vielleicht bewusst nicht breit gestreut werden. So meldet sich dann auch wieder nur die jeweilige Lobby. Man mjuss jedenfalls bewusst danach suchen.
     
  3. bebob99

    bebob99 Strebt nach Höherem

    Das sind Beamte. Man kann sich für den Newsletter anmelden, alle Themen ankreuzen, die einen interessieren und bekommt täglich eine Liste der Themen. Manchmal sind es Fortschrittsberichte, manchmal Bürger Konsultationen, manchmal gibt's nur was zu lesen. Aber jeder kann sich interessieren und keiner kann sagen, man würde nicht informiert, wenn man Interesse zeigt.

    Aber es ist richtig. Sie machen wenig Werbung dafür. Ich erzähle es jedem den ich kenne und das Echo ist sehr verhalten. Es ist aber auch anstrengend, sich die Texte zu lesen, selbst bei den Themen für die man sich interessiert. An vielen Tagen sieht das so aus:

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    Auch wenn sich hinter den meist sperrigen Bezeichnungen normalerweise wesentliche Inhalte verbergen.

    Ich habe nicht zu allem eine qualifizierte Meinung. Aber die Idee, dass man nicht-EU Musikschaffenden bei der Nutzung ihrer Werke in der EU eine angemessene Vergütung auch dann schuldig ist, wenn in sie in ihrem Heimatland keine adequate rechtliche Basis haben, finde ich OK.
     
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  4. Woliko

    Woliko Ist fast schon zuhause hier

    Also liegt es nicht so sehr an den „Beamten“, sondern mehr am mangelnden Interesse der Öffentlichkeit. Was sich pressemäßig gut verkaufen lässt, wird von ihr schon aufgegriffen und entsprechend publiziert, wie z. B. die Umfrage zur Sommerzeit.

    Auf den ersten Blick dachte ich in diesem Fall, es ginge um die Bezahlung der Musiklehrer und Musikschaffenden in den EU-Mitgliedstaaten und wollte schon einsteigen und die Umfrage auch weiter streuen. Aber ein Interesse für Die Fragestellung bezüglich nicht-EU vermute ich in meinem Bekanntenkreis nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31.Juli.2022
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  5. bebob99

    bebob99 Strebt nach Höherem

    QED

    Die Kombination von "eigenlich interessiert es mich nicht" und "warum werden unwichtige Themen überproportional behandelt" hat schon etwas von "ich sage zwar nicht was ich will, aber ich bin trotzdem beleidigt, wenn ich es nicht bekomme".

    Tatsächlich ist in diesem Fall ein persönliches Engagement gar nicht wesentlich, denn die Regelung wird, wenn nicht großer Gegenwind kommt, wohl so umgesetzt werden. Heißt, dass dann einigen Musikschaffenden etwas Kohle zugesprochen werden wird, die bisher keine bekommen haben. Man muss sie nur machen lassen.

    Es hätte ja sein können, dass jemand gelegentlich über den eigenen Tellerrand rausschauen möchte, aber nicht weiß, wie man damit anfängt. Vielleicht auch zu anderen Themen. Mitreden, statt nur zu jammern. Da besteht aus meiner Sicht auch eine gewisse Holschuld. Der musikalische Aufhänger hat sich jedenfalls angeboten, das Thema mal anzusprechen.

    Je mehr Leute von der Möglichkeit wissen, desto mehr werden sich beteiligen. Es müssen ja nicht alle 500 Millionen EU Bürger zu jedem Thema etwas eintragen ;-)

    Es hat dort jedenfalls mehr Gewicht, als unter irgend ein Facebook Post ein "Like" zu klicken oder am Stammtisch mit der Faust auf den Tisch zu hauen. Und es ist allemal besser, als jahrelang den Frust über die letzte Wahl in sich rein zu fressen, um dann am nächsten Wahltag was völlig irrsinniges zu wählen, "nur um es denen da oben mal richtig zu zeigen".

    Wer eine Meinung hat, kann das auch zwischendurch zu verschiedenen Themen ausführlicher kundtun, als ein schlichtes Kreuz auf einem Zettel ermöglicht.

    Kann, nicht muss.
     
