Improvisation – Anfänger finden Hilfe: Theorie, Harmonielehre und Analyse

Dieses Thema im Forum "Improvisation - Harmonielehre" wurde erstellt von peterwespi, 9.Februar.2016.

  1. saxhornet

    saxhornet Experte

    Stufentheorie und Funktionistheorie gehen oft miteinander Hand in Hand. Es ist aber stark abhängig vom Song und der Musik, denn nicht jeder Song basiert auf Funktionsharmonik, da hilft einem dann aber die Stufentheorie auch nicht immer weiter.

    LG Saxhornet
     
  2. Isachar

    Isachar Guest

    KUS

    ich glaube du verstehst meine frage nicht so ganz. es ging mir weniger um WIE man es macht, sondern wie man es benennt - also ein wenig wortklauberei ist da schon dabei.
    im alltag heißt improvisieren halt eben aus dem nichts etwas zu tun. während in der musik doch eher auch mit vorbereitung improvisiert wird. über diese unterschiedliche bedeutung stolpere ich halt immer wieder.

    übrigens muß ich dir widersprechen, denn wenn ich z.b. eine neue cd habe und irgendein lied darauf gefällt mir besonders, dann greife ich gerne ganz spontan zum sax und spiele dazu.
    im laufe der jahre bin ich da recht sicher geworden und meist macht das spaß und klingt ganz gut. klappt aber auch nicht IMMER - und dann muß ich mir natürlich auch erst die akkorde oder töne auf dem keyboard rausfummeln oder es einfach mehrfach probieren.
    wenns mal komplexere stücke sind, komme ich ohne vorheriges studieren der sachlage natürlich auch nicht aus, aber das nenne ich dann eben auch nicht mehr improvisieren.

    grüßle

    isach
     
  3. saxhornet

    saxhornet Experte

    Ganz klar nein. Wenn ein Maler ein Bild nur mit den Farben rot malt, ist es keine Kunst mehr? Du kannst auch nur mit drei Tönen improvisieren und es bleibt eine Improvisation, solange Du entscheidest wie Du diese Töne von der Reihenfolge her spielst und der Anzahl wie oft Du welchen Ton wann spielst und wie du die Töne rhythmisch organisierst. Beim Tuschkasten hast Du auch begrenzte Farben und kannst doch unendlich Bilder malen (ohne die Farben zu mischen). Es ist keine Improvisation mehr, wenn Du auswendig gelernte Patterns und Licks wiedergibst, ohne daß Du diese innerlich vorweggehört hast bei dem Prozess sich eine Melodie auszudenken.


    Nein.


    Dann solltest Du dich in diesem Fall nicht auf deinen Baus verlassen.

    LG Saxhornet
     
    a.g. und flar gefällt das.
  4. saxhornet

    saxhornet Experte

    Die römische Ziffer bezieht sich ausschliesslich auf den Grundton des Akkords, nicht den untersten Ton, denn der kann ja z.B. bei einer Umkehrung auch z.B. mal die Terz sein.
    LG Saxhornet
     
    a.g. gefällt das.
  5. saxhornet

    saxhornet Experte

    Ich versteh deine Aussage nicht ganz, denn bei deinen Beispielen sind bei beiden Terzen schwarze Tasen dazwischen zu sehen. Ob schwarze Tasten oder nicht sagt nichts aus darüber ob ein Intervall klein oder gross ist, da hast Du sicherlich was anderes gemeint oder?

    LG Saxhornet
     
  6. Isachar

    Isachar Guest

    saxhornet

    auch du hast anscheinend meine frage nicht richtig verstanden -
    klar kann ich auch nur mit drei tönen improvisieren oder ein bild nur in rot-tönen malen. darum ging es nicht !

    eher darum, wenn ich die drei töne vorher aufschreibe, ist das dann noch eine improvisation ?

    es geht mir nur um die wortdefinition und nicht um das,WIE geht das oder ist das dann noch kunst ?
    das wäre ein völlig anderes thema !

    isach
     
  7. Gelöschtes Mitglied 5328

    Gelöschtes Mitglied 5328 Guest

    O.K......besser formuliert!

    CzG

    Dreas
     
  8. JazzPlayer

    JazzPlayer Ist fast schon zuhause hier

    @Isachar
    Wie gesagt, was du anscheinend unter einer Improvisation verstehst (völlig frei und ohne Vorbereitung) ist nicht das, was man im Jazz macht. Dort braucht es immer eine Form der Vorbereitung. So weiß man häufig schon vorher, welche Töne man vermutlich öfter und welche weniger benutzen wird und an welcher Stelle dafür jeweils Gelegenheit ist. Wann genau und mit welchem Rhythmus, wie lange gehalten und mit welcher Intention usw. das ist dann die Improvisation.
    Manche Leute meinen anscheinend, die Hauptaufgabe bestünde im Finden der passenden Töne und wer sich vorher über Tonleitern Gedanken macht, darf sich nicht Improvisateur nennen. Dabei ist das nur die Grundlage, wo man doch soviel daraus machen kann.
     
