die NEUE deutsche jazzdebatte

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von prinzipal, 3.März.2012.

  1. slowjoe

    slowjoe Strebt nach Höherem



    :ironie:


    ...ist das noch/schon Jazz?


    SlowJoe


    Waaahhhh Tröto war schneller....
     
  2. Thomas

    Thomas Strebt nach Höherem

    jetzt kommt gleich wieder die alte Leier:
    - wenn das Zeug kommerziell erfolgreich ist, kann es ja eigentlich nix taugen ( neidneidneid)
    - wenn es keisau kauft, ist es sicher intellektuell zu anspruchsvoll für die Masse und dementsprechend kulturell extrem förderungswürdig durch Ehrensold oder gemütliche Professuren oder andere Kuschelecken

    :roll:
     
  3. Gelöschtes Mitglied 5328

    Gelöschtes Mitglied 5328 Guest

    Genau Thomas!

    Das ist zu befürchten.

    Dabei sind das m. E. gute Beispiele, das Jazz auch seine Hörer findet,
    wenn man ihn so macht, dass auch eine grössere Masse daran Spaß
    hat.

    Und, ja, da hast Du Recht Tröto, eine professionelle Vemarktung ist in den Zeiten der elektronischen Medien ein Muß!

    Wenn ich Kommerziellen Erfolg haben will, muß ich etwas anbieten,
    was möglichst viele gefällt. Sonst gibt es keine Kohle.

    Insofern finde ich die Haltung absurd "ich mache hier was künstelerisch
    wervolles (nach meiner Einschätzung) also hat das grfälligst zu gefallen und es muß auch bezahlt werden."

    Wenn man dann kommerziell erfolgreich ist, hat man jeden Freiraum
    auch mal das zu machen, was nur einem selbst gefällt. (Klar kann
    man eh machen. Dann darf man nicht jammern, wenn' s kein Geld
    gibt ).

    Mick Jagger ist ein aktuell gutes Beispiel. Er hat ein neues Projekt
    auf die Beine gestellt (der Name der Band ist mir gerade entfallen),
    woran er unglaublich viel Spass hat. Da wird Raggea, Rock, Soul
    kombiniert, was das Zeug hält (Der Sohn von Bob Marley mischt da auch mit).

    Es ist kein kommerzieller Erfolg, und wäre es nicht Mick Jagger, würden
    die Masse das gar nicht mitbekommen.

    Aber er weiß eben auch, wie man kommerziell erfolgreiche Musik macht, und SCHEUT sich davor auch nicht.

    LG

    Dreas
     
  4. Claus

    Claus Mod Emeritus

    Es scheint mir ein Grundproblem des "reinen" Jazz zu sein, dass seine Vertreter mangelnde Aufmerksamkeit und die Unmöglichkeit beklagen, damit anständig zu verdienen. Denn sobald diese beiden Probleme überwunden sind, findet sich unter Garantie jemand, der sofort die Frage stellt: "Kann man das denn noch als Jazz bezeichnen?".

    Tja, das bleibt wohl ein philosophisches Dilemma...
     
  5. Gast

    Gast Guest

    Ob philosophisches Dilemma oder nicht:

    Wer findet, dass der Jazz (fast) tot ist, der hat es mit einem ziemlich lebendigen Toten zu tun:

    Dies ist der Beweis:-D

    Herzliche Grüße,

    Joe
     
  6. cara

    cara Strebt nach Höherem

    Totgesagte leben länger und
    während die einen debattieren, jazzen anderen :-D :lol: :-D

    Gruß Cara
     
  7. slowjoe

    slowjoe Strebt nach Höherem

    Hmmmmmmmmmmmmmm.... (entschuldige edo)


    wenn ich mich recht erinnere, geht es in der "NEUEN deutschen Jazzdebatte" ganz wenig um Jazz und ganz viel um Geld.....



    SlowJoe
     
  8. chrisdos

    chrisdos Strebt nach Höherem

    Ich würde ja auch gerne was schreiben..........wie lautet denn das Thema der Neuen Jazz-Debatte?
     
  9. cara

    cara Strebt nach Höherem

    Geld :-D

    und das hat mit Jazz bekanntlich herzlich wenig zu tun :-?
     
  10. Tröto

    Tröto Strebt nach Höherem

    Das hat Miles Davis bestimmt auch so gesehen. In seltenen Momenten wurde er schwach - als er sich seinen gelben Ferrari kaufte, war ein solcher mal wieder gekommen. ;-)
     
  11. Rick

    Rick Experte

    Miles Davis ist ein schönes Stichwort, Tröto!

