Gema fragt Bandgagen ab?

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Werner, 28.August.2012.

  1. saxhornet

    saxhornet Experte

    Das sollen sie auch aber natürlich darf der Verwaltungsaufwand für einen Veranstalter nicht den Rahmen sprengen sonst hat er nicht mehr die Zeit Veranstaltungen zu organisieren.
    Auch sollte die Gema da viel flexibler sein. Ich kenne Musiker die hatten schon die Situation, daß leider zu ihrem Konzert nur sehr wenig zahlende Zuhörer unter der Woche gekommen sind (in Berlin bekannte erfolgreiche Musiker). Hätte die Band jetzt ihre eigenen Songs (bei der Gema angemeldet) gespielt, wären die Kosten für den Veranstalter höher gewesen als das Konzert ausfallen zu lassen. So haben bei der Sache alle verloren. Der Betreiber, die Musiker, die Komponisten und die Zuhörer.
    Im Augenblick gibt es kaum Gewinner bei dem was die Gema macht, ausser Du gehörst zum ausgewähltem inneren Kreis da.
     
  2. Gelöschtes Mitglied1288

    Gelöschtes Mitglied1288 Guest

    Ja Rick, das ganze Leben ist Promo...geht schon beim Zähne putzen los. Mir geht das langsam auf den Keks immer dieses Gerede von "das ist Werbung für Euch". Das höre ich, wenn's um Gagen geht, wenn's um Lizenzen geht und teilweise sogar bei den sog. "Probestunden", die hin und wieder von Privatlehrern verlangt/angefragt werden.

    Wenn ich als Musiker all das als Promo und Werbung ansehe und auch so praktiziere, wovon bezahle ich meine Brötchen? Ich bin auch für leben und leben lassen, aber bitte für alle Berufssparten und -branchen.

    Wieso sind wir Musiker eigentlich immer so blöd und lassen uns auch diesen Mist ein? Ich mach da nicht mehr mit und es geht trotzdem, allen Unkenrufen zum Trotz. Mir wurde noch kein Gig versagt, wegen GEMA-Gebühren, kein Song nicht abgenommen, weil's Lizenzgebühren zu zahlen galt und Probestunden gibt's bei mir gerne...gegen Bezahlung.

    In diesem Sinne wünscht der Saxophon-Kapitalist einen schönen Abend :)
     
  3. prinzipal

    prinzipal Ist fast schon zuhause hier

    du sollst ja auch nicht irgendwelche entfernten leute engagieren, sondern mich !

    wo ist dann das problem ?

    :-D
     
  4. prinzipal

    prinzipal Ist fast schon zuhause hier

    könnten dich die urheber von der verwertung ausnehmen und daher fiele keine gema gebühr an, würden sie also diese 10% mehr bekommen, oder du.

    da sie eh kaum ihre genaue abrechnung erhielten, und du keine gruppen nimmst, die dich nicht ausnehmen könnten, könnten alle ne pizza erhalten, und du hättest satte und glückliche musiker und weniger steuern zu zahlen.

    so essen sie bei der gema die pizza ...

    :-(
     
  5. rbur

    rbur Gehört zum Inventar

    Wie bitteschön sollen mich die 50 verschiedenen Urheber von 6 Stunden Coverband-Tanzmusik von der Vergütung ausnehmen?
    Soll ich die alle anschreiben?
     
  6. Gelöschtes Mitglied1288

    Gelöschtes Mitglied1288 Guest

    @ rbur: das wäre eine Alternative zum GEMA-Modell ;-)
    Im Ernst: wir haben das hier beim Verlag grade durch, Piano-Arrangements von Wayne Shorter in Form eines Klavierlehrbuchs rauszubringen. Alleine schonmal einen anständigen Kontakt zu Shorter's Verlag zu bekommen dauerte Wochen. Anschließende Lizenzverhandlungen, über die €-Höhe, Auflagenhöhe, Form etc. pp. nochmals Monate Arbeit. Dagegen Lizenzgenehmigung für's Play-Along bzw- Demo-CD mit Shorter-Songs: 10 Minuten, GEMA-Bogen ausfüllen, eintüten, abschicken, ein paar Euro fuffzig überweisen, fertig.

    Ich präferiere letzteres Modell...als Komponist, wie Verleger. Die Leute sollen schnell und einfach meine Songs spielen, remixen, was auch immer dürfen.

