Mehrere Instrumente lernen (im Alter)

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von Saxoryx, 17.September.2022.

  1. bebob99

    bebob99 Strebt nach Höherem

    Ich habe das gleiche versucht. ICH komme allerdings mit 15 Minuten Üben nicht weit, bei keinem Instrument. Unter einer Stunde brauch ich gar nicht anzufangen.

    Ich habe mir dann zum (geerbten) Piano noch ein elektronisches Piano angeschafft. Das kann ich praktisch lautlos üben und das Finger Gefühl auch gut aufs richtige Klavier übertragen. Das geht beim Sax nicht. Das muss ich also zu "normalen" Tagesrandzeiten üben. Klavier kann ich einschieben, wenn ich nach Mitternacht noch nicht müde bin und im Forum grad nichts läuft über das ich mich maßlos aufregen muss. :rolleyes:

    Aber wie auch immer, ich glaube, dass sich die beiden Instrumente gut ergänzen, auch wenn sie scheinbar gar nichts gemeinsam haben. Vielleicht ja genau deshalb. Es werden andere musikalische Bereiche gefordert und die Finger müssen komplett andere Bewegungen lernen.

    Ich glaube, dass ich dadurch in Summe flexibler geworden bin, auch wenn das mit dem Klavier immer noch sehr rudimentär funktioniert.
     
  2. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

    Hallo Saxoryx. Ja, das ist natürlich ein Thema. Ich bin ja physisch noch ganz gut in Schuss, aber das Tenor ist mir manchmal auch schon schwer, trotz gutem Tragesystem. Auch länger stehend Spielen ist nicht mehr gleich leicht wie auch schon. Ich habe daher schon mal über Möglichkeiten nachgedacht, das Tenor mit Stachel auf den Boden stellen zu können, auch schon gebastelt (ähnlich wie Bassklarinette, beim Bariton findet man das bei einzelnen Anbietern serienmässig, für das Tenor gibts da nichts Vernünftiges am Markt).

    Das wäre vielleicht eine Möglichkeit, dir mindestens gewichtmässig eine Erleichterung zu verschaffen. Kannst ja mal ausprobieren, kleine Kiste o.ä. vor dich hinstellen und das Sax drauf abstellen, noch was Weiches drunter zur Schonung des Lacks, je nachdem...
    Es funktioniert recht gut, wenn man sich nach kurzer Zeit darauf eingestellt hat, die richtige Höhe gefunden hat. Ideal wäre aber natürlich den Stachel am Horn zu haben.

    Dann halt auch Übe-/Spielzeiten auf deine Möglichkeiten einstellen, zeitlich begrenzen usw. Wenn's gar nicht geht, nichts erzwingen, dafür vielleicht am nächsten Tag etwas länger, wenn's physisch passt.
    Wobei eine 1/4h natürlich schon sehr wenig ist und sich jetzt für mich kaum lohnen würde. So lange benötige ich schon fast, um warm zu werden. Aber wenn die Physis es nicht erlaubt länger ein Horn zu blasen, tja...dann muss man sich möglicherweise wirklich entscheiden, ob das noch befriedigend ist, oder zuviel Frust mit sich bringt. Ev. dann doch schwergewichtig ein anderes Instrument, was (noch) besser passt.

    Viel Erfolg
    antonio
     
  3. Jacqueline

    Jacqueline Strebt nach Höherem

    Evtl kann man es auch so gestalten, dass man vorher Trockenübungen macht, zB Klatsch/Rhythmusübungen etc
    Dann ist der Kopf schon im Übemodus, wenn man dann noch 20 Minuten Saxophon anschließt.
    Eine halbe Stunde Sax jeden Tag ist doch gar nicht so schlecht.
    Mehr als ich zZt mache, habe eine große Übeflaute. Meine erste große nach 5,5 Jahren Spiel..gute Bilanz, hehe :D
     
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  4. antonio

    antonio Gehört zum Inventar

  5. bthebob

    bthebob Ist fast schon zuhause hier

    @bebob99
    Richtig .... die beiden Instrumente an sich haben wenig gemeinsam.

    Aber unser Hauptinstrument, unsere Ohren, sind das Verbindene.

