Die Rüpel-Republik (WDR5)

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von 47tmb, 17.Dezember.2013.

  1. Gelöschtes Mitglied9218

    Gelöschtes Mitglied9218 Guest

    Hallo Freunde der leisen Töne,

    neben den Umgangsformen, finde ich die Ausdruckweise hier im Forum sehr angenehm, da die Beiträge überwiegend in einem verständlichen Deutsch geschrieben sind. Es wird in ganzen Sätze geschrieben und die Sätze besitzen auch ein Subjekt, Prädikat und Objekt. Es werden kaum Abkürzungen verwendet, was natürlich dem Anspruch der Schreiber der Beiträge geschuldet ist.
    Ich denke auch, dass das am Alter der Forenmitgliedern liegt.
    Es wäre schön, wenn es auch so bleiben würde.

    LG

    Paedda
     
  2. Brille

    Brille Strebt nach Höherem

    Hmm. In vielen Fãllen macht eine Vorstellung neben rein formalen Gründen Sinn, damit der Fragesteller sachlich ein bisschen besser verortet werden kann.

    Mein Stanpunkt zur Problemorientierung sieht folgendermaßen aus, mein lieber Bernd: In einer Phase der zunehmenden Entpolitisierung und Entsolidarisierung haben leider viele Menschen eine Schere im Kopf, die "alternativlos" zu heißen scheint. Folge: Man gibt sich nach außen aufgeklãrt, informiert und demokratisch und folgt dann der blõkenden Herde.

    Ach, ich weiß: Jetzt kommen wieder die, die mir mitteilen, dass meine Wahrnehmung Quatsch ist und es schon immer so war.......und dass die Medien und Europa .....und die heutige Zeit.... und früher.....

    Nene, schenkt's Oich!

    Grüße von Brille (Enkel des Großen Yogurts)

    Grüße Brille
     
  3. alteriert

    alteriert Schaut öfter mal vorbei

    Moin,
    ich bin kein "Forenprofi".
    Ich lese hier gelegentlich. Die meisten Beiträge sind für mich eher von geringerem Interesse.
    Aber von Zeit zu Zeit gibt es doch mal den ein oder anderen Beitrag (insbesondere Link Hinweise) denen ich Aufmerksamkeit widme.
    Einen "rüpelhaften" Umgangston kann ich eigentlich nicht entdecken. Musiker, insbesondere Bläser, sind halt oft leidenschaftlich.
    Gruß
    alteriert
     
  4. abraxasbabu

    abraxasbabu Ist fast schon zuhause hier

    Auserdem stimmt ers nicht daß alle immer rüelhafter werden. 1970 wurde ich oft auf offener Straße angepöbelt weil ich lange Haare hatte und nach 33 wurden millionen vergast weil sie nicht arich waren. Es wird also doch eher besser.
     
  5. Brille

    Brille Strebt nach Höherem

    Dann geht heute mal nachts durch unsere kleine Stadt....

    Tstssss.....Schon interessant, zu was selektive Wahrnehmung führen kann.....
     
  6. Gelöschtes Mitglied 5328

    Gelöschtes Mitglied 5328 Guest

    @ Brille

    Klar ist das selektive Wahrnehmung. Was denn sonst. Auch bei Dir... :cool:

    CzG

    Dreas
     
  7. Gast_13

    Gast_13 Guest

    Das finde ich schon lustig, die 1970iger Jahre mit heute zu vergleichen.
    1970 hatten wir ja noch "den Muff aus tausend Jahren unter den Talaren" um es mit der APO zu sagen. Aber dann kamen ja gewisse Entwicklungen, die bis Ende der Neunziger und darüber hinaus zu mehr Toleranz und einem besseren und entspannten Miteinander geführt haben.

