Großartiger Sound auf dem Saxophon-Wie??

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Saxman1991, 5.August.2010.

  1. Rick

    Rick Experte

    Hallo Joachim,

    das ist ja ein Zufall, ich spiele seit drei Jahren ein Lakey Kautschuk 7* auf dem Sopran!

    Hier mal zwei Hörbeispiele für meinen Sound damit aus dem Jahr 2008: http://www.myspace.com/gibea

    (Okay, die Aufnahmen sind nicht optimal, live aufgenommen als Demo, alle gleichzeitig im selben Raum, und ich war an dem Morgen nicht fit, unausgeschlafen, das hört man natürlich, etwa an der Intonation.) :oops:

    Klingt das deutlich "durchsetzungsfähig, obertonreich"? :roll:


    Es irgendwie nicht ganz lassen könnend,
    Rick ;-)
     
  2. saxology

    saxology Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Rick,

    das klingt wirklich gut und klanglich verstecken tut sich das Sopransax wahrhaft nicht.
    Wenn du eine dieser expressiven Kannen vom grünen Hügel spielst, dann ist dein Setup meiner (nur sehr kurz ausprobierten) Lakey-Prestini-Kombination ziemlich ähnlich.

    Was soll ich sagen, bei mir war das Ergebnis nicht gut, irgendwie lande ich immer wieder bei einem Selmer-Mundstück, auch bei Alt und Tenor.

    Dass "durchsetzungsfähig" und "obertonreich" Worthülsen sind, weiß ich. Ich dachte nur, wenn ich "kleiner Kreischer" schreibe, finde ich keinen Abnehmer für das Mundstück. ;-)

    Viele Grüße
    Joachim
     
  3. Gelöschtes Mitglied 1142

    Gelöschtes Mitglied 1142 Guest

    Hallo Chris,

    meine ganz aktuelle Erfahrung: Ich habe schon zig Mundstücke ausprobiert. Teilweise nur kurz, teilweise aber auch über Wochen oder Monate. Da waren richtig geile Teile dabei, mit denen ich dem Ideal, wie ich selbst klingen will, sehr nahe gekommen bin. Aber eben nur sehr nahe. Ziel zu 95% erreicht, nicht zu 100%.

    Am Donnerstag habe ich ein Päckchen aus USA erhalten mit dem bestellten Saxscape Xtra Dark. Und jetzt kann ich definitiv sagen: Die Mundstücksuche ist beendet!

    Als ich das Teil vom Zollamt geholt und zu Hause ausgepackt habe, war ich erst einmal maßlos enttäuscht. Die Verarbeitung erschien mir "unter aller Sau". Die Rails innen mit Graten, die Kammer sieht aus, als hätte sie jemand lieblos mit einem scharfen Spatel ausgekratzt. Innen sieht man überall ganz grobe Bearbeitungsspuren. Furchtbar!

    Ich habe dann ein Blatt aufgespannt und habe ein paar Töne gespielt. Ergebnis: Verblüffend! Ich hatte nun Gelegenheit, das neue MPC 4 Tage lang ausgiebig zu testen. Es ist das erste Mundstück, welches es mir ermöglicht, alle Frequenzbereiche innerhalb eines Tons genau in der Art zu erzeugen, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Außerdem sind Ansprache und Homogenität der Töne über alle Register so ausgewogen, wie ich das noch mit keinem anderen Mundstück realisieren konnte.

    Und sollte das alles Selbsttäuschung, Selbstüberlistung, Einbildung, Unterbewusstsein, Gehörsabstumpfung oder sonst was sein: Interessiert mich nicht! Mir ist nur wichtig, wie ich meinen Klang wahrnehme. Dass ich mich wohlfühle.

    Mag sein, dass andere Saxophonisten ihren "vorbestimmten" Sound haben, zu dem sie mit jedem beliebigen Equipment wieder zurückfallen. (Ich sage bewusst: "zurückfallen". Denn hätten sie nicht einen anderen Sound gesucht, hätten sie ja des Equipment nicht wechseln müssen) Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich meine ideale Klangvorstellung bislang nur mit diesem Saxscape Xtra Dark verwirklichen konnte.