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  6. Woliko

    Woliko Ist fast schon zuhause hier

    Da stimme ich Dir zu. Das Zeitungsabonnement und die tägliche Tagesschau reichen sicherlich nicht aus, und die zahlreichen Talkshows sind nicht gerade selig machend. Eine gute Idee, auf eine zusätzliche, weniger bekannte Quelle zu verweisen.
     
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  7. ppue

    ppue Experte

    Man kann auch bundesweit versuchen, ein wenig mitzubestimmen. Z.B. durch die Unterzeichnung oder Erstellung von E-Petitionen.
     
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  8. Roland

    Roland Strebt nach Höherem

    Mich würde da mal eine entsprechende Studie zum Thema D oder Eu interessieren:

    Professors Martin Gilens (Princeton University) and Benjamin I. Page (Northwestern University) looked at more than 20 years worth of data to answer a simple question: Does the government represent the people?


    Grüße
    Roland
     
  9. giuseppe

    giuseppe Strebt nach Höherem

    Wäre so etwas nicht die Aufgabe unabhängiger Medien? Statt zu berichten wie doof es ist, nachdem eine EU-Regulation verabschiedet wurde?
    Nur um es klar zu stellen, ich unterstütze journalistische Arbeit und brülle nicht Lügenpresse. Es gäbe aber für Journalisten m.E. durchaus fast brachliegende Betätigungsfelder jenseits der medialen Hype-Wellen, die demokratisch sinnvoll beackert werden könnten.
     
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  10. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Die Medien berichten durchaus auch im Vorfeld - wenn sich das jeweilige Thema gut verkaufen lässt. Zur Not auch aufbauschen, wenn grad sonst nichts los ist. Aber die Vergütung von Musikern aus Drittländern ist halt weniger spannend als eine Pandemie, ein Krieg vor der Tür und eine Klimakrise. Oder welches Kleid Promi XY gestern getragen hat. Also für die Medien spannend. So eine Vergütung gehört einfach geklärt, aber das juckt die allgemeine Öffentlichkeit nicht. Ein Fachmagazin mag darüber vielleicht sogar berichten.
     
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  11. bebob99

    bebob99 Strebt nach Höherem

    Dazu brauch ich keine Studie.

    Wer ausgebootet wird schreit "Korruption", wer das Geschäft macht war "gut vernetzt". Es kommt also nur drauf an, auf welcher Seite man steht. Einmal ist es verboten, einmal ist es eine wirtschaftliche Tugend oder gar ein Einstellungskriterium.

    Ja, die Optik mag schlecht sein, aber es konnten trotz jahrelanger Ermittlungen schließlich keine strafrechtlich relevanten Vergehen festgestellt werden...

    Geht aber jetzt am konkreten Thema vorbei.
     
  12. giuseppe

    giuseppe Strebt nach Höherem

    Ich wollte eher darauf hinaus, dass diese vorab einsehbaren Themen (aller Art) meist erst nach Entschlussfassung mediale Aufmerksamkeit bekommen, obwohl manche diese schon vorher verdient hätten.
     
  13. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Ich finde es richtig, dass der Urheber eines kunstwerkes bezahlt wird, sobald ich es kommerziell/öffentlich nutze. Dabei ist es für mich egal, ob der Urheber in der EU oder in sonstwo lebt. Ich war bisher davon ausgegangen, dass die gema das zumindest für Musik regelt...
    Was ich am Prozeß nicht so toll finde ist, dass ich ein nutzerkonto anlegen muss, auch wenn ich ev sonst kein Interesse habe.
     
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  14. bebob99

    bebob99 Strebt nach Höherem

    Das ist nicht irgendeine Infoseite mit unverbindlichen Informationen oder ebensolchen Wortmeldungen. Das Infoportal der Europäischen Kommission ist eine offizielle Service Seite der EU Verwaltung, genauso wie der Zugang zum Finanzamt, dem Gesundheitsportal oder Deiner Pensionskonto Abfrage.

    Wenn Du am Gemeindeamt eine Unterstützungserklärung für ein Volksbegehren abgeben möchtest, musst Du Dich auch ausweisen. Selbst bei Avaaz, Greenpeace oder "Rettet den Regenwald" musst Du irgendwann Name und E-Mail angeben, wenn Du eine Aktion mit Deiner Unterschrift unterstützen möchtest. Und sei es nur um auszuschließen, dass nicht einzelne mehrfach abstimmen.

