Draußen üben - was erlebt ihr so?

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Nilu, 3.Juli.2020.

  1. Nilu

    Nilu Ist fast schon zuhause hier

    Wer draußen übt, übt in der Öffentlichkeit.

    Wem begegnet ihr, wo spiet ihr?

    Was habt ihr dabei so erlebt?

    Wie regieren die Passanten, Hunde - Tiere auf euch?

    Was sagen die so, wie beißen die so?

    Wie fühlt sich das Saxspielen in der freien Natur an, einer doch recht ungewöhnlichen und seltenen Tätigkeit?

    Als Beispiel mein Urlaubsfoto eines übenden Security -Mannes in Santa Clara (Cuba), der sonst dienstlich über die Gebeine von Ché wacht.
     

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    Zuletzt bearbeitet: 3.Juli.2020
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  2. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Habe mal vor Jahren am Strand von Sylt gespielt, vor mich hin improvisiert.

    Anschließend saßen wir auf der Terrasse des Strandrestaurants (Wonnemeyer)
    und am Nachbartisch unterhielt sich eine Gruppe.

    Gedächtniszitat einer Dame aus der Gruppe:

    „Habt ihr den Saxophonisten vorhin am Strand gehört? Das war so schöööön...“

    Welch ein tolles Feedback! (die hatten mich nicht erkannt)

    CzG

    Dreas
     
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  3. Paul2002

    Paul2002 Ist fast schon zuhause hier

    Die Leute beschweren sich ab und zu mal (,,Nächstes Mal aber nicht nur Halbtöne spien, sondern bitte Musik'') . Hunde sind sehr tolerant. In der Nähe von da, wo ich übe, wächst leckere Kamille, sonst ist da aber niemand außer der Autobahn.

    Einmal hab' ich in Hamburg am Wasser geübt. Die englischen Gänse fandens gut, und sogar einer der Anwohner hat sich richtig darüber gefreut - ich konnte mich gut mit ihm unterhalten.
     
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  4. Old Saxlaie

    Old Saxlaie Kann einfach nicht wegbleiben

    Ich habe einen schönen Platz im Grünen gefunden, ca. 30 m von der Autobahn entfernt. Es läuft ein Bach entlang, gibt nur Wiesen und Felder und schöne Bäume, die im Sommer Schatten spenden. Die nächsten Wohnhäuser liegen in einem Radius zw. 800- 1000 Meter und es verläuft sich mal ein Hundebesitzer, Radfahrer oder Landwirt.
    Meine Heckklappe dient bei leichtestem Regen als Schirm und die mittlere Nackenstütze als Notenständer. Wenn ich Lust habe, nehme ich das Auto als Rückenlehne und sitze auf einem kl. Hocker.
    Ich kann frei und ungestört üben und bin an der frischen Luft und bekomme eine Portion Sonne ab:D

    Das Feedback ist je nach Übung und Können von "Schweigen im Walde" bis "Toll".:confused::rolleyes:
     
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  5. saxfax

    saxfax Strebt nach Höherem

    Letztens spielte ich am dem Deich an der Nordsee - nach wenigen Minuten kamen die Deichschafe angetrottet, um sich die Sache näher zu betrachten. Und um mitzublöken. Sozusagen als Background, fast als Drone zu gebrauchen. Das hat mich inspiriert ........ doch plötzlich nahmen sie galoppierend Reißaus.

    auch ein Feedback o_O
     
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  6. Paul2002

    Paul2002 Ist fast schon zuhause hier

    Ja, du hast sie auf der Jamsession alt aussehen lassen und sie sind schnell weiter üben gegangen.
     
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  7. Nilu

    Nilu Ist fast schon zuhause hier

    Ein Schäfer auf Korfu sagte mir, dass mein Saxophonspiel seine Schafe nervös machen. Und der muss es ja wissen....
    Also nur eine schafstypische Reaktion
     
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  8. Long John Silver

    Long John Silver Ist fast schon zuhause hier

    Naja - hardcore Üben ist eine Sache, draußen was spielen eine andere.

    Auf Reisen mit dem Wohnmobil habe ich eigentlich immer eine Hupe dabei und wenn es irgendwie passt, spiele ich dann auch gerne mal ein bisschen. Eher Swing oder bluesige Sachen und zahme Improvisationen darüber. Bebop kommt schon nicht mehr so gut, alles was Frankie gesungen hat geht dafür immer.

    Letzte Woche in Skagen war ich am Strand und habe mir die dortigen Bunker als Resonanzraum genommen. So ganz frei am Strand bläst man ja buchstäblich ins Nichts. Jedenfalls hat sich das schnell herumgesprochen, dass da jeden Abend einer die halbe Stunde vor Sonnenuntergang rumtrötet. Eine gute Handvoll war es schon immer, einige haben sogar gegroovt und auf dem Heimweg quer über den Campingplatz gab es freundliche Worte und Gesten.