    Bei allen anderen Mundstücken waren irgendwelche Frequenzbereiche entweder unter- oder überrepräsentiert.

    P.S.: Meine Frau kann die 5% Unterschied auch genau hören. Sie sagte gestern: "Jetzt weiß ich endlich, was Du immer gemeint hast........."

    Gruß nach Augsburg
    Bernd
     
  4. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Hallo Rick,

    aber mal ehrlich, was hast du denn damit jetzt bewiesen ?

    Doch nur, dass es dir gelingt, mit diesem Teil halbwegs weich, und samtig zu spielen. Vortreffliche musikalische Leistung, aber eine Beurteilung des grundlegenden Charakter des mpc ist damit möglich.

    Spiele zwei Mundstücke hintereinander, einen straighten Ton mit dem gleichen Ansatz (nicht so dieses Subtonegenuschel) und natürlich wird es einen Unterschied geben, wenn auch ggf. einen recht Kleinen.

    Ich spiele zur Zeit ein Lebayle Jazz Metall und ein Link STM refaced von Kay Siebold nebeneinander. Klarerweise schaffe ich es, dass beide Mundstücke ziemlich ähnlich klingen, trotzdem gibt es einen riesigen Unterschied zwischen beiden Mundstücken. Das eine knallt wie Hölle, das andere kann auch mal sanfter.

    Und auch verschiedene Saxophone klingen unterschiedlich. Überhaupt keine Frage, und genau so unzweifelhaft ist es, dass man immer wieder zu seinem Sound zurück findet, allerdings auch in gewissen Grenzen.

    Denn in bestimmten Bereichen, bswp. hohe Töne ganz laut werden das Lebayle und das Link bei mir nie wirklich gleich klingen, wie ich auch auf einem Yamaha YAS62 nie genau so klingen werde wie auf meinem Buffet S1.

    Jetzt konnte ich es auch mal wieder nicht lassen, aber werde es in Zukunft tun, nämlich davon abzusehen, mich immer wieder auf diese unsägliche Diskussion einzulassen.

    Gruß,
    xcielo
     
  5. chrisdos

    chrisdos Strebt nach Höherem

    Hallo Bernd,

    ja, so sehe ich das auch!

    Hallo Rick,

    Deine Meinung in Ehren und Deine jahrzehntelange Erfahrung (die andere übrigens auch haben).

    Aber wenn Du immer wieder betonst wie unwichtig das setup ist und dass so viel voodoo und marketing dahinter steckt und Du dann von Neusilberkorpussen und handgehämmerten S-Bögen schwärmst, außerdem eine Firma endorst die 8(!) verschiedene Tenorsaxophonmodelle anbietet, sorry, aber da komme ich einfach ins Grübeln.

    Ich bin mir sicher, dass Du das ganz genau differenzieren kannst(und auch wirst :-D ), aber mir ist das irgendwie zuviel der Flexibilität.

    Liebe Grüße

    Chris
     
  6. Gast

    Gast Guest

    Bernd,
    herzlichen Glückwunsch und viel Spaß damit!

    Vielleicht kannst du ja noch mal genauer beschreiben, um welches Mundstück es sich handelt und wie du drauf gekommen bist.

    Liebe Grüße aus Ostfriesland, Ww.
     
  7. Rick

    Rick Experte

    Hallo Xcielo,

    mir ging es um Saxologys Charakterisierung des Mundstück-Sounds (hallo Joachim, klar hört man da ein "expressives" Instrument!).
    Ich wollte zeigen, dass das Lakey nicht bloß ein "kleiner Kreischer" sein muss, sondern auch ganz manierlich klingen kann. ;-)

    Das ist Deine eigene Erfahrung, die sei Dir unbenommen. Dass man selbst beim Spielen Unterschiede wahrnimmt, habe ich nie in Abrede gestellt.

    Das wäre schade. Ich will hier nämlich keine Dogmen aufstellen oder verteidigen, sondern finde gerade einen gerne auch mal kontroversen Austausch spannend! :)

    ------------------------------------

    Hallo Chris,

    und umgekehrt - ich möchte keineswegs meine Erfahrungen über die anderer stellen, bin ganz im Gegenteil sehr an Euren Sichtweisen interessiert!