    Deshalb, frei nach Loriot:
    "Ein Leben ohne Klavier ist denkbar, aber sinnlos"

    Vorallem für's Spielen ohne Noten.

    Wenn ich dabei auf'm Sax ins Stocken gerate oder merke,
    nee ....der Ton grade war falsch, z.B. bei TL oder Akkordübungen ....

    rufe ich mir intuitiv die Klaviertasten vor's -geistige Auge-.

    Andersrum funktioniert's bei mir nicht .....
    Beim falschenTon am Klavier, kann ich mir nicht
    die Spiel-Situation am Sax "aufrufen".

    Auch beim reinen Melodie-Spielen am Sax gehts nicht.
    Wenn mir da ein Ton oder der Einstieg in eine Melodie fehlt (im Kopf) ......

    Dabei hilft die Tastatur -null-

    VG
     
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  6. Saxoryx

    Saxoryx Strebt nach Höherem

    Es kommt wirklich auf den Körper an. :) Männer haben es beispielsweise erheblich leichter als Frauen, über Sport abzunehmen. Und athletische Frauen auch. Eher "weiblich" geformte rundliche Frauen haben es dagegen schwerer. Wenn Du nicht übergewichtig bist, wirst Du auch kaum einen Unterschied merken. Wenn Du aber wie ich am Anfang 60 Kilo abnehmen musst (oder mehr) und eine eher "weiblich" geformte Frau bist von Deinen Genen her, dann nützt Dir Sport nur begrenzt. Erstens wegen des Übergewichts und zweitens wegen des schlechten Verhältnisses von verbrauchten Kalorien beim Sport zum Aufwand, um diese paar Kalorien zu verbrauchen. Die meisten Leute überschätzen das, was sie beim Sport verbrauchen.

    Wenn man aber 16 Stunden am Tag nichts isst und sich in den verbleibenden 8 Stunden vernünftig ernährt, wird man sehr schnell etwas merken. Das ist die einfachste Methode. Außer man stopft sich in den 8 Stunden dann mit Süßem voll. Dann nützen die 16 Stunden Fasten auch nichts. ;)
     
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  7. Saxoryx

    Saxoryx Strebt nach Höherem

    Ich versuche es jetzt mal mit einer für den Anfang. Am Dienstag fange ich an. Da habe ich einen Termin gemacht, damit ich mich auch nicht drücken kann. ;) Ich habe jahrelang regelmäßig 3 Mal die Woche trainiert, dann 2 Mal, bis ich immer schwächer wurde und auf 1 Mal pro Woche gegangen bin. Irgendwann bin ich dann beim Training zusammengebrochen und war seither so schwach, dass ich gar nicht mehr trainieren konnte. Aber das geht nicht. Ich muss etwas machen. Ab Dienstag hoffe ich dann wieder reinzukommen. Erst 1 Mal die Woche, dann 2 Mal, sobald ich etwas kräftiger bin. 3 Mal werde ich wahrscheinlich nicht mehr schaffen, denn dann habe ich nur einen Tag Erholung dazwischen, und mittlerweile brauche ich tatsächlich 2 Tage, um mich zu erholen.

    Beim Klavier ja, denke ich. Beim Saxophon muss ich das jetzt erst wieder ausprobieren, sobald ich wieder gesund bin. Es geht mir leider immer noch nicht gut. Trotzdem habe ich heute Klavier geübt. Aber Sax ... Das schaffe ich nicht in meinem jetzigen Zustand. Am Montag gehe ich zum Arzt und hoffe, es hilft was. Denn ich will am Dienstag auf keinen Fall die erste Trainingsstunde nach zwei Jahren oder so absagen. :(

    sollte man nicht. :) Aber wenn man fastet, hungert man nicht. Das ist eine falsche Vorstellung, die viele Leute haben.

    Ja. Für ein halbes Jahr ungefähr. (Deshalb die großen Erfolge von "The biggest Loser". Aber die sind jetzt alle wieder dick, weil das dauerhaft nicht geht.) Dann muss man die Kalorien weiter runterfahren, weil der Körper sich dann angepasst hat und weniger verbraucht. Alles wissenschaftlich belegt. Deshalb ist das keine gute Methode zum Abnehmen. Aber eine hervorragende Methode, um sich gesund und fit zu halten. Essgewohnheiten = Abnehmen. Gesund und fit = Sport. Beides zusammen = Perfekt. :D
     
  8. Saxoryx

    Saxoryx Strebt nach Höherem

    Bei Männern hilft Sport immer sehr. Bei Frauen, je nach Genetik, nur eingeschränkt.

