MPC Exercise für alle Klassen, vom Einsteiger bis zum Profi

Dieses Thema im Forum "Anfänger Forum" wurde erstellt von Mugger, 22.Juni.2012.

  1. saxhornet

    saxhornet Experte

    Die zweite Hälfte ist richtig. Es hat mit dem Ansatz nichts zu tun sondern mit der Zungenstellung und den Stimmbändern. Hier mal ein sehr kurzer Überblick:

    Zunge:
    Wenn die Zunge bestimmte Vokale bildet während man das Saxophon spielt verändert dies zum Teil den Klang und die Intonation (wir reden hier von sehr kleinen Veränderungen in punkto Klang und Intonation und nicht radikalen Auswirkungen). So lässt der Vokal "i" den Ton eher etwas höher und schärfer klingen lässt als z.B. ein "a", ein "e" wäre dann dazwischen (für mich meine normale Ausgangslage). Auch wenn wir sprechen klingt ja ein "i" schärfer als ein "a". Manche Töne lassen sich mit der Bildung bestimmter Vokale leichter spielen, z.B. lassen sich tiefe Töne bei Bildung eines "a" meist deutlich einfacher spielen und in der Höhe manche eher mit einem "i". Vieles hiervon hängt aber auch vom Spieler, Horn und Mundstück ab.

    Stimmbänder:
    Lange Zeit ist man davon ausgegangen daß die Stimmbänder bei Blasinstrumenten nicht an der Tonbildung beteiligt sind, dies konnte aber widerlegt werden. Je besser ein Spieler ist und je erfahrener desto mehr werden die Stimmbänder durchaus unbewusst mit genutzt. Zwar ist die Vorstellung richtig den Hals weit und offen zu haben, ähnlich dem Gähnen, aber unbewusst passiert hier dann doch mehr (bitte aber nicht mit Drücken im Hals verwechseln). Da dies unbewusst passiert lässt sich das auch nicht gezielt ohne weiteres trainieren. Hier sind die Mundstückübungen fantastisch. Allerdings nur wenn man versucht den Ton von der Tonhöhe her zu verändern ohne den Kiefer zu benutzen oder den Ansatz zu verändern. Nach einer Weile kann man dann den Ton sehr extrem verbiegen und das kann sich dann leider auch erstmal wenn man wieder normal am Sax spielt sehr merkwürdig anfühlen, weil man anfangs gerne dann über den Ton oder die Tonhöhe die Kontrolle verliert. Hier hilft nur üben. Ganz wichtig ist daß man aber nicht anfängt Druck im Hals aufzubauen, denn das ist falsch und mit voicen nichts zu tun und kann auch schlecht für die Stimmbänder sein. Die Munstückübungen sollten auch nicht zu lange gemacht werden (meiner Meinung nach 5 Minuten jeden Tag), dafür aber reglemässig.

    Wenn man diese Elemente des Voicen kann, wird es leichter den Ton in der Tonhöhe und im Klang zu verbiegen und auch die Ansprache mancher Töne kann sich ändern.
    Manche Mundstücke sind anfälliger für das Voicen (hier kann man dann in punkto Intonation schnell ins schwimmen geraten weil sich die Tonhöhe so leicht verbiegen lässt)und manche wehren sich regelrecht und es ändert sich fast nichts.
     
  2. Mugger

    Mugger Guest

    Guten Abend,
    ich möchte der ausführlichen Beschreibung von saxhornet noch etwas Wichtiges hinzufügen, das oft zu Missverständnissen und zu erbitterten Diskussionen (saxontheweb) führt.
    Beim Sprechen sind wir gewöhnt, Zunge und Unterkiefer "synchron" zu bewegen.
    Beim Spielen (und besonders beim Voicen) ist es notwendig, sich eine Unabhängigkeit von Zunge und Kiefer zu erarbeiten.
    Hätte man mir das erklärt, als ich begann, mich mit den Theorien Joe Allards zu beschäftigen, hätte es mir einige Arbeit erspart.
    Worum geht's? Ich kann meinen Unterkiefer "hängen lassen", und trotzdem (wenn notwendig oder gewünscht) ein "E" oder "I" voicen, ohne meine Kiefermuskulatur zu beanspruchen. (Es hilft auch, wenn man weiß, wo das Kiefergelenk überhaupt ist :))
    Korrigiere mich wenn ich falsch liege, saxhornet, aber ich denke auch, dass die passive Funktion der Unterlippe als "Filz auf dem Hammer eines Klaviers" wie er sagt, ("Ex" oder "Eggs") bei Joe Allard eine große Flexibilität des Voicens ermöglicht.
    Über "Gähnen" und "Offenen Hals" würde ich auch gerne noch mit Euch diskutieren :)

    Grüßle


     
  3. Tröto

    Tröto Strebt nach Höherem

    Ja, da gab es schon mal sehr kontroverse Meinungen.



    :guck: Hier entlang!
     
  4. Mugger

    Mugger Guest

    Guten Abend,
    da saxhornet sich immer solche Mühe gibt :) lege ich nach und übersetze frei aus "Bulletproof Saxophone Playing" (aus Gründen des copyrights):

    "Der Mythos des offenen Halses

    Eine Möglichkeit, die Form in unserem Mund zu unserem Vorteil zu nutzen ist es, die richtige "Klangsilbe" zu wählen.
    Um es zu erklären, viele von uns wurden gelehrt, mit "offenem Hals" zu spielen, und dies durch die Silbe "AH" zu erreichen. Warum sonst sollte uns der Doktor auffordern, "Sag "AHHH", als um einen Blick in die die dunklen Winkel unseres Schlundes zu werfen?