    Ich habe sogar alle acht Tenor-Modelle ausführlich getestet. :-D

    Ich sehe da ein Missverständnis:
    Niemals würde ich behaupten, die Ausrüstung spiele keinerlei Rolle. Selbstverständlich muss man sich damit wohl fühlen und gut zurecht kommen, das bedeutet auch, dass einem gefällt, wie man sich darauf selbst hört.

    Aber ich würde nie meine persönlichen Erlebnisse mit meinem Setup verallgemeinern und behaupten, mit dem und dem Mundstück klinge "man" so und so.
    Vielleicht gibt es allgemeine Tendenzen, mag sein, doch die sind meiner Ansicht nach weniger bedeutsam als der Einfluss, den Ansatz und Klangvorstellung haben.

    Darum würde ich auch nie sagen, jeder müsse unbedingt Neusilber spielen.
    Mir gefällt mein Spiel damit gut und ich empfinde mich damit als sehr durchsetzungsfähig, doch das muss nun wirklich nicht jedem so gehen.

    Und der handgehämmerte S-Bogen scheint mir mehr Volumen zu geben. Ich habe aber schon Saxer erlebt, die das Teil ausprobierten, den Kopf schüttelten und meinten, es habe bei ihnen keinerlei Effekt.
    Es ist eben - so wie ich das mitbekomme - alles sehr subjektiv. ;-)

    Ich finde es wichtig, dass wir uns über diese Subjektivität im Klaren sind, gerade in einem Forum, wo viele mitlesen, die vielleicht aufgrund eines euphorischen Berichts gleich in den Laden rennen, sich etwas Hochgelobtes besorgen und dann - wie ich früher - enttäuscht bis verunsichert sind, wenn bei ihnen das Mundstück oder Sax ganz anders klingt als allgemein behauptet. :roll:


    Schöne Grüße,
    Rick
     
  8. SaxBs

    SaxBs Schaut nur mal vorbei

    Hallo,

    mit meinem Meyer 8m mit Gonzales 2 auf Yamaha Tenor YTS 62 finde ich meinen Klang ziemlich obertonarm bzw. dunkel. Wenn ich gegen eine Wand spiele, klingt es anders, nämlich obertonreicher, was schon weit mehr dem von mir angestrebten "großartigen" Sound entspricht.

    Nun kann und mag ich ja nicht immer gegen eine Wand spielen. Also ist für mich Grundlage der Eigenwahrnehmung eher dieser dunkle Klang, den ich dann wohl versuche, in heller zu ändern (oder stehe ich unterbewusst doch auf den dunklen?). Das Wissen darum, dass die Fremdwahrnehmung eine andere ist, hilft mir beim Spielen nicht wirklich.

    Ich habe mir mal ein Mundstück von Rousseau mit einer starken Stufe schicken lassen. Damit ging es mir in etwa, wie Rick es beschreibt. Der Klang war nicht oder kaum heller. Für mich war das Mundstück lediglich schwerer zu spielen, aber vielleicht waren fünf Tage nicht ausreichend, um das auf Dauer beurteilen zu können.

    Diese durch den Anteil des reflektierten Schalls bedingten Unterschiede bei der Eigenwahrnehmung machen es, finde ich, nicht gerade einfacher, den erwünschten Klang zu finden.

    SaxBS
     
  9. Gelöschtes Mitglied 5328

    Gelöschtes Mitglied 5328 Guest

    Hallo Rick,
    hallo zusammen,

    mmh...jetzt will ich mal als Greenhorn und Laie auch meinem Senf dazugeben,
    auch wenn ich mich in die Gefahr begebe nicht ernst genommen zu werden.

    Aber vielleicht können ja andere Anfänger von meinen bescheidenen Erfahrungen lernen, denn ich nehme ja Saxophone noch ganz anders wahr als die Profis.

    Nach 9 Monaten mit meinem Einsteigersatz (Roy Benson) habe ich aus Lust und Laune zwei Topgeräte angespielt. Der Unterschied war für MICH so deutlich, dass ich mich entschied in ein gutes Instrument zu investieren.