    Doch. Man muss es nur richtig machen. :) Ich halte mein Gewicht jetzt seit Jahren damit und habe nie wieder zugenommen.
     
  9. Saxoryx

    Saxoryx Strebt nach Höherem

    Das würde bedeuten, ich übe jetzt nur noch Klavier und lasse das Saxophon links liegen. Aber ich bin jetzt so froh, endlich Leute hier in der "Diaspora" gefunden zu haben, mit denen ich Musik machen kann, dass ich das Sax nicht aufgeben möchte für die nächsten Monate. Wäre das nicht so, würde ich mir vielleicht tatsächlich überlegen, nur noch Klavier zu üben, bis ich da ungefähr so gut bin wie mit dem Saxophon.

    Das klingt sehr vernünftig und nach einem guten System. Ich werde auf jeden Fall jetzt abwechselnd einen Tag Klavier und den anderen Saxophon üben. Und an meinem "Sporttag" vielleicht gar nicht üben, weil ich mich dann auf den Sport konzentriere.
     
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  10. Saxoryx

    Saxoryx Strebt nach Höherem

    Das interessiert mich jetzt. Warum? Ich kann in 15 Minuten mehrmals das Bach-Präludium spielen, an dem ich gerade arbeite, und das bringt schon sehr viel.

    Theoretisch könnte ich das auch mit dem Sax, mit dem Travel Sax. Ist allerdings nicht dasselbe wie ein echtes Sax. Aber um Fingerabläufe zu üben geht das. Digitalpiano sowieso. Das Digi, das ich habe, schätze ich sehr. Habe ich mir extra nach den Kriterien gekauft, dass es so weit wie möglich einem echten Klavier entspricht. Die Tastatur vor allem.

    Das glaube ich auch. Nicht nur wegen der Fingerbewegungen, sondern auch wegen des Unterschiedes, dass das Klavier ein Akkordinstrument ist und ein Sax immer nur einen Ton auf einmal spielen kann. Sich Akkorde auf dem Sax vorzustellen war mir oft fast unmöglich. Einmal die Finger aufs Klavier gelegt, und schon weiß man, wo dran man ist. Das ist eine große Hilfe. Seither gehen Akkorde auf dem Sax auch viel besser und ich verstehe das viel besser.
     
  11. Saxoryx

    Saxoryx Strebt nach Höherem

    Das würde glaube ich auch wenig bringen. Bei Melodien am Sax hilft mir das Singen. Ich kann jede Melodie singen, die ich mir vorstellen kann, und das dann aufs Sax zu übertragen ist praktisch, sobald man nach Gehör spielen kann (was ich lange Zeit nicht konnte, weil ich die "Fingerings" nicht genügend im Kopf hatte). Am Klavier singe ich auch, und auch das hilft. Also das wichtigste "Zweitinstrument" ist wohl die Stimme. ;) Aber ohne Klavier sind viele Instrumente glaube ich schwieriger zu lernen. Weil das Klavier eine Grundlage bietet. Das Saxophon ist keine Grundlage, sondern der Aufbau.
     
  12. visir

    visir Gehört zum Inventar

    Würde mich interessieren, was Du dann unter beidem verstehst.

    Ja, um schlanker zu werden und zu bleiben, muss man natürlich auch nachhaltig sein Leben umstellen und nicht nach dem Abnehmen wieder so weitertun wie zuvor - klar. Also nicht Sport betreiben, um abzunehmen, und beim Zielgewicht damit aufzuhören, sondern den Sport dann weiterbetreiben. Idealerweise wählt man sich dazu natürlich einen Sport, den man auf Dauer betreiben mag...
    Und jedes Stellrad ändert was im Körper. Ändert man z.B. die Ernährung, ändert sich auch die Darmflora entsprechend, mit diversen Folgewirkungen.
    Und es ist halt nicht Essgewohnheiten = Abnehmen, sondern Essgewohnheiten + Bewegungsgewohnheiten = Abnehmen. Ohne Bewegung ist Abnehmen ungesund. Das kann sogar aufs Herz gehen.
     
