ist mein blatt zu schwach?

Dieses Thema im Forum "Anfänger Forum" wurde erstellt von hanjo, 31.Januar.2010.

  1. hanjo

    hanjo Strebt nach Höherem

    hallo boffie,

    danke.

    kannst du dich drauf verlassen, daß ich das morgen mache. jetzt bin ich platt.

    gruß
    hanjo
     
  2. Hips

    Hips Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Hanjo!
    Das Problem habe ich auch gelegentlich, ein Blatt, das am Vortag noch einwandfrei klang, quietschte erbärmlich! Ein Patentrezept habe ich leider auch nicht dagegen!
    Aber vielleicht hilft eine kleine Übung, die uns Michael Lutzeier bei einem seiner Workshops zeigte: Blasen ins bloße Mundstück, das mit einem (sauberen!) Tachentuch umhüllt ist.
    Wenn man da schließlich einen Ton rauskriegt ist beim normalen Blasen ins Sax eine deutliche Verbesserung von Ton und Volumen hörbar. Probier's doch einfach mal!
    Besten Gruß
    Hips
     
  3. hanjo

    hanjo Strebt nach Höherem

    hallo hips,

    danke.

    habe ich das richtig verstanden? ins nackte mundstück, ohne blatt?

    gruß
    hanjo
     
  4. Hips

    Hips Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Hanjo!
    Das Blatt muss schon drauf! Über Blatt und Mundstück wird dann das Tuch gelegt. Ich meinte mit "nackt" nur MPC ohne das Horn!
    Wenn Du möchtest mach ich mal ein Foto davon!
    Besten Gruß
    Hips
     
  5. clari_sax

    clari_sax Ist fast schon zuhause hier

    Moin, Hanjo,

    vielleicht noch mal eine Ergänzung aus meiner inzwischen fast 40-jährigen Spielpraxis.

    Bedingt durch meinen seinerzeitigen Klarinettenlehrer, der als Solo-Klarintettist eines großen Orchestes kompromisslos das Klangideal der deutschen Klarinettisten samt entsprechedem Klarinettentyp vertrat, habe ich lange Jahre an die Gleichungen "schweres Blatt = guter Ton" und "kein hoher Blasdruck = kein guter Ton" geglaubt.

    Schon vor meinem endgültigen Wechsel zum Jazz beschäftigte ich mich aber enger mit der entsprechenen Tonbildung, wobei ich feststellte, dass dies so - wenn überhaupt - nur für die deutsche Schule gilt.

    Meiner persönlichen Meinung nach sind die doch ganz anderen Anforderungen an die klangliche Bandbreite eines Jazz-Bläsers mit zu schweren Blättern eher schwer zu erfüllen.

    Dabei ist "schwer" bzw. "leicht" natürlich völlig individuell, so soll der große Ben Webster zeitweilig ein Blatt der Stärke 5 auf einem OL10 geblasen haben. Da hätte ich vermutlich nicht mal einen Ton rausbekommen! :)

    Als Folge meiner Grundprägung habe ich jedenfalls auf dem Tenor eine ganze Zeitlang Vandoren JAVA 3,5 auf einem OL STM NY 7* geblasen, bin aber nach fast 20 Jahren der Marke Vandoren untreu geworden und inzwischen auf Hemke 2,5 umgestiegen - und es haben sich ganz neue Möglichkeiten eröffnet. :)

    Ähnlich gelagerte Erfahrungen habe ich übrigens bei Klarinette und Sopran-Saxophon gemacht. Nach vergleichbar langen Jahren mit V12 Stärke 3-3,5 auf einem Vandoren 5JB-Mundstück (cl) und JAVA 3-3,5 auf einem Vandoren S45-Mundstück (ss) blase ich auf der Klarinette inzwischen Lavoz M und auf dem Soprano ebenfalls Hemke 2,5.

    Ich persönlich habe den Eindruck, nur so die klanglichen Möglichkeiten der ja doch recht offenen Mundstücke wirklich nutzen zu können.

    LG - Chris

    P.S. ... der längste Job, den ich mit diesen Kombinationen mit nur kleinen Unterbrechungen mal gespielt habe, dauerte 9 Stunden. Ich war hinterher ziemlich fertig - mein Ansatz eher nicht. :-D
     
  6. HolgerFfm

    HolgerFfm Ist fast schon zuhause hier

    Auch meine Vermutung geht eher in die Richtung, dass Du Dir eventuell einen "verbissenen" Ansatz angewöhnt haben könntest.