  9. murofnohp

    murofnohp Ist fast schon zuhause hier

    wie ist das jetzt mit dem groß/klein/rein?
    Gruß Hans
     
  10. 47tmb

    47tmb Gehört zum Inventar

    @Isachar

    ich möchte mal behaupten , dass Du nichts, aber auch gar nichts "frei aus der Hüfte" machst / machen kannst.
    Du wirst immer(!) auf Dein Wissen, auf Deine Erfahrungen, auf das, was Du schon mal gemacht hast, was Du kannst zurückgreifen und gegebenenfalls durch Deine mentalen oder körperlichen Eigenschaften eingeschränkt oder in eine bestimmte Richtung geführt werden.


    Egal ob beim Reden, Tanzen, Musizieren.........................................


    Ich möchte behaupten, das Leute, die Dich kennen und Dich bei einem improvisierten (!!!!) Tanz sehen, sagen werden "typisch Isachar (oder wie auch immer :) ). Weil Du mit Sicherheit bestimmte Abläufe, bestimmte Bewegungsmuster inne hast, die schlichtweg einfach da sind, ------------- weil Du sie mal "gelernt" hast --- durch asuprobieren, nachahmen oder wie auch immer.


    Cheerio
    tmb
     
  11. KUS

    KUS Ist fast schon zuhause hier

    ... ein bisschen Wortklauberei ist bestimmt dabei :) ...

    ... aber mir sind zwei Dinge wichtig.

    Erstens: Auch Du bereitest Dich vor und bist somit nur bedingt spontan, denn - wie Du selbst schreibst - hast Du das Lied ja vorher gehört (sonst wüsstest Du nicht, dass es Dir gefällt). Aus diesem Hören (Vorbereitung) schöpfst Du Deine Ideen. Super wer das kann. Ist mit Sicherheit ein super Weg. Bei mir war dies Try-And-Error mit mehr Frust als Lust.

    Zweitens: Andere bereiten sich erst einmal gedanklich vor. Welches Notenmaterial sollte ich in welchen Takten spielen (Grundton geht immer). Was für ein Phrasierungsmuster hat das Stück. Und dann probiert man es aus. Nichts auswendig Erlerntes wiedergeben. Und dann hören, wie das Gespielte mit dem Playback zusammen wirkt. Und dann noch mal und noch mal und noch mal. Dieser Vorgehensweise abzusprechen, dass es nichts mit Improvisation zu tun hat, fände/finde ich nicht gut.

    Aber natürlich hat jeder das Recht auf seine eigene Sicht ;)

    LG Kai
     
  12. JazzPlayer

    JazzPlayer Ist fast schon zuhause hier

    @murofnohp
    Ich hoffe, dass dies deine Frage beantworten wird.
    Theoretisch hätte man für jedes Intervall einen Namen finden können, der sich an der Anzahl der enthaltenen Halbtöne orientiert. Man ist bei den Grundbezeichnungen, also Terz, Sexte usw dabei geblieben, lateinische Zahlwörter zu verwenden, die sich auf die Töne einer Heptatonik beziehen, sodass ich in der Summe bei 8 Intervallnamen von Prime bis Oktave angekommen bin. Nun kann man mit 8 Namen schlecht 13 mögliche Schritte (von 0 Halbtöne bis 12 Halbtöne = Oktave) beschreiben, wenn man keine Zusätze anfügt. Also braucht es Bezeichnungen wie groß und klein.
    Warum es so ist, kann ich nicht genau sagen, aber wenn man sich z.B. mal das äolische Moll ansieht, was ja bei auch recht verbreitet ist, dann ergibt es Sinn, hier die Unterschied zu Dur auch zu benennen. Im Vergleich werden der dritte, sechste und siebte Ton jeweils einen Halbton nach unten versetzt, sodass es sich anbietet, hier jeweils von kleiner Terz, Sexte, Septime zu sprechen im Unterschied zur großen Terz, Sexte, Septime von Dur.
    Da Quarte und Quinte als Komplementärintervall die Oktave bilden, werden diese klanglich als sehr starkes Intervall wahrgenommen. Deshalb nennt man sie auch rein, bzw. Veränderungen daran, die man auch als akustische Umweltverschmutzung wahrnehmen kann, sind dann vermindert oder übermäßig, um klar zu machen, dass man hier weniger eine Wahl zwischen einem großen/kleinen Intervall hat, sondern hier eine starke Veränderung vornimmt.
    Bei der Sekunde hat man sich auch für die klein/groß Lösung entschieden.
    Man kann natürlich auch ein kleines Intervall vermindern (verminderte Terz = große Sekunde) oder ein großes Intervall übermäßigen (übermäßige Terz = reine Quarte). Genauso kann man Wert darauf legen, dass von C nach C# ein anderer Intervallname (übermäßige Prime) herbei muss, als wenn man von C nach Db (kleine Sekunde) spielt.
    An der Stelle steige ich dann meistens aus, weil mir da der Praxisbezug fehlt. Musiktheoretisch mag das seine Berechtigung haben, aber ich sehe da auch keinen großen Erkenntnisgewinn mehr drin, weswegen ich an dieser Stelle auf die Präzision der von mir verwendete Nomenklatur verzichte.
     