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  13. Bloozer

    Bloozer Ist fast schon zuhause hier

    Das hast du schön gesagt, so versuche ich auch das Üben zu empfinden, nur so kann ich das Üben überhaupt durchhalten. :)
     
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  14. ilikestitt

    ilikestitt Ist fast schon zuhause hier

    Wenn unter einer Stunde nichts bringt bei Dir, dann stimmt irgendetwas vielleicht nicht mit dem wie du übst oder wie viele Dinge oder was. Eventuell sind deine Ziele nicht im Einklang mit dem was du erreichen kannst in einer bestimmten Zeit oder du steckst viel Zeit in die Dinge, die dich nicht voran bringen oder es sind zu viele Dinge an denen du versuchst gleichzeitig zu arbeiten oder was du üben willst ist noch jenseits dessen was absehbar erreichbar ist. Man kann mit wenig Zeit schon was erreichen, allerdings muss man dann die Ziele klar definieren und sie realistisch ans Zeitmaß und den eigenen Leistungsstand anpassen. Viele kleine Schritte führen dann auch ans Ziel.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18.September.2022
  15. ilikestitt

    ilikestitt Ist fast schon zuhause hier

    Dann ist da aber etwas gewaltig schief gelaufen, denn das sollte nicht sein. Stellt sich auch fürs nächste Mal die Frage was: zu stark trainiert (zu hohe Belastung), zu lange trainiert, Vorerkrankungen, zu wenig getrunken beim Training etc. etc.
    Wenn man nicht fit ist, sollte man mit sehr geringer Belastung anfangen und sehr langsam steigern, sprich nicht lange und nicht zu stark. So kann sich Kondition und Kraft nach und nach aufbauen. Was aber auch wichtig ist, was und wie du trainiert hast oder wirst, hier kann so viel schief gehen. Und bevor man mit einem bestimmten Sport anfängt ist gerade ab einem gewissen Alter eine Rücksprache mit dem Arzt sinnvoll.

    Es klingt auch beim Musizieren als wenn du das was falsch machst, wenn du danach so fertig bist, das ist nicht normal, weder am Sax, noch am Klavier.

    Wenn du so geschwächt bist und so schnell alle bist, ist fasten definitiv keine gute Idee.
     
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  16. Wanze

    Wanze Strebt nach Höherem

    ein Paar Gedanken von mir zum Üben - bzw. Gedanken von anderen, die ich übernommen habe:

    1. Zitat von Wuffy (so oft beim Stuttgarter Saxophonforum gesagt, dass es sich mir eingeprägt hat) : "Man muss halt wissen, wo man hin will..."
    Ich weiß nicht, ob man es wissen muss, aber es hilft definitiv, sich Gedanken darüber zu machen. Willst Du mit Deinem Saxophon-Projekt richtig gut werden, solltest Du den Schwerpunkt auf Saxophon legen. Zu besserem Verständnis harmonischer Zusammenhänge hilft Klavier ungemein - aber man sollte sich klar darüber werden, wie weit man im Alter (gerade mit Klavier!) noch kommen will und kann... um sich die Zeit richtig einteilen zu können. Über Deine Prioritäten musst Du Dir selbst klar werden, das kann keiner hier für Dich machen.

    2. Zitat von meinem früheren Saxophonlehrer : "Mach einen Unterschied zwischen Üben und Performen"
    Natürlich macht es Spass, zu einem Playalong vor sich hin zu dudeln - aber das bringt Dich nicht so weiter wie eine 'langweilige' Übereinheit mit Longtones, Intonationsübungen etc. Am besten trennst Du das, vielleicht gehen dann zwei Einheiten am Tag: Einmal konzentriert üben und (nach einer Pause) zur Belohnung hübsche Lieder spielen. (Natürlich nur, wenn Du üben willst - siehe 1.)

    3. Ein sehr interessanter Ansatz von dem Bassisten John Clayton:
    Avoid, at all costs, putting the bass down after having played it, with a feeling of "I've had enough for today!" Always, but always put it down with the feeling that you're being forced to stop. As if you could go on for another hour or so. Keep your practicing interesting/enjoyable by practicing projects, NOT an AMOUNT of time. [John Clayton]
    Finde ich sehr gut, immer die Übeeinheiten positiv beenden!

