Mehrere Instrumente lernen (im Alter)

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Saxoryx, 17.September.2022.

  1. Saxoryx

    Saxoryx Strebt nach Höherem

    Ich hätte da mal eine Frage an die Multi-Instrumentalisten, die mich im Moment etwas umtreibt. Vor zehn Jahren habe ich angefangen, Saxophon zu lernen und bin immer noch dabei, es zu lernen, da ich zwischendurch auch große Unterbrechungen hatte, krank war, jetzt auch immer wieder krank bin und deshalb nicht immer regelmäßig üben kann, weil ich beispielsweise keine Kraft habe, das Saxophon zu halten. Mit dem Travel Sax zu üben ist da eine Möglichkeit, weil es wesentlich leichter ist, aber es ist auch nicht immer das Gelbe vom Ei. Es bringt nur für die Fingerfertigkeit etwas, nicht für den Ansatz. Aber es ist besser als nichts, wenn das normale Saxophon zu schwer ist und ich trotzdem üben möchte.

    Nun habe ich Ende letzten Jahres angefangen, ernsthaft Klavier zu lernen. Da muss ich natürlich auch jeden Tag üben, mehr noch als mit dem Sax, bei dem ich doch schon mehr gelernt habe. Was aber wieder verlorengeht, wenn man nicht übt. Oder zu wenig übt.

    Ich komme jetzt da manchmal schwer in die Bredouille, wenn ich auf beiden Instrumenten üben will. Manchmal sitze ich sehr lange am Klavier, weil ich sehr lange brauche, um ein Stück zu lernen, denn das Spielen mit beiden Händen ist noch nicht so einfach. Dann bin ich zu müde und zu erschöpft, um noch Saxophon zu spielen. Umgekehrt genauso. Fange ich mit dem Saxophon an, kann ich nachher nicht mehr Klavier üben, weil das Blasen so anstrengend ist, dass ich mich davon den Rest des Tages erholen muss. Mein Gesundheitszustand ist einfach nicht der beste.

    Für jüngere Menschen oder für Leute, die kräftiger und weniger oft krank sind als ich, ist es bestimmt kein Problem, jeden Tag ausgiebig auf zwei Instrumenten zu üben. Aber für mich ist es eins. Hat jemand Erfahrung damit? Gibt es Möglichkeiten, die Überoutine jeden Tag so zu optimieren, dass man beide Instrumente sinnvoll "bedienen" kann? Oder muss ich dann immer alternativ einen Tag Klavier, einen Tag Saxophon üben?

    Das ist natürlich möglich, aber ich denke, jeden Tag zu üben wäre besser. Vor allem jetzt, da ich mit der Band das kleine "Konzert" für Weihnachten vorbereite. Aber wenn ich das Klavierüben jetzt reduziere, komme ich überhaupt nicht voran, denn es dauert schon eine Weile, da ein Bach-Präludium oder so etwas einzustudieren. Ein Kind kann das wahrscheinlich wesentlich schneller und einfacher, aber ich bin jetzt schon einiges über 60 und nicht mehr so fit. Dennoch möchte ich keins der Instrumente aufgeben, weil ich an beiden wahnsinnigen Spaß habe.

    Manchmal denke ich, wenn man im Alter das nachholen will, was man in der Jugend nicht konnte, ist man verrückt. Man hat einfach nicht mehr die Kraft, die man als junger Mensch hatte. Aber vielleicht kann ich mir ja eine Überoutine angewöhnen, die mich nicht total erschöpft, und auf die Art jeden Tag beide Instrumente üben.

