Einkommen der Künstler in Deutschland

Dieses Thema im Forum "Eigene Themen" wurde erstellt von Gerrit, 6.Dezember.2017.

  1. Gerrit

    Gerrit Guest

    Metapher...
     
  2. Claus

    Claus Moderator

    Jetzt komm mal bitte wieder runter und mäßige bitte Deine Sprache. Du hast eine Diskussion vom Zaun getreten, die wir bereits in der Vergangenheit gefühlte 20 Mal intensiv durchgekaut haben. Immer mit dem gleichen Ergebnis: auf den (durchaus berechtigten) Hinweis auf die schwierige finanzielle Situation vieler Musiker folgt (der in der Sache ebenso berechtigte) Hinweis, dass dies kein Alleinstellungsmerkmal von Musikern ist und dass bei der Berufswahl eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür sprach, dass man nicht auf Rosen gebettet sein würde. Wenn diese zunächst einmal völlig wertfreien Beobachtungen nicht in Dein Weltbild passen, ist das noch kein Grund, ausfällig zu werden.
     
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  3. Gerrit

    Gerrit Guest

    In sehe darin eine Respektlosigkeit: Konzerte besuchen, Workshops, sich von Profis coachen lassen, deren Dienste in Anspruch nehmen, aber zugleich deren Kurzsichtigkeit bezüglich ihrer Berufswahl hier ausbreiten. Das in einem Saxophonforum. Das halte ich für völlig unangemessen und ein Ärgernis. Mich selbst betrifft es ja nicht unmittelbar, ich bin durch meine Arbeit gut versorgt, aber ich denke an all die anderen... Ich meine, wenn man hier, in diesem Rahmen, in dem sich auch etliche Berufsmusiker tummeln, die hier andere an ihrer Erfahrung bereitwillig teilhaben lassen, deren Vernunft im Zusammenhang ihrer Berufswahl bezweifelt, und dies ist hier bereits mehrfach geschehen, dann ist das ein Ärgernis, das Deinen Unmut mindestens so erregen sollte wie meine Wortwahl.
     
  4. Bernd

    Bernd Gehört zum Inventar

    Hallo @rbur, was Du da ergoogelt hast, ist die offizielle Darstellung, die jedoch in der Realität konterkariert wird.
    Der Verein wurde erst nach ca. 1 Jahr nach Installation des Bürgerrufautos auf Initiative der Stadt ins Leben gerufen, um eine rechtssichere Grundlage für den Betrieb zu schaffen.
    Realität ist, dass das örtliche Taxi-Unternehnen diese Zeitspanne nicht durchhalten konnte, Fahrzeuge abgestoßen hat und Fahrer entlassen musste.
    Realität ist auch, dass nur dann Fahrten abgelehnt werden, wenn das Auto zum angefragen Zeitpunkt schon anderweitig gebucht ist.
    Realität ist auch, dass die Stadt die Beherbergungsbetriebe (auch uns) gebeten hat, entsprechendes Info-Material auszulegen und die Gäste auf das Angebot aufmerksam zu machen.
    Realität ist auch, dass das Bürgerrufauto auch für Fahrten zum Arzt oder zur Physiotherapie genutzt wird. Aufgaben, die normales Taxi-Business sind und von den Krankenkassen erstattet werden.

    Es stimmt, dass die Fahrt einen Tag vorher angemeldet werden muss.

    Es ist ein Treppenwitz, dass diese Einrichtung mit Steuermitteln bezahlt wird, die u.a. auch vom Taxi-Unternehmen stammen, dem damit die wirtschaftliche Existenz zerstört wird.

    Ach ja: Am Sonntag fährt das Bürgerrufauto nicht. Diese paar Brosamen werden dem Taxi-Unternehmen überlassen.
     
  5. Claus

    Claus Moderator

    Du regst Dich also im Namen der anderen auf? Auch eine Beschäftigung....o_O

    Ich teile aber Deine Aufregung auch in der Sache nicht. Nach meiner Beobachtung sind hier hauptsächlich Menschen unterwegs, die Musikern und ihrem Schaffen ein überdurchschnittliches Maß an Wertschätzung entgegenbringen. Und die durch den Besuch von Konzerten und die Bereitschaft, Unterrichtshonorare zu zahlen, die dem einen oder der anderen auch nicht leicht fallen (weil sie erst mal verdient werden müssen), oder durch die Tatsache, dass sie Musik und Noten tatsächlich kaufen statt sie irgendwo zu schnorren ganz bewusst einen Beitrag leisten zur Sicherung der finanziellen Grundlagen der Musiker und Künstler.
     