    Der Wechsel auf Mundstücke mit größer Öffnung und/oder Bahnlänge und auf stärkere Blätter ist ja kein Selbstzweck, sondern eine mögliche Reaktion auf die Weiterentwicklung Deines Ansatzes (das meint alles, nicht nur die Lippen) und ggfs. auch Deiner Soundvorstellungen.

    Es gibt sehr schöne Übungen, um festzustellen, ob der Ansatz zu fest ist, z.B. größere Intervalle (etwa Oktaven) abwärts, am besten in den Tieftonbereich hinein. Bei meiner Lieblingsübung spielst Du schön langsam von c'' chromatisch abwärts, aber mit gedrückter Oktavklappe. Bis zum d' solltest Du schon herabkommen, mit einwenig Übung klingt das auch nicht allzu verrauscht.

    Wenn mein Ansatz ermattet ist, reicht bei mir i.d.R. eine Pause von etwa einer Stunde, dann ist's wieder gut. Oft ist aber nicht nur der Ansatz, sondern auch der Geist ermattet ;-), dann hilft schon mal ein halber Tag Pause.

    Herzliche Grüße aus Frankfurt am Main
    Holger
     
  7. Gast

    Gast Guest

    Hi!
    Komme grad' vom Üben. Ich habe heute mal den Tipp von GerhArd beherzigt und ein schwächeres Blatt gespielt. Klappte wunderbar, auch in den Höhen.
    Es war die Blattstärke/Blattsorte, die früher quietschte, weswegen ich wechselte auf eine höhere Stärke!
    Ich werde eine Weile damit "trainieren"!

    Gruß Ww.
     
  8. yts62

    yts62 Ist fast schon zuhause hier

    moin,

    es scheint tatsächlich so, dass auch die Wahl des Blattes (also des Herstellers) etwas mit dem Phänomen quitschen zu tun hat.

    Nehme ich z.B. ein Francoise Louis Blatt und spiele es trocken an, dan quitscht es wie Hölle. Mann muss es vorher richtig gut wässern (nur anlutschen reicht nicht), damit es seinen Dienst einwandfrei verrichtet.

    Nahme ich ein LaVoz Blatt, dann ich dieses sogar furztrocken aufspannen und nix is mit quitschen.

    Ich verstehe nur nicht, wie diese gewaltigen Unterschiede enstehen. Ander Schnitt? - anderes Herstellungsverfahren? - weiß jemand was darüber?
     
  9. Rick

    Rick Experte

    Erstaunlich, was inzwischen hier so alles an Meinungen zusammen gekommen ist - ich liebe die dialektische Grundtendenz in diesem Forum! :-D

    Ich möchte mal wieder in Erinnerung bringen, dass es nicht DEN richtigen Ansatz gibt, auch nicht DIE ideale Mundstück-Blatt-Kombination. Alles liegt in der individuellen Herangehensweise des Spielers.

    Chris hat Ben Webster erwähnt - dessen Vorbild Coleman Hawkins bevorzugte hingegen eher weiche Blätter. Charlie Parker und Stan Getz waren wieder typische "Sperrholzplattenbläser", Michael Brecker spielte glaub ich zuletzt Stärke 2, wenn ich richtig informiert bin. :roll:

    Man muss sich auch nicht für den Rest seines Lebens auf eine Blattstärke festlegen.
    Wenn ich sehr viel spiele, brauche ich härtere, wenn ich aber mal eher eine ruhige Kugel schiebe, kommen etwas leichtere besser. Auch für unterschiedliche Musikstile oder Anlässe wechsele ich schon mal die Stärken, erzeuge auf diese Weise verschiedene Sounds.

    Hanjo hat ja darauf hingewiesen, dass er den "modernen" Ansatz spielt, also ist da die Gefahr des "Verbeißens" eher zu vernachlässigen. ;-)
    Ich kenne ihn als sehr sportlichen Typus, also nehme ich an, dass er einfach von Natur aus mehr Kraft aufwendet - das muss kein Fehler sein, so lange alle Töne gut ansprechen, der Sound den eigenen Vorstellungen entspricht und man damit offenbar mehrere Stunden durchhalten kann.