    Ich habe dann 8 Modelle ausgiebig getestet in der Preislasse von 1.500,- bis
    >4.000,- EURO.

    Im Blindtest habe ich mich dann an meinen Favoriten herangetestet. Und ich habe schon deutliche Unterschiede in Ansprache, Handling, Intonation und Klang gespürt. (habe sie alle mit dem gleichen MPC gespielt)

    Wenn ich aber ganz ehrlich zu mir selbst bin, waren alle Saxe in der beschriebenen Preisklasse sehr gut, und natürlich besser als das RB (Verarbeitung!).

    Insofern bin ich sicher, dass man zwischen 1.500 und 2.500 EUR bestens bedient wird, alles was darüberhinaus geht hat mit subjektiven Präferenzen zu tun.

    Ich bin auch der Meinung, dass alle Saxe prima geklungen haben, aber eaben nicht gleich. Und da kommt dann die eigene subjektive Klangvostellung ins Spiel.

    Es geht m.E. dann nicht mehr um besser oder schlechter sondern umd mag ich mehr oder weniger.

    Dann habe ich mit meinem Sax der Wahl noch drei Mundstücke probiert und der Klang und Ansprache haben min. nochmal genauso variiert wie zwischen den einzelnen Saxen.

    M.a.W. es stehen uns siche einige Tausend Variationsmöglichkeiten zur Optimeirung zur Verfügung. Das kann man ja gar nicht abarbeiten!

    Für mich habe ich mein ultimatives Sax gefunden und nach jetzt drei Wochen Spielzeit fühle ich sauwohl beim Spielen und höre Klänge die mich begeistern!
    Ob die jemand anderes auch hört sei dahingestellt.

    Beste Grüsse,

    Dreas
     
  10. Thomas

    Thomas Strebt nach Höherem

    ... imho ist genau DAS eine der Grundvoraussetzungen für einen guten sound.... solange es nicht in einer unüberlegten Materialschlacht resultiert sondern in erhöhten Aktivitäten (das böse Ü-Wort)....
    ... und ein gutes Blatt kann auch nie schaden

    Was die Materialdebatte hier angeht: da werden wir nie auf einen gemeinsamen Nenner hier im Forum kommen, was auch verwunderlich wäre bei so einem komplexen und individuellen Thema. Schlußendlich sagen ja aber eigentlich doch alle dasselbe: man sollte das Material nehmen, das einem "liegt" bzw. seine Spielweise/Soundvorstellungen unterstützt...
    aber wenn man das dann hat gibts keine Ausreden mehr.. da kommt wieder das Ü-Wort... :lol:
     
  11. TenSax

    TenSax Ist fast schon zuhause hier

    Herzlichen Glückwunsch, so soll es sein!!!

    Jeder muss für sich sein geeignetes Setup finden, ob 500€ oder 5000€ spielt keine Rolle. Wichtig ist das Du frei bist von einem beklemmenden Gefühl in Sachen Setup.

    Vorschläge zur Empfehlung des Setups anhand von einem Video oder Soundbeispiel zu machen funktioniert nicht. Schon gar nicht wenn man nicht weiß was es für ein Spieler ist, der nachfragt.

    Man klingt auch nicht von heute auf morgen großartig.
    Es ist ein langer Weg...

    Viele Grüße
    Sven
     
  12. GelöschtesMitglied4288

    GelöschtesMitglied4288 Guest

    Hallo,
    ich habe lange drüber nachgegrübelt, wie ich besser klingen kann... saß oft lange im Proberaum und habe alles möglich ausprobiert. Hier, was mir tatsächlich geholfen hat:

    - zu meiner Saxroutine gehört ein tägliches Aushalten von Tönen (wie wohl bei den meisten Saxophonisten). Ich versuche wirklich meine Lippenmuskeln aufs Massivste zu trainieren, indem ich vom tiefen bb zum hohen fis (und wieder zurück) die Töne lang aushalte -zwischendurch hole ich nur Luft durch die Nase!!! Die einzelnen Töne stoße ich bewusst nicht an, und achte darauf, dass sie auch ohne Zunge gleich präsent sind.
    - Wenn ich damit einmal durch bin, dann wiederhole ich das ganze, aber dieses Mal mache ich mit jedem Ton eine Dynamikübung mit Spannungsbogen (leise - laut - leise).
    - Später mache ich Altissimo-Übungen - also Töne überblasen (so greife ich ein tiefes BB, spiele dann auch den tiefen Ton, dann spiele ich mit der gleichen Griffweise ein mittleres bb, dann ein f, dann ein hohes bb, etc.). Auch das bringt unheimlich viel!!