     
  7. prinzipal

    prinzipal Ist fast schon zuhause hier

    ganz einfach: indem man musik von urhebern findet, die das selber wünschen, und die so gut ist, daß gar nicht erst der wunsch aufkommt, den industriellen gema schrott nachzuspielen.

    würde auch der leichten muse guttun ...

    aber für jejeje- musik wird doch sicher tüchtig eingenommen ? da sollte doch gema kein problem sein.

    und das anschreiben per e-mail geht auch bei der gema erstaunlich leicht von der hand, besonderes wenn man dann nix bezahlen muß ...


    :-D
     
  8. Gelöschtes Mitglied1288

    Gelöschtes Mitglied1288 Guest

    prinzipal, ich nehme an, dein letzter post war nicht ernst gemeint.
    ist denn jetzt a) alles was bei der gema gemeldet ist schrott? b) soll ein veranstalter von tanzveranstaltungen noch extraarbeitnehmer anstellen, um dein modell verwaltungstechnisch bewerkstelligen zu können?
    Was ist denn dabei, wenn die gema für uns urheber 10% der eintrittsgelder abzwackt? ich verstehe echt diese ganze diskussion langsam nicht mehr.

    prinzipal, ich hab da ne idee, die du durchführen könntest: gründe eine neue verwertungsgesellschaft nach deinem modell. wenn's gut läuft kündige ich der gema und werde dein kunde. bis dahin schreib ich noch ein paar songs und melde die bei der teuflischen gema an :)

    zur info mal'ne anhängliche info der gema.

     
  9. prinzipal

    prinzipal Ist fast schon zuhause hier

    nun, es ist nicht mein modell.

    der praxisbetrieb in england zeigt die ungeheuren vorteile, die es dem urheber erlauben, selber zu entscheiden, was er verrechnet und doppelt bepreist oder nicht.

    typisch für eine bestimmte mentalität der insassen eines betimmten landes scheint mir jedoch, daß im falle der verwertungsausnahme gleich nach der möglichkeit gesucht wird, gar keine verwertungsgebühren zahlen zu müssen, und dann sich drüber zu beschweren, es sei ja viel zu aufwendig dies tun zu müssen, indem man die urheber darum noch bitten müsse...

    die andere verwertungsgesellschaft ist bereits im entstehen. keine sorge.

    und wenn die songs wirklich so toll sind... na dann braucht auch niemand ne gema.

    jejeje !

     
  10. prinzipal

    prinzipal Ist fast schon zuhause hier

    es bleibt immer noch rätselhaft, daß alle die melkaktion mit den virtuellen eintrittsgeldern fressen.

    offenbar aus interesse. kan man aber auch zugeben...

     
  11. Gelöschtes Mitglied1288

    Gelöschtes Mitglied1288 Guest

    seit wann entscheidet denn eine gema-mitgliedschaft, was qualität hat und was nicht?

    warum schimpfen denn nur die diskotheken, aber kein jazzclub?
     
  12. prinzipal

    prinzipal Ist fast schon zuhause hier

    frage 1: seit wann ? weiß ich nicht.

    oder vielleicht doch: seit das letzte pro gema urteil zum nachteil vieler und zum vorteil extrem weniger von lediglich 6 komponisten eines "älteren stils der unterhaltenden musik" durchgesetzt wurde.

    seit dann möglicherweise.

    frage 2: weil und solange wie die jatzmenschen zu dumm sind, sich besser zu organisieren. da sind die disco - leute echt fitter, und das trotz regen zulaufs und saftiger preise !

     
  13. Rick

    Rick Experte

    Hallo Andy,

    die Jazzclubs schimpfen durchaus, aber wie Markus schon richtig anmerkte, jeder für sich und alle vielleicht nicht laut genug, damit es auch in der Öffentlichkeit ausreichend zur Kenntnis genommen wird. :-(

    Schönen Gruß,
    Rick
     
  14. Rick

    Rick Experte

    Hier mal auf die Schnelle etwas von 2009 über Berlin und Hamburg:
    http://www.xing.com/net/hamburgjazz/ist-jazz-eigentlich-sexy-94252/aus-berlin-gema-bedroht-existenz-der-jazzclubs-17593998

    Dazu auch ein Bericht der Berliner Morgenpost vom Januar 2009:

