Euer Saxophon - Werkzeug oder Lebensgefährte?

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Gelöschtes Mitglied 5328, 7.April.2012.

  1. Gelöschtes Mitglied 5328

    Gelöschtes Mitglied 5328 Guest

    Ja, Wuffy,

    so hatte ich es gemeint. " Lebensgefährte" trifft es natürlich nicht.
    "Wegbegleiter" umso mehr.

    Für mich ist mein Instrument eben nicht nur das Werkzeug, dass funktionieren muss.

    Da muss auch auch irgendwie der Funke überspringen, das Gefühl da sein, "ja das ist es, da fliesst was, da kann ich was vermitteln. Ein gewisses
    Feeling eben. "

    LG

    Dreas
     
  2. Tonkönigin

    Tonkönigin Schaut öfter mal vorbei

    Schönes Diskussionsthema.
    Also, meine Saxe haben zumindest "Haustier-Status" und mein erstes Sax ist sowas wie der erste Teddy ;-)
    Den Lebensabschnitt der letzten 4 Jahre hat es intensiv begleitet. Jedenfalls viel mehr Gefühl als nur zu einem hübschen Stück Materie. Liebe, irgendwie schon auch, vielleicht eher Begeisterung, Engagement. Mein Mann ist glücklicherweise nicht eifersüchtig, spielt ja selbst Sax, gemeinsames Hobby, mit dem wir viel Zeit verbringen. Wegbegleiter finde ich schön, passend.
    Ich glaube, dass Profis das Sax eher als Arbeitsmittel sehen ...
    Gruß Ingrid (Amateurin)
     
  3. wilber

    wilber Ist fast schon zuhause hier

    Warum wusste ich schon, bevor ich diesen Thread öffnete, dass Andreas ihn gestartet hatte :)


    Lebensgefährte ist mir ein bisschen zu viel für etwas Lebloses. Werkzeug auf der anderen Seite zu wenig.

    Generell kann ich mich für Dinge "begeistern" (dieses Wort finde ich angemessener), die schön anzusehen, ein besonderes Design haben oder ihren Job exzellent erledigen.

    Dazu gehören neben meinem Conn New Wonder II Sopran mein Macbook (das "mein" hier ohne die Applejünger übliche Betonung) aber auch so banale Dinge wie ein vernünftiges Küchenmesser, dass ich mir letztes Jahr kaufte, mit dem es jedesmal auf neue Spaß macht zu schnippeln und zu schneiden, ein stabiler hochwertiger Regenschirm, den ich mir zu Weihnachten schenken ließ (leider schon wieder im Kino liegen gelassen :-( u.a.

    Ich empfinde für diese Dinge einge gewisse Zuneigung in dem Sinne, dass es immer wieder Spaß macht, diese in die Hand zu nehmen und zu verwenden. Hergeben würde ich diese auch nicht.

    Nicht weniger – aber auch nicht mehr.

    Emotional berühren mich da schon eher die Dinge, die ich mit diesen "Werkzeugen" in der Lage bin zu tun (endlich ein Instrument spielen können, endlich Noten lesen können, endlich Gemüse und Kräuter wie die Profis schneiden usw.).

    Gruß

    Jürgen

     
  4. Gast

    Gast Guest

    Ganz deiner Meinung, Jürgen!;-)

    Außer dem Küchenmesser hab ich noch 'nen super, kabellosen
    Pürierstab mir schenken lassen! :-D

    Gruß, Ww.
     
  5. Juju

    Juju Strebt nach Höherem

    Moin! Nun, ich neige ja generell dazu, alle möglichen Dinge zu vermenschlichen (und ihnen Namen zu geben), egal ob Saxophone, Auto, Mikrophone, Uhr, Espressomaschine etc etc :-D :-D
    Ich habe selten mal mein Saxophon gewechselt, und ich betrachte sie eher nicht als Werkzeug, sondern als eine Verlängerung von mir... Dave hat auch nicht häufig gewechselt, und für ihn sind seine Saxophone auch nicht nur Werkzeug, aber funktionieren müssen sie durchaus, und sollte ihm ein Besseres über den Weg laufen, wäre er auch nicht sentimental. Für uns beide sind Klang und Intonation von größter Bedeutung, wobei einem das auch nichts nützt, wenn man das Instrument technisch nicht beherrschen kann.. Ich habe schon manchmal ein schlechtes Gewissen meinem Mark VI gegenüber, es liegt bei mir rum und ich habe es seit dem Conn nie wieder gespielt und habe auch gar nicht das Bedürfnis...
    LG Juju
     
