Kann man den richtigen Ansatz nur selbst lernen?

Dieses Thema im Forum "Anfänger Forum" wurde erstellt von ThoWi1982, 22.Januar.2015.

  1. Werner

    Werner Strebt nach Höherem


    Der entscheidende Punkt sind nicht die Backen, sondern das der Lippenbereich (unten wie oben) direkt an den Zähnen anliegt, ohne Luftpolster dazwischen. Ein solches Luftpolster erschwert stark die Kontrolle über den Ton, und ist meist mit dem Aufblasen der Backen verbunden. Ausprobieren!
    Das vermeiden des Luftpolsters führt bei den meisten dazu, das die Backen kaum oder gar nicht mehr aufgeblasen werden können.
    Aber nicht bei allen. Insofern ist bei manchen (wenigen) Spielern das Aufblasen der Backen möglich, ohne den Ansatz zu stören. Möglicherweise haben die dann mehr Soundvariationsmöglichkeiten, aber das ist nur ne Vermutung von mir.


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    http://swing-jazz-berlin.de[/size]

     
  2. Roland

    Roland Gehört zum Inventar

    Moin!

    Ja, *den* ultimativ korrekten Ansatz für jeden Mitbürger unseres Planeten gibt es nicht.

    Brötzmann, Londeix, Kenny G. und Sanborn haben leicht unterschiedliche Auffassungen vom Klang und wir haben alle unterschiedliche physiologische Gegebenheiten.

    Aber es verdammt viele Fehler, die man machen kann. Und Fehler, die bei jeder Kombination Physiologie/Soundvorstellung auftauchen.

    Wie bim Programmieren:
    Egal, welches Problem und welche Sprache, wenn man DRY *) verletzt und KISS verletzt **), ist das nicht gut; ein 'code smell' halt.

    Grüße
    Roland

    *)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Don%E2%80%99t_repeat_yourself

    **)
    http://de.wikipedia.org/wiki/KISS-Prinzip
     
  3. Brille

    Brille Strebt nach Höherem

    Leute, der Fredersteller fragte nach Anfangsorientierung. - ? -!

    Und mittlerweile wurde sogar schon über Zirkularatmung formuliert, über "amtliche" Tonvorstellung usw. Menno, bleibt doch angemessen in den Antworten und schießt nicht eine Nebelkerze nach der anderen.

    Duckundwech.......

    BrillÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖ
     
  4. Taiga

    Taiga Ist fast schon zuhause hier

    Noch 'n bisschen "off topic" Öl.
    Wer hat eigent Adolphe Sax den "richtigen" Ansatz beigebracht?

    Denkt mal drüber nach ...
     
  5. Roland

    Roland Gehört zum Inventar

    Oh, einfach, der Erfinder. :)

    Nee, im Ernst:
    Nicht jeder ist so begabt, mit Trail und Error das alleine herauszufinden.
    Nebenbemerkung: Herr Sax war ein hervorragnder Klarinettist.
    Lemma: Ein Lehrer kann helfen, die Fehler zu vermeiden, die andere gemacht haben und kann somit zu einem schenlleren Lernerfolg führen.
    Ergänzung: man beachte die Bedeutung des Modalverbs 'kann'.

    Programmieren kann man auch alleine lernen. Das Ergebnis kann alles sein von Vollkompetenz bis Vollkatastrophe.


    Grüße
    ROland
     
  6. Werner

    Werner Strebt nach Höherem

    Ergänzung:
    ca ab 1:40 sieht man gut, das er die Backen aufbläst, aber die Lippenpartie ist offensichtlich direkt auf den Zähnen
    https://www.youtube.com/watch?v=yY3_OdRi7Xs&index=13&list=PL7F41D6C6DD781A41



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    http://swing-jazz-berlin.de[/size]
     
  7. last

    last Guest

    Hi! :)

    Frage an die Experten:

    Was sind die grundlegenden basics, die jeder beachten sollte;
    was sind die Fehler, die es zu vermeiden gilt?