    Er hat sich ja angeblich Mitte der 70er (?) darüber beschwert, dass seine Produktionen von seiner Plattenfirma nicht ausreichend promotet wurden.
    Die Jazz-Abteilung hatte nur ein geringes Budget, alles Geld floss damals in die aufstrebende Rock-Abteilung.

    Da er ja damals sowieso "Jazz-Rock" machte, war es seiner Ansicht nach egal, ob seine Musik nun unter "Jazz" oder "Rock" lief.
    Davon überzeugte er auch seine Bosse, fortan waren seine Scheiben offiziell "Rock" und profitierten von dem größeren Budget.
    Dann kamen die Ferraris... ;-)

    Puristen hat Miles Davis mehr als einmal in seinem Leben vor den Kopf gestoßen.
    Zu seinem Nachteil geschah das freilich nie - er ist heute (vielleicht NOCH nach Louis Armstrong) der bekannteste Jazz-Trompeter, auf jeden Fall war er der finanziell erfolgreichste. :-D


    Schöne Grüße,
    Rick
     
  12. mixokreuzneun

    mixokreuzneun Ist fast schon zuhause hier

    hallo rick, hallo tröto,

    davis war eben ein trensetter im wahrsten sinne des wortes-und das hat er sich zurecht gut bezahlen lassen.

    vielleicht sollten die deutschen jazzer weniger puristisch sein, dafür mit mehr visionen aufwarten........dann löst sich das problem mit dem geld von ganz alleine.

    grüsse

    andi
     
  13. Rick

    Rick Experte

    Hallo Andi,

    da stimme ich Dir voll und ganz zu!
    Jazz war und ist eine eklektische Musik, die sich unterschiedlichster Einflüsse bedienen kann (und das auch tut).
    Einer der wichtigsten Einflüsse war schon immer die jeweilige Pop-Musik - nicht umsonst waren die allermeisten heutigen "Jazz-Standards" früher mal Schlager, Musical-Melodien oder Filmmusik; das wird leider immer wieder gerne verdrängt... :-(

    ----------------------------------------------------------

    Hallo Markus,

    nur fürs Protokoll:
    Meine erste Impro-Schule (für Klavier) stammte aus der Reihe "Jazz Studio" von Carlo Bohländer, ein weiteres wichtiges Buch über Improvisation auf dem Sax von Joe Viera.
    Last but not least hatte ich als Hauptquelle J. E. Behrendts "Großes Jazzbuch" sowie ein paar weitere Publikationen von diesem deutschen "Jazz-Papst", die ich als Teenager verschlungen habe wie Thriller-Romane.

    Das war Ende der 1970er; von US-Unterrichtsmaterial habe ich erstmals Mitte der 80er erfahren, mir manches davon auch angeschafft, was aber meiner Ansicht nach in der Regel didaktisch kaum an Bohländer und Viera herankam, nur kommerzieller aufgemacht war. :roll:

    Deshalb stellt sich mir die Frage anders:
    MUSS man unbedingt Unterrichtsmaterial aus den USA benutzen? :-D


    Schöne Grüße,
    Rick
     
  14. mixokreuzneun

    mixokreuzneun Ist fast schon zuhause hier

    hallo rick,

    den gedanken mit der pop musik, die den jazz beeinflusst, diskutierte ich grade letzte woche mit einem freund, der ein hervorragender gitarrist ist.

    nimm alleine mal cole porter und seine "gassenhauer", die von allen jazzern umgesetzt wurden und werden-ohne nasenrümpfen. das war in den 30-er jahren popmusik!

    nils landgren z.b. ist da ganz entspannt, bedient sich bei abba, gloria gayner & co und ist richtig erfolgreich!

    die leute rennen ihm die bude ein, finden es toll und ihm macht es richtig spass zu spielen (vermute ich). ist doch toll, wenn man das nutzlose mit dem unangenehmen verbindet :-D

    grüsse

    andi
     
  15. Gast_13

    Gast_13 Guest

    Es scheint in Deutschland ja ein Problem zu sein, dass Jazz Musiker aus dem Europäischen Ausland hier genügend Auftrittsmöglichkeiten bekommen, die sich einigermasssen lohnen. Siehe die Versuche von JuJu, für Dave noch zusätzliche Gigs klar zu machen. Auch andere Europäische Jazzer machen eher einen Bogen um Deutschland.
    Einzig einigermassen lukrativ sind Festival Gigs, die in der Regel noch von der Wirtschaft gesponsert werden.

    Aber kleinere Club Gigs sind in Deutschland ziemlich tot. Das betrifft aber nicht nur Jazzer, sondern auch Rocker. Da sorgt schon die Gema dafür, dass dies unrentabel wird, da für 20 bis 50 zahlende Personen die Kosten für Band und Gema einfach zu hoch sind.

    Hier müsste sich was ändern.

     
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