  6. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

    Tonkönigin schrieb:

    Was für Blätter frisst es denn? :-D Sorry, musste uuuunbedingt gesagt sein :-D

    Aber noch zum Thema: Lebensgefährte? Nein sicher nicht, da muss es sich schon um eine lebendige Begleitung handeln, damit ich diesen Ausdruck verwenden würde. Ein emotional behaftetes Lieblingswerkzeug vielleicht, ja. Aber auch das könnte sich wandeln, früher waren das mal andere Sachen. Kämen mir die Saxophone abhanden, würde mir schon etwas fehlen, das würde auch emotional (nicht nur wegen der Kohle) etwas hinterlassen. Eine Beziehung dazu habe ich schon. Die könnte ich aber durchaus auch zu einem Küchenmesser haben :-D .

    antonio
     
  7. Gelöschtes Mitglied 5328

    Gelöschtes Mitglied 5328 Guest

    Ja mein Lieblingskochmesser habe ich auch....oder meinen ganz
    alten Plattenspieler...

    @ Wattwürmchen

    "...kabelloser Pürierstab..."

    Den habe ich mir auch vor zwei Jahren zu Weihnachten schenken
    lassen.

    Wobei das Sax zwischenzeitlich eine besondere Stellung einnimmt.

    LG

    Dreas
     
  8. DirkThomsen

    DirkThomsen Ist fast schon zuhause hier

    Dem kann ich zustimmen. Ich habe ein Faible für alte Instrumente und konnte "natürlich" nicht umhin, gestern im Deutschen Museum die Blasinstrumente eingehend zu begutachten. Bewunderung für Handwerkskunst, Design etc und womöglich damit verbundene Sammlerleidenschaft ist jedoch ein Aspekt. Aus musikalischer Sicht hingegens muß ein Sax m.E. in erster Linie eines: Problemlos spielen!

    Viele Grüße, Dirk
     
  9. flar

    flar Guest

    Moin, moin zusammen,
    also die Sammelleidenschaft habe ich glücklicherweise nicht, allerdings bin ich auch nicht ganz davor sicher völlig emotionslos auf meine Instrumente zu reagieren. Ich habe alle schon sehr lange und verbinde mit allen auch unendlich viele Erlebnisse und Begebenheiten, positve und negative!
    Mein erstes Sax wartet im Moment gerade auf eine Neubepolsteung (schon seit 2 Jahren, nun ja), ich habe noch ein baugleiches also brauche ich es nicht unbedingt. Weg geben, nein das mache ich auch nicht, der funktionierende Ersatz wurde schon in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts beschafft als sich bei meiner großen ersten Saxliebe der S- Bogen für immer verabschiedet hat. Etwas später bekam ich dann auch noch einen passenden S- Bogen geschenkt und hatte somit zwei „Schlechtwetterkannen“ und meine Alt und Tenor Selmersaxe. Eigentlich zu viel aber verkaufen, nein, nur im absoluten Notfall. Sollte eines mal wieder den „Geist“ total aufgeben und nicht mehr in einem vernünftigen Preisleistungsverhältnis reparabel sein, dann muß ein funktionierendes Neues her, aber ich würde das kaputte Instrument höchstens selbst als Ersatzteillager benutzen, aber nicht weg geben. Das ich mir da mit meiner Gefühlsduselei einen echten Luxus erlaube ist mir klar und genauso klar ist auch wenn ich ein neues Sax bräuchte und nur finanzieren könnte wenn ich die alten weg gebe das man sie morgen hier in den Kleinanzeigen finden würde. Ich finde diesen Thema übrigens sehr interessant, das ist so ein Ding was einen zum Nachdenken bringt!