    ... und wie mache ich es selbst? Ich habe im hohen Alter Saxophon angefangen, ca. 5 Jahre später Bass dazugenommen. Prio liegt auf Saxophon, also übe ich das mehr, Bass läuft - obwohl ich den in einer Band spiele - ein bisschen nebenher. Natürlich hilft Harmonielehre bei beidem - Theorie mache ich vor allem im Urlaub :). In letzter Zeit habe ich wegen gesundheitlichen Problemen angefangen (trotz Claytons Ratschlägen) meine Übeeinheiten in Anlehnung an Pomodoro zeitlich zu begrenzen, wobei ich nicht streng 5min Pause und dann den nächsten Block mache, oft sind meine Pausen (sehr) viel länger. Oft komme ich nur zu einer oder zwei Übeeinheiten am Tag, dafür habe ich mir ein Übeprogramm erstellt, um in der Zeit auch tatsächlich effizient zu üben. Weil ich aber zum Spass spiele und sicher kein Profi mehr werde, halte ich mich auch nicht sklavisch an das Übeprogramm.

    Grüße,

    Wanze
     
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  17. bebob99

    bebob99 Strebt nach Höherem

    Das ist doch prima. :) Ich wollte damit ja auch nicht behaupten, dass das für DICH zu wenig wäre. Nur dass ICH mit 15 Minuten nicht genug Übung zusammenbringe, dass es mich erkennbar weiterbringt. Auch nicht auf längere Zeit. Ich brauche einfach länger. Und zum Glück kann ich mir die Zeit dafür auch meist nehmen.

    Vielleicht hat es ja auch damit zu tun, dass es bei mir nicht so schnell anschlägt und dann auch nicht gleich fest genug sitzt, dass ich mir darüber keine Gedanken machen müsste. 5 Schritte vor, vier zurück.

    Aber richtig, meine Ziele sind nicht wirklich im Einklang damit, was ich in einer bestimmten Zeit erreichen kann.

    Da ich im Orchester spiele, werden aber die Ziele und die verfügbare Zeit vorgegeben. Das Konzertprogramm ist nicht verhandelbar und der Termin auch nicht.

    Es ist aber positiver Stress und eine Stunde üben oder auch zwei macht mir auch Spaß. In 15 Minuten hab' ICH mich und mein Instrument grad mal warm geblasen, gestimmt und ein paar Intonationsübungen durch, damit ich beim eigentlichen Üben meiner Stücke nicht ganz erbärmlich klinge. Aber durch die Stücke muss ich schon durch. Nicht alle jeden Tag, aber in einer Woche bis zur nächsten Probe alle halbwegs, denn dann brauche ich sie. Vier Wochen Grundlagen Übung, bevor ich mich an den Stücken versuche, ist nicht drin. In der ersten Probe werden die Noten ausgeteilt und prima Vista einmal angespielt, damit man eine Vorstellung davon bekommt, worum es geht. Eine Woche später sollte es schon ein Bisschen nach Musik klingen.

    Und wenn wieder mal eine Stelle schnell, (für mich) blöd zu greifen ist, oder meine Finger wieder einmal etwas anderes spielen als ich, dann heißt das eben langsam anfangen, langsam steigern, Präzision verbessern, ... Da geht schon mal eine Stunde ins Land, ehe ein erkennbarer Fortschritt (für heute) erkennbar ist. Morgen kann ich dann aber nicht da weiter machen, sondern gehe mehr oder weniger zurück auf Start. Aber im Verlauf von Wochen (pro Stück) und Jahren (insgesamt) wird es doch immer besser. Und es sind ja nicht 4 Takte, sondern 10 Stücke. Es muss alles drankommen. Wenn ich bei einem Stück zu lange Pausen mache, weil mich etwas anderes beschäftigt, habe ich den ursprünglichen Lernfortschritt wieder verloren.

