Mindestlohn für Musiklehrer

Dieses Thema im Forum "Eigene (musikrelevante) Themen" wurde erstellt von ppue, 25.Februar.2026 um 19:04 Uhr.

  1. Livia

    Livia Ist fast schon zuhause hier

    @JES Ich empfehle dir, den ersten Teil meines Beitrags nochmal (?) zu lesen.
     
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  2. _Eb

    _Eb Ist fast schon zuhause hier

    Was bitte ist ein Handstück ?
     
  3. ppue

    ppue Mod Experte

    Das Problem kenne ich von meinem Meister und Professor an der Musikhochschule. Der konnte nicht die Bohne erklären, wie und was er da tat. Er war einfach nur gut. Konnte ich nicht nachspielen, wie er es vorspielte und es von mir hören wollte, dann spielte er es noch so oft vor, bis ich ihn endlich eins zu eins kopieren konnte. Erklären oder motivieren, lenken und auf mich eingehen konnte er nicht.

    Die Professorenstelle schützt nicht vor Unwissenheit im pädagogischen Bereich. Ich glaube nicht, dass man nichtstudierte Lehrer so über einen Kamm scheren kann, bzw. professionelle Lehrer immer über alle Kritik erhaben sind.
     
  4. Matthias Wendt

    Matthias Wendt Ist fast schon zuhause hier

    Lieber ppue,
    das ist eine wunderbare Formulierung. Die ist des Zitierens würdig.
     
    mcschmitz gefällt das.
  5. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Ich bringe deinen Beiträgen durchaus meine Aufmerksamkeit entgegen.
    Nur, dann sag mir doch mal wieviel Zeit du mit diesen "Nebentätigkeiten" du verbringst bzw verbringen musst.
    Wenn dir, wie in meiner Rechnung, 40% der Wochenzeit nicht reichen....
    Und ich wüsste dann gerne deine Auslastung an Unterrichtsstunden. Es ist ja ein Unterschied, ob du nur 15 Stunden gibst, und dafür den overhead bezahlst, oder 35.
    Als Honorarkraft hast du auch Einfluß auf deinen Urlaub. Gibst du Unterricht in den Schulferien oder nutzt du die Schulferien als was?? Freizeit?

    Wenn ich von einem Handwerker seine Rechnung bekomme, dann sind in dem Stundensatz auch Werbung, Angebotserstellung, Abrechnung, Miete, Versicherung, Maschinen,... ev. Leerstunden, Fortbildung etc. enthalten.

    Wenn hier ein Stundensatz für eine Honorarkraft vorgeschlagen wird, dann wohl doch so, dass er mit 40h/Woche (Arbeit, nicht Unterricht) auf ein akzeptables Jahreseinkommen kommt.
     
  6. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Ich gehe einen Schritt weiter, ich weiß es.
    Mein Klarinettenlehrer, der überhaupt beste Lehrer, den ich je hatte, war kein Akademiker, aber erster Saxophonist bei der Bigband der Bundeswehr (damals noch Günther Noris Band). Der konnte spielen, der konnte erklären, der fand eine gute Balance zwischen repetitivem Lernen und Erklärung.
    Dann hatte ich div. Saxophonlehrer. Die, die studierte Musiker waren, konnten durch die Bank gut spielen. Pädagogisch aber naja. Ein Aushilfslehrer während einer Babypause, war ein Handwerkersaxophonist. Bei dem habe ich in den wenigen Wochen mehr gelernt, als bei den Studierten in Jahren.
    Jetzt habe ich wieder einen tollen Lehrer, viel Sucherei, viele Probestunden, und bei dem, bei dem ich geblieben bin, bei dem jede Stunde stressiger Spaß ist (ich lerne viel, immer hart an der Grenze zur Überlastung, er ist gnadenlos genau, er hat für alles eine gute Erklärung), bei dem ich mich rundherum gut aufgehoben fühle ... ist wieder ein Handwerkermusiker.
    Für mich haben studierte Musiker zu viel theoretischen M... im Kopf, den ich nicht brauche, der mir nicht hilft. Der wird häufig genau wie auf der Uni gelernt, wiedergegeben, ohne Verständnis dafür, dass vor ihnen keiner ihresgleichen bzw sie nicht in einer Prüfung sitzen. Den braucht vielleicht ein Schüler, der selbst mal Musik studieren will, als Amateur... Neee.
    Also zu sagen, nur studierte Musiker sind die wahren Lehrer, ist... arrogant.
     
  7. Analysis Paralysis

    Analysis Paralysis Ist fast schon zuhause hier

    Zumindestens ich hab das nirgendwo geschrieben, und ich will mir das auch nicht in dem Mund legen lassen.
    Das andere verbreitete Klischee (der Nicht-Studierte ist sowieso meist viel empathischer, die Studierten sind alle komplett verkopft) stieß mir nur sauer auf.

    Und das blödeste Klischee ist sowieso, dass die Studierten allen verkopft wären.
     
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  8. Gerrie

    Gerrie Strebt nach Höherem

    Ich verstehe nicht warum man einem Musiklehrer nicht das zugesteht was in anderen Branchen akzeptiert wird.
    Vielleicht nicht in vollem Umfang, aber teilweise.
    Die Musiklehrer sollen klein klein alles auflisten.

    Bei Personen die als Externe z B. Sicherheitsunterweisungen, EDV Schulungen, Stapler Fahrer Ausbildung oder jährliche Nachschulungen durchführen kommen bei mehreren Veranstaltungen die gleichen Unterlagen zum Einsatz.
    Sogar Jahre.
    Nicht einerer von denen unterrichtet 40 h die Woche.
    3 x 1,5 h am Tag wenn es hoch kommt 4x 1,5 h .
    Wenn nach einer Stunde keine Fragen da sind ist früher Schluss.

    Tagessatz 1.000 - 2.000 € falls der heilige Samstag dabei ist.

    Von denen wird keiner erklären wie er zu den Zahlen kommt.

    Von individueller Vorbereitung für die einzelne Schulung möchte ich hier auch nicht sprechen.

    Grüße Gerrie
     
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  9. JES

    JES Gehört zum Inventar

    Ganz einfach.
    Das eine ist Beruf, das andere Hobby.
    Das eine bezahlt dein Arbeitgeber, das Arbeitsamt, setzt das noch als Betriebsausgaben von der Steuer ab, sind Voraussetzung, dass man versichert ist bzw durch Berufsgenossenschaften geschützt. Das ist existenziell wichtig.
    Das andere bezahlst du als Privatmann aus deiner eigenen Tasche für ein Hobby just for fun.
    Und erzähl mir bitte nicht, dass Instrumentallehrer regelmäßig individuell für jeden Schüler neue Unterlagen erstellen.

    Ich finde aber schon, wenn jemand Kalkulationen als falsch deklariert, dass er dann mal konkret begründet, warum die falsch sein sollen. Das macht eigentlich eine konstruktive Diskussion aus, dass man Fakten schafft.
     
  10. Silver

    Silver Gehört zum Inventar

    Wie schön, dass es mal wieder jeder am schwersten hat… und vom anderen verlangt, das haarklein zu rechtfertigen.

    Ich war den größten Teil meines Berufslebens selbstständig und wer meinen Tagessatz nicht zahlen wollte, durfte sich gerne jemand anderen für den Job suchen. Ich hatte trotzdem genug zu tun (bis Frau Nahles mein Geschäftsmodell als „Scheinselbständigkeit“ verunmöglicht hat).
     
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