Intonation überprüfen

Dieses Thema im Forum "Anfänger Forum" wurde erstellt von Adan, 22.November.2011.

  1. Brille

    Brille Strebt nach Höherem

    Ja, ohne eine verbale Spitze möchte ich feststellen, dass speziell beim Saxophon die Ausbildung einer sauberen Tonbildung seeeehr lange dauern kann.

    Deswegen wünsche ich -jedem, der anfängt- Geduld und Durchhaltevermögen.

    Brille
     
  2. peterwespi

    peterwespi Ist fast schon zuhause hier

    100% Zustimmung!

    Leider ist so was in den seltensten Fällen zu beobachten. Meistens ist auch hier das Gegenteil der Fall: Das Gehör *gewöhnt* sich an unstimmige Intonation (ich spreche da aus eigener Erfahrung...).
    Wenn ich ein Ensemble organisiere, dann ist hat Intonation klar Priorität vor Sound & Co.! Was nützt mir ein Spieler der zwar mit einem Mords-Sound spielt, jedoch mit wackeliger Intonation, so dass der ganze Satz durch die Reibungen ständig im Raum herum schwabbelt? Mit der ersten Priorität *Intonation* gleichgesetzt wird die Anforderung *rhythmische Sicherheit*. Es nützt mir nichts, wenn die Noten zwar mit Top-Sound, jedoch nicht dort gespielt werden, wo sie gespielt werden sollten. Und im dümmsten Fall noch ein Viertelton daneben... ;-)
     
  3. Brille

    Brille Strebt nach Höherem

    Spitze oben drauf:

    Besonders bei Späteinsteigern liegt die Priorität häufig auf:
    - Sound
    - Marke / Status

    Und so manche scheitern dann, wenn sie mit anderen zusammen spielen wollen, grandios! Allerdings kommt, wenn überhaupt nur ein recht verzögertes Einsehen!

    Und
    Jajajajajaja! Geht hier im Fred aber um Intonation...

    Grüße
    Brillö
     
  4. Gelöschtes Mitglied 5328

    Gelöschtes Mitglied 5328 Guest

    Ja Brille,

    Intonation, Intonation, Intonation .... und Rhythmus...

    Stimme Dir absolut zu.

    Dennoch kann ich auch Spaß an Marke und Sound haben.

    Das schlisst sich nicht aus.

    LG

    Dreas
     
  5. Brille

    Brille Strebt nach Höherem

    Klar, Dreas, Spaß sollte man schon haben können. Wenn man für sich allein spielt und das völlig subjektiv und für sich positiv wahrnimmt, ohne jemanden anders in "Mitleidenschaft" zu ziehen!

    Aber wennde mit anderen zusammen spielst, musst du eben eher auf die Dinge Wert legen, die Peter Wespi beschreibt. Sonst wird es u.U. schwierig.

    Liebe Grüße
    Brille

     
  6. edosaxt

    edosaxt Strebt nach Höherem

    werte(r) Brille

    Klar muß Intonation und Rythmus stimmen, bevor ich im Ensemble spiele!
    Absolute Grundvoraussetzung!
    Frage ist doch eher (zumindest in diesem Fred), wie komme ich dahin: Üben oder Klappenaufgänge modifizieren

    LG
    edo
     
  7. Adan

    Adan Nicht zu schüchtern zum Reden

    Stimme da auch sehr überein!!!!

    Ich, als "später Anfänger" lege auch absolut Wert auf Intonation. Wie schon erwähnt oben, was nutzt mir der schönste Sound mit der geilsten Kanne, wenn alles schief ist. Ich glaube auch, dass die Entwicklung eines guten Ansatzes und damit gute Intonation Top Priorität haben sollte.

    Aus diesem Gedanken heraus habe ich diesen Thread ja eröffnet....

    Und in diesem Zusammenhang passt auch genau der letzte Post....

    Kann ich diese Tonunterschiede durch Entwicklung eines guten Ansatzes wegbekommen und alles gerade spielen, oder liegt es am Instrument und "versaue" ich mir meinen Ansatz wenn ich mit der Kanne lerne....


    Ich verstehe, dass es extrem schwierig sein wird darüber etwas zu sagen, ohne das Saxophon angespielt zu haben von eurer Seite aus..

    Nur mal so nebenher....kommt wer von euch aus Freiburg?

     
  8. edosaxt

    edosaxt Strebt nach Höherem

    @adan

    ich nicht, aber schau mal saxkarte


    Edit: sorry der Link scheint nicht zu wollen!