    Ich hatte schon Schüler, die richtige "Muskelkerle" waren und entsprechend sehr früh härtere Blätter brauchten. Manchmal sind sie dann nach einiger Zeit von selbst wieder auf leichtere zurückgekommen, das kann also auch einfach ein Zwischenschritt in einem längeren Prozess sein. :cool:


    Schönen Gruß
    Rick
     
  10. Otfried

    Otfried Gehört zum Inventar

    Moin,

    ich habe mal irgendwo gelesen, dass er aufgrund einer Bindegewebsschwäche leichtere Blätter spielen musste, als er eigentlich gerne gespielt hätte.

    Im übrigen uneingeschränkte Zustimmung. Wie heißt es so schön, jeder Jeck is' anners.

    Ich bin ja auch einer, der tendentiell eher am Anschlag spielt, und bei mir kriegen dann die Lippen schon mal ordentlich Bissabdrücke. Da ist es eine wunderbare Übung, schlicht und ergreifend eine Konfektionsgröße zu reduzieren. Das übt die Kontrolle der Kraft, die man mit dem Sperrholz gewonnen hat.

    Gruß,
    xcielo
     
  11. hanjo

    hanjo Strebt nach Höherem

    hallo zusammen,

    bedanke mich für diese kompetente ansammlung von meinungen/erfahrungen.

    wie sagst du so schön, otfried, jedem narren seine mütze?

    ich glaube eher, daß ich nicht beiße holger.

    magst du das ny noch immer chris?

    ich glaube auch, rolf, daß la voz die besten blätter sind, die ich bis jetzt angespielt habe.

    mir ist bewußt, daß ich auf dem saxophon ein anfänger bin. ich bin keineswegs so vermessen eure rätschläge zu mißachten, ganz im gegenteil, ich werde weiterhin eure vorschläge, auch übungen betreffend, beherzigen.

    dafür brauche ich etwas, oder auch etwas mehr zeit.

    ich mag diesen "rauchigen, schmatzenden" klang, den z. b. rick in seinem tenor demo erahnen läßt. diese richtung ermöglicht mir das stärkere blatt in verbindung mit o. g. mundstück. (und wenn ich noch zwanzig jahre übe, beherrsche ich das vielleicht sogar)

    zu dem schwachen blatt in verbindung mit engem mundstück, kann ich noch nichts sagen, klappt nicht zu meiner zufriedenheit, braucht wohl noch etwas übung.

    was ich jedoch für mich sagen kann, das dicke blatt klingt richtig schön.

    gruß
    hanjo
     
  12. Gast

    Gast Guest

    Hi Hanjo!

    Ich habe heut' mit dem stärkeren Blättchen gespielt, nachdem ich vorher mit dem schwächeren trainiert habe.

    Also; klingen tut's mit dem härteren viel schöner, aber, ich stelle fest, dass ich mit mehr Gefühl ran gehe und.. das es auch bei dem schwächeren Blättchen nicht mehr quietscht! Und das hat es vorher seeehhr häufig getan.
    Gruß Ww.
     
  13. hanjo

    hanjo Strebt nach Höherem

    hallo zusammen,

    @ boffie und gerhard,

    habe euren rat heute erstmal einigermaßen richtig umsetzen können, eure lockerungsübungen sind sinnvoll.

    das werde ich beibehalten, ohne scheiß.

    habe heute lange zeit so gespielt, muß mich aber regelmäßig daran erinnern, locker lassen, dann gehts, jedenfalls heute.
    gute sache.

    ist diese übung eine reine lockerungsübung für den ansatz? steckt mehr dahinter?

    kann aber nicht leugnen, wenn ich das dicke ding draufnagele, gefällt es mir besser.

    @ holger und hips,

    eure tips habe ich heute kurz umzusetzen versucht. werde ich demnächst in angriff nehmen. das dauert bei mir immer etwas, weil ich mich damit mehr als 5 minuten befasse.

    hallo wilma,

    was spielst du denn für ein mundstück?

    mit meinen beschränkten kenntnissen, klare zustimmung.

    was mir jedoch zu denken gibt, rolf und chris sind ja keine anfänger und spielen beide schwächere blätter. wenn ich das richtig in erinnerung habe, spielt rolf ein ol stm 6 oder 6 stern mit einem blatt ms. (chris offener und stärker, jedoch reduziert gegenüber früher)

    rick hat einen schönen tip gegeben, an den ich mich halte, mach das, was für dich am besten kommt.

    gruß
    hanjo
     
  14. Mummer

    Mummer Ist fast schon zuhause hier

    hanjo fragt:

    Für mich ist es eine lockerungsübung und eine übung, mit der ich spüre, wie ich den ton weiter in meinem inneren entstehen lassen kann.

