Fragen zum Selmer Claude Delangle Mundstück

Dieses Thema im Forum "Mundstücke / Blätter" wurde erstellt von altblase, 21.November.2021.

  1. altblase

    altblase Ist fast schon zuhause hier

    Hallo, liebe Saxgemeinde,
    irgendwann landet mancher Saxophonist wegen der Mundstückfrage beim Psychiater. Habe ich irgendwo gelesen...Nun gut, ich bin privat versichert...:cool:

    Das Delangle Mundstück spricht mich vom Design her super an. Ist es auch so super, wie es aussieht?

    Auf meinem Yamaha YAS 82z spiele ich zur Zeit das Playnick LM2 mit Legere Signature 2. Bin damit gut zufrieden. Entspricht vom Blasgefühl her in etwa dem Selmer S 90 180/190, nur noch etwas feiner abgestimmt mit dem Legere Blatt. Eigentlich alles gut, bis auf die schlaflosen Nächte, dass es noch ein anderes Mundstück gibt. Vielleicht noch besser als mein gegenwärtiges?

    Zum Claude Delangle ein paar Fragen:
    1. Wie ist die Ansprache? Genauso leicht wie mit den o.g. Mundstücken? Wie sprechen die Töne unter dem tiefen C an? Habe irgendwo gelesen, dass man sich da mehr erarbeiten muss als bei anderen klassischen Mundstücken.
    2. Klangfarbe eher heller oder dunkler?
    3. Ist das Spielgefühl ein anderes als bei einem Mundstück mit quadratischer Kammer? Macht sich der Materialmix positiv bemerkbar? Hat er überhaupt einen Einfluss auf das Spielgefühl?
    4. Hat es auch etwas von einem Allrounder, d.h. auch für dezent gespielten Jazz geeignet?
    5. Verträgt es die Legere Signature Blätter?

    Ich bedanke mich für anregende Gedanken!:cool:
     
  2. Mini

    Mini Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Altblase.

    Die Ansprache ist gut, aber nicht ganz so leicht wie bei meinem S80.
    Dunkler, oder auch weniger grell. Ich spiele das Delangle neuerdings in der Big Band am 1. Alt und wure von Bandleader (auch Saxophonist), dem dies nicht bekannt war, nach der ersten Probe angesprochen: Hast Du einen neues Saxophon? Klingt gerade im Satz toll.
    Jedes Mundstück spielt sich irgendwie anders. Das Delangle liegt da nach meinem Gefühl nahe bei den eher klassischen Mundstücken.
    Nicht nur für dezent gespielten Jazz, aktuell z. B. für Cound Bubba von Gordon Goodwin im Einsatz.
    Nicht getestet, spiele auf dem Alt Holz.

    Gruß
    Mini
     
  3. altblase

    altblase Ist fast schon zuhause hier

    @Mini
    Danke, für Deine ausführlichen Informationen!
    Bemerkenswert, dass es auch in einer Bigband eine gute Figur macht.
    Ein S 80 C*?

    Hatte ich vor etlichen Jahren mal. Kam da nicht so gut mit klar. Hatte ein Problem damit, die Töne über g2 adäquat zu halten.

    Hatten mich wahnsinnig angestrengt und demzufolge zu hoch intoniert. Lag es am Mundstück?

    Beim folgenden S 90 180 fiel es mir dagegen leicht.Das Playnick LM2 brachte noch Nuancen an Verbesserung.

    Wie sieht es beim Delangle mit der Tiefe aus? Lässt sich das tiefe B gefahrlos leise anblasen?:cool:
     
  4. claribari

    claribari Ist fast schon zuhause hier

    @altblase , also die Fragen 1 bis 5 kriegst du alle nur bewantwortet, wenn du es an deinem Alt ausprobierst!
    Ich habe es auf Buescher und Chu Berry gespielt und fand es schlicht formuliert:
    SEHR GENAU!
    Da kan man viel reininterpretieren.
    Ich werde es wie noch andere Alt mpc bei kleinanzeigen einstellen, weil ich meine reichliche Zeit nur der Albert Klarinette und dem Sopran widmen möchte.
    Sonst bestell doch z.B. bei T. zur Probe!
    Oder du probierst meins ohne "Kaufzwang" .
     