    Schauste links in der Leiste, da steht unter Community der Link zur Saxophonisten Landkarte!


    lg
    edo
     
  9. Brille

    Brille Strebt nach Höherem

    Adans
    trift den Nagel auf den Kopp, aber (Tipppp!): Wenn du zu Playbacks m i t Leadstimme spielst, kann dir das helfen, sowohl hinsichtlich:
    - Intonation (hier das Thema) als auch
    - Rhythmus

    Beste Grüße aus den tiefen Tälern des Shanna-Pecu (lol)
    Brille
     
  10. bebob99

    bebob99 Strebt nach Höherem

    .. und ich wunder mich warum mein Beitrag nicht ankommt, wenn ich den tagelang in der Vorschau stehen habe und nicht abschicke. Naja, vielleicht ist es doch noch nicht zu spät.

    ---
    Wie prüft man die Stimmung?

    Eine "einfache" Frage, aber wie immer steckt ein kompliziertes "Problem" dahinter. Die naheliegende Antwort "mit einem Stimmgerät" ist zwar richtig, aber zu kurz gegriffen. Hinter der Frage steckt ja mehr als nur die technische Notwendigkeit einer Überprüfung. Dahinter steckt, wie geschrieben, zuerst einmal das subjektive Gefühl "da stimmt etwas nicht" zusammen mit der Unsicherheit "mache ich etwas falsch, bin ich einfach unbegabt oder ist mein Instrument defekt". Gerade bei einem relativen Einsteiger ist diese Unsicherheit immer ein großes Thema. Es erfordert also auch umfangreiche Informationen zum gesamten Themenkomplex, damit man "die Stimmung" auch im aktuellen Spiel-Umfeld bewerten kann.

    Die vermutlich nützlichste, wenn auch nicht unbedingt befriedigendste Antwort in diesem Fall ist: "Dein Instrument ist sehr wahrscheinlich total in Ordnung. Wenn Du ein Problem bei der Stimmung empfindest, dann wird sich das im Lauf der Zeit 'von alleine' bessern, indem Du genau darauf hörst und laufend versuchst, das Problem zu korrigieren. Also 99% Übungssache, dauert aber. Keine Panik".

    Es hilft auch zu wissen, dass, wie unser Kapellmeister immer wieder betont, JEDES Instrument Bauart bedingt grundsätzlich "falsch" intoniert. Es ist die Aufgabe des Spielers sein Instrument gut genug zu kennen um das in den Griff zu kriegen. Bei Saxophonen ist das besonders ausgeprägt, aber dort hat man auch die meisten Korrektur Möglichkeiten. Das macht unter anderem den Saxophon Sound so interessant und lebendig. Es gibt aber auch bei den Saxophonen große Unterschiede, sowohl zwischen Herstellern, als auch zwischen Modellreihen und Einzelstücken. Bei einem Wechsel auf ein anderes Instrument ist die nötige Korrektur teilweise wieder ganz anders. Yamaha beispielsweise bemüht sich sehr, die Intonation zu perfektionieren. Manche Spieler empfinden aber gerade diesen "Yamaha Klang" eher langweilig und steril. Einem Conn wird nachgesagt, dass der Klang viel mehr "Seele" hat. Das Instrument verlangt aber vom Spieler unter Umständen auch deutlich mehr Aufmerksamkeit.

    Du kannst auf dem Saxophon grob gesagt etwa 30 verschiedene Töne spielen. Wenn Du einen Ton nach Stimmgerät einstellst, musst Du die restlichen 29 Töne entsprechend nach formen. Einige können durchaus weit daneben liegen. Typische Kandidaten sind das d' und d", das cis" oder auch das e". Ein Stimmgerät hilft Dir, die Problemtöne zu identifizieren und es hilft Dir beim Lernen der notwendigen individuellen Korrektur.
    Wenn ein Profi oder Instrumentenbauer einzelne Töne durch Veränderungen am Instrument verbessert, geht das immer zu Lasten anderer Töne, der Klangfarbe und/oder der Ansprache. Hier hängt alles immer zusammen und man muss schon sehr genau wissen was man will und was man tut.

    Die Frage nach dem "Warum und wie stimmen" ist auch mehrschichtig. Wenn man Solo spielt, ist es normalerweise ausreichend, wenn die Verhältnisse der Töne zueinander stimmen, also die Intervalle "richtig" klingen. Die absolute Stimmung ist nebensächlich, also ob man nun nach 440Hz oder doch lieber nach 443Hz stimmt. Bei einem kleinen Sax Ensemble mit ähnlichen Instrumenten und ähnlichem Intonations Verhalten kommt man auch relativ schnell an einen Punkt, wo die Instrumente gut zusammen klingen, auch wenn jedes für sich vielleicht beim d" ein paar Cent daneben liegt - aber eben in die gleiche Richtung. Das ist in erster Linie eine Hör-Übung, also auf die Mitspieler hören und den Ton so anpassen, dass das im Zusammenspiel sauber klingt.