    Aber anders als bei Facebook oder Twitter kann man anschließend selbst entscheiden, ob die Wortmeldung nur für die Behörde sichtbar ist, oder anonym oder mit Name öffentlich sichtbar sein soll.

    Da ich bei uns noch darauf vertraue, dass das persönliche Risiko für Leib und Leben überschaubar ist, wenn man der Behörde ggf. auch eine von der Erwartungshaltung abweichende Meinung abgibt, steht unter jeder Wortmeldung auch mein richtiger Name.

    Wie etwa zur Befragung über die ersten 10 Jahre der großen Biodiversitätsinitiative der EU. Ob etwa in meiner Region bereits eine starke, erkennbare oder mäßige Verbesserung erkennbar ist. Ja auch wieder so eine Initiative, von der vorher noch nie jemand was gehört, geschweige denn irgendwelche Maßnahmen dazu gesehen hätte. Ein langer Fragebogen mit vielen Detailfragen, den man Großteils nur mit "noch nie gehört" oder "weiß nicht" ausfüllen kann. Scheinbar gibt es auch auf Seiten der Behörde eine große kognitive Dissonanz darüber, wie wichtige Themen in der Bevölkerung wahrgenommen werden. Nur weil man etwas beschließt, ist das noch nicht bei den Bürgern angekommen.

    Aber auch andere Politiker sind scheinbar der Meinung, wenn man zu irgend einem Thema etwas bespricht und ein paar wohlklingende Phrasen in den Raum wirft, wäre ein Problem auch schon gelöst. Ich erinnere mich noch gut an "Super-Shorty", der im Alleingang und mit bloßen Händen "die Balkan Route geschlossen hat". Hadrian würde vor Neid erblassen.

    Oh je! Nein, die GEMA regelt das nur für ihre eingeschriebenen Mitglieder. Sie übernehmen gerne das Inkasso für alles, aber bei der Auszahlung sind sie schon etwas selektiver. Ein guter Schnitt bleibt in der Verwaltung und wenn eine über sie kassierte Werknutzung nicht präzise zugeordnet werden kann, geht der Betrag im Zweifel an Dieter Bohlen. Oder so ähnlich. Natürlich ist die Organisation nicht nutzlos. Für einen einzelnen wäre die Nachverfolgung der Nutzung und deren Monetarisierung eigentlich unmöglich. Wer würde auf eigenes Risiko wegen 5 Sekunden eines Audio Schnipsels in einem "Tatort" den ARD verklagen, wenn die 0,22€ dafür nicht rechtzeitig überwiesen werden? Die GEMA.

    Im gegenständlichen Fall sehe ich das Problem eher an der konkreten Umsetzung. Wie soll ein Musikschaffender in einem Land, in dem er keine entsprechende Vertretung wie die GEMA hat überhaupt in den Genuss der Zahlung kommen? Genau um diese Leute geht es doch. Es könnte am Ende auch darauf hinaus laufen, dass die Nutzungsentgelte zwar eingefordert werden, aber die Auszahlung "leider nicht erfolgen kann". Dann geht das Geld wieder an Dieter Bohlen. :cyclops:
     
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  15. JES

    JES Gehört zum Inventar

    @bebob99
    Ich habe nichts dagegen mich auszuweisen. Es geht mir darum, dass es wieder ein nutzerkonto sein muss, was ich nicht häufig nutzen werde....

    Mit gema hatte ich bisher nichts zu tun. Der Veranstalter bzw unser kapellmeister war dafür zuständig. Grundsätzlich wird aber ein Musiker/komponist/Songwriter immer irgend wo seine Rechte registrieren müssen, weil er sonst seine Urheberschaft nicht beweisen kann. Wenn er aber seine Urheberschaft nicht beweisen kann, kann er auch keine Ansprüche anmelden. Dieser Prozess sollte für alle zugänglich sein, egal wo auf der Welt. Ja, Umsetzung wird schwierig...
     
  16. gaga

    gaga Gehört zum Inventar

    Für den Beweis der Urheberschaft gibt ein simples Verfahren, das auch bei uns üblich ist, sofern man nicht GEMA-Mitglied ist:

    Ich tüte nach der Fertigstellung eine Kopie meines Werkes ein und schicke es an mich selber und verwahre den ungeöffneten Umschlag.
     
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