    Diese Übungen mache ich seit etwa einem halben Jahr intensiv, und habe festgestellt, dass ich das Mundstück, meine Atmung, den Ansatz, die Stütze, etc. viel besser kontrollieren kann. Mein Sound habe ich damit auf wesentlich verbessert, weil ich den Ton viel besser kontrollieren kann.

    Dann versuche ich meine Lieblingssaxophonisten zu imitieren. Und zwar ganz, ganz, ganz genau (gleiche Phrasierung, gleichen Charakter, und wenn möglich auch den gleichen Sound). Dabei nehme ich mich auf und vergleiche es immer mit dem Original. Mach das mal ein halbes Jahr lang. Du wirst feststellen, dass Du Dich ganz anders wahrnimmst (und solltest Du ältere Aufnahmen haben, dass Du ganz anders klingst).

    Viel Spaß!
    jazzwoman
     
  13. TenSax

    TenSax Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Jazzwoman,

    so viel Disziplin hätte ich auch gerne!!!

    Viele Grüße
    Sven
     
  14. Gelöschtes Mitglied 1142

    Gelöschtes Mitglied 1142 Guest

    Ich denke, auf diesen Nenner können wir uns alle einigen.
    Trotzdem: Die Suche nach dem optimalen Material ist spannend. Hierbei ist auch der Weg ein Stück weit Ziel. Es ist schon unglaublich, was im Laufe der letzten Jahre alles via eBay den Weg zu mir und wieder zurück gefunden hat.

    Im Moment bin ich davon überzeugt, dass ich das für mich optimale Equipment habe. Das stimmt mich euphorisch und steigert die Motivation zu üben ganz erheblich.

    Gruß aus dem Schwarzwald
    Bernd
     
  15. Gast

    Gast Guest

    ....ist aber keine Antwort auf meine Frage, Bernd ;-)
     
  16. Gelöschtes Mitglied 1142

    Gelöschtes Mitglied 1142 Guest

    Okay.

    Bei der Suche nach dem für mich optimalen Mundstück stöberte ich auch in amerikanischen Foren. Dort las ich begeisterte Kommentare über Sacscape und Aizen. Hatte noch nie davon gehört. Dann lief mir zufällig ein Saxscape Uptown Slant über den Weg. Das war leider nahezu unspielbar denn es neigte zum Quietschen. Nachdem HWP es überarbeitet hatte, war es das Mundstück, mit welchem ich meinem Ideal schon recht nahe kam.

    Ich googelte ein wenig und erfuhr, dass das Saxscape Xtra Dark eine größere Kammer und eine etwas andere Geometrie besitzt. MPCs mit großer Kammer hatte ich schon viele. Die klangen "unten rum" und in der mittleren Lage richtig gut. "Oben rum" aber empfand ich sie als zu dumpf und zu leise. Die große Kammer alleine kann also nicht das sein, was mich glücklich macht. Ich habe keinen Händler in Deutschland ausfindig machen können, der Saxscape verkauft und habe es deswegen direkt in USA bestellt. War halt ein weiterer Versuch. Und diesmal war´s ein Volltreffer.

    Gruß aus dem Schwarzwald
    Bernd
     
  17. Gelöschtes Mitglied 5328

    Gelöschtes Mitglied 5328 Guest

    Hallo zusammen,

    ich möchte noch einen anderen Aspekt in die Diskussion bringen.

    Ich denke, dass wir durch unser Gehör auch sehr stark in unserer Wahrnehmung und immer wieder neuer Suche nach DEM Sound beeinflußt werden.