    LG

    lastvisitor
     
  8. ppue

    ppue Mod Experte

    Vielleicht ist das Gespräch ja ein wenig kurz ausgefallen. Es ist schwer, den guten Mann aus der Entfernung und ohne zu wissen, wie er Saxophon spielt, zu beurteilen. Ich denke, keiner kann das hier.

    Seine Aussage, dass man das nicht zeigen kann, heißt zum ersten nicht, dass er keine Fehler erkennen kann und zum zweiten ist es kein schlechter (-;pädagogischer) Ansatz, den Schüler erst einmal auf Teufel komm raus probieren zu lassen. Ich glaube, dass man gerade am Anfang den schnellsten Erfolg im Try- und Error-Verfahren hat. Oben die Zähne druff, unten die Lippe und dann gib ihm.

    Wenn es dann nur quietscht oder nur heiße Luft kommt, dann wird ein erfahrener Spieler schon eine Idee haben, was man machen kann.

    Wie gesagt, aus der Ferne und mit so wenig Infos kann man da so gut wie nichts sagen.

     
  9. Roland

    Roland Gehört zum Inventar

    Bin ja kein Experte. Mundstückposition, Lippenspannung, Zunge und Atmemführung wurde ja schon erwähnt neben vielem anderen ... wieso jett wiederholen? Egal, welche Richtung Du spielst, die Parameter sind immer dabei.

    Und erstmal lernt man Gehen, dann Laufen. Erst dann entwickelt man seinen individuellen Laufstil. Ich kenne keinen, der einen individuellen Laufstil entwickelt hat, bevor er gehen konnte. Ist doch eigentlich klar!? Allerdings hinkt der Verglich mit dem Laufen, denn Gehen lernt man nicht vom hochbezahlten Lehrer.


    Soll meinen: Bevor man als Stilmittel unbedingt das Mundstück sehr weit oder sehr kurz in den MUnd nimmt, soll man erstmal lernen, wo die goldene Mitte ist. Erst die Regeln lernen, dann die Regeln brechen. Erst stabiler Ton, dann Vibrato. Erst klarer Start, dann Staubsauger.

    Merke: Nicht die Unfähigkeit definiert meinen Stil, sondern die bewusste Wahl.

    Grüße
    Roland
     
  10. Florentin

    Florentin Strebt nach Höherem

    Bei allem Respekt, aber bei dieser Person würde ich nicht Unterricht nehmen. Für mich zeigt diese Aussage, dass er sich keinerlei Gedanken über den Komplex "Ansatz" mit allen seinen Variablen und Einflussgrößen gemacht hat. Ich würde ihm in der Beziehung keinen guten Unterricht zutrauen.

    Und, wie schon so oft geschrieben wurde: einen guten Ansatz und Ton auszubilden, ist wahrscheinlich das Wichtigste und Schwierigste beim Saxophon (vielleicht bei jedem Instrument).

     
  11. Brille

    Brille Strebt nach Höherem

    Zu meiner Sicht: Ich sehe es ähnlich wie Florentin. In den letzten 5 Jahren unterrichtete ich ca. 30 Bloody Beginners im Alter von 10 Jahren. Bis auf 1 haben da alle nach 2 Jahren passabel geklungen und ich meine, bis auf 2 auch alle akzeptabel intoniert. ;-) Meine Methode ist die, dass ich den klassischen Ansatz zeige und in den ersten Wochen präferierte. Sollte es sich dann bei den Probanden sukzessive so entwickeln, dass ihr Ansatz "moderner" wird, Tonkontrolle dabei erhalten bleibt und der Sound sich entwickelt, so ist mir auch das recht. Nur die Nuckelstellung akzeptiere ich nicht, da ich niemanden kenne, der damit den Klang bestimmen kann.