    Vielen Dank dafür Andreas und viele Grüße an alle Flar
     
  10. saxfax

    saxfax Strebt nach Höherem

    Werkzeug.

    Aber der gute Handwerker pflegt sein Werkzeug, entwickelt im Laufe der Zeit auch eine gewissen Zuneigung zu seinem Lieblingswerkzeug, sei es Auto, Küchenmesser oder Saxophon. So ähnlich ist es bei mir.

    Besten Gruß
    Saxfax
     
  11. ehopper1

    ehopper1 Strebt nach Höherem

    Kann saxfax nur recht geben.
    Ich habe so viel Freude mit meinen "Werkzeugen", dass ich mit den Jahren einen besonderen Bezug dazu entwickelt habe.
    Ich nehme die Instrumente gerne zum Spielen in die Hand.
    Genauso wichtig ist mir die gute Pflege nach dem Spielen, egal ob Üben zu Hause, Probe oder Auftritt.
    Eine gute Reinigung des Instruments bewirkt ja nicht nur Freude, wenn man es beim nächsten Mal sofort wieder in die Hand nehmen kann.
    Es verlängert ja erheblich die Zyklen zwischen Generalüberholungen. Und die sind ja nicht gerade billig!

    Lg
    Mike
     
  12. Gelöschtes Mitglied 5328

    Gelöschtes Mitglied 5328 Guest

    Na wir hatten ja einen tollen Austausch hier.

    Dahinter steht nun die Grundsatzfrage ob wir Gegenständen
    gegenüber Gefühle entwickeln können oder nicht Und diese Gefühle stehen natürlich nicht im Widerstreit gegenüber Gefühlen gegenüber Menschen.

    Dennoch empfinde ich einen Unterschied zu einem "nützlichen
    Gegenstand" oder einem Gegenstand, der irgendwie mit mir
    "kommuniziert".

    Zu Studienzeiten war ich ein ganz "heißer" Windsurfer. Ich habe
    dann auch mit Surfboards gehandelt.

    Viele waren gute Boards, mit denen ich prima zurecht kam.

    ABER es gab auch welche wo ich das Gefühl hatte, "Wow,
    das passt zu mir, da ist alles stimmig, das kommuniziert mit mir "

    Ich bin hier etwas vorsichtig, da ich nur ein döseliger möchtegern
    Saxophonist bin und vieles was ich so wahrnehme "anfängerk..."
    gegdnüber der erfahrenen Saxer ist.

    Aber seit ich das Conn habe ist "etwas" passiert. Mein Buescher war
    tolll, aber auf einmal ist bei mir ein Funke übergesprungen.
    Und es fühlt sich gut an. Ich bin ja an das Thema völlig nüchtern
    rangegangen.

    Fazit für mich, auch nach den Beiträgen:

    Ja ein Sax ist ein Sax und auch nur ein Werkzeug. Aber wie wir
    ein Werkzeug empfinden, ist sehr individuell.

    Habt eine geruhsame Nacht!

    Dreas

    P.S.
    @ Wilber
    Pfffff.... erwischt....
     
  13. Saxfriend

    Saxfriend Ist fast schon zuhause hier

    Hi,
    tja, ich gehöre wohl auch zu denen, die ihren Lieblingsdingen Namen geben und sie hegen und pflegen.
    Meine BMW GS ist "meine Dicke." Bei meinen Saxen gibt es keine Nicknames, aber ich betrachte sie mit viel Leidenschaft und Respekt und achte darauf, dass sie gut behandelt werden. Ich gebe sie ungern aus der Hand, sie sind für mich sehr wertvoll und bereiten mir große Freude.
    Ein Haustier ist ein Haustier, ein Sax ein Sax......Ich bin Amateur und kein Profi, von daher ist es für mich auch nicht nur ein Mittel zum Zweck ( Werkzeug ), sondern ein Designerstück, mit dem ich mich ausdrücken kann :cool:Ne, kein Lebensgefährte......
    Ja, so ist das,
    Saxfriend
     
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