    Im Gegensatz zu Sehen verfügen wir nicht über eine "Hörgedächtnis", d.h. wir können uns nicht daran erinnern, wie etwas früher mal geklungen hat.

    Wenn wir schlechter sehen, merken wir das, kleine Schriften lassen sich nicht mehr erkennen, wir wissen aber, wie das aussehen müßte.

    Wenn sich unser Gehör verändert merken wir das nicht bzw. erst sehr sehr spät. (Und meistens dur Hinweise unserer Mitmenschen!)

    Ab 30 lässt unsere Hörleistung nach, mit 50 haben schon 20% Hördefizite ohne es zu wissen.

    Also nehme ich über die Jaher mein eigenes Spiel subjektiv anders wahr, weil ich gewisse Frequenzen/Töne gar nicht mehr hören kann.

    Und wenn ich dann als 50ig jähriger mit einem 20ig jährigen
    über Klang diskutiere, sprechen wir über ganz unterschiedliche Wahrnehmungen, da der 20ig jährige Töne hört, die der 50ig jährige nicht mehr wahrnimmt.

    Und dann wundert es nicht wenn der eine eine Mundstück als "obertonreich" empfindet und der andere den tiefen Klang lobt.

    LG

    Dreas
     
  18. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Hallo Rick,

    wieso ich keine Lust mehr habe auf diese Diskussion ist, sie wird alle 3 Monate in ausufernden threads immer neu geführt, ohne auch nur einen Millimeter weiter zu kommen, außer vielleicht, dass du ganz früher hinsichtlich der Materialeigenschaften mal was Anderes gesagt hast als heute ;-)

    Tatsächlich, wie ich hier auch schon mal geschrieben habe bin ich der festen Überzeugung, dass jede Veränderung am setup auch eine Veränderung des möglichen Klangraumes mit sich bringt.

    Wie groß dieser ist, und wie viel man davon letztlich hört steht dann auf einem ganz anderen Blatt.

    Du gehörst bspw. vermutlich zu den Spielern, die eine sehr flexible Tongestaltung besitzen, das ist aber längst nicht bei allen Spielern so, und vor allem nicht bei weniger geübten Spielern.

    Zu den möglichen Randbedingungen von solchen Aufnahmen gibt es hier witzigerweise gerade zu deinem Spiel einen interesssanten Kommentar. Und wenn man den Ohren eines Fremden vertrauen kann, dann sicher den Radarohren dieses Kommentators :)

    Gruß,
    xcielo
     
  19. Rick

    Rick Experte

    Hallo Andreas,

    dem möchte ich widersprechen!
    Selbstverständlich haben Menschen ein Hörgedächtnis, sonst könnten wir keine Stimmen wiedererkennen oder Instrumente etc. auseinanderhalten.
    Aber natürlich kann uns dieses Gedächtnis manchmal trügen und täuschen wie jedes andere auch, insofern stimmt Deine Grundthese durchaus, finde ich. :)

    --------------------------------

    Hallo Xcielo,

    es ist zutreffend, dass ich früher anderer Meinung war als heute, insofern bin zumindest ICH inzwischen weiter gekommen. ;-)

    Gerade 2008/2009 hatte ich nämlich mein Aha-Erlebnis bezüglich der leider nicht andauernden Klangänderung durch Equipment.

    Im Herbst 2008 kam eine CD raus mit Live-Aufnahmen, die zwischen Januar und April des Jahres entstanden waren. Im Januar hatte ich noch mein YTS 62 gespielt, seit Februar dann aber mein aktuelles T-4008 L.

    Nun war ich sehr gespannt darauf, wie sich auf der CD das Neusilber-E im Gegensatz zum früheren Messing-Yamaha machen würde. Subjektiv hatte ich eine enorme Veränderung wahrgenommen.
    Doch objektiv konnte ich anhand dieser Aufnahmen keinen wesentlichen Unterschied raushören.