    Hat da jemand Erfahrung? Sollte man die Übezeit pro Instrument beispielsweise auf 15 Minuten beschränken, dann zum anderen Instrument wechseln? Und wenn man dann noch mal 15 Minuten auf dem ersten Instrument schafft, das dann beispielsweise am Nachmittag noch anschließen? Denn ich habe das Gefühl, nach 30 Minuten Üben ist schon ziemlich die Luft raus. Mehr geht fast nicht am Stück. Dann muss ich mich ausruhen. Ich habe auch schon mal eine Dreiviertelstunde oder Stunde am Klavier geschafft, aber dann bin ich fix und fertig. Auf dem Saxophon geht das kaum, weil das Blasen so anstrengend ist. Also vielleicht 30 Minuten Klavier, 15 Minuten Saxophon täglich? Besser als nichts wäre es auf jeden Fall.
     
  2. jimi

    jimi Ist fast schon zuhause hier

    Many years ago a fellow band member (trumpeter )in the Band was working on an interesting practice routine. It was designed to build the embouchure faster. So if you practice let’s say 15 mins then you rest for 15 mins. Possibly it could work for you practicing short sessions as your recovery time will be quicker and may improve your overall practice time. Also mixing up the different instruments. eg. sax, piano, sax etc. as they use a different approach.

    My old dad used to say. OLD AGE DONT COME BY ITSELF.:)
     
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  3. sanne83

    sanne83 Ist fast schon zuhause hier

    Der Tag hat einfach nur 24 Stunden und alles geht nicht. Zur Zeit mach ich viel Sport, da bleibt die Musik und andre hobbies mehr oder weniger auf der Strecke.
     
  4. sanne83

    sanne83 Ist fast schon zuhause hier

    Eine frage. Warum schreibst du immer wieder auf englisch, dann mal wieder nicht. Ich persönlich finde es mühsam die Beiträge erstmal durch nen übersetzer zu jagen nur um zu wissen ob ich es jetzt richtig verstanden hab. So gut ist mein Englisch nicht.

    Sorry @Saxoryx für die Unterbrechung.
     
  5. Dreas

    Dreas Gehört zum Inventar

    Weil er englischsprachig ist. Wenn er in deutsch postet. har er es über einen Übersetzer laufen lassen.

    CzG

    Dreas
     
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  6. jimi

    jimi Ist fast schon zuhause hier

    @sanne83
    When i first registered in 2016, It was partly to improve my german along with taking part in the interesting sax posts. But i have neglected the language side of it more recently and was using google translate more and more, which i thought was probably more annoying to the members.

    I know saxoryx writes with excellent english along with many other members, but i do try to limit my comments and mainly just answer with a like.


    Actually my inability to speak fluent German is the fault of all the people that i spoke to in Germany when i lived there back in the 80,s . Because they could all speak english and when i would start a conversation in German, they would answer in english.;)
    PS.
    If your birth date is 83. I was in Germany before you:cool:
     
    Zuletzt bearbeitet: 17.September.2022
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  7. sanne83

    sanne83 Ist fast schon zuhause hier

    Nichts für ungut, ich habe mich nur gewundert.

    Mir ging es mit spanisch Lernen auf Mallorca ähnlich. Dort wurde mir oft auf deutsch geantwortet.
     
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  8. bthebob

    bthebob Ist fast schon zuhause hier

    @Saxoryx
    Aber du meinst das hoffentlich nicht so:

    Nach 30 Min. Klavier spielen aufstehen, Sax umschnallen und weiterüben !

    Das halte ich für "ungesund" !;)

    Mein Rhythmus ist:
    3 x pro Woche Sax im Proberaum (tagsüber)

    - 90 Min. Sax am Stück
    - 45 Min. Pause, ....

    Wichtig dabei ( für mich ):
    Erst hinsetzen, Wasser trinken,
    Dann ordentlich -ausschüttelt- ....Ganzkörper-Gymnastik ....

    Wie vor 50 Jahren im Schulsport :D

    Zum Abschluss der Übesession noch mal 45 Min. Sax .

    Abends zu Hause in der Regel 60 bis 90 Min. Klavier.
    Auch danach ordentlich Arme und Oberkörper ausschütteln.

    Sagt jeder Ortopäde:
    Starres Verharren über längere Zeit ist -Gift- für Muskel und Sehne.