    Bei einem gemischten Orchester mit Blech- (Trompeten, Posaunen, Hörner,..) und Holzbläsern (Klarinetten, Saxophone, Flöten) kommt noch dazu, dass mit zunehmender Lautstärke die Blechinstrumente immer höher werden, die Holzbläser aber immer tiefer. Um beispielsweise bei einem gemeinsamen, anschwellenden Schluss-Akkord einen sauberen Klang zu bekommen müssen die Blechbläser also den Ton möglichst weit fallen lassen (geht nicht gut) und die Holzbläser den Ton oft weit anheben - auch über die theoretisch richtige Stimmung, weil sie sonst mit den Blechbläsern auseinander fallen und der Akkord kratzt. Das erfordert viel Übung und viel Zusammenspiel mit immer den gleichen Musikern, damit man sich auf einander einstellen kann. Um so ein gemischtes Orchester ordentlich gestimmt zu bekommen ist ein Stimmgerät nur eine grobe Richtlinie. Da stimmt unser Kapellmeister auf einen tiefen Bass Ton, bei uns von der großen Tuba, die Grund Schwebung. Darauf aufbauend müssen die Musiker die restlichen Töne entsprechend der individuellen Charakteristik ihres Instruments einpassen. Das funktioniert dann auch in unterschiedlichen Aufführungs-Umgebungen und bei unterschiedlichen Temperaturen, auch wenn die theoretische "Stimmung nach Stimmgerät" im aktuellen Fall nicht zum gewünschten Hörgenuss führt.

    Im "richtigen Leben" ist also die Stimmung der einzelnen Töne nach Stimmgerät mehr oder weniger nutzlos. Da zählt nur gut zuhören und sein Instrument gut kennen und beherrschen. Nichts davon geht über Nacht. Deine Erkenntnis, dass "etwas nicht stimmt" ist aber schon die wichtigste Lektion und die beste Voraussetzung, dass es irgendwann dann doch stimmt.

    Ich spiele selbst seit drei Jahren und seit zwei Jahren in einem relativ guten Orchester, wo ich versuche, mich langsam an das geforderte Niveau anzunähern. Aber nicht nur ich, auch etliche lang gediente (Hobby) Musiker mit 35 Jahren Orchestererfahrung müssen an der richtigen Intonation hart arbeiten, auch wenn sie ansonsten auch technisch schwierige Stellen vom Blatt spielen können. Aber DAS macht genau den Unterschied, ob eine Aufführung nach "Laien Orchester" oder nach "Profi Orchester" klingt. Es lohnt sich also, daran zu arbeiten.
     
  11. Rick

    Rick Experte

    Hallo bebob99,

    super Beitrag! :applaus:

    Schöne Grüße,
    Rick
     
  12. zwar

    zwar Ist fast schon zuhause hier

    ob ein sax in sich stimmt überprüfe ich so. warmspielen. mundstücksitz bei h und g mit stimmgerät überprüfen. dann fange ich bei tief bb an und spiele in b6 abständen aufwärts, lange töne, soweit es geht, dann fange ich bei b wieder von unten an, spiel hoch usw. dabei kümmere ich mich nicht um besonderen ansatz, sondern blase so, wie ich es eben tu.
    das ganze nehme ich auf. dann lasse ich das ganze durch die frequenzanalyse im studio laufen und weiß, was davon stimmt und was nicht. sowas kann man zum beispiel mit wavelab oder ähnlichen programmen machen. man kann die aufnahme aber auch abspielen, und das stimmgerät dabei beobachten, was auch sicher die billigere variante ist.
    die methode (die ganz bestimmt und gerne noch verbessert werden kann) hat zwei vorteile. erstens hat man für die kleine sexte nicht so ein "gefühl" wie für die meisten anderen intervalle und korregiert nicht den ansatz, damits passt, zweitens hat man während des spielens kein feedback durch stimmgerät oder sonstige kontrollinstanzen.

    danach nehme ich einen langsamen song auf, solo gespielt, wenns vom tonumfang reicht in unterschiedlichen tonarten, und zwar diesmal so, dass ich subjektiv das gefühl habe, es passt und klingt gut. auch für diese aufnahme seh ich mir die frequenzergebnisse an. das ganze prozedere dauert ungefähr eine gute halbe stunde, wenn man das ein paar tage wiederholt, hat man (zumindest für die einem eigene spielweise) ein ganz gutes bild von den intonationsmacken des saxes.

    zum verbessern der eigenen intonation (und auch sowieso) halte ich persönlich es für sehr wichtig, regelmäßig mit intonationssicheren instrumenten (zb klavier, bundierte zupf und streichinstrumente, schifferklavier usw) zusammenzuspielen. wenn das nicht geht tuts dann auch playalong. oder dronen. die ergebnisse auch ruhig des öfteren mitschneiden. manches kriegt man selber oder die musikalischen mitstreiter beim spielen im eifer des gefechts doch nicht so richtig mit.

    das alles kann etwas ernüchternd wirken, bringt einen aber dann doch schnell weiter in richtung :top: .

    in diesem sinne

    gruß

    zwar
     
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