    Das brachte mich ins Grübeln, zum genauer Hinhören, penibel Vergleichen, bis mir endlich klar wurde, dass mein eigenes Spiel den größtmöglichen Unterschied ausmachte und nichts sonst. :-o

    Das mag sein. Doch daran kann man arbeiten. :-D

    Ich fühle mich sehr geehrt, dass zwei meiner YouTube-Clips als Beispiel für effektive Klangbearbeitung gewählt wurden und mir der Autor zudem attestiert, ein "beachtlicher Spieler" zu sein. :)

    Doch mit seiner Analyse (bzw. den Gründen für den Effekteinsatz) liegt hwp leider nicht hundertprozentig richtig.

    Beispielsweise beim Tenor-Clip, dem zweiten Beispiel, wurde nicht absichtlich ein Kompressor zur Klangverbesserung eingesetzt, sondern das eingebaute Mikro meines damaligen Camcorders komprimierte automatisch, was mich sehr geärgert hatte, weil es meiner Ansicht nach ganz im Gegenteil den Klang hässlich verzerrte. Er gefällt mir überhaupt nicht. :evil:

    Der Bariton-Clip wurde dann mit einem neuen Camcorder aufgenommen, dem ich aber sicherheitshalber noch ein Zoom H2 beigestellt hatte, damit der Klang neutraler wird. Das Zoom stand etwas abseits, deshalb der eher indirekte Klang. Der Hall kam also durch den Raum zustande.
    Ansonsten habe ich beim Sax-Klang nichts "gedreht", sondern nur dem durchs eingebaute Mikro leider wieder leicht komprimierten Camcorder-Track den Zoom-Track hinzugemischt.
    Bei der Sprachaufnahme habe ich mich allerdings durch Höhenanhebung und Kompression darum gekümmert, dass meine Stimme klar und deutlich zu verstehen ist, denn ich neige leider zum Nuscheln. :-(

    Eine "Optimierung" meines echten Sax-Klangs wurde also nicht durchgeführt, sondern nur der Versuch, eine einigermaßen klare und anhörbare Aufnahme trotz suboptimaler Aufnahme-Ausrüstung zu erreichen.

    Mir gefällt sowieso mein Sound oder allgemein JEDER Sound eines nicht-elektronischen Instruments ganz natürlich und ohne jegliche Effekte am allerbesten. :cool:

    So wurden auch die GIBEA-Aufnahmen (mit meinem Sopran) letztlich abgemischt.
    Ursprünglich hatte der Tonmeister nämlich jede Menge Kompression draufgeklatscht, doch das gefiel uns allen überhaupt nicht, klang scheußlich unecht, synthetisch.
    Deshalb habe ich mir die rohen Aufnahme-Tracks besorgt und zu Hause noch mal neu abgemischt, nur mit leichtem Hall und ganz wenig EQ, lediglich der Gesang wurde minimal limitiert, weil die gute Doro einfach eine unglaublich kräftige Stimme hat.
    Du hörst also auf unseren Demos bis auf den Gitarren-Chorus (den er bereits im Verstärker hatte) keine nennenswerten Tricks und Effekte, sondern den möglichst authentischen Sound der Band, wie sie da an dem Vormittag zusammenspielte.


    Schöne Grüße,
    Rick
     
  20. Gelöschtes Mitglied 5328

    Gelöschtes Mitglied 5328 Guest

    Hallo Rick,

    der Unterschied zum sehen ist beim hören, dass Du Dich nicht daran erinnern kannst, wie gut Du z.B. mit 20 hören konntest.
    (d.h. nicht, dass Du keine Instrumente mehr unterscheiden kannst, aber Du hörst sie heute objektiv anders als vor 20 Jahren, nimmst es aber subjeltiv nicht wahr.)

    Du kannst Dich aber sehr wohl erinnern, wie es aussehen müßte, als Du beim Augenarzt die Tafel bis unten lesen konntest.

    Wir haben mal für einen Hörgeräteakkusitiker die PR gemacht und mußten uns daher sehr intensiv mit dem Thema Hörverlust beschäftigen.

    Genau das fehlende "Hörgedächtnis" ist das Problem, dass Menschen ihren Hörverlust nicht wahrnehmen.

    Wenn Dein Augenlicht nachlässt, merkst Du das sofort.

    LG

    Dreas
     
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