    Profi Tipps zum richtige Üben gibt's bei Prof. Altenmüller.

    Hier im Forum die Tage verlinkt von @Livia
    im Thread:
    3Sat Film "Talent oder Fleiß, Die Wissenschaft vom Erfolg"

    Viel Erfolg !

    VG
     
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  9. bthebob

    bthebob Ist fast schon zuhause hier

    @jimi
    Let's meet uns in Berlin für Deutsch / Englisch Gespräche
    in präsens. (Spass)

    I was born in Berlin in 1958.
    Und bin seit dem nicht weggekommen aus meinem Village.
    I need a lot of Auffrischung.

    So wegen dit' Quatschen in Englisch !:D

    @Saxoryx
    sorry wegen off topic !

    VG
     
  10. bthebob

    bthebob Ist fast schon zuhause hier

    @Saxoryx
    update ...
    "Doku über die Erfolgsaussichten ....."

    So heisst der Faden richtig.

    VG
     
  11. jimi

    jimi Ist fast schon zuhause hier

    @bthebob

    Ich habe Berlin mit einer reisenden Light-Opera-Gruppe besucht, als die Stadt eine Insel mitten in Ostdeutschland war. Ich plane, zurückzugehen und unter dem Brandenburger Tor hindurchgehen zu können.:)
     
    Zuletzt bearbeitet: 17.September.2022
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  12. jimi

    jimi Ist fast schon zuhause hier

  13. jimi

    jimi Ist fast schon zuhause hier

  14. Paul2002

    Paul2002 Ist fast schon zuhause hier

    Ich sehe das Musizieren zunehmend als spirituelle Erfahrung, als Inkontakttreten mit mir selbst und dem Gefühl, welches ich ,,das Göttliche" nenne.
    Aus dieser Perspektive ist das Üben vor allem ein Fragen:
    ,,Was möchte mir eine Melodie oder ein Klang gerade sagen?"

    So würde ich das Üben mehrer Instrumente einfach als Möglichkeit sehen, mehrere Zugänge zu benutzen, um ,,die Liebe zum Klang" zu üben.

    Soll ganz konkret bezogen auf die Praxis heißen:

    Teil die Übezeit auf deine beiden Instrumente, übe aber das gleiche Material.
    Nimm dir zum Beispiel eine deiner Lieblingsstellen aus dem am Klavier geübten Preludium und spiel die Melodien der rechten und linken Hand abwechselnd sehr langsam mit Konzentration auf einen schönen Ton und empfundene Lebendigkeit des Instruments.
     
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  15. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Meiner Meinung ist der entscheidende Faktor die Gesundheit, nicht das Alter. Schau, dass Du wieder gesund und fit wirst. Wobei, wenn Du von den Übeeinheiten schon körperlich fertig bist... dann brauchst Du wohl vor allem Ausgleichsübungen, wie sie @bthebob anspricht. Und was immer Dir der Arzt empfiehlt.
     
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  16. bthebob

    bthebob Ist fast schon zuhause hier

    @Paul2002
    An dieser Stelle passt eines meiner Lieblings-Zitate.

    Ich weiss leider nicht mehr, wer es gesagt hat.:(

    War ein bekannter/erfolgreicher Instrumentalist .... aus'm klassischem Bereich.

    Er würde im Interview gefragt:
    "Was bedeutet ihnen Musik ?"

    Antwort: " Aufgehoben sein im Klang"

    VG
     
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  17. bthebob

    bthebob Ist fast schon zuhause hier

    @jimi
    Sag' Bescheid, wann !
    Ich bin immer hier in Berlin und hab' Zeit !

    VG
     
  18. Jacqueline

    Jacqueline Strebt nach Höherem

    Krankheit ist natürlich nochmal eine besondere Situation und darauf bezieht sich mein Kommentar nicht.