    Seit den 2000er Jahren ändert sich das leider wieder.
    In der Stadt, in der ich lebe werden die Pressemitteilungen über Einbrüche, Überfälle und Morde zwischenzeitlich zensiert und dürfen von Ordnungsamt und Polizei nicht mehr an die Presse gegeben werden.
    Das Risiko tagsüber ausgeraubt und nachts überfallen zu werden steigt immer mehr an. Es sind immer mehr Wanderarbeiter aus Südost - Europa unterwegs, die oft nichts zum übernachten und auch nichts zu essen haben.
    Die Streetworker und Sozialarbeiter, die immer weniger werden, weil die Finanzmittel gestrichen werden, klagen über immer hoffnungslosere Zustände. Die organisierte Kriminalität breitet sich immer mehr aus und rekrutiert die Jugendlichen von der Straße weg.
    In der Nachbarstadt wurden innerhalb kurzer Zeit zwei junge Frauen nachts überfallen. Die eine ist tot, die andere liegt schwerstverletzt im Krankenhaus. Es waren zwei unterschiedliche Täter, der Nächste ist sicher schon unterwegs.
    Es gibt immer mehr Crack und Cristal Meth auf den Straßen zu kaufen und es begegnen einem immer mehr völlig unzurechnungsfähige zugedröhnte Gestalten, diverse Parks und Grünflächen in der Stadt sollte man nach Einbruch der Dämmerung möglichst nicht mehr betreten.

    Und das ist nun wirklich nicht subjektiv, sondern das sind die Zustände hier in Deutschland im 5. Jahr der Wirtschaftskrise. In anderen Ländern hier in Europa ist es noch wesentlich schlimmer.

    Ich könnte hier noch eine ganze Weile weiter schreiben, aber ich möchte Euch nicht die Feiertage kaputt machen.

    Das Forum jedenfalls ist Klasse!! ;-)
     
  8. Gast

    Gast Guest

    siehst du mumber 13,

    von deiner sorte bräuchte deutschland mehr.
     
  9. ppue

    ppue Mod Experte

    Die Kriminalstatistik zeigt keinerlei signifikante Veränderung der Straftaten in den letzten Jahren.

    Die wenigsten Straftaten (pro 100.000 Einwohner) gab es

    1989 mit 7031 Fällen

    Die Meisten im Jahr

    1993 mit 8336 Fällen

    Im letzten Jahr waren 7327 Fälle.

    Sieht also nicht so duster aus, wie es hier gemalt wird.
     
  10. Gelöschtes Mitglied 1142

    Gelöschtes Mitglied 1142 Guest

    So wird´s halt in den Medien gemalt. Je schrecklicher die Meldungen, desto höher die Einschaltquote. Alles Schöne und Gute ist ja langweilig. Wir wollen Drama! Adrenalin!

    Wie sagte schon Sokrates (egel ob er es war oder ein anderer):

    "Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."

    Woher konnten die vor über 2000 Jahren schon wissen, wie ich mich als Jugendlicher in den 1960er Jahren verhalten werde... :)

    Gruß aus dem Schwarzwald
    Bernd

     
  11. Gast

    Gast Guest

    Es ist gar nicht so einfach auf die Schnelle aussagekräftige Übersichtstabellen über die Kriminalitätsentwicklung zu finden.

    Es ist sicher richtig, dass veränderte soziale Bedingungen auch zur Veränderung der Kriminalität führen. Verarmung fördert sicher auch Kriminalität. Und diese fördert ein Bedrohtheitsgefühl bei der Bevölkerung.

    Aber Kriminalität ist nicht nur ein Phänomen vor unserer Haustür, das uns Angst macht. Kriminalität ist auch bedingt z.B. durch die Gier ganz anderer Schichten. Internetkriminalität (z.B. Betrugsfälle), Bankerkriminalität, die ganze Staaten an den Rand des Abgrunds geführt hat und auch Kriminalität von gesellschaftlichen Vorbildern (Rummenigge; Hoeneß, dessen Steuerhinterziehung feststeht, der aber (bisher?) nicht verurteilt ist). Vorbilder aus dem politischen Bereich wurden straffällig, andere betrogen zur Erlangung eines Doktortitels.