  5. Huuuup

    Huuuup Strebt nach Höherem

    Ich spiele das Delangle in der Klassik und bin begeistert. Es ist etwas offener als ein S80 aber man wird durch einen klareren Ton entschädigt
     
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  6. Mini

    Mini Ist fast schon zuhause hier

    S80D
     
  7. Mini

    Mini Ist fast schon zuhause hier

    Ja
     
  8. Ottokarotto

    Ottokarotto Ist fast schon zuhause hier

    Ich persönlich fand das Claude-Delangle extrem "fordernd" im Sinne von anstrengend. Für mal eben schnell taugt es m.E. nicht. Die Erfahrung habe ich für mich auch mit dem Concept gemacht, die ja sehr ähnlich sind.
    Aus diesem Grund bin ich bei meinem Soloist C** mit V21 2,5er Blättern geblieben.
     
  9. Huuuup

    Huuuup Strebt nach Höherem

    Das stimmt,auch mich hat das Mundstück am Anfang mehr gefordert. Aber es gibt mir auch mehr zurück wie viele andere Klassikmundstücke. Der Ton ist für mich viel flexibler und formbarer,und die Projektion des Klangs trägt weiter in den Raum,es hat einfach mehr (sorry)

    Das mehr was man am Anfang an Arbeit reinsteckt bekommt man später mit Zinsen zurück
     
  10. altblase

    altblase Ist fast schon zuhause hier

    Erst einmal recht herzlichen Dank für die Mitteilung Eurer Eindrücke!
    Ich hatte es mir fast schon gedacht, ein klasse Mundstück, das aber das tolle Klangergebnis nicht zum Übenulltarif bereitstellt.
    Nach dem Motto "Don`t change a running system!" werde ich doch lieber beim Playnick LM2 bleiben. Für mich mit wenig Einsatz und Anstrengung bei guten Ergebnissen verbunden.

    Der letzte Satz von @Huuuup "...was man am Anfang an Arbeit reinsteckt..." hat meine vorherigen Zweifel bestätigt. Und gerade "Arbeit" kann ich aus Zeitgründen auf dem Alt nicht investieren. Ich konzentriere mich da lieber auf das Tenor und etwas Bariton.

    Das Alt ist für mich ein Saxophon, das man einfach besitzt und ohne Üben sofort losgehen muss, wenn ich es einmal im Monat anspiele, um die Funktion zu testen oder ggf. in der Bigband das 2. Alt kurzfristig zu vertreten. Dafür bin ich mundstückmäßig mehr als gut aufgestellt. Ich zweifel daran, dass ich mit dem Delangle beim gleichen Null-Übeeinsatz die gleich guten Ergebnisse wie mit dem LM2 erzielen würde.

    Fazit: Nicht alles, was einem zunächst als Verbesserung erscheint, muss einem am Ende wirklich zur Verbesserung führen!:cool:
     
    Zuletzt bearbeitet: 21.November.2021
  11. Huuuup

    Huuuup Strebt nach Höherem

    Dann versteh ich deine Frage nicht. Wozu fragst du wenns doch bei dir passt ?:eek:
     
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  12. altblase

    altblase Ist fast schon zuhause hier

    Vielleicht die innere Unruhe darüber, ob es noch was Besseres könnte, bei gleichem (Nicht)Übeaufeand? Ich denke, da bin ich hier im Forum nicht der einzige.

    Habe das Delangle erst in der Werbung gesehen. War da schon vom Design fasziniert. Dann habe ich es vor ein paar Wochen bei einer Probe mit einem Projektblasorchester in der Hand gehalten. Das Mundstück fühlte sich äußerst wertig an. Der Materialmix hatte es mir angetan.

    Der betreffende Altist berichtete darüber, dass es sich leicht spielen lasse. Aus seiner Perspektive! Er bläst sonst auf großen Jazzmundstücken mit harten Blättern und ist auch ein passabler Klarinettist. Irgendwie ansatztrainierter als meine Wenigkeit.

    Aber, es ist doch gut, wenn man hier im Forum durch den Gedankenaustausch zur Erkenntnis gelangt, dass es manchmal besser ist, an Altbewährtem festzuhalten.

    Ich bin da jetzt auf alle Fälle beruhigter.:cool:
     
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  13. Huuuup

    Huuuup Strebt nach Höherem

    Mein Tip,probier es einfach mal an,dann hast du eine 100% ige Bestätigung ob es zu dir passt. Ich wusste es vom ersten ton an das das meins wird,obwohl ich etwas mehr arbeit reinstecken musste
     
  14. Frau Buescher

    Frau Buescher Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Altblase,
    welche Öffnung hat das Playnick?
    Das Delangle hatte für mich einen zu hohen Blaswiderstand.
     