    Ich kann nach dieser "trockenübung" auch deutlich eine positive veränderung meines tons feststellen.
    Er hat deutlich mehr volumen.

    Ein früherer lehrer von mir zitierte mal stan getz, der gesagt haben soll, dass der anfang der tonerzeugung auf dem saxophon in der kniekehle beginnen sollte.

    Vielleicht ist diese - und ähnliche - übung ja dazu geeignet, bis zum großen zeh vorzudringen.

    lg
    Boffie
     
  15. Brille

    Brille Strebt nach Höherem

    Hatte mich aus dem "schneller-höher-dicker" verabschiedet, bin dann durch Zufall an 3,5er und 4er Hemke geraten (alte Serie) und spiele die seither in Verbindung mit einem 7er bzw 7* von ESM auf dem Alto.

    Soundtechnisch ist das einwandfrei, eine enorme Verbesserung gegenüber den 3er VanDoren und bietet auch hinsichtlich der möglichen Lautstärke enorme Vorteile. Alternativ ab und an ein La Voz.

    Hinsichtlich Subtones, etc. bei mir keine spezifische Klangveränderung, bei den Highnotes eine deutliche Verbesserung der Ansprache. Kein so deutliches klangliches Ausdünnen in der hohen Lage wie bisher.

    Fazit für mich: Immer mal wieder andere Blätter antesten. Und kein Problem, auch schwächere Blätter zu kontrollieren.
     
  16. Gast

    Gast Guest

    Hi Hanjo!
    Ich spiele ein Selmer C* Soloist.
     
  17. hanjo

    hanjo Strebt nach Höherem

    hi boffie,

    habe eben eine zusatzeinheit beendet, auch mit deiner übung. gefällt mir immer besser.

    hallo holger,

    geht untenrum bis tief b einwandfrei, gute übung. habe bei oktavwechsel probleme. wird vielleicht noch. auch intonationsmäßig noch nicht so dolle.

    wie es sich im moment darstellt, kann ich die dicken dinger brummen, komme aber auch zunehmend besser mit einem schwächeren blatt zurecht, allerdings mit offenem mundstück.

    hallo brille,

    gutes fazit.

    nochmals dank für diese tollen tips. ihr habt mich wieder ein stückchen weiter gebracht.

    der tip von hips steht noch aus.

    gruß
    hanjo
     
  18. chen

    chen Schaut nur mal vorbei

    ich denke schon, dass es am Blatt lag (zumindest wenn du täglich mehr als eine h übst).Nächstes ja kannst du dann ein 5er oder 6er spielen.(Andere Marken andere härten. :roll:
     
  19. hanjo

    hanjo Strebt nach Höherem

    hallo engländer,

    dank dir.

    m. m. n. eher nicht. ansatz locker lassen, dann geht das. aber, klingt bei mir voll fürn a....

    ich habe mir ein päckchen rico royal 2,5 gekauft um den lockeren ansatz zu üben, bekomme diese auch gespielt ohne störende nebengeräusche. nachteil, klang gefällt mir nicht.

    ich denke, ich bleibe bei den dicken.

    gruß
    hanjo
     
  20. hanjo

    hanjo Strebt nach Höherem

    hallo zusammen,

    ich weiß, der klang entsteht vor dem saxophon.

    trotzdem, habe jetzt einige tage auch ein la voz ms gespielt. klingt zwar nicht wie ein mh, muß jedoch sagen, he alter, das haut hin, das ist bestimmt ausbaubar.

    bei den langen tönen, wo der klang keine fehler verzeiht, kommt dann der klangunterschied von ms zu mh zum tragen. hier schlägt dann die stunde des mh. obwohl, das ms hat deutlich aufgeholt.

    ich übe eure tips täglich, wirklich sinnvoll.

    das ergebnis, bereits als ausgelutschte blätter von mir aussortiert zum müll, kann ich wieder spielen, kein witz. wer weiß, vielleicht hält ja jetzt bei mir ein blatt länger als 12 tage

    gruß
    hanjo
     
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