    Hat das moralische Versagen von Vorbildern in dieser Hinsicht einen negativen Einfluss auf die Mentalität anderer?


    Weihnachtliche Grüße,


    Joe

    Nachsatz: Nachdem ich meinen Teil geschrieben hatte, sah ich ppue`s statistische Hinweise. Die Anzahl der Straftaten pro 100000 Einwohner trägt sicher zur Objektivierung bei, erklärt aber nicht das Bedrohtheitsgefühl der Bevölkerung. Betrug über das Internet erzeugt weniger Angst als (anscheinend) gewaltbereite Jugendliche in einer Straßenbahn.
     
  12. Brille

    Brille Strebt nach Höherem

    Das mit der Statistik musste ja kommen..... Man sollte allerdings nur Statistiken zu Rate ziehen, die man auch versteht.... Ebenso wäre es prima nicht immer Sokrates' Namen zu missbrauchen für irgendeinen dummen Spruch.

    Grüße vom Rüpel
    Brille:-D
     
  13. Gast_13

    Gast_13 Guest

    Da muss ich Brille ausnahmsweise mal recht geben.

    "Traue nur der Statistik, die Du selbst gefälscht hast."

    Es ist ja nicht ersichtlich, wie schwerwiegend die Straftaten der Kriminalstatistik sind. Es war ja mal große Mode der gelangweilten Damenwelt der gehobenen Mittelschicht Klauen zu gehen. Beim erwischt werden = Kriminalstatistik. Oder der kleine Kiffer in den 80/90iger Jahren landete in der Kriminalstatistik. Heutzutage dreht sich bei einem Joint mitten auf der Straße nicht mal mehr der Polizeihund um.

    Die Kriminalstatistik sagt ja vielleicht auch was über die vorhandene Polizeidichte aus, aber nichts über die Schwere von begangenen Straftaten, so gesehen völlig Wischiwaschi!
     
  14. Gelöschtes Mitglied 5328

    Gelöschtes Mitglied 5328 Guest

    @ Brille und Nummer_13

    ich finde ihr macht es euch etwas leicht.

    Sind andere nicht eurer Überzeugung, argumentiert ihr dagegen...euer gutes Recht....

    Werden Fakten angeführt, wie z.B. eine Statistik, um Argumente zu untermauern, sind die Statistiken erlogen.

    Das führt dann dazu, das jeder seine Meinung haben darf, so lange es eure ist...:) :)

    CzG

    Dreas
     
  15. ppue

    ppue Mod Experte

    Ja, was sollte denn sonst kommen aus einer Statistik, Brille? Soll ich aus meiner Jugend erzählen?

    Die Statistik findest du hier:

    http://www.bka.de/DE/Publikationen/PolizeilicheKriminalstatistik/2012/2012Zeitreihen/pks2012ZeitreihenFaelleUebersicht.html

    Wenn du etwas anderes heraus lesen kannst oder sie besser verstehst als ich, nur zu, ich lese.

    Zur Schwere der Straftaten: Ganz interessant, dass die Straftaten mit Todesfolge im Gegensatz zu anderen Straftaten spürbar abgenommen haben. Natürlich verlagern sich die Kategorien, in denen Straftaten begangen werden. Das Internet war 1987 erst in den Kinderschuhen, da fand Kriminalität auf anderen Baustellen statt.

    Ich weiß nicht, ob wir heute mehr Polizisten haben oder weniger. Ist aber doch uninteressant, wenn die Anzahl der Straftaten gleich bleibt.

    Wirtschaftsdelikte sind heutzutage ein allgegenwärtiges Thema und alle Medien stürzen sich drauf. 1970 wurden sie größtenteils unbemerkt und unter keinerlei Beachtung der Bevölkerung begangen.