    Was das Alter angeht stelle ich immerwieder fest, dass Menschen ganz unterschiedlich altern - Gesundheit sei mal bei allen angenommen.
    Ich staune wirklich nicht schlecht, wenn hier am Berg die Ü-70 Fraktion an mir schnaufende Ü-29+ - Jährige fröhlich plaudernd vorbeiziehen.
    Wenn das geht, dann sollte die Kraft und Beweglichkeit für Saxophonspielen vorhanden sein (wie gesagt bei angenommener Gesundheit). Zumal das Saxophon das Latebloomer-Instrument schlechthin ist. Ergonomisch ist es einfach günstig gebaut. Die Arme können entspannt am Körper baumeln und man muss den Hals nicht verdrehen.

    Ich denke, dass es sich hier auszahlt, wenn man anfangs wirklich eine solide Instrumentaltechnik erlernt hat. Ich habe ungelogen mehr als 3 Jahre gebraucht bis sich die Atmung am Saxophon für mich angenehm angefühlt hat (geht natürlich immernoch besser). Ich hatte anfangs ein komplett falsches Bild davon.
    Ich habe gepustet wie verrückt, weil ich dachte, dass ich das Horn mit Luft füllen muss. Totaler Quatsch, da ist Luft drin.
    Aber dieses Bild hat dafür gesorgt, dass ich eine hohe Körperspannung hatte und entsprechend angestrengt geatmet habe. Von daher kann ich dich sehr gut verstehen. Ich habe es wirklich gehasst so spielen zu müssen, es hat sich nicht gut angefühlt. Entsprechend früh habe ich die Übeeinheiten wieder beendet, weil ich dieses Gefühl nicht mochte.
    Inzwischen fühlt es sich in etwa so an wie das Blubbern mit einem Strohhalm im Wasserglas. Etwas anstrengender evtl, aber kein Vergleich zur Ausgangssituation.
    Seitdem das leichter geworden ist kann ich auch länger üben. Ich vergleiche das gerne mit dem Joggen. Wer läuft schon gerne lange mit Seitenstechen? Ohne läuft es sich doch viel angenehmer.

    Evtl liegt es bei dir an einer falschen Atemtechnik? Eine andere Möglichkeit ist, dass dein Instrument nicht dicht ist oder eine Wartung benötigt. Wenn mein Horn nach einem Jahr beim Fachmann war spielt es sich viel leichter. Da merkt man sofort, dass die Mechanik sich schleichend verstellt hat.
    Ebenfalls würde ich an deiner Stelle ein Anfänger Setup spielen. Kleine Öffnung, weiche Blätter. Ich spiele nach 5 Jahren immernoch (und auch weiterhin auf unabsehbare Zeit) ein 5er Mundstück mit 2,5er Blättern. Manchmal sogar die Vandoren Blue 2. Die "Abstriche" im Sound sind minimal (sofern für uns greenhorns wahrnehmbar) und auf jeden Fall geringer als jene, die dann durch Nicht-Üben bedingt sind.

    Oder es ist bei Dir eine Kombination aus allen Faktoren.

    Viele kleine Kinder lernen auf einem gebogenen Sopran-Saxophon. Evtl ist sowas eine Option für Dich, wenn das Gewicht eine Hürde darstellt?
     
    Zuletzt bearbeitet: 17.September.2022
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  19. Paul2002

    Paul2002 Ist fast schon zuhause hier

    Ich spiele inzwischen übrigens auch eine Siebeneröffnung und 2,5er-Blätter.
    Ich brauchte das harte Zeug gerade, damit es sich anstrengend angefühlt hat, aber es ist doch deutlich angenehmer, wenn man es locker angehen lässt (-:
     
  20. jimi

    jimi Ist fast schon zuhause hier

    Vielen Dank für Ihr Angebot, und es steht auf meiner To-Do-Liste, aber wer weiß wann. Ich muss sagen, als ich den Mauerfall im Fernsehen gesehen habe, war das sehr emotional für mich.:)
     
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