  13. Rubax

    Rubax Strebt nach Höherem

    Mein Versuch:

    Prime: ein Sprung zum identischen Ton in der Leiter, immer 0 Halbtöne,deswegen rein, weder groß noch klein
    Sekunde: zum nächsten Ton (dem 2. Folgeton) in der Tonleiter,das kann ein Ganzton = große Sekunde oder ein Halbton sein = kleine Sekunde
    Terz: zum übernächsten Ton (dem 3.Folgeton) in der Tonleiter, groß,klein siehe oben
    Quarte: zum überübernächsten (dem 4.) Folgeton. Egal von wo aus begonnen - immer 5 Halbtöne - deswegen rein und nicht klein oder groß
    Quinte: wieder einen Ton weiter (zum 5. Folgeton der Leiter) - immer 7 Halbtöne, deswegen rein und nicht groß oder klein
    usw. Sexte: 6. Folgeton, Septe: 7. Folgeton, Oktave: 8. Folgeton

    dann gibt es eben noch die verminderten bzw. die übermäßigen Intervalle, sozusagen "Spitzfindigkeiten" man nimmt einen Halbton weg oder fügt einen hinzu und mag trotzdem noch von dem Ursprungsintervall sprechen.

    Ich denke wichtig ist das man versteht das das alles immer nur im Kontext einer Tonleiter Sinn macht.

    Deswegen, in der C-Dur Tonleiter ist der Spung C-C# eine übermäßige Prime, C-D eine große Sekunde , E-F eine kleine Sekunde und E-F# eine übermäßige Sekunde...
     
    Zuletzt bearbeitet: 10.Februar.2016
    KUS gefällt das.
  14. murofnohp

    murofnohp Ist fast schon zuhause hier

    danke Rubax & Jazzplayer; d.h. 6 Halbtöne Abstand (z.B.) sind in diesem (Denk-)System einfach -zunächst- nichtexistent, da "unharmonisch"?
     
  15. JazzPlayer

    JazzPlayer Ist fast schon zuhause hier

    Das Intervall mit 6 Halbtönen nennt man übermäßige Quarte bzw. verminderte Quinte.
     
  16. murofnohp

    murofnohp Ist fast schon zuhause hier

    schon klar, aber es scheint sich herauszukristallisieren warum.
     
  17. Rubax

    Rubax Strebt nach Höherem

    Das ist der "böse" Tritonus, das Intervall desTeufels!
     
    EstherGe gefällt das.
  18. saxhornet

    saxhornet Experte


    Wenn Du Dir die drei Töne aufschreibst nur um zu wissen mit welchen Tönen Du spielen kannst aber nicht deren Reihenfolge und wie Du sie rhythmisch spielst, also die eigentliche Melodie nicht notierst bleibt es immer noch bei einer Improvisation. Das ist so als wenn Du Dir nur die Farben, die Du benutzen willst für das Bild schon vorher zurecht legst.

    Per Definition ist es Improvisation wenn Du Dir mit Tönen eine Melodie ausdenkst, ohne daß diese notiert wurde (mit Rhythmus und Reihenfolge) .

    Lg Saxhornet
     
    flar und Gelöschtes Mitglied 5328 gefällt das.
  19. saxhornet

    saxhornet Experte

    Das haut so nicht hin. Denn auch kleine Sekunde und grosse Septieme sind Komplementärintervalle und bilden die Oktave, das geht mit jedem Intervall.

    LG Saxhornet
     
    a.g. gefällt das.
  20. saxhornet

    saxhornet Experte

    Wenn ich mich richtig erinnere:

    das hat mit der Konsonanz und Dissonanz zu tun:

    vollkommene Konsonanzen: PRime, Oktave, Quinte, Quarte

    unvollkommenen Konsonanz: Terz und SExte

    Dissonanz: Sekunden, Septiemen und übermässige Quarte


    LG Saxhornet
     
    a.g. gefällt das.
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