    Tatsache ist, es gibt keinen "offenen Hals", weil es keinen "geschlossenen Hals" gibt.
    Der Hals schließt und öffnet nicht.
    Er ist einfach ein Teil der Route des Luftstromes zum Saxophon.
    Obwohl wir den Hals nicht mehr öffnen können als er schon offen ist, können wir die "Hindernisse" so gut wie möglich aus dem Weg räumen.

    Also, "AAH" öffnet vielleicht dem Doktor den Blick am besten, es ist aber sicher nicht die richtige Silbe um so viel Luft wie möglich durch den Hals zu bringen.

    Wenn man "AHH" sagt streckt sich die Zunge nach vorne und blockiert die Luft, die aus dem Hals kommt.
    Wenn man andererseits "EE" sagt, bewegt man die Zunge nach oben und aus dem Weg des Luftstromes.

    Eine anderer Möglichkeit, es zu betrachten:
    Wenn man mit Wasser gurgelt, macht ein Art von "AHH"-Geräusch.
    Man stelle sich vor was passiert, wenn man auf "EE" gurgeln würde..
    Man würde das Wasser verschlucken.
    Wenn man also den Rückfluß des Wassers in den Hals verhindern will, bringt man seine Zunge in die "AHH"-Position. ......"


    Ich denke, dass die Kontroverse im anderen Thread auch darin begründet ist, dass nicht zwischen Zungen- und Kieferposition unterschieden wird.
    Ich kann sehr wohl in "Gähnposition" "AW" istgleich offenes "O" mit Tendenz zum "A" meine Zunge nach oben bis zum Gaumen "EE" bringen.

    Liebe Grüße
     
  5. saxhornet

    saxhornet Experte

    Wie Mugger schon gesagt hat ist es notwendig im allgemeinen eine Unabhängigkeit von Unterkiefer und Zunge zu haben, nicht nur fürs voice sondern auch wegen der Artikulation, die schlampig wird, wenn sich der Unterkiefer mit der Zunge mitbewegt, da sich die Tonhöhe auch bei minimalster Bewegung trotzdem ändert und eine klare Artikulation unmöglich macht.

    Ich persönlich halte nichts davon von einer passiven Unterlippe zu reden, denn meine ist ganz schön aktiv. Sowohl weil eine passive Unterlippe viele zum Beissen verführt, als auch weil eine gewisse Spannung schon benötigt wird. Auch verändere ich gelegentlich mal leicht die Spannung (das sprengt hier den Rahmen).

    Also ich muss bei einem "aah" nicht die Zunge nach vorne strecken, das geht problemlos ohne (beides). Die Idee hinter dem Gähnen als Vermittlung des Gefühls für den Hals finde ich gar nicht falsch, denn Ziel ist es, zu erreichen daß sich an den Stimmbändern nicht gezielt zu viel Druck aufbaut.

    Aber ich bin mir sicher daß mugger und ich eigentlich das gleiche meinen und im Rahmen von dem was man schreibt immer nur die Hälfte rüberbringen kann (geht mir jedes mal gefühlt so ).
     
  6. deraltemann

    deraltemann Strebt nach Höherem

    grau ist alle Theorie und der Worte sind genug gefallen .....
    also habe ich mal mein sicher nicht wirklich ausgebildet Mundmuskelwerk bewusst mal mit den Lauten "ahh" und "ee(hh)" "OOhh" "uuuhhh" und "iii hh" trackiert..
    wieund was habe ich getan?
    erst einmal den Vokal möglichst klar und gleichmässig laut .. also insgesammt "konstant" quasi erzeugt. dabei bin ich gleichmässig meinen Flur auf und ab geschritten ( genau 10 schritt lang; 2 für die Wende; 10 zurück) Ich forme den Vokal die 10 Schritte; 2 Schritte Luft holen ohne Schulter anzuheben, dann 10 Schritte Vokal. Schritte Zählen / ja mir wären auch 8 oder 12 schritte lieber)
    erste Erkenntnis zwischendurch richtig einatmen und Pausen machen... hilft..
    Auf dem hinweg normal, auf dem Rückweg mal mit der Zunge und den anderen Muskeln die da so rumlungern "spielen" und schauen was alles so passiert, wie es sich anfühlt..
    war spannend auch die Variaton der Lautstärke , Tonhöhe ( so weit das mein ungeschultes Ohr hin bekommt)......
    nun gehöre ich zu den Menschen die ihre Zunge längs aufrollen können ( angeblich können das nicht alle)

    Wie gesagt ich habe einfach mal mit den Muskeln gespielt.. Atmen und das ganze in einem Rahmen der regelmässig ist..

    Formt doch mal mit der Zunge ein "Löffel" und versucht dann ein deutliches lautes "IIIHHHH"
    Klar alles ohne MPC aber das der Luftstrom gleichmässig wird, hängt doch auch nicht am MPC habe ich jetzt so für mich mal weg gespeichert ....
    :klug:
    Ausserdem lernt sich dabei gleich im HG zählen und sich auf den Körper konzentrieren ...
    Enten Lockrufe wollte ich noch nicht üben ...
     
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