    In Frankreich und den Niederlanden hatte ich ebenfalls häufig positives Feedback.
    Nur die Deutschen gucken gerne miesepetrig wenn sie durch Musik belästigt werden.

    Wenn ich mich aber mit Patterns, Skalen und Arpeggios beschäftigen will (kommt im Urlaub ganz selten vor) suche ich mir einen Ort ganz weit weg im Wald oder so. Auch neue Stücke, die ich nicht ab Blatt halbwegs hinbekomme müssen erst im Off eingeübt werden (das wiederum kommt in längeren Urlauben schon mal vor).

    LJS
     
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  9. abraxasbabu

    abraxasbabu Ist fast schon zuhause hier

    Ich hab immer gerne drausen gespielt. Fußgängerzohne, Wald usw. Gemwckert hat nie jemand
     
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  10. Paul2002

    Paul2002 Ist fast schon zuhause hier

    Ich mache auch die ,,Hardcore-Sachen'' im Freien, insofern es möglich ist. Aber ich nehme natürlich Rücksicht auf Andere, so weit es geht. Da kann ich auch nachvollziehen, wenn sich mal jemand aufregt. Aber wenn bei einem einstündigen Spaziergang mal ein paar Minuten des Weges in die Geräuschkulisse meines Saxophons fallen, kommen die Leute hoffentlich damit klar.
     
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  11. bthebob

    bthebob Ist fast schon zuhause hier

    Meine Erfahrung ... - im gut besuchten Park in Berlin -
    Wenn Andere zwangsläufig mithören "müssen" .... am besten Stücke üben, die schon reibungslos -durchlaufen-
    Keine Tonleiter, Kadenzen o.ä. oder neue Sachen, wo man doch öfter "hängenbleibt"
    Mich hatte dort mal jemand höfflich angesprochen: " Darf ich Sie mal was fragen ? Ich: Ja, bitte !
    Er: Es klingt ja sehr schön, was sie spielen aber warum spielen sie immer das gleiche ? "
    Der junge Mann hatte recht und ich hab's auch gleich eingesehen.
    VG
     
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  12. kalleguzzi

    kalleguzzi Ist fast schon zuhause hier

    Ich stell mich auf unsere Terasse und tröte in den Wald.
    Bis jetzt noch kein Feedback,
    weil:
    Da ist niemand!
    Aber die Akustik ist toll.

    Herzliche Grüsse aus Schweden:
    kalle
     
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  13. Atkins

    Atkins Ist fast schon zuhause hier

    Ich habe die letzten 2 Jahre gerne mal draussen gespielt und habe eigentlich immer recht viel Zuspruch bekommen. Auf dem Tempelhofer Feld wollten viele unbedingt Photos machen ( Tourís), aber das gefiel mir nicht so gut.
    Abgesehen davon, dass ich viel gespielt habe ( was ja Sinn der Sache war) habe ich von jung bis alt viele Leute kennengelernt, was mitunter total nett war.
    Ich sollte das mal wieder machen.
    Hier mal ein Sax Pur Beispiel aus dem Gleisdreieckpark, wo ich ja nun fast hingezogen bin :)

     
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  14. Dragonsax

    Dragonsax Kann einfach nicht wegbleiben

    Nabend zusammen:)

    Also ich muß ganz ehrlich sagen - direkt am Strand zu spielen,wie ein paar Andere hier, würde ich mich nicht trauen - Ein Windstoß und dann -SAND in der empfindlichen Mechanik meines heißgeliebten Schätzchens ?:eek: Never ever - das brauch ich nun wirklich nicht:rolleyes:
    Vorletzte Woche habe ich mich bei schönstem Sommerwetter nachmittags mit meinem Yammi bewaffnet und auf einer schattigen Parkbank in einer Monheimer Parkanlage vor mich hin geträllert - aber natürlich auch nur das, was ich eh am liebsten spiele - schöne Melodien/Lieder , allerdings aus dem Gedächtnis, weil ich keine Lust hatte, den Notenständer mitzuschleppen.
    Bis auf ein paar kleine Verspieler, ist es - glaub´ich - ganz gut bei den Passanten angekommen - waren allerdings auch nur ´ne Handvoll, die da in dem Zeitraum vorbeikamen:D

    Ein Plätzchen im Wald, daß ich mit dem Auto erreichen kann, habe ich hier leider noch nicht gefunden (genausowenig wie ich mein Horn dem Sand aussetzen würde, würde ich es auf meinem Fahrrad transportieren wollen) - ich besitze aber allerdings auch nur den "normalen" Saxkoffer und keinen Rucksack für mein Horn-;)