    Internetkriminalität gab es noch nicht. Erstaunlich, dass sich der große Zweig nicht negativ auf die Gesamtanzahl der Strafen ausgewirkt hat.

    Ich denke nicht, dass es möglich ist, das Thema aus der eigenen emotionalen Lage heraus zu diskutieren. Wer bessere Zahlen hat als ich, der möge sie zeigen.
     
  16. Claus

    Claus Mod Emeritus

    Allein der Umfang der Statistik zeigt, dass man sich sehr intensiv damit beschäftigen muss, um fachlich fundierte Schlussfolgerungen formulieren zu können.

    Welche Bereiche haben sich wie entwickelt? Gibt es u.U. Änderungen des Strafrechts, die dazu beigetragen haben? Hat es Änderungen in der statistischen Erfassung gegeben? Wurde die polizeiliche Arbeit in einem bestimmten Bereich gezielt verstärkt, so dass möglicherweise Straftaten besser erkannt werden (z.B. bei der Cyberkriminalität)? etc.

    War das denn das Thema? Mit ist der Sprung zu Kriminalstatistiken etwas rasch gegangen. Ich hatte es eigentlich mehr so verstanden, dass eine entweder objektiv vorhandene oder subjektiv so wahrgenommene Tendenz beklagt wird, die eigene Person und die eigenen Interessen relativ rücksichtslos vor die der Mitmenschen zu stellen. Das muss nicht unbedingt gleich strafrechtlich relevant sein.

    Hier im Forum geht es aber nach meiner Wahrnehmung in der Regel vergleichsweise gesittet zu....
     
  17. chrisdos

    chrisdos Strebt nach Höherem

    Yes...........vom Rüpel zum Rechtsbrecher.......ich finde es auch nicht hilfreich, wenn schlechtes Sozialverhalten mit Kriminalität vermischt wird.
     
  18. abraxasbabu

    abraxasbabu Ist fast schon zuhause hier

    Im Schutz des Autos waren schon immer Menschen etwas mutiger und haben beleidigt und rumgebrüllt. Heute kommt das Internet dazu. Oft ist man da auchg nur etwas vorschnell mit dem abschicken. Bei nochmaligem lesen sieht alles meist anders aus. Junge leute probieren sich aus. Das haben sie schon immer getan. Ich finde nicht daß es schlimmer geworden ist. Kann aber auch sein weil ich Frankfurter bin und frei nach Stolze: "wir sind nicht nur gob wir meinens auch so."
     
  19. Brille

    Brille Strebt nach Höherem

    Sch...., ich finde keine Rüpelstatistik!
    :lol:
    Yogurts Enkel
     
  20. ppue

    ppue Mod Experte

    Die Argumente zur Verrohung der Gesellschaft kamen nicht von mir, sondern sind schon angelegt im ersten Beitrag mit seinen zwei Links zur "Rüpelgesellschaft". Wenn auf den folgenden Seiten dann emotionale Statements von Verkehrsrauditum bis zur Wirtschaftskriminalität formuliert werden, so zeigt das ganz deutlich, wie anregend solch unbegründete Rundumschläge und provozierend gesetzte Schlagwörter auf den Einzelnen wirken. Dass das nichts mit den Umgangsformen in Foren zu tun hat, ist mir durchaus klar und gerade deshalb wehre ich mich gegen solcherlei Verbalattacken, die einfach nur Stimmung machen.

    Einhellig wird hier beschrieben, dass der Umgangston in diesem Forum überdurchschnittlich gut ist. Einhellig auch die Meinung, dass er in anderen Foren schlechter ist. Da besteht ja gar kein Diskussionsbedarf. Er besteht aber sehr wohl, wenn die Dinge eben verzerrt, verwischt und unzulässig verknüpft werden und die Medien den Ärger des Mobs auf den jeweils bösen Anderen in unfairer Weise anstacheln.
     
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