    Daneben halte ich gerade anfangs auch für extrem wichtig:
    1. Haltung: Aufrecht, gerade, stabil
    2. Atmung: Bewusstsein entwickeln für Atmung und Stütze
    3. Hören: Auf Sich, andere, Klangbildung
    Das ist nur in persönlichem Coaching zuverlässig möglich. Meine ich.

    Grüßle
    Brille

    Ach übrigens: ihr braucht nicht mehr weiter diskutieren. Jetzt ist alles gesagt.

    Grüße Brille
     
  12. Gelöschtes Mitglied 1142

    Gelöschtes Mitglied 1142 Guest

    Den Klang vielleicht schon, aber nur schwer die Intonation.
    Siehe Archie Shepp :)

    Ach so: bei dem ist das "out of tune" ja nicht Unvermögen, sondern Stilmittel...

    Gruß aus dem Schwarzwald
    Bernd
     
  13. Rick

    Rick Experte

    Dem obigen Zitat von PPue schließe ich mich an.

    Manche Anfänger, gerade Erwachsene, neigen nach meiner Beobachtung dazu, vieles zu theoretisieren, sich zu viele Gedanken zu machen und sich dadurch quasi selbst im Weg zu stehen.
    Dagegen hilft, erst mal möglichst gar nichts zu erklären, sondern den Schüler stattdessen FÜHLEN zu lassen, wie sich der Ton durch den Ansatz formt und verändert.

    Persönlich "lehre" ich übrigens gerade erwachsenen Anfängern keinen bestimmten Ansatz mehr, ich zeige ihnen nur grob, was es alles gibt, sie müssen dann über die ersten Wochen selbst herausfinden, was ihnen am besten liegt. Manchmal kommt dabei der "klassische", manchmal aber auch der "moderne" Ansatz heraus.
    Ich gebe ihnen Rückmeldung, ob es mit der Tonhöhe stimmt, wie es für mich klingt, erteile Ratschläge zur Behebung von Problemen, aber ich dränge ihnen keine Methode auf.
    Dasselbe gilt natürlich für Fragen, wie weit das Mundstück in den Mund genommen wird usw. - alles hat Auswirkungen auf den Sound, diese demonstriere ich, dann darf das Gegenüber selbst entscheiden, welche Art ihm besser gefällt, wohin die Reise gehen soll.

    Daraus könnte man natürlich bei bösem Willen schließen, ich würde den Ansatz nicht "gescheit beibringen" - doch meiner Ansicht nach ist genau das Gegenteil der Fall. :cool:


    Schöne Grüße,
    Rick
     
  14. Ginos

    Ginos Strebt nach Höherem

    Hier mal ein Beispiel,

    wie er das MPC im Mund hat ist interessant und trotzdem oder vielleicht deswegen.... ?

    HIER zu sehen

    Vielleicht wird auf einiges zu stark Wert gelegt, wobei ein richtiger Ansatz sicher nicht von Nachteil ist. Eher das Gegenteil... und nicht falsch interpretieren (auch ich bin ein Autodidakt ;-) ) und dennoch ...

    Bitte aber keine K.G. Disussion hier.

    Danke und Gruß
    Oswald
     
  15. Rick

    Rick Experte

    Hallo Oswald!

    Doch, doch, das Mundstück quasi nur an der Spitze im Mund zu haben, führt zu einem "sensiblen" Ton, der ja ein typisches Charakteristikum seines Stils ist.
    Voraussetzungen sind ausreichend (aber nicht zu) harte Blätter und ein sehr behutsamer, genau austarierter Ansatzdruck. Nicht unbedingt etwas für blutige Anfänger. ;-)

    Och, mir gefällt diese Desafinado-Version jedenfalls besser als das meiste, was ich sonst von Herrn Gorelick kenne. Besonders im "Ride-out" ab ca. 5:30 wird es noch mal richtig interessant, da zeigt er auch seinen musikalischen Humor.
    Es muss einem ja nicht alles gefallen, was er so im Lauf seines Lebens gemacht hat (geht ja jetzt auch schon allmählich auf die 60 zu, der Gute), aber er ist ein erfolgreicher, technisch versierter Saxer mit einem Sound, der SEHR vielen Menschen gefällt.
    Das muss man auch erst mal erreichen. :cool:


    Schöne Grüße,
    Rick
     
  16. Ginos

    Ginos Strebt nach Höherem



    Interessant, wieder etwas Neues für mich...
    es ist mir zwar aufgefallen, dass K das MPC nicht weit im Mund hat (ich habe zunächst kurzzeitig überlegt ob das ggf. playback ist), aber gemeint hatte ich,

    dass K das MPC nicht mittig sondern setlich im Mund hält.

    Gruß
    Oswald


     
  17. Mugger

    Mugger Guest

    Moin,

    angesichts der Fülle von Mundstücks- Blatt- Hornkombinationen bin ich der Meinung, dass es keinen "klassischen" und "modernen" Ansatz gibt.
    Es gibt einen Ansatz der funktioniert, und einen, bei dem warum auch immer Probleme entstehen. (Es kann trotzdem saugeil klingen, siehe Archie).
    Ob jetzt mehr oder weniger Lippe drin oder draußen ist, so what.
    Meine Heroen (so unterschiedlich sie auch klingen mögen, von Desmond über Brecker zu Marsalis) spielen "traditionell".

    Ich unterrichte im Moment etwa 50 Schüler, und keiner hat ein Problem, die Lippe (mehr oder weniger) über die Zähne zu ziehen.
    Manche, die schon länger und in Orchestern spielen, klingen "strengstens" (und für mich fast beängstigend) klassisch, manche "jazziger" als ich.
    Insofern neige ich zur Annahme, der traditionelle Ansatz hätte gewisse Vorteile, weil er weniger aufzwingt.
    Ich hoffe, das war nicht zu OT.

    Liebe Grüße,
    Guenne
     
  18. Ginos

    Ginos Strebt nach Höherem

    Hallo

    @Rick, sorry ich wollte nicht unhöflich sein.
    Danke für den interessanten Hinweis

    @ Mugger
    Sehe ich nicht als OT, .. ansonsten könnte man die Frage mit ja oder nein beantworten. Dann hätte kaum einer einen Mehrwert durch eure Antworten... ausser Statistiken zB. 18 x ja, 52 x nein ... ;-)

    Ich persönlich schätze diese Hinweise, Informationen, Erfahrungen ... von euch Profies...

    Ein Blick etwas weiter entfernt, über den Tellerrand hinaus, Hintergrunderfahrungen etc. dienen meinem Verständnis...

    Wollte ich einfach mal hier zum Ausdruck bringen.

    Gruß
    Oswald

     
  19. ThoWi1982

    ThoWi1982 Schaut nur mal vorbei

    Vielen Dank für die vielen Antworten.

    Ich werde aufhelfen Fall nen richtigen Sax Lehrer aufsu der vielleicht auch Tipps geben kann.
    Das es keinen Ansatz gibt der für alle gilt das ist klar.

    Aber komplett auf mich gestellt sein ohne Fehlerkorrektur das ist auch nicht Sinn der Sache.
     
  20. prislop

    prislop Ist fast schon zuhause hier

    Hallo Tom,
    was ich in den vielen Ansatzdiskussionen immer wieder gelesen habe und was ich inzwischen für mich als richtig erkannt habe ist:
    1) Das Mundstück mit den Lippen ringförmig umschließen,
    2) Die Verschlusskraft kommt aus der Lippenmuskulatur
    3) Nicht mit dem Unterkiefer nachdrücken
    4) Bei mir habe ich die Tendenz festgestellt, dass ich anfangs das Mundstück nicht weit genug in den Mund genommen habe
    5) Eine beherrbare Blatt/Mundstück-Kombination spielen, um locker zu sein
    das heißt eher ein weiches Blatt oder geschlossenes Mundstück wählen
    6) Das wichtigste zum Schluss: Geduldig sein!
    Gruß
    Hartmut
     
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