    [color=0000FF]Jene Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) verlangt für Auftritte in seinem "Schlot" an der Chausseestraße Beträge, die er mit seinem derzeitigen Programm aus Jazz und Nachwuchsbands nicht einspielen kann. Das Problem trifft die meisten kleinen Berliner Jazz-Läden, etwa das "A-Trane". Andere, wie das "Quasimodo", haben unter dem Druck der Gema-Forderungen auf ein kommerzielleres Programm umgeschwenkt.[/color]

    Quelle:
    http://www.morgenpost.de/kultur/article1012663/Musik-Gebuehren-gefaehrden-Berliner-Clubs.html
     
  15. Gelöschtes Mitglied1288

    Gelöschtes Mitglied1288 Guest

    @ pinzipal: also ist ein "älterer u-musikstil" gleich schlechte qualität?
    das problem der organisation und vernetzung haben nicht nur die jazzer. bei den rockern und poppern sieht's nicht anders aus. bei den elektronikern sind auch meist lediglich die clubs und agenturen gut vernetzt und organisiert. djs werden da genauso ausgenommen, wie musiker auch.

    @ rick: nochmal: mir wurde noch kein einziger gig verweigert (und ich bin grade am buchen für konzerte 2013) weil ich gema-mitglied bin, geschweige denn wurde ich gefragt, ob ich's denn bin. also artikel von vor drei jahren....schlot gibt's noch, a-trane auch, in leipzig hat noch keiner zugemacht, das festival läuft demnächst wieder an (eine ganze woche jazz u.ä.) trotz gema.

     
  16. Gelöschtes Mitglied1288

    Gelöschtes Mitglied1288 Guest

    für die, die's interessiert: http://www.jazzclub-leipzig.de/jazztage/ljt-programm/
     
  17. rbur

    rbur Gehört zum Inventar

    @rick
    der Bericht ist drei Jahre alt ...
    offensichtlich sind die Befürchtungen nicht eingetreten

    Außerdem hat die GEMA ja hier inzwischen reagiert, und es gibt neue Tarife ab 2013.
    Bei Eintrittsgeldern von 2,50 Euro wird dann tatsächlich nur noch der Mindestbetrag von ca 70 Euro fällig und es zählt nicht mehr nur eine rein anhand der Quadratmeterzahl errechnete theoretische Zuschauermenge.


    Und es ist natürlich schon eine interessante Idee, dass einer meiner Lieferanten auf seine Einnahmen verzichten soll, nur weil ich ein Geschäft betreibe, das keine Kundschaft hat.
    Würde man das vom Vermieter auch fordern?
     
  18. Gelöschtes Mitglied1288

    Gelöschtes Mitglied1288 Guest

    und im schlot ist so gut wie immer der eintritt frei! d.h. noch nicht mal € 2,50 zu löhnen! darüberhinaus gibt's eine härtefalklausel, wenn eine veranstaltung floppt.
    da kann man sich jetzt mal ausrechnen, welche gagen den musikern bei freiem eintritt bezahlt werden können...in solch einem fall bin ich heilfroh über dreiffuzig gema-tantiemen.

    das musikgeschäft ist in jedem seiner teilbereiche ein hartes brot. jetzt eine einzelne orgnaisation rauszunehmen und diese für wohl und weh verantwortlich zu machen ist schwachsinn. ich kenne die diskotheken auch von innen, habe früher (anfang bis mitte der 2000er) oft mit djs dort gespielt. die gäste kommen für wenig eintritt dort rein, um dann umso mehr kohle an der theke zu lassen. dieses "geschäftsmodell" ist ja okay. aber deswegen nun gema und damit auch uns urheber verantwortlich zu machen dafür, dass man gebühren in höhe einer monatsleasingrate für den eigenen cayenne im jahr mehr an die gema abdrücken soll...

    am donerstag gibt's nicht nur in leipzig anti-gema-demos. dort wird gema-freie musik gespielt. ich bin gespannt, wann der erste "hyper hyper" schreit und dann eine gema-liste ausfüllen muss :)
     
  19. ppue

    ppue Mod Experte

    Die Idee stimmt schon. Es wird ja die Vervielfältigung abgegolten. Wenn kein Zuhörer da ist, gibt es eine solche auch nicht.
     
  20. Gelöschtes Mitglied1288

    Gelöschtes Mitglied1288 Guest

    für diesen fall gibt's die härtefallklausel.
     
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