doofe soli

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Rene, 12.November.2010.

  1. cara

    cara Strebt nach Höherem

    Ich kann's nicht. Aber ich spielt ja Alto ;-)

    Gruß Cara

    PS. aber ich wollt, ich könnt's
     
  2. Rene

    Rene Ist fast schon zuhause hier

    also ich bemühe mich immer, die Original Soli zu spielen. Man wird ja dafür bezahlt, songs nachzuspielen und nicht sich selbst zu verwirklichen. Ich finds immer grausam, wenn ich bands sehe, in denen der Saxophonist unbedingt jedem zeigen will, dass er Jazzer ist. Interessiert eh keinen. Man will bei simply the best eben das Original solo hören und nicht irgend ein rumgehudel.
    Bei "urgent" war es zugegebenermassen etwas schwierig.(sehr hoch) aber mit etwas mogeln hats funktioniert.
     
  3. Rick

    Rick Experte

    Hallo Rene,


    interessanter Aspekt - ich sehe das genau umgekehrt.
    Man muss ja nicht unbedingt ein ausgeprägter Jazzer sein, um ein Pop-Solo selbstständig zu improvisieren, die "Urheber" der klassischen Solos haben das schließlich auch irgendwann mal improvisiert, das sind ja keine exakten Kompositionen. ;-)

    Von mir wurde auch öfter verlangt, ein Solo möglichst genau nachzuspielen.
    Das mag zu Übungszwecken mal ganz nett sein, doch ich habe an mich selbst den künstlerischen Anspruch, eine eigene Interpretation abzuliefern. Die KANN stark vom klassischen Solo inspiriert sein, MUSS aber nicht.
    Das bedeutet allerdings nicht, jetzt Parker-mäßige Bebop-Läufe abzudrücken, sondern einfach, etwas stilistisch Passendes selbst zu verfassen.

    Von zahlreichen Urhebern klassischer Solos weiß man auch, dass sie nicht unbedingt mit der bekanntesten Version zufrieden waren. Manche (z. B. Candy Dulfer nach "Lily Was Here") haben sich sogar gewissermaßen geschämt, weil sie eigentlich zu viel interessanteren Solos fähig gewesen wären... :roll:

    Vergessen wir nicht: Die endgültige Form eines im Studio aufgenommenen Pop-Solos bestimmt immer der Produzent, nicht der Ausführende.

    So lange man stilistisch im Rahmen bleibt und möglichst auch die eine oder andere Hook-Line aus der klassischen Version übernimmt, finde ich es völlig legitim, ein Solo zu einem Cover-Song eigenständig zu gestalten.

    "Covern" beinhaltet bereits eine eigene Interpretation, ansonsten wäre es exakte Nachahmung. Auch der Sänger hat ja nicht unbedingt die absolut gleiche Stimme. :-D
    Natürlich erwartet der Großteil des Publikums, die klassische Version wiedererkennen zu können - aber meistens hat man sowieso nicht mehr jeden einzelnen Ton im Ohr.
    Und eine nicht unwichtige Minderheit weiß eine eigenständige Leistung besonders zu schätzen - das sind dann die Kenner oder Kollegen, die einen womöglich engagieren und weiterempfehlen. :cool:


    Schöne Grüße
    Rick
     
  4. Rene

    Rene Ist fast schon zuhause hier

    Hi Rick !
    meine nüchterne Erfahrung ist, dass Leute mich buchen, weil ihnen des Gedudel von den anderen auf den Geist geht.
    Es gibt eben soli, die kennt jeder und die erwartet jeder. Genauso wird erwartet, dass man sich entsprechend bewegt. Ein bei hohen Tönen in die Luft gerissenes Sax kommt immer besser als ein kompliziertes Jazz lick.
    Hier ein paar Beispiele:
    Simply the best
    Unchain my heart
    something got me started
    wonder why
    urgent
    Bochum

    und dann gibt es Nummern, da ist es den Leuten egal. Da heisst es dann "spiel mal was"

    Ist eben meine Philosophie. Ich tue das, wofür man mich bezahlt. Tue ich das nicht, kriegt den job einer, der es tut.
    Das Selbstverwirklichen kann man sich für seinen eigenen Kram aufheben. Klingt nüchtern, ist aber so. That´s showbusiness !
     
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