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  6. Gerrit

    Gerrit Guest

    Die achtsame Mehrheit muss sich durch meine Wortwahl auch in keiner Weise angegriffen fühlen, wohl aber die einigen wenigen, die sich hier in dieser Weise über Leute auslassen, deren Dienste sie sonst gerne in Anspruch nehmen. Und ja: ich nehme wahr, wie Menschen über andere sprechen und erkläre mich solidarisch mit denen, die es ggf. betrifft, ganz gleich übrigens, welchen Beruf sie ausüben oder welcher Herkunft sie sind.
     
  7. rbur

    rbur Moderator

    Danke für die Aufklärung @Bernd
    Die hätte gerne auch etwas früher kommen können, bevor wir hier seitenweise darüber diskutieren.

    Dann hätte ich dir nämlich gleich folgendes schreiben können:
    Wenn mir einer erzählt, dass er wegen EINES Autos, das nicht mal die ganze Zeit fährt, MEHRERE Autos stilllegen und MEHRERE Fahrer entlassen muss, dann glaube ich ihm das schlichtweg nicht.
     
  8. ToMu

    ToMu Ist fast schon zuhause hier

    Diskussion ist einer Demokratie gut - zuviele??

    der Thread nennt nich:
    Einkommen der Künstler in Deutschland

    kurzum, viel zu wenig, man schaue auf die Nachbarländer - warum das in "deutsche-land" so ist? - keine Ahnung.
    es ist und bleibt einharter Job.


    Just my 5 ...
     
  9. Claus

    Claus Moderator

    Das klingt ja sehr nobel, aber es ist eine Art von "praeemptiver" Solidarität, da noch niemand von denen, "die es ggfls. betrifft", sich ähnlich echauffiert hat wie Du...
     
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  10. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier

    ...und neue schafft.

    Wir digitalisieren und automatisieren seit über 20 Jahren. Massenarbeitslosigkeit gibts trotzdem nicht obwohl es z.B. (fast) keine Sekretärinnen mehr gibt.
    Dafür hätte vor 25 Jahren keiner gewusst was ein Web - Designer ist.

    Nee, ich will auf was Anderes raus:

    Das Töchterchen einer guten Freundin musste uuuuunbedingt Ägyptologie studieren. Die Unis werfen pro Jahr mehr Ägyptologen auf den Arbeitsmarkt als es Jobs in Deutschland gibt, aber sie betrachtete es als ihre Erfüllung.

    Wenn man meine Freundin heute fragt was ihre Tochter studiert hat und welchen Job sie hat antwortet sie "Taxifahrerin".
    Dass die Junge Dame sich auf einen sehr abenteuerlichen Berufsweg mit sehr unsicherer Versorgungslage begeben hat muss ihr ja wohl klar gewesen sein. Stichwort "denkendes Wesen".

    Hey komm, kein Grund sauer zu werden. Ich will hier niemanden zu nahe treten. Auch Dir nicht. Ich sag nur meine Meinung zu dem Thema. :peace:

    Die Situation auf dem "Musikermarkt" oder auch "Musikpädagogenmarkt" liegt wahrscheinlich daran, dass sich zu viele auf diesem Markt drängen. Weder die Musikschulen (privat oder öffentlich) noch Veranstalter oder Musikschüler haben zur Zeit anscheinend Probleme Musiker zu finden die bereit sind für das gebotene Salär zu arbeiten. Wären Musiker oder Musiklehrer knapp sähe das anders aus. Öffentliche Förderung aus diesem Grund (Einkommenssicherung) ist meiner Meinung nach nicht sinnvoll.



    SlowJoe
     
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  11. Gerrit

    Gerrit Guest

    Doch durchaus in der Sparte „Unterhaltung“ dieses Forums...
     
  12. rbur

    rbur Moderator

    da kenne ich mich leider gar nicht aus, und die entsprechenden Fremdsprachen zum selbst recherchieren kann ich auch nicht. Aber hast du da vergleichendes Zahlenmaterial zB aus Frankreich, Polen oder Dänemark?
     
  13. ToMu

    ToMu Ist fast schon zuhause hier


    das ist müssig!- das schnappt man über monate auf, ohne sich gedanken zu machen des URL
    eigentlich hat man dafür ein REM - sprich gedächtnis, sorry, ich kann aber nicht anders.
     