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  15. Sebastian

    Sebastian Ist fast schon zuhause hier

    Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich lesen darf, wie Leute mitunter auf hautpsächlich für den klassischen Gebrauch konzipierten Mundstücken Lead Alto spielen. Da wäre ich sehr neugierig auf Aufnahmen.
    Ich kann mir das nur so erklären: Die Band schafft es gut sich auf eine nicht so hohe Grundlautstärke auszutarieren bzw. ist eher auf den Miller, Dorsey & Co. Stil fokussiert und/oder die Saxis werden mikrophoniert. Oder es wird einfach in Kauf genommen, das die Sax-Section etwas untergeht. @Ton Scott hatte letztens ein relevantes Video gepostet: https://www.saxophonforum.de/threads/klassik-und-jazzmundstuecke-im-saxophonsatz.57055/
    Ich muss unverstärkt über eine elektrifizierte Rhythmusgruppe drüber kommen, da wäre ich mit 'nem Klassikteil vielleicht nicht ganz auf verlorenem Posten, aber doch zu sehr eingeschränkt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22.November.2021
  16. altblase

    altblase Ist fast schon zuhause hier

    Playnick pflegt nicht über so etwas Banales wie Öffnung und Bahnweite zu kommunizieren.
    Das LM2 entspricht vom Blaswiderstand her meinem alten Selmer S 90 180. Das hat eine Öffnung von 1,45 mm und Bahnweite von 24 mm.
    War heute morgen noch mental ruhig ind entspannt. Du weißt, was solche Aussagen bei einer Saxophonistenseele wieder auslösen können?
    Also, mit Arbeit und Anstrengung verbunden.
    Aber man kam auch zum Ergebnis, dass die Durchmischung von Klassik- und Jazzmundstücken zum besten Ergebnis führen würde.
    Ich gehöre zur Fraktion, die sich kräftemäßig nicht so anstrengt.:cool:
     
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  17. giuseppe

    giuseppe Ist fast schon zuhause hier

    Ich weiß nicht. Ich finde ein guter Altist kann auch auf nem mäßig engen, rundkammerigen Low-baffle piece genug schneiden, und vom Stil gefallen mir solche Sax-Sections oft nicht schlecht. Immerhin haben Ellington und Basie sehr relevantes Repertoire des Genres mit Saxsections eingespielt, die alle sehr niedrig-bafflig-mittel-bis-großkammrig klingen. Ein bisschen mehr Punch, wie es in den 60ern aufkam, finde ich im Satz auch OK. Aber spätere High-Baffle-Sections gefallen mir persönlich nicht so gut, und ich habe auch das Gefühl, dass der Mainstreamgeschmack für BigBand-Satz hier in den letzten 2 Jahrzehnten wieder etwas dunkler wurde.
     
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  18. ppue

    ppue Experte

    Ich finde, ein Mundstück muss nicht zu mir passen. Ich muss zu dem Mundstück passen.

    Wenn man keinen extremen Geschmack hat, also weder auf Baffle oder ein besonders großvolumiges Mundstück steht, dann sollte man bei einem gutmütigen Allround-Mundstück bleiben und sich auf dieses einstellen. Ich halte das Rumgesuche für kontraproduktiv, weil man sich immer wieder neu erfinden muss.

    Ich habe in über 50 Jahren drei Altmundstücke gespielt.
     
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  19. Huuuup

    Huuuup Strebt nach Höherem

    Hat zudem den großen Vorteil,das man ziemlich gut eiińgespielt ufnseinem MPC ist und jede kleinste Macke das es hat kennt
     
  20. Mini

    Mini Ist fast schon zuhause hier

    Man kann auch auf einem klassisch konzipierten Munstück sehr laut spielen.
    Mit offnenen Munstücken war ich in der Big Band immer eher zu laut (in der Probe, bei unverstärkem Bläsern)
    und musste meist am dynamisch unteren Rand spielen.
    Schwierig. Unplugged aus Proben habe ich keine, und Livemitschnitte oder Studioufnahmen mit Einzelabnahme
    genben ja nicht mehr die dynamischen Verhältrnisse wieder.
    Bis auf die Drums (die gute Leute auch knackig und dennoch leise spielen können) haben die doch Lautstärkeregler,
    und die müssen nicht immer auf 11 stehen, das ist eine Frage des Bandleaders, klappt meiner Erfahrung nach ziemlich gut.

    Gruß
    Mini
     
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