    Wie kommst Du darauf, dass ich es nicht genau so mache - oder zumindest versuche? Wie geschrieben, wird die Latte ja vom Kapellmeister gelegt. Ich muss nur zusehen, dass ich da bis zum Termin halbwegs sauber drüber komme. Manchmal gelingt es besser, manchmal weniger und jedes Jahr geht es ein Bisschen leichter. Und weil wir ein Amateur Orchester mit nur wenigen Profis sind, klingen wir auch nach 3 Monaten Proben und (hoffentlich) intensiven Übens immer noch nicht so gut wie die Philharmoniker beim ersten Durchlauf. :rolleyes:

    Auch wenn es manchmal frustrierend ist, dass Können, Fortschritt und Wunsch noch eine Reihe weiterer Jahre nicht wirklich zusammenpassen, hält mich das doch auf dem richtigen Kurs nach vorne.

    Aber ich bitte darum, das nicht wieder in einen "bebob99 Beratungsthread" umzufunktionieren. Um mich geht's hier gar nicht. Wer nur 15 Minuten hat oder nicht länger kann, macht in der Zeit eben was geht und kommt auch irgendwann irgendwohin.

    So, und jetzt setze ich mich noch eine Stunde ans D-Piano. :sneaky:
     
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  18. ilikestitt

    ilikestitt Ist fast schon zuhause hier

    Hier gibt es vielleicht noch Optimierungsmöglichkeiten mit einem guten Lehrer. Gerade beim Stückelernen dauert es manchmal länger und man muss langfristig denken, erst recht wenn der Schwierigkeitsgrad so hoch ist, daß es für den Spieler nur mit Aufwand zu lernen ist bzw. über dem derzeitigen Leistungsstand liegt. Und du sagst es ja schon an, daß dir klar ist, daß mancher Fortschritt eben nicht an einem Tag, sondern erst nach etlichen Übungseinheiten erreicht wird. Gut ist es dann zu schauen was einem Probleme bereitet, ob es nur eine bestimmte Griffkombi ist, die Tonart oder ein allgmeines Problem ist. Mit guter Übedidaktik kann man trotzdem manchmal Zeit sparen und manchmal steckt man mehr Zeit in eine Stelle als hilfreich ist in dem Moment. Wenn ich eine Stelle 30 Minuten übe bringt das manchmal nicht unbedingt mehr als wenn ich da nur 10 Minuten dran arbeite. Die Frage ist halt immer wie arbeite ich dran und was ist das Problem. Ich habe mir da selber als junger Mensch früher das eine oder andere Bein gestellt und viel Zeit in Übungen gesteckt, die so wenig gebracht haben.


    Das war allgemein gesagt und nicht allein auf dich bezogen, es ist ein generelles Problem mit dem wir alle dauernd konfrontriert sind und gerne mal dran scheitern.

    Sehr nobel vom Ziel aber leider nicht immer zu erreichen, denke ich. Ich weiss aus der Arbeit mit Amateurensembles und Schulensembles, daß man als Leiter gerade beim Schwierigkeitsgrad sehr darauf achten sollte, daß die Spieler es auch hinbekommen können in dem zeitlich gesteckten Rahmen. Ist das nicht der Fall führt das zu Stress und Frust, weil kaum Zeit für andere musikalische Dinge bleibt.


    Schön wenn es dich auf dem Kurs hält aber viele andere schmeissen irgendwann hin, wenn diese drei Dinge in falschem Verhältnis zueinanderstehen, weil so viel Frust vorprogrammiert ist.
     
  19. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Spielst du dann immer das ganze Stück wieder und wieder, oder nur die kritischen Stellen? Ersteres hat mir mein ehem. Klarinettenlehrer abtrainiert.
    Wenn du mal analysierst, wo du hängen bleibst, sind es wahrscheinlich gleiche oder sehr ähnliche Figuren. Konzentrier dich nur auf diese.
    Seit ich für mich festgestellt habe, dass Musik eigentlich nur aus immer wiederkehrenden Figuren besteht, übe ich überwiegend diese. Die kann ich bei neuen Stücken abrufen und damit ist es für mich einfacher.
     
    gargamel141 gefällt das.
  20. claribari

    claribari Ist fast schon zuhause hier

    ......genau die treffende Aussage und Erklärung für gelingendes Improvisieren...
    Wer sich seine Lieblingsbläser über Jahrzehnte genau anhört wird wird gewisse Tonfolgen immer wieder erkennen, vlt. mit klitzekleinen Veränderungen...
     
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