  14. Ottokarotto

    Ottokarotto Ist fast schon zuhause hier

    Marktwirtschaftlich mag diese Aussage stimmen - ist aber m.E. auf die Situation der Musiklehrer nicht übertragbar.
    Ich hatte neulich die Honorar-Empfehlung des Tonkünstlerverbandes vorliegen, was ein selbständiger Musiklehrer verlangen müsste, gemessen an seiner Ausbildung und Berufserfahrung. Wenn Ihr als Schüler das zahlen müsstet, würde hier ein großer Aufschrei kommen. Warum aber verlangt keiner dieses Honorar? Weils die Musikschulen für weniger machen! Bei uns im Ort kostet die halbe Stunde Einzelunterricht an der örtlichen Musikschule 63,-. Als Privatlehrer kann man kaum mehr verlangen, außer man hat einen guten Ruf und ist ausgelastet.
    Das entspricht aufs Jahr einem Stundensatz von 40,- (und nur, wenn man von der MwSt. befreit ist) - dafür bekommt Ihr keinen Handwerker ins Haus.
    Bin aber nun wieder raus. Schöne Weihnachten allerseits.
     
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  15. abraxasbabu

    abraxasbabu Ist fast schon zuhause hier

    Es gibt Menschen und es gibt Arbeit. Die einen haben keine Arbeit die anderen machen Überstunden. Viele davon unbezahlt. Reden wir doch mal wieder über die 35 Stundenwoche. Dann bleibt auch mehr Zeit um Musik zu machen oder um in ein Konzert zu gehen. Oder machen wir weiter wie bisherund legen uns das 10 handy in die Schublade weil das neue einen Rasieraperatmit eingebaut hat. Diese Geselschaft ist krank.
     
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  16. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Lieber @Gerrit

    das, worüber Du Dich so aufregst, ist doch beileibe kein Sonderphänomen von Musikern!

    Es gibt auch andere Märkte, wo es ähnlich problematisch ist, denk' mal an die Gastronomie.

    Jeder, der einen Beruf wählt, wird sich zuvor auch über die wirtschaftlichen Aussichten schlau machen und bewußte Entscheidungen treffen. Der kann dann aber auch hinterher nicht jammern, dass die Bezahlung so mies ist.

    Es ist auch nicht Aufgabe des Staates darüber zu entscheiden welche Berufsgruppen wieviel zu verdienen haben.

    Gleichwohl ist es die Aufgabe des Staates diejenigen mehr zu belasten, die es sich leisten können, um damit Mittel zur Verfügung zu haben um die zu entlasten, die am uteren Einkommensende leben.

    Das tut der Staat ja auch:

    Die oberen 10% der Einkommensbezieher tragen 55,5% des Einkommenssteueraufkommens.

    Die unteren 50% tragen 5% des Einkommenssteueraufkommens.

    Gerecht? Noch nicht gerecht? Gar nicht gerecht? Aus welcher Sicht?

    Klar kann man diskutieren, ob die Leistungsträger nicht noch mehr schultern können....ist nur legitim....die Mehrheit entscheidet schließlich.

    Insofern gehen m. E. Deine Einwürfe z. T. auch einfach an der Realität vorbei, sorry...

    CzG

    Dreas
     
    Zuletzt bearbeitet: 21.Dezember.2017
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  17. slowjoe

    slowjoe Ist fast schon zuhause hier

    Ich bin mir da nicht so sicher, lasse mich aber gerne überzeugen.

    Es gibt schon einen "Markt" auf dem Musiker und Musiklehrer ihre Leistungen anbieten.
    Und auf jedem Markt führt Überangebot oder Nachfragerückgang zu Preisverfall.
    So hart das für diejenigen die sich auf diesem Markt tummeln auch sein mag.


    SlowJoe
     
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  18. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    @slowjoe

    Das sehe ich auch so.

    CzG

    Dreas
     
  19. logout

    logout Ist fast schon zuhause hier

    Weißt du wieviel Web-Designer mittlerweile arbeitslos sind weil mit Aufkommen des Internets quasi jeder Arbeitslose 'ne Umschulung als Web-Designer durchlaufen hat?
    Das Arbeitsamt hinkt mit ihren Ausbildungs-/Umschulungsmaßnahmen dem Trend immer gewaltig hinterher.
     
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  20. rbur

    rbur Moderator

    sorry, aber ich arbeite 39,5 Stunden pro Woche, bin in drei Orchestern aktiv, habe mehrere zeitintensive Ehrenämter, spiele in einem Saxophonorchester und in einem Quartett, besuche Workshops und nehme Unterricht. Meine Kinder sind nicht verwahrlost und meine Hütte bricht auch nicht vor Vernachlässigung zusammen.
    Wer meint, bei einem normalen Bürojob keine Zeit zum Musikmachen zu haben kann gerne bei mir vorbeikommen. Ich zeige ihm, wo er die Zeit hat.
     
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