    Greetz Dragon
     
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  15. tango61

    tango61 Ist fast schon zuhause hier

    Hey, ich übe öfters draußen,gerne unter Brücken ( u.a. Einkleiner Tunnel mit Wellblech auskleidung, wahnsinnige Akustik)oder auf einer terasse am nahe gelegenen See. Gerne auch am Kanal ( Moon River kommt gut ).
    Auch in meinen anfängertagen ( okay ich bin immer noch am Anfang ) habe ich Keine schlechteN Erfahrungen gemacht . Sogar Mundstückübungen Auf einen Parkdeck waren kein Problem
    Einmal wollte ich im Fussgängertunnel unseres Bahnhofes spielen, hatte aber die Noten vergessen, und auf dem Handy war nur das Ave Maria als Noten gespeichert . Also wurde das gedudelt, mal als trauriger swingversuch mal Original. Jedenfalls stiegen auf einmal viele Leute aus dem Zug aus, die gerade vom Katholikentag in Münster kamen , die fanden das Ave dann sehr passend, und es nur positives Feedback
     

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    Zuletzt bearbeitet: 3.Juli.2020
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  16. Gerrie

    Gerrie Ist fast schon zuhause hier

    Komme gerade von der Quintett Probe im Freien.
    Haben wir auch vor Corona schon praktiziert.
    Mitten im Ort. Keine Beschwerden. Ab und gibt es sogar Getränke.
    Grüße Gerrie
     
  17. Wuffy

    Wuffy Gehört zum Inventar

    Draussen üben....kann auch direkt einträglich sein ;)

    19424487_682041045329919_2536905138246930092_n.jpg
     
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  18. Pula

    Pula Nicht zu schüchtern zum Reden

    Ich Anfängerin übe von Anfang an (März) viel draußen an verschiedenen Stellen.
    Die Leute, die vorbei kommen sind durchgehend nett und bleiben auch mal auf'n Schwatz stehen.
    N Radfahrer hat mal in aller Ruhe seine Dehnübungen gemacht.
    Beim ersten Mal sagte eine Frau: Oh, von weitem hörte sich das ja an wie eine Schiffshupe.
    Dann eine andere: Oh, das ist ja toll da Sie sowas noch anfangen. (Da habe ich mich alt gefühlt)
    2x hat mich der Förster vertrieben, weil ich mit dem Auto 50m zu weit in die Natur gefahren bin. (An der Heckscheibe lassen sich die Noten so gut ablegen)
    Einmal stand ich neben ner gut befahrenen Güter-Bahntrasse und ein Naturschützer kam und meinte die Vögel könnten sich beim Brüten gestört fühlen.
    Hunde sind manchmal irritiert.
    Letztens war ich nach längerer Zeit wieder an einer Stelle und von weitem rief mir einer zu: Das ist ja toll das Sie mal wieder da sind.
    Eine hat mich auch gefragt, ob sie mich fotografieren darf, hab ich aber abgelehnt.

    Ich find's durchgehend schön da draußen.
     
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  19. zappalein

    zappalein Strebt nach Höherem

    tach zusammen,

    hier in viersen gibt es am -hohen busch-** den sog. -steinkreis-. eine kniehohe, labyrinthähnliche stein und heckenanordnung. in der mitte steht ein baum und eine kleine bank. hin und wieder stehe ich dort und spiele playalongs, oder improvisiere. alles gut bis jetzt. freundliche leute, die auch hinundwieder nachfragen. am äusseren rand stehen, sitzen oder liegen die meisten -zuhörer und vorbeigeher-.

    oft spielen wir auch im duo. mein freund hans @snah62 spielt gitarre über eine allinone-box. wir habe da so ein kleines programm an songs und playalongs. auch hier waren bis jetzt die reaktionen alle positiv. (ausser oskar. der haut meistens ab und sucht sich artgenossen. die haben dann besseres zu tun. nur zum saufen kommt er zurück. auch gut.)

    beim nächsten besuch, bitte ich hans einige fotos zu machen, oder besser vllt einen clip.

    ein schönes wochenende

    lg

    **ein grosses öffenliches areal mit weiter entfernt gelegener skateranlage, streetbasketball, sport und liegewiese, hundefreilauf. auf dem gelände fand in der coronafreien zeit auch das 3 tägige und über die grenzen hinaus bekannte -eier mit speck- festival statt.
     
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  20. Nilu

    Nilu Ist fast schon zuhause hier

    Gestern Vormittag unter der A5 beim üben:
    Ein sehr betrunkener Radfahrer stoppt, kommt auf mich zu ,begrüßt mich stürmisch und nahe. Er sprich ganz wenig deutsch ,ein Italiener.
    Er sagt, dass er mich vor seit 2 Jahren schon einmal gehört hätte und dass ich inzwischen "progress" gemacht hätte. Mein Sound wäre "blumig" und ich würde jetzt mehr Töne hintereinander spielen. Das hat mich erfreut.
    Dann schaut er in meine Noten und sagt: das ist Mathematik. Er könne und brauche so etwas nicht.
    Anschließend stellt er seine halb mit Sprit gefüllte PET - Flasche auf meinen Saxkoffer, greift sich an die Brust und beginnt